Ein Weltstar der Physik – und zehn Jahre ein Nachbar in Veitshöchheim
Nobelpreisträger lebte zehn Jahre in Veitshöchheim
Erinnerung an Prof. Klaus von Klitzing – Gedenktafel in der Mittleren Setz
Nur wenige wissen, dass einer der bedeutendsten Physiker Deutschlands einst in Veitshöchheim zuhause war: Prof. Dr. Klaus von Klitzing, Nobelpreisträger für Physik des Jahres 1985. Während seiner Zeit als Wissenschaftler an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg lebte er ganze zehn Jahre im Obergeschoss des Hauses in der heutigen Mittleren Setz 12 – damals noch Nikolaus-Fey-Straße.
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Eine schlichte, aber eindrucksvolle Tafel weist seit 1987 auf diese besondere Verbindung hin. Enthüllt wurde sie am 26. September desselben Jahres, wie der Eintrag im Goldenen Buch der Gemeinde zeigt. Das Ehepaar Irmgard und Karl Zehlhahn, das das Zweifamilienhaus 1971 erbaut hatte, bewahrte die Erinnerung an ihren prominenten Mieter stets mit spürbarem Stolz.
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Ein Foto aus dem Jahr 2002 zeigt die beiden bei ihrer Goldenen Hochzeit mit dem damaligen Bürgermeister Rainer Kinzkofer – festlich vor genau jener Tafel, die Spaziergänger bis heute an den berühmten Bewohner erinnert.
Von Klitzing forschte insgesamt elf Jahre in Würzburg. Dort gelang ihm 1980 jener wissenschaftliche Durchbruch, der später mit dem Nobelpreis gewürdigt wurde und heute als Entdeckung des Quanten-Hall-Effekts weltweit in Lehrbüchern steht.
Im aktuellen Main-Post-Interview von Andreas Jungbauer vom 26. November 2025, auf das dieser Blog nachstehend verlinkt, blickt der mittlerweile 82-Jährige auf diese Zeit zurück. Dort beschreibt er die Würzburger Jahre als prägende Phase seiner wissenschaftlichen und persönlichen Entwicklung – und hebt die besondere Lebenssituation hervor: gearbeitet wurde an der Universität, gewohnt und das Leben genossen wurde in Veitshöchheim.
Seine Aussagen machen deutlich, wie sehr sich die internationale Ausstrahlung der Universitätsforschung mit der Lebensqualität im Ort verband. Für Veitshöchheim ist dies bis heute ein bemerkenswerter Teil der lokalen Geschichte.
Mit der Tafel in der Mittleren Setz besitzt Veitshöchheim heute einen kleinen, aber besonderen Erinnerungsort. Sie steht nicht nur für die lokale Historie, sondern auch für die wissenschaftliche Tradition der Region Würzburg. Immerhin gibt es nur wenige Gemeinden, in denen ein Nobelpreisträger über Jahre hinweg gelebt und seine Familienzeit verbracht hat.
Gerade im Jubiläumsjahr seiner Auszeichnung wird dieser Zusammenhang wieder sichtbarer: Die erneute öffentliche Beschäftigung mit seiner Entdeckung und sein Besuch an der Universität Würzburg rücken auch Veitshöchheim erneut ins Bewusstsein. Die Gemeinde zeigt damit einmal mehr, dass weltweite Wissenschaftsgeschichte oft sehr regional beginnt – manchmal sogar in einem Obergeschoss in der Mittleren Setz.
Fotos Dieter Gürz
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In einer Linie mit Röntgen: Wie hat der Nobelpreis Ihr Leben verändert, Herr von Klitzing?
Vor 40 Jahren erhielt der Physiker, der bis 1980 an der Uni Würzburg forschte, den Nobelpreis. Im Interview spricht er über seine Entdeckung - und die Folgen.
Link auf Mainpost-Online vom 26.11.2025