Lesung „Deckname Antenne“ am EU-Mittelpunkt bei Gadheim am 1. Juli 2026 - Eberhard Schellenberger schlägt den Bogen von der deutschen Teilung zur Gegenwart Europas
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Veitshöchheim-Gadheim. Der ehemalige BR-Reporter Eberhard Schellenberger, vielen in der Region als „die Stimme Mainfrankens“ bekannt, kommt erneut nach Veitshöchheim: Am Dienstag, 1. Juli, liest er um 19 Uhr am EU-Mittelpunkt Gadheim aus seinem Buch „Deckname Antenne“.
Der symbolträchtige Ort im Herzen Europas bildet dabei bewusst den Rahmen für einen Abend über Freiheit, Demokratie und die Frage, wie verletzlich offene Gesellschaften sein können. Die Lesung verbindet persönliche Erinnerungen, historische Dokumente und Originaltöne aus Rundfunkarchiven mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Fragen.
„Die Stimme Mainfrankens“ kehrt nach Veitshöchheim zurück
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Bereits im Dezember 2022 hatte Schellenberger mit einer eindrucksvollen Lesung in der Bücherei im Bahnhof Veitshöchheim viele Zuhörer bewegt. Damals schilderte der langjährige Leiter des BR-Studios Würzburg anhand seiner Stasi-Akten, wie er über Jahre hinweg von der DDR-Staatssicherheit überwacht wurde.
Schon bei privaten Reisen in die DDR geriet der Journalist ins Visier der Behörden. Später wurden seine journalistischen Recherchen, Telefonate und Radiobeiträge systematisch beobachtet. Die Staatssicherheit führte über ihn gleich mehrere Akten – eine davon unter dem Decknamen „Antenne“.
Mit persönlichen Geschichten, historischen Fotos, Originaltönen aus dem BR-Archiv und teils skurrilen Episoden aus den Stasi-Unterlagen machte Schellenberger die deutsch-deutsche Geschichte damals für das Publikum in Veitshöchheim eindrucksvoll erlebbar.
Geschichte, die bis heute nachwirkt
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Auch die neue Lesung in Gadheim bleibt nicht bei einem historischen Rückblick stehen. Gerade darin liegt für viele Besucher die besondere Wirkung der inzwischen seit vier Jahren laufenden Lesereise. Mehr als 160 Veranstaltungen hat Schellenberger inzwischen gehalten.
Immer wieder werde ihm nach den Lesungen gesagt, wie aktuell die Themen heute wieder erscheinen: Frieden in Europa, Demokratie, Freiheit und die Sorge vor neuen gesellschaftlichen Spannungen und Kriegen.
Besonders bewegt Schellenberger bis heute das friedliche Wunder der Jahre 1989 und 1990. Millionen Menschen hätten damals Mut bewiesen – und dennoch sei Deutschland ohne Bürgerkrieg und ohne militärische Gewalt zusammengewachsen. „Wir sollten dafür Dankbarkeit und Demut zeigen“, sagt Schellenberger. „Damals brach kein Krieg aus.“
Gerade vor dem Hintergrund aktueller Krisen und Kriege in Europa wolle er daran erinnern, dass Frieden und Demokratie niemals selbstverständlich seien.
Europa als Friedensversprechen
Die Mischung aus persönlichen Erinnerungen, historischen Dokumenten, Originaltönen und aktuellen Gedanken macht die Veranstaltung zu weit mehr als einer klassischen Autorenlesung. Viele Gäste erleben den Abend als bewegenden Generationendialog über Erinnerung, Verantwortung und die Frage, was aus der Geschichte gelernt werden kann.
Der EU-Mittelpunkt bei Gadheim sei dafür bewusst gewählt worden, betont Schellenberger: „Europa ist mehr als ein geografischer Raum. Europa ist ein Friedensversprechen.“
Initiatorinnen der Veranstaltung sind Angelika Goj und Karin Keßler, die Eigentümerin des EUM-Grundstückes. Beiden sei ein friedliches und freiheitliches Europa ein Herzensanliegen.
Hinweise für Besucher
Direkt am Veranstaltungsort bestehen keine Parkmöglichkeiten. Besucher werden gebeten, die ausgeschilderten Parkmöglichkeiten in Gadheim zu nutzen und einen kurzen Fußweg einzuplanen. Auch eine Anreise mit dem Fahrrad bietet sich an.
Weitere Informationen unter: www.deckname-antenne.de
Bildnachweis 1 und 3: Eberhard Schellenberger - Bild 2: Dieter Gürz