Overblog Alle Blogs Top-Blogs Reisen & Veranstaltungen
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Sommerempfang mit Biwak der 10. Panzerdivision löste traditionellen Neujahrsempfang ab

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Rund 200 Gäste in der Balthasar-Neumann-Kaserne

Trotz hochsommerlicher Temperaturen von weit über 35 Grad begrüßte die in Veitshöchheim beheimatete 10. Panzerdivision zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Kirche, Justiz und Gesellschaft zum ersten Sommerempfang. Zum Erinnerungsfoto versammelten sich (v.l.) Würzburgs Altbürgermeister Adolf Bauer, der katholische Militärpfarrer Frank Schneider, Bürgermeister Jürgen Götz, Brigadegeneral André Abed, Kommandeur der Divisionstruppen, Landrat Thomas Eberth, MdL Björn Jungbauer, Würzburgs Zweite Bürgermeisterin Sandra Vorlová, MdL Volkmar Halbleib, Divisionskommandeur Generalmajor Jörg See und Weihbischof Paul Reder.

Rund 200 Gäste in der Balthasar-Neumann-Kasern

Mit einem erstmals veranstalteten Sommerempfang mit Biwak auf der Wiese unter dem Birkenkreuz hat die 10. Panzerdivision in der Balthasar-Neumann-Kaserne in Veitshöchheim neue Akzente gesetzt.

Die Veranstaltung trat an die Stelle des bisherigen traditionellen Neujahrsempfangs, den  Divisionskommandeur Generalmajor Jörg See, der seit September 20R24 die 10. Panzerdivision führt, wegen dringlicher militärischer Verpflichtungen ausfallen ließ. Neben militärischen und zivilen Führungskräften der Division konnte er auch wieder zahlreiche Repräsentanten des öffentlichen Lebens, aus Politik, Kirche, Justiz, Polizei, Wirtschaft und Gesellschaft begrüßen.

Gegenüber der Enge der Mensa hatten sich die rund 200 Gäste leger unter die vielen Zelte und Sonnenschirme auf der Wiese verteilt. Reichlich Getränke machten den Aufenthalt trotz der Hitze einigermaßen erträglich.

Die Veranstaltung bot in lockerer Runde Gelegenheit zu Begegnungen und Gesprächen untereinander und zwischen Bundeswehr und ihren Partnern in der Region.

Der offizielle Teil ging im Schema des Neujahrsempfangs über die Bühne mit Ansprachen von Generalmajor Jörg See, Bürgermeister Jürgen Götz, dem katholischen Militärpfarrer Frank Schneider sowie die Spendenübergabe an Regierungsamtsrat Torsten Schäufele vom Bundeswehr-Sozialwerk.

Generalmajor See: Einsatzbereitschaft, Aufwuchs und Werte im Mittelpunkt

Generalmajor Jörg See spannte in seinem Lagebericht den Bogen von den Grundsätzen der NATO zur aktuellen Entwicklung der 10. Panzerdivision. Abschreckung funktioniere nur durch glaubwürdige Vorbereitung, betonte er mit Blick auf die anhaltend angespannte sicherheitspolitische Lage. Der Krieg in Europa sei nicht vorbei, vielmehr seien Freiheit und Wohlstand weiterhin bedroht.

Als einen Meilenstein bezeichnete der Divisionskommandeur die Indienststellung der Brigade 45 in Litauen am 22. Mai. Der Festakt in Vilnius sei für ihn ein bewegender Moment gewesen. Mit der neuen Brigade sei die 10. Panzerdivision nun dauerhaft in vier europäischen Staaten präsent und ihre multinationale Ausrichtung mit Partnern aus den Niederlanden, Frankreich, Litauen und den USA weiter gestärkt.

See verwies auf zahlreiche Übungen der vergangenen Monate, darunter die Verlegeübung „Grand Eagle“ der Panzergrenadierbrigade 37 sowie intensive Stabsübungen mit den US-Streitkräften. Diese hätten die Einsatzbereitschaft und Professionalität der Division weiter erhöht.

Auf eine ausführliche sicherheitspolitische Bewertung verzichtete der Generalmajor. Die Entwicklung der vergangenen Monate mit den Kriegen und internationalen Krisen spreche für sich. Aufgabe der Bundeswehr sei es, politische Entscheidungen professionell umzusetzen und jederzeit handlungsfähig zu sein.

Vier Schwerpunkte nannte See für die weitere Entwicklung der Division: Einsatzbereitschaft, Aufwuchs, Innovation und die konsequente Orientierung an den Werten der Inneren Führung. Besonders der personelle Aufwuchs werde den Standort Veitshöchheim in den kommenden Monaten sichtbar verändern. Mit neuen Unterkunftsgebäuden sollen hier künftig mehr als 360 zusätzliche Soldaten aufgenommen und ausgebildet werden.

Große Bedeutung maß der Divisionskommandeur zudem Innovationen bei der Truppe bei. Die Zusammenarbeit mit Industrie, Forschungseinrichtungen und Start-ups ermögliche es, neue Technologien deutlich schneller in die Ausbildung und den Einsatz zu übernehmen.

Ebenso deutlich stellte See klar, dass Extremismus, Drogenmissbrauch oder andere schwere Pflichtverstöße keinen Platz in der Bundeswehr hätten. Wer gegen die Werte der Inneren Führung verstoße, schade unmittelbar der Einsatzbereitschaft der Truppe.

Zum Abschluss dankte der Generalmajor den Soldaten, den zivilen Beschäftigten sowie den Partnern in Politik, Verwaltung und Gesellschaft. Die 10. Panzerdivision stehe für eine robuste, professionelle und rasch verlegbare Landes- und Bündnisverteidigung. Zugleich sei sie fest in Veitshöchheim und den Garnisonsstandorten der Region verwurzelt und stehe auch bei Einsätzen im Inland verlässlich bereit.

Spendenübergabe an das Bundeswehr-Sozialwerk

Tradition hat bei den Empfängen der 10. Panzerdivision die Unterstützung sozialer Projekte innerhalb der Bundeswehrfamilie. Ein symbolischer Scheck über rund 2.100 Euro aus dem Spendenerlös beim letzten Adventskonzert der Heeresmusiker in der Kuratiekirche wurde vom Kommandeur zugunsten des Bundeswehr-Sozialwerks an die Regionalstelle Ellwangen überreicht. Regierungsamtsrat Torsten Schäufele vertrat dabei den Bereichsvorsitzenden Süd, Oberstleutnant Wolfgang Schwörer.

Impuls von Militärpfarrer Frank Schneider

Der katholische Militärpfarrer Frank Schneider griff in seinem geistlichen Impuls die wenige Tage zuvor gefeierte Sonnenwende und das Johannisfeuer als Symbol für Licht und Orientierung auf. Von dort spannte er den Bogen zur von Bundeskanzler Olaf Scholz ausgerufenen „Zeitenwende“.

Schneider betonte, dass gesellschaftliche und sicherheitspolitische Veränderungen allein nicht ausreichten. Jede Zeitenwende brauche eine verlässliche Orientierung. Seine zentrale Botschaft lautete, dass eine Zeitenwende ohne Gott letztlich in die falsche Richtung führe. Gerade in einer Zeit voller Unsicherheiten, Krisen und Konflikte seien Werte, Glaube und Verantwortung wichtige Wegweiser für das Handeln der Menschen.

Bürgermeister Götz: Bundeswehr ist fester Bestandteil der Gemeinde

Die Balthasar-Neumann-Kaserne blickt inzwischen auf mehr als sechs Jahrzehnte Bundeswehrgeschichte zurück. Mit dem Einzug erster Einheiten der damaligen 12. Panzerdivision am 1. Oktober 1965 begann eine enge Verbindung zwischen Bundeswehr und Bevölkerung in Veitshöchheim, die bis heute Bestand hat. Die 10. Panzerdivision, deren Stab seit 2015 in Veitshöchheim beheimatet ist, versteht sich als fest in der Region verwurzelt. 

Bürgermeister Jürgen Götz bezeichnete den Sommerempfang als sichtbares Zeichen der engen Verbundenheit. Die Veranstaltung bringe Menschen aus Bundeswehr, Politik, Verwaltung, Kirche und Gesellschaft zusammen.

Mit Blick auf das im vergangenen Jahr gefeierte 60-jährige Bestehen des Bundeswehrstandortes erinnerte Götz daran, dass die Jubiläumsfeier bewusst im Ortszentrum stattgefunden habe. Dies habe die enge Verwurzelung der Bundeswehr in Veitshöchheim unterstrichen.

Die Soldaten seien ein fester Bestandteil der Gemeinde. Viele engagierten sich im Vereinsleben und Ehrenamt. Die Bundeswehr sei deshalb nicht nur ein wichtiger Arbeitgeber, sondern gehöre selbstverständlich zum Gemeindeleben.

Der Bürgermeister lobte die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Generalmajor Jörg See und Brigadegeneral André Abed sowie die geplanten Investitionen des Bundes in den Standort, die Veitshöchheim und der Region langfristige Perspektiven eröffneten.

Angesichts der angespannten sicherheitspolitischen Lage würdigte Götz den Dienst der Soldaten für Frieden, Freiheit und Demokratie. Die 10. Panzerdivision leiste mit hoher Professionalität und großem Engagement einen unverzichtbaren Beitrag zur Landes- und Bündnisverteidigung.

Zum Abschluss dankte Götz allen Soldaten, den zivilen Beschäftigten sowie den Partnern aus Politik, Verwaltung, Kirche und Gesellschaft für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Sein Fazit: Veitshöchheim sei nicht nur Standort der 10. Panzerdivision, sondern aus Überzeugung Garnisonsgemeinde.

Musikalischer Rahmen durch ein Bläserensemble des Heeresmusikkorps

Für die musikalische Umrahmung des Sommerempfangs sorgte ein Bläserensemble des Heeresmusikkorps Veitshöchheim unter der Leitung von Hauptfeldwebel Matthias Müller. Das Programm spannte zwischen den Reden einen Bogen vom „Fredericus-Rex-Grenadiermarsch“ über den Welthit „Havanna“von Camila Cabello und „Matrimony“ von Gilbert O'Sullivan bis zu „Always Look on the Bright Side of Life“ von Monty Python.

  Nach dem offiziellen Teil unterhielten die Musiker die Gäste mit weiteren bekannten Melodien, darunter „Brass Romance“ nach Lady Gaga. Die abwechslungsreiche Programmauswahl fand großen Anklang beim Publikum. 

Keine Wünsche offen ließ die Bewirtung durch die Casinogesellschaft mit Petra Prinz und Andreas Störmer.

Text und Fotos Dieter Gürz

 

Austausch beim Empfang

Im Anschluss nutzten die Gäste die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen. Der Sommerempfang unterstrich einmal mehr die enge Verbindung der Bundeswehr mit der Region Mainfranken und dem Standort Veitshöchheim.

Der Bürgermeister im Smalltalk mit Regierungsoberamtsrätin Dagmar Günther, die seit Dezember 2010 das Bundeswehrdienstleistungszentrum leitet und mit Eva Liegmann-Nonne links, die dies bis Ende September 2007 tat.

Der Günterslebener Bürgermeister Michael Freudenberger mit zwei Weinprinzessinnen Lilly Gößwein aus Thüntersheim und Elena Gerst aus Güntersleben.

Kommentiere diesen Post