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Mainfrankensäle im Vorjahr mit knapp 187.000 Euro Verlust – Gemeinde muss 126.900 Euro zusätzlich bereitstellen

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Die wirtschaftliche Lage der Mainfrankensäle GmbH hat sich 2025 weiter verschlechtert: Die gemeindeeigene Gesellschaft schloss das Jahr mit einem Verlust von rund 186.900 Euro ab – gut 41.000 Euro mehr als im Vorjahr. Für die Gemeinde wird das deutlich teurer als geplant. Der Gemeinderat nahm in seiner Sitzung am Dienstag, 15. September 2026, den Jahresabschluss zur Kenntnis und bewilligte rund 126.900 Euro an überplanmäßigen Ausgaben. Im Haushalt 2025 waren nur 60.000 Euro veranschlagt.


 


Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

Umsatz 2025: 526.600 Euro (–13 Prozent)
Jahresverlust: 186.900 Euro (+28 Prozent)
Aufgelaufener Gesamtverlust: 748.400 Euro
Eigenkapital: 34.400 Euro
Verlustausgleich der Gemeinde: 186.900 Euro
Davon überplanmäßig: 126.900 Euro


Umsatz sinkt um 13 Prozent

Das Jahr 2025 stand für die Mainfrankensäle GmbH unter schwierigen wirtschaftlichen Vorzeichen. Nach Darstellung im Jahresabschluss wirkten sich die konjunkturelle Lage, steigende Lebenshaltungskosten und die Inflation auf die Buchung von Kulturveranstaltungen und deren Besucherzahlen aus.

Der Umsatz sank von rund 604.800 Euro auf 526.600 Euro – ein Rückgang um rund 13 Prozent.

Die Personalkosten gingen zwar von rund 359.900 Euro auf 349.100 Euro zurück. Wegen der geringeren Umsätze stieg die Personalkostenquote dennoch von rund 60 auf etwa 66 Prozent. Als Grund wird im Jahresabschluss auch eine höhere Mitarbeiterzahl genannt.

Hinzu kamen Kosten für externe Firmen, die für Reinigung, Bestuhlung und Umbauarbeiten benötigt wurden. Die Aufwendungen für bezogene Leistungen stiegen von rund 82.600 Euro auf 86.700 Euro.


Restaurant belastet das Ergebnis zusätzlich

Auch die Situation der Gastronomie wirkte sich negativ aus. Seit Juli 2025 fehlten die laufenden Pachteinnahmen, während Betriebskosten für die Restauranträume teilweise weiterhin von der GmbH getragen werden mussten.

Zusätzlich mussten wegen der Insolvenz des früheren Pächters rund 30.000 Euro an Pachtforderungen abgeschrieben werden.

Mehr dazu: Pachtverhältnis „Büttnerstuben“ – 4. März 2026

Bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen schlugen insbesondere die Raumkosten mit rund 153.200 Euro zu Buche. Insgesamt belief sich diese Aufwandsposition auf rund 260.600 Euro.


Gesamtverlust steigt auf 748.400 Euro

Unter dem Strich erhöhte sich der Jahresfehlbetrag von rund 145.600 Euro auf 186.900 Euro – ein Anstieg um 28 Prozent.

Zusammen mit dem bisherigen Verlustvortrag von rund 561.500 Euro ergibt sich ein aufgelaufener Gesamtverlust von rund 748.400 Euro.

Die Bilanzsumme sank von rund 206.700 Euro auf 166.200 Euro, das Eigenkapital von rund 75.700 Euro auf 34.400 Euro. Dem Stammkapital von 300.000 Euro und einer Kapitalrücklage von rund 482.800 Euro stehen damit hohe aufgelaufene Verluste gegenüber.

Alleiniger Gesellschafter der Mainfrankensäle GmbH ist die Gemeinde Veitshöchheim.


Gemeinde muss 126.900 Euro zusätzlich bereitstellen

Die Gemeinde übernimmt für 2025 den Verlustausgleich von rund 186.900 Euro. Im Haushalt waren dafür lediglich 60.000 Euro vorgesehen. Der Gemeinderat bewilligte deshalb rund 126.900 Euro überplanmäßig.

Nach Angaben der Verwaltung sind die Ausgaben gemäß Art. 66 Abs. 1 Satz 1 der Bayerischen Gemeindeordnung unabweisbar. Die Deckung sei gewährleistet.


Götz: Erstes Halbjahr 2026 deutlich besser

Bürgermeister Jürgen Götz ordnete die Zahlen in der Sitzung ein. Sie seien „natürlich nicht schön, das ist klar“. Zugleich seien Maßnahmen eingeleitet worden, die maßgeblich zur Verbesserung des Ergebnisses beitragen sollen. Das erste Halbjahr 2026 sei bereits deutlich besser verlaufen.

Der im März genehmigte Wirtschaftsplan 2026 rechnet bei Erträgen von rund 625.000 Euro und Aufwendungen von rund 725.000 Euro mit einem Jahresverlust von 100.000 Euro. Das geplante Defizit liegt damit deutlich unter dem tatsächlichen Fehlbetrag von 2025.

Mehr dazu: Wirtschaftsplan 2026 – 18. März 2026

Ein wichtiger Faktor bleibt die Gastronomie. Im Wirtschaftsplan waren ab Mai wieder Pachteinnahmen eingeplant. Bislang ist eine dauerhafte Neuverpachtung jedoch nicht gelungen. Götz erklärte, Gemeinde und GmbH arbeiteten weiter an einer Lösung, um die Gastronomie wieder zu verpachten und damit erneut Pachteinnahmen zu erzielen.


Geschäftsführerin und Aufsichtsrat entlastet

Der Aufsichtsrat hatte sich am 15. Juli 2026 mit dem Jahresabschluss beschäftigt, die Gesellschafterversammlung folgte am 4. August. Der Gemeinderat nahm die dort gefassten Beschlüsse nun zustimmend zur Kenntnis.

Entlastung erhielt Geschäftsführerin Julia Moutschka. Ebenso wurden die Mitglieder des Aufsichtsrates – jeweils unter Ausschluss der eigenen Person – entlastet. Dem Gremium gehören Bürgermeister Jürgen Götz als Vorsitzender, Rechtsanwalt Marc Zenner als Stellvertreter sowie Bernd Schäfer, Elmar Knorz und Günter Thein an.

Für 2026 soll keine Wirtschaftsprüfung in Auftrag gegeben werden.


Ab 2027 sollen Eigenveranstaltungen neue Impulse bringen

Das Team der Mainfrankensäle will das Haus künftig stärker als ganzjährigen Veranstaltungsort positionieren und ab 2027 auch eigene Kulturveranstaltungen organisieren und übernimmt dabei Künstlerauswahl, Planung, Vermarktung, Ticketverkauf und Betreuung vor Ort. 

Hinten von links: Alexander Bils, Carolin Jahn, Randy Amick und Leopold Faust; vorne von links: Laurenz Scheder, Geschäftsführerin Julia Moutschka, Anna-Lena Krenek und Lilli Moutschka.

Foto: Manuel Reger / zur Verfügung gestellt von den Mainfrankensälen

Weitere Fotos: Dieter Gürz

Nach Angaben des Eventmanagements sind etwa 300 bis 400 Besucher nötig, damit eine Veranstaltung kostendeckend ist. Langfristig sind ein bis drei Eigenveranstaltungen pro Jahr denkbar. Auch weitere Formate könnten dazu beitragen, bislang schwächer belegte Zeiten besser zu nutzen.

Das bisherige Kerngeschäft mit Tagungen, Kongressen und Veranstaltungen externer Veranstalter bleibt bestehen. Ebenso behält die Fastnachtszeit mit „Fastnacht in Franken“ ihre zentrale Bedeutung.

Für 2027 stehen drei Eigenveranstaltungen fest: Am 5. März kommt das Comedy-Kollektiv Luksan Wunder, am 13. März Rodscha und Tom mit einem Familienprogramm und am 17. September Kabarettist Matthias Walz.

Damit verfolgt die Mainfrankensäle GmbH das Ziel, zusätzliche Besucher zu gewinnen, freie Kapazitäten besser auszulasten und das wirtschaftliche Ergebnis zu verbessern.

Mehr dazu: Eigenveranstaltungen 2027 – 26. August 2026

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W
Warum steht die Gaststätte so lange leer? Wäre eine Popup-Gastronomie oder anderweitige temporäre Nutzung vielleicht eine temporäre Option bis sich ein neuer Pächter findet? Warum machen 8-10 Mitarbeiter mittlerweile die Arbeit, die früher mal 3 Mitarbeiter erledigt haben? Man sollte bei den Mainfrankensälen vieles mal kritisch auf den Prüfstand stellen. Denn eines ist auch klar: Wäre nicht die Gemeinde der 100 prozentige Gesellschafter, dann wäre die GmbH vermutlich schon insolvent?
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B
Die eigentliche Frage lautet doch! Wie viel jährlichen Zuschuss ist der Gemeinde diese Infrastruktur wert, und bekommt sie dafür einen angemessenen Gegenwert?<br /> Aber dann sollte die Gemeinde das auch transparent als kommunale Leistung betrachten und nicht so tun, als handele es sich um ein sich selbst tragendes Wirtschaftsunternehmen.<br /> In diesem Zusammenhang darf man die 13,5 Millionen Euro teure Sanierung plus Zinsen auch nicht vergessen.
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