Veitshöchheimer Anna und Ludwig Winkler feiern Eiserne Hochzeit
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Ein außergewöhnliches Ehejubiläum können Anna und Ludwig Winkler (im Bild mit Enkelin Liv) heute am 21. Juli feiern: Seit 65 Jahren sind sie verheiratet und begehen damit ihre Eiserne Hochzeit. Bürgermeister Jürgen Götz überbrachte dem Jubelpaar im Rahmen seiner Gratulationscour die Glückwünsche der Gemeinde. Gemeinsam blicken die beiden auf 65 Jahre Ehe, zwei Kinder, vier Enkel und fünf Urenkel zurück.
Die Eiserne Hochzeit zählt zu den seltensten Ehejubiläen. Sie steht symbolisch für die Beständigkeit und Widerstandskraft einer Ehe – nach 65 gemeinsamen Jahren gilt die Verbindung als ebenso fest und belastbar wie Eisen.
Kennengelernt durch den Bruder
Kennengelernt haben sich Anna und Ludwig Winkler im Jahr 1959. Annas Bruder war mit Ludwig befreundet und brachte die beiden zusammen. Geheiratet wurde am 21. Juli 1961 in der Martinskapelle in Veitshöchheim (damals von der evangelischen Kirchengemeinde genutzt) .
Seit den Anfängen ihres gemeinsamen Lebens ist die Familie eng mit Veitshöchheim verbunden. Bereits 1959 entstand in der Sudetenstraße das Zweifamilienhaus der Familie. Im hinteren Bereich der damaligen Gartensiedlung wurden unter Bürgermeister Michael Köbler Bauplätze ausschließlich an Flüchtlingsfamilien vergeben. Die Winklers gehörten zu den ersten Bauherren in diesem damals noch von Äckern umgebenen Gebiet.
Annas Lebensweg: Flucht, Familie und Ehrenamt
Anna Winkler wurde am 6. Dezember 1939 in der Dobrudscha am Donaudelta in Rumänien geboren. Als Angehörige der Volksgruppe der Dobrudschadeutschen erlebte sie bereits als Kleinkind Flucht und Vertreibung. Im Zuge der Umsiedlungsaktion von 1940 gelangte ihre Familie zunächst in Umsiedlungslager im Deutschen Reich, in die damaligen Ostgebiete. Als sich 1945 die Front näherte, musste die Familie erneut fliehen. 1946 fand sie schließlich in Altertheim eine neue Heimat.
Beruflich war Anna Winkler als Hauswirtschaftslehrerin tätig und arbeitete später acht Jahre im Sanitätshaus Scherpf.
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Große Verdienste erwarb sie sich im Sportverein Veitshöchheim. 1961 gründete sie die Damengymnastik-Abteilung des SVV und leitete sie bis 1966, anschließend als stellvertretende Abteilungsleiterin. Das Angebot reichte von Gymnastik sowie Ball- und Wettspielen über Boden- und Geräteturnen bis zum Schwimmen. Auch gemeinsame Ausflüge und gesellige Veranstaltungen gehörten von Anfang an zum Vereinsleben. Bis vor zehn Jahren nahm sie selbst noch regelmäßig an den Übungsstunden teil. Im Bild wird 2021 das 60jährige Bestehen gefeiert (Anna vorne 3.v.l.).
Darüber hinaus engagierte sich Anna Winkler viele Jahre in der evangelischen Christuskirche, unter anderem im Kindergottesdienst.
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Bis heute gilt ihre Leidenschaft den Kräutern. Die Begeisterung dafür übernahm sie von ihrer Mutter. Noch immer pflegt sie ein Kräuterhochbeet und stellt unter anderem Ringelblumensalbe selbst her.
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Ein besonderer Workshop rund um Nachhaltigkeit und Genuss brachte Anfang Mai 2026 nicht nur kulinarisches Wissen, sondern auch gelebte Familientradition in die Pop-up-Küche "Romy" des Gastrocoaches und Sommeliers Thomas Seitz in der Wiener Botschaft: Mit Tochter Doris und Enkelin Lisa Rettelbach vermitelte die 86-jährige Anna Winkler praxisnah traditionelle Techniken wie Einmachen, Einwecken, Fermentieren und Haltbarmachen.
Fußball prägte Ludwigs Leben
Ludwig Winkler wurde am 14. Oktober 1938 in Würzburg geboren. Als Siebenjähriger erlebte er die Zerstörung des elterlichen Hauses bei der Bombardierung Würzburgs 1945. Nach drei Jahren in Geußfeld kehrte die Familie nach Würzburg in das wieder errichtete Haus zurück. 1956 zog sie nach Veitshöchheim, nachdem seine Eltern das Sportheim des SVV übernommen hatten.
Der Fußball bestimmte sein Leben von klein auf. Bereits als Kind verbrachte er einen Großteil seiner Freizeit auf dem Gelände der Würzburger Kickers, deren Gaststätte seine Eltern führten. Beim SV Veitshöchheim entwickelte sich Ludwig dann zu einem der Leistungsträger der erfolgreichen Mannschaft der 1960er Jahre. Als Stürmer erzielte er 1964 in der A-Klasse 29 Tore, später spielte er als kompromissloser Verteidiger.
1967 gelang dem SVV mit ihm erstmals der Aufstieg in die Landesliga.
An diesen Tag erinnert sich das Ehepaar bis heute besonders gern: Während Ludwig mit seiner Mannschaft den Aufstieg feierte, brachte Anna Tochter Doris zur Welt. Als Ludwig sie am nächsten Tag im Krankenhaus besuchte, hatte er nach Annas Erzählung wegen der langen Aufstiegsfeier zunächst Mühe, das richtige Zimmer zu finden.
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Am 23. Mai 2024 trafen sich erstmals nach über 55 Jahren 16 ehemalige Landesligaspieler des SVV im Sportheim, darunter auch der Ludwig (stehend 4.v.l.)
Auch als Funktionär übernahm Ludwig Verantwortung. Er war 1970 sowie von 1976 bis 1982 Zweiter Vorsitzender des SVV. In dieser Funktion initiierte und organisierte er das erste Veitshöchheimer Weinfest im Rathausinnenhof.
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Beruflich war Ludwig nahezu sein gesamtes Arbeitsleben als Fahrer der Präsidenten der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) tätig.
Neben dem Fußball widmete er sich jahrzehntelang mit großer Leidenschaft dem Taubensport, den er bereits als Kind mit seinem Großvater begonnen hatte. Erst 2019 musste er dieses Hobby wegen eines Augenleidens aufgeben.
1966 gehörte Ludwig außerdem zu den Gründungselferräten des Veitshöchheimer Carneval-Clubs (VCC). Die Verbundenheit der Familie zum VCC setzte Tochter Doris fort, die 20 Jahre lang die Rote Garde trainierte.
Sportliche Erfolge des Sohnes
Die Begeisterung für den Fußball wurde an Sohn Bernhard weitergegeben. Er begann seine Laufbahn beim SV Veitshöchheim, wurde 1991 mit dem 1. FC Kaiserslautern Deutscher Meister und feierte anschließend beim TSV 1860 München seine erfolgreichste Zeit. Mit 94 Pflichtspieltoren zählt er bis heute zu den erfolgreichsten Torjägern der Münchner Löwen.
Engagement bis heute
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Auch im Ruhestand bleibt Anna Winkler aktiv. Zusammen mit ihrer Tochter Doris engagiert sie sich bei sozialen Projekten und gibt ihre Erfahrungen und Traditionen an Kinder, Enkel und Urenkel weiter.
So war Anna Winkler während der Corona-Pandemie im Oktober 2020 noch voller Tatendrang bei der Sammelaktion ihrer Enkelin Lisa für Menschen in griechischen Flüchtlingscamps dabei. Sie hatte 45 Täschchen zur Verstauung von Hygienartikel genäht.
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Anna Winkler war auch mit Enkelin Lisa (li.) dabei, als ihre Tochter Doris (re.) im September 2023 die Gründung der Sozialbörse initiierte, später in Lebensmittelrettungsverein "KostBar" umbenannt, bei dem Doris seit 2025 den Vorsitz mit inzwischen weit über 600 Mitgliedern führt.
Familie, Ehrenamt, Naturverbundenheit und die enge Beziehung zu Veitshöchheim prägen das Leben der Winklers bis heute.
Hier noch ein Rückblick auf ein für die Familie bedeutsames Ereignis 2024 - bundesweit während der Fußball-Europameisterschaft im Moma-Fernsehen zu sehen:
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