Veitshöchheimer Musiker Bernhard von der Goltz erhält Kulturpreis des Landkreises – leise Töne mit großer Wirkung
Landrat Thomas Eberth gratulierte den diesjährigen Kulturpreisträgerinnen und -preisträgern: Bernhard von der Goltz (Billdmitte), der Fränkische Heimatverein Aub e. V. sowie die Theatergruppe „Vorhang auf!“ Greußenheim e. V. wurden für ihr herausragendes Engagement ausgezeichnet. Foto: Christian Schuster
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Mit einer feierlichen Verleihung im Sängerheim der Sängervereinigung Estenfeld hat der Landkreis Würzburg am Donnerstagabend seine Kulturpreisträgerinnen und -preisträger 2025 geehrt. Im Mittelpunkt stand dabei mit Bernhard von der Goltz aus Veitshöchheim (im Bild mit 2. Bürgermeister Elmar Knorz) ein Künstler, der seit Jahrzehnten die Musiklandschaft Unterfrankens prägt: Gemeinsam mit dem Fränkischen Heimatverein Aub e. V. und der Theatergruppe „Vorhang auf!“ Greußenheim e. V. wurde er für sein herausragendes Engagement ausgezeichnet.
Landrat Thomas Eberth betonte in seiner Ansprache die Bedeutung der kulturellen Arbeit im Landkreis: „Die Kulturszene im Landkreis Würzburg ist bunt, vielfältig und voller Leidenschaft. Sie verbindet Menschen, schafft Identität und macht unsere Region lebenswert.“ Die diesjährigen Preisträger stünden beispielhaft für all jene, „die Kultur mit Herzblut gestalten – auf der Bühne, im Verein oder in der Musik“.
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Die ausführliche Laudatio auf Bernhard von der Goltz hielt Juror und Kreisrat Tobias Grimm. Er würdigte den Veitshöchheimer als „stillen, unaufgeregten, aber zutiefst konsequenten Künstler“, der seit Jahrzehnten verschiedenste musikalische Welten miteinander verbinde.
Geboren 1955 in Göttingen, fand von der Goltz früh seinen eigenen Weg zur Musik – einer, der offen ist für Begegnungen und stilistische Vielfalt. Als Gitarrist wirkte er in klassischen Formationen ebenso wie in Folk- und Klezmerensembles, im Jazz ebenso wie in kammermusikalischen Projekten. Diese Vielseitigkeit sei Ausdruck einer künstlerischen Haltung, so Grimm: Musik sei für ihn „kein abgeschlossenes System, sondern ein offenes Feld des Austauschs und der Inspiration“.
Seit vielen Jahren unterrichtet von der Goltz an der Sing- und Musikschule Würzburg und prägte dort Generationen junger Musikerinnen und Musiker. In der Lobrede hieß es, er vermittle „nicht nur Technik, sondern Haltung – Zuhören, Einfühlen und das gemeinsame Schwingen im Klang“. Seine pädagogische Arbeit sei von Geduld und Humor getragen und zeuge von der Überzeugung, dass Musik ein soziales Bindeglied ist.
Auch als Komponist hat Bernhard von der Goltz ein eigenständiges Werk geschaffen. Während der Corona-Zeit entstanden seine „Five Preludes“, die rhythmische Raffinesse mit melodischer Klarheit verbinden. Im vergangenen Jahr machte er mit dem interdisziplinären Projekt „April Sounds“ im Würzburger Spitäle auf sich aufmerksam – einer Verbindung aus Musik, Literatur und Bildender Kunst, die die Breite seines Schaffens zeigte.
Seine Vertonungen von Gedichten, etwa von Max Dauthendey oder Rainer Maria Rilke, belegen seine besondere Sensibilität für Sprache und Atmosphäre. „Er öffnet die Texte, ohne sie zu vereinnahmen“, so der Laudator, „er lässt Poesie klingen.“
Mit verschiedenen Ensembles – darunter dem SGK-Trio mit Rainer Schwander (Saxophon) und Helmut Kandert (Percussion) oder dem Tango-/Klezmer-Quintett Hot & Cool – ist von der Goltz seit Jahren eine feste Größe in der Region. Besonders das Stück „Würzburger Licht“ des SGK-Trios steht exemplarisch für seine warme, offene Musiksprache, die regionale Verwurzelung mit stilistischer Freiheit verbindet.
Neben der künstlerischen Arbeit engagiert sich Bernhard von der Goltz auch politisch: Als Gemeinderat der Grünen und Referent für Kultur in Veitshöchheim setzt er sich für Kultur und lokale Projekte ein. Kunst und Gesellschaft seien für ihn keine getrennten Sphären, betonte Grimm. Sein Wirken zeige, dass Kultur nicht nur Ausdruck, sondern auch Verantwortung bedeute.
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Der Kulturpreis des Landkreises Würzburg wird seit 2022 jährlich verliehen und soll sowohl herausragende Leistungen würdigen als auch die Sichtbarkeit der regionalen Kulturszene insgesamt stärken. Die Auswahl trifft eine Jury des Kulturregionbeirats gemeinsam mit dem Landrat.
Am Ende seiner Lobrede zitierte Grimm noch den Würzburger Dichter Max Dauthendey – ein Bild, das gut zu von der Goltz passt: Musik als Kraft, die Herzen zu „blühenden Gärten“ werden lässt. „Dein Schaffen ist ein Geschenk“, sagte er. „Bernhard von der Goltz verleiht dem Landkreis Würzburg eine hörbare Identität.“