60 Jahre Priester aus Überzeugung – Veitshöchheim feiert Pfarrer i.R. Josef Kraft
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Diamantenes Priesterjubiläum: Veitshöchheim feiert Pfarrer i.R. Josef Kraft
Josef Kraft, seit 2008 im Ruhestand, bleibt der Seelsorge treu. Auch nach seiner aktiven Zeit unterstützt er die Gemeindearbeit in St. Vitus und der Kuratie Heilige Dreifaltigkeit.
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Mit einem festlichen Gottesdienst in der gut gefüllten Kuratiekirche Heilige Dreifaltigkeit feierte die katholische Pfarrgemeinde Veitshöchheims das diamantene Priesterjubiläum von Pfarrer i. R. Josef Kraft. Vor 60 Jahren, am 29. Juni 1966, wurde er in der Seminarkirche St. Michael in Würzburg von Bischof Josef Stangl zum Priester geweiht. Seit sechs Jahrzehnten steht er im Dienst der Kirche und der Menschen - Erinnerungsfoto nach dem Gottesdienst im Innenhof mit Zelebranten, Ministranten und seiner Haushälterin (mit Blumenstrauß).
Ein Leben für die Seelsorge
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Josef Kraft wurde 1938 in Adelsberg geboren und wuchs in Mainaschaff auf. Nach seiner Priesterweihe wirkte er als Kaplan in Kitzingen, Kirchheim, Schweinfurt-Heilig Geist, Marktbreit und Bad Neustadt sowie als Dekanatsjugendseelsorger.
1973 wurde er Kuratus in Ostheim vor der Rhön, 1979 Pfarrer in Kürnach und 1992 Stadtpfarrer in Gerolzhofen, wo unter seiner Leitung die Stadtpfarrkirche saniert und die Johanniskapelle zum Museum „Kunst und Geist der Gotik“ umgebaut wurde. Als Dekan, Leiter mehrerer Pfarreiengemeinschaften und Mitglied verschiedener diözesaner Gremien prägte er das kirchliche Leben weit über seine Gemeinden hinaus.
Seit seinem Eintritt in den Ruhestand im August 2008 lebt Josef Kraft in Veitshöchheim. Auch hier blieb er seiner Berufung treu und unterstützt bis heute unermüdlich die Seelsorge in der Pfarrei St. Vitus und der Kuratie Heilige Dreifaltigkeit.
Festlicher Gottesdienst – Musik und Liturgie
Den Festgottesdienst zelebrierten mit dem Jubilar Domkapitular Clemens Bieber (li.) Pfarrer Christian Nowak (2.v.r.), Diakon Günter Schöneich (re.)
Pfarrer Andreas Heck, emeritierter Domkapitular Jürgen Lenssen, Pfarrer i. R. Robert Borawski,
Pfarrer Michael Krammer, Gemeindereferentin Martina Zentgraf und der evangelische Gemeindereferent Johannes Bindner.
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Der Festgottesdienst in der Kuratiekirche wurde durch eine besonders vielfältige und hochwertige musikalische Gestaltung geprägt.
Den feierlichen Einzug der Zelebranten und Ministranten eröffnete das G-Dur-Präludium BWV 541 von Johann Sebastian Bach (1685–1750). An der Orgel spielte Harald Kraus und setzte mit seinem mitreißenden, fröhlichem Überschwang einen höchst festlichen musikalischen Rahmen für den Beginn des Jubiläumsgottesdienstes.
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Zum Gloria sang Julia Götz mit ihrer hellen Sopranstimme „Ehre sei Gott in der Höhe“. Auch der Antwortpsalm „Die Freude an Gott – Halleluja“ wurde von ihr und an der Orgel von Harald Kraus begleitet.
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Die Fürbitten trug die blinde Marianne Ebert vor und verlieh dem Gottesdienst eine besonders eindringliche persönliche Note.
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Bei der Gabenbereitung erklang mit Chaconne aus „Phaeton“ von Jean-Baptiste Lully (1632–1687) ein ausdrucksstarkes Werk der Barockmusik. Es musizierte das gleichnamig heißende Ensemble „Veitshöchheim Barock“ mit Ariane Metz (Orgel), Nele Camerer (Viola da Gamba), Harald Kraus (Violine) und Michael Sendtner (Barocklaute).
Zur Kollekte und zum Kommuniongang erklang „Division on a Ground“ von Michel Farinel (1649–1726) in derselben Besetzung.
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Den festlichen Auszug gestaltete Ariane Metz an der Orgel mit der rasanten Toccata aus der Orgelsymphonie Nr. 5 von Charles-Marie Widor (1844–1937), eines der berühmtesten Werke der Orgelliteratur.
„Von Menschen für Menschen“
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In seiner Predigt stellte Domkapitular Clemens Bieber das Wirken des Jubilars unter das Leitmotiv „Von Menschen für Menschen“. Ausgehend von der Frage nach Künstlicher Intelligenz und menschlicher Verantwortung machte er deutlich, dass Kirche nicht durch Systeme oder Programme lebendig werde, sondern durch glaubwürdige Persönlichkeiten.
Er zitierte den Münsteraner Bischof Heiner Wilmer: „Bekennen heißt: mit Gott übereinstimmen – und es sichtbar werden lassen.“ Genau das habe Josef Kraft über sechs Jahrzehnte hinweg gelebt: Sein Glaube sei nicht Theorie geblieben, sondern in Wort, Handeln und Zuwendung zu den Menschen konkret geworden.
Bieber hob hervor, dass Kraft in seinen Gemeinden stets Wert auf sorgfältig gestaltete Liturgie, auf die Verbindung von Glaube und Kultur sowie auf soziales Engagement gelegt habe. Auch im Ruhestand sei er für die Menschen in Veitshöchheim nie „in Ruhe“, sondern immer „in Reichweite“ geblieben und habe die Seelsorge weiterhin entscheidend mitgeprägt.
Dank für ein außergewöhnliches Lebenszeugnis
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Ortspfarrer Christian Nowak überbrachte am Ende die offiziellen Glückwünsche der Pfarrgemeinde. Er würdigte die 60 Priesterjahre als „beeindruckende Lebensgeschichte“ mit prägenden Stationen in Ostheim, Kürnach und Gerolzhofen. Besonders hob er hervor, dass Josef Kraft seit 18 Jahren in Veitshöchheim seinen Ruhestand verbringe und dort mit großer Nähe zu den Menschen und tiefer geistlicher Erfahrung weiterhin die Seelsorge mittrage.
Nowak würdigte den Jubilar als Priester des Aufbruchs nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Kraft habe früh neue Formen der Zusammenarbeit in der Seelsorge angestoßen und damit Weitsicht bewiesen, die seiner Zeit weit voraus gewesen sei. Seine Art, Menschen ernst zu nehmen und Kirche als Gemeinschaft zu verstehen, sei bis heute beispielhaft. „Danke für dieses unglaubliche Lebenszeugnis“, so Nowak, „das uns alle – besonders uns Priester – stärkt und ermutigt.“
Dank des Jubilars
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Zum Abschluss dankte Josef Kraft in persönlichen Worten für die Weggemeinschaft und bat die jungen Menschen, offen zu bleiben für den Ruf Gottes: „Wenn ihr ihn verspürt, dann folgt ihm.“ Priestersein sei ein Geschenk und trotz aller Herausforderungen ein erfüllender Weg.
Mit einem Blumenstrauß dankte er zudem seiner Haushälterin, die ihn seit 52 Jahren begleitet.
Begegnung im Innenhof und musikalischer Ausklang
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Zum Abschluss lud der Jubilar die Gottesdienstbesucher zu Begegnung und Austausch in den Innenhof und den Pfarrsaal ein. Dort bestand Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen und Gratulationen.
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Für die musikalische Umrahmung des Ausklangs sorgte das Audax-Saxophonquartett unter der Leitung von Erhard Rada und verlieh der Feier einen beschwingten Abschluss.
Anstelle persönlicher Geschenke hatte Josef Kraft um Spenden für die Restaurierung und Neuvergoldung des historischen Tabernakels der Kuratiekirche gebeten. Auch die Kollekte des Festgottesdienstes war diesem Projekt gewidmet.
Text und Fotos Dieter Gürz