Starkregen und Sturzfluten: Veitshöchheim kennt jetzt seine Gefahrenstellen – Sendelbach hat höchste Priorität
/image%2F1394268%2F20261011%2Fob_5ca376_1992-a.jpg)
Starkregenereignis 1992 in der Sendelbachstraße
Wo drohen bei extremem Starkregen Überflutungen? Welche Straßen, Gebäude und Grundstücke sind besonders gefährdet? Und wie können sich Gemeinde und Bürger besser schützen?
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_34d654_folien-00.jpg)
Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag. Florian Brodrecht (re.) vom Fachbüro SPEKTER GmbH stellte die Ergebnisse des kommunalen Sturzflutrisikomanagement-Konzepts vor.
Dabei wurde deutlich: Besonders am Sendelbach besteht erheblicher Handlungsbedarf. Aber auch an anderen Stellen im Gemeindegebiet können bei extremem Starkregen gefährliche Oberflächenabflüsse entstehen. Das Konzept zeigt nicht nur die Risiken auf, sondern enthält auch konkrete Vorschläge für Schutzmaßnahmen, die nun schrittweise auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden müssen.
Die Gesamtkosten betragen nach Angaben von Bürgermeister Jürgen Götz bei der Bürgerversammlung im November 2025 rund 15.000 Euro. Davon übernimmt der Freistaat Bayern 75 Prozent, sodass auf die Gemeinde ein Eigenanteil von rund 3.750 Euro entfällt.
Schon im Oktober 2022 beschloss der Gemeinderat grundsätzlich die Erstellung eines Sturzflutrisikokonzepts. Hintergrund waren die Erfahrungen mit heftigen Unwettern und Überflutungen. Untersucht werden sollten sowohl Gefahren durch kleinere Fließgewässer als auch durch wild abfließendes Oberflächenwasser.
Mit Beschluss vom 24. September 2024 wurde das Vorhaben konkret auf den Weg gebracht. Einen Tag später erhielt das auf Starkregen spezialisierte Fachbüro SPEKTER den Auftrag.
Erstellt durch das Fachbüro SPEKTER GmbH
/image%2F1394268%2F20261011%2Fob_fbed63_sturzflutrisikokonzept-1.jpg)
/image%2F1394268%2F20261011%2Fob_223d2d_sturzflutrisikokonzept-2.jpg)
Mit Computersimulationen den Weg des Wassers sichtbar gemacht
Grundlage des Konzepts sind umfangreiche Bestandsaufnahmen, Geländevermessungen und Ortsbegehungen. Die Fachplaner werteten vorhandene Daten aus und untersuchten insbesondere die topografischen Verhältnisse, Gewässerläufe, Gräben, Durchlässe und Einläufe.
Anschließend wurden die Daten in ein hydrodynamisches zweidimensionales Modell übertragen. Damit lässt sich simulieren, wohin das Regenwasser bei unterschiedlichen Starkregenereignissen fließt, wo es sich aufstaut und welche Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten auftreten können.
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_c59321_sturzflutrisikokonzeprt1.jpg)
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_82ad18_sturzflutrisikokonzeprt2.jpg)
Die daraus entstandenen Starkregengefahrenkarten zeigen, wohin das Wasser bei heftigen Niederschlägen fließt, wo es sich ansammelt und welche Straßen, Grundstücke und Gebäude besonders gefährdet sein kön
Die Berechnungen wurden zusätzlich mit bekannten Schadensereignissen abgeglichen. Besonders aufschlussreich war dabei das Hochwasser vom 23. Juni 1992 (Titelfoto). Die damals dokumentierten Überflutungen stimmten nach Angaben des Planers hinsichtlich Ausbreitung, Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten gut mit den Modellberechnungen überein.
In die Erstellung der Gefahrenkarten flossen auch Erfahrungen der Bevölkerung ein. Über das Portal www.starkregenmelder.de konnten Betroffene frühere Überflutungen melden und Schadensfotos übermitteln.
Anschließend wurden Risikoschwerpunkte und besonders gefährdete Objekte ermittelt. Die Ergebnisse wurden in Workshops mit Gemeindeverwaltung, Bauhof und Feuerwehr überprüft und das Maßnahmenkonzept abgestimmt.
Das Konzept sieht sowohl technische als auch organisatorische Vorsorgemaßnahmen vor. Untersucht wurden insbesondere Rückhaltemöglichkeiten an Gewässern und in der Flur, eine Verzögerung des Wasserabflusses sowie die gezielte Ableitung von Oberflächenwasser.
Geprüft wurde außerdem ein Frühwarn- und Alarmsystem, das Niederschlagsprognosen, Echtzeitberechnungen und Sensormessungen miteinander verknüpfen könnte, um Feuerwehr und Bevölkerung frühzeitig zu warnen.
Welche baulichen Maßnahmen tatsächlich umgesetzt werden, ist noch zu entscheiden. Das erarbeitete Handlungskonzept enthält dazu kurz-, mittel- und langfristige Empfehlungen.
Sendelbach: Größter Gefährdungsschwerpunkt im Gemeindegebiet
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_e2f9c6_folien-08-b.jpg)
Als besonders problematisch erwies sich der Sendelbach, der im Bereich der Bebauung über einen längeren Abschnitt verrohrt ist.
Bei außergewöhnlichen Starkregenereignissen kann mehr Wasser aus dem Einzugsgebiet ankommen, als die bestehende Verrohrung aufnehmen kann. Das überschüssige Wasser sucht sich dann oberirdisch seinen Weg und kann in angrenzende bebaute Bereiche eindringen.
Der Einlauf in die Verrohrung hat nach Angaben Brodrechts einen Durchmesser von rund 1,20 Metern. Eine Vergrößerung wäre zwar grundsätzlich denkbar, würde jedoch erhebliche Kosten verursachen und einen aufwendigen Eingriff in die bestehende Infrastruktur erfordern.
Die Fachplaner untersuchten deshalb vor allem Möglichkeiten, das Wasser bereits oberhalb der Bebauung zurückzuhalten.
Wie groß die Wassermengen sind, verdeutlichte Brodrecht anhand der Modellberechnungen. Aus dem nördlichen Einzugsbereich können bei dem betrachteten Ereignis rund 16.000 Kubikmeter, aus Richtung Gadheim etwa 7.000 Kubikmeter und aus dem südlichen Bereich weitere 3.000 Kubikmeter zufließen.
Da die Talbereiche unmittelbar vor der Bebauung eng und die Böschungen steil sind, kommt ein großes zentrales Rückhaltebecken kaum in Betracht. Stattdessen wurden mehrere kleinere, dezentrale Rückhaltemöglichkeiten in den Zuflussbereichen untersucht.
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_c6aa02_folien-15-massnahmen-2-sendelbach-5.jpg)
Mit geeigneten Querbauwerken könnte Wasser vorübergehend zurückgehalten und nur so viel weitergeleitet werden, wie die unterhalb liegende Verrohrung aufnehmen kann.
Die Simulationen zeigen, dass sich dadurch die Wassertiefen in Teilen der Bebauung deutlich verringern ließen.
Wegen des hohen möglichen Schadenspotenzials wurde der Sendelbach als Maßnahme mit höchster Priorität eingestuft.
Birkentalgraben: Erste Verbesserung bereits umgesetzt
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_473526_folien-08-a.jpg)
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_356741_folien-15-massnahmen-1a-birkentalgrabe.jpg)
Dass nicht jede Schutzmaßnahme mit hohen Investitionen verbunden sein muss, zeigte Brodrecht am Beispiel des Birkentalgrabens.
Bei den Untersuchungen hatten die Fachplaner festgestellt, dass ein Einlauf durch angeschwemmtes Material zugesetzt und dadurch nicht mehr ausreichend leistungsfähig war.
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_059676_folien-15-massnahmen-1a-birkentalgrabe.jpg)
In Abstimmung mit der Gemeinde wurde der Bereich bereits freigelegt.
Die Simulationen zeigen, dass es bei einem funktionsfähigen Einlauf selbst bei dem untersuchten außergewöhnlichen Starkregenereignis dort nur zu vergleichsweise geringen Überflutungen kommt.
Das Beispiel unterstreicht, wie wichtig die regelmäßige Kontrolle und Unterhaltung von Gräben, Einläufen und Durchlässen für den vorbeugenden Hochwasserschutz ist.
Günterslebener Straße: Wasser fließt aus den Hanglagen in Richtung Bebauung
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_f01065_folien-08-d.jpg)
Weiterere untersuchte Gefahrenbereiche liegt an der Günterslebener Straße und in der Lindentalstraße.
Hier ist nicht ein über die Ufer tretendes Gewässer das Hauptproblem. Vielmehr kann bei Starkregen Wasser aus den östlichen Hanglagen oberirdisch nach Westen abfließen und an tiefer gelegenen Stellen in die Bebauung gelangen.
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_77f07d_folien-17-guenterslebener-str-1.jpg)
Auch die vorhandenen Gräben und Rückhalteeinrichtungen wurden in die Betrachtung einbezogen.
Die Fachplaner empfehlen, insbesondere deren Leistungsfähigkeit und Unterhaltungszustand zu überprüfen.
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_59b01f_folien-17-guenterslebener-str-3.jpg)
Schenkenfeld: Zusätzliche Einläufe könnten Entlastung bringen
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_475b50_folien-08-e.jpg)
Im Bereich Schenkenfeld untersuchten die Planer eine örtliche Senke, in der sich bei starken Niederschlägen größere Wassermengen sammeln können.
Ist die Aufnahmekapazität erschöpft, kann das Wasser oberirdisch weiterfließen und angrenzende Bereiche gefährden.
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_8afb3a_folien-20-am-schenkenfeld-1.jpg)
Als mögliche Maßnahme wurde untersucht, zusätzliche Straßeneinläufe beziehungsweise Sinkkästen einzubauen und das Wasser gezielter abzuleiten.
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_9538b4_folien-21-ziegelhuettengraben-1.jpg)
Denkbar wäre nach den Ausführungen Brodrechts eine Anbindung an den verrohrten Ziegelrückengraben. Dafür müssten allerdings zunächst die hydraulischen Voraussetzungen und wasserrechtlichen Fragen geklärt werden.
Die Modellberechnungen zeigen, dass durch eine angepasste Abflusssteuerung grundsätzlich Spielräume geschaffen werden könnten. Eine Entscheidung über die Umsetzung ist damit noch nicht verbunden.
Wasserrückhalt in der Fläche statt immer größerer Rohre
Ein wesentlicher Ansatz des Konzepts besteht darin, Regenwasser möglichst frühzeitig zurückzuhalten, bevor es mit hoher Geschwindigkeit in bebaute Gebiete gelangt.
„Wir haben auch neben den privaten Empfehlungen kommunale Maßnahmen untersucht. Vor allem, wie wir das Wasser in der Fläche zurückhalten können“, erklärte Brodrecht.
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_891186_folien-16-steige-4.jpg)
Dazu gehören kleinere Rückhalteanlagen, Querbauwerke, Geländemulden und Maßnahmen zur Verzögerung des Oberflächenabflusses.
Der Vorteil solcher dezentralen Lösungen liegt darin, dass sie an mehreren Stellen im Einzugsgebiet ansetzen und die Belastung der nachfolgenden Gewässer und Verrohrungen verringern können.
Allerdings handelt es sich zunächst um konzeptionelle Vorschläge. Bevor gebaut werden kann, müssen die technische Machbarkeit, der Flächenbedarf, die Grundstücksverfügbarkeit und die Kosten geklärt werden.
Gerade bei Rückhaltemaßnahmen liegen geeignete Flächen häufig nicht im Eigentum der Gemeinde. Entsprechend sind Gespräche mit den Grundstückseigentümern erforderlich.
Für viele Maßnahmen kommen nach Angaben des Planers Fördermittel von bis zu 70 Prozent in Betracht. Der verbleibende kommunale Eigenanteil und die konkrete Förderfähigkeit müssen im jeweiligen Einzelfall geprüft werden.
Jeder Grundstückseigentümer muss auch selbst vorsorgen
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war die private Eigenvorsorge.
Brodrecht verwies auf § 5 Absatz 2 des Wasserhaushaltsgesetzes. Danach ist jeder, der durch Hochwasser betroffen sein kann, im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren verpflichtet, geeignete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor nachteiligen Hochwasserfolgen zu treffen.
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_b961df_folien-11.jpg)
Besonders gefährdet sind tiefer liegende Gebäudeteile wie Keller, Tiefgaragen, Lichtschächte und ebenerdige Eingänge.
Der Planer machte deutlich, dass die öffentliche Kanalisation nicht dafür ausgelegt ist, außergewöhnliche Starkregenmengen vollständig aufzunehmen. Bei Überlastung kann sich Wasser zurückstauen.
Deshalb sind unter anderem funktionsfähige Rückstausicherungen, geschützte Kellerabgänge, erhöhte Lichtschächte und mobile Hochwasserschutzelemente wichtig.
Auch einfache Maßnahmen wie Sandsäcke oder mobile Schotts können im Ernstfall helfen, wenn sie rechtzeitig eingesetzt werden.
Die Verantwortung für den Schutz vor Starkregen liegt damit nicht allein bei der Gemeinde. Auch die Eigentümer müssen prüfen, welche Gefahren für ihre Gebäude bestehen und welche Vorkehrungen sinnvoll sind.
Neues Online-Auskunftssystem zeigt die Gefahr für das eigene Grundstück
Ein wichtiger Bestandteil ist das bereits freigeschaltete Starkregen-Auskunft-System (SAS). Unter https://sas.starkregen.de/09679202 können Grundstückseigentümer und Anwohner prüfen, ob ihr Grundstück bei Starkregen gefährdet ist.
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_2197fc_folien-14.jpg)
Über den Bereich „Detailauskunft“ kann zudem ein individueller Starkregen-Risikosteckbrief bei der Gemeinde für ein bestimmtes Grundstück angefordert werden. Dieser zeigt mögliche Gefährdungen bei unterschiedlichen Starkregenereignissen und gibt praktische Empfehlungen zur Eigenvorsorge, etwa zum Schutz von Kellern, Hauseingängen und tiefer liegenden Gebäudeteilen.
Damit erhalten die Bürger eine wichtige Grundlage, um das Risiko für ihr Eigentum besser einschätzen und gegebenenfalls eigene Schutzmaßnahmen vorbereiten zu können.
Frühwarnsystem könnte wertvolle Zeit verschaffen
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_aa0bde_folien-24-hochwassernachrichtendienst.jpg)
Neben baulichen Maßnahmen beschäftigten sich die Fachplaner mit der Frage, wie sich die Bevölkerung und die Einsatzkräfte möglichst früh vor drohenden Sturzfluten warnen lassen.
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_6f550b_folien-24-hochwassernachrichtendienst.jpg)
Vorgestellt wurde weiter die Möglichkeit eines digitalen Starkregen-Frühwarnsystems, das Niederschlagsprognosen, aktuelle Wetterdaten, hydraulische Berechnungen und örtliche Messstationen miteinander verbindet.
Damit ließe sich nicht nur die aktuelle Gefährdungssituation beurteilen. Das System könnte auch vorausschauend berechnen, wie sich Wasserstände in den kommenden zwei bis drei Stunden entwickeln.
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_6ee49d_folien-24-hochwassernachrichtendienst.jpg)
Warnungen könnten gezielt an betroffene Bürger, Gewerbebetriebe, den Bauhof und die Feuerwehr weitergegeben werden, beispielsweise über Apps, SMS oder bestehende Warnkanäle.
Für die Gemeinde wäre dies besonders wichtig, um kritische Einläufe rechtzeitig zu kontrollieren und gegebenenfalls mobile Schutzmaßnahmen vorzubereiten.
In Veitshöchheim bestehen bereits zwei Niederschlagsmessstationen, eine am Schulzentrum und eine an der Kläranlage.
Ergänzend könnte beispielsweise am Einlauf des Sendelbachs eine Pegelmessstation eingerichtet werden.
Ob und in welcher Form ein solches Frühwarnsystem aufgebaut wird, muss noch geprüft werden.
Neue Baugebiete dürfen die Hochwassergefahr nicht verschärfen
In der anschließenden Aussprache sprach Grünen-Sprecherin Christina Feiler die Auswirkungen weiterer Baugebiete und zusätzlicher Flächenversiegelung an.
Mit Blick auf die ebenfalls auf der Tagesordnung stehende Fortschreibung des Flächennutzungsplans fragte sie, welche Folgen ein weiteres Gewerbegebiet beziehungsweise neue Wohn- und Mischgebiete am Geisberg für den Oberflächenabfluss haben könnten.
Brodrecht bestätigte, dass zusätzliche Versiegelung grundsätzlich zu einem höheren Oberflächenabfluss führen kann.
Allerdings müsse dieser Effekt im Rahmen der Bauleitplanung untersucht und durch geeignete Entwässerungs- und Rückhaltemaßnahmen ausgeglichen werden.
Die nun vorliegenden Starkregengefahrenkarten und hydraulischen Modelle könnten dafür als wichtige Planungsgrundlage dienen.
Unter bestimmten Voraussetzungen sei es sogar möglich, durch gezielte Rückhaltemaßnahmen die bisherige Abflusssituation zu verbessern.
Entscheidend sei der Nachweis, dass durch neue Baugebiete keine Verschlechterung für die unterhalb liegenden Bereiche entsteht.
Vom Konzept zur Umsetzung: Prioritäten sind festgelegt
Mit der Vorstellung des Konzepts ist die eigentliche Arbeit für die Gemeinde noch nicht abgeschlossen.
Die Fachplaner haben die vorgeschlagenen Maßnahmen nach dem jeweiligen Risiko und Handlungsbedarf priorisiert.
/image%2F1394268%2F20261015%2Fob_ca6dad_folien-23-priorisierungsvorschlaege-1.jpg)
An erster Stelle steht der Sendelbach, weil dort das größte Schadenspotenzial festgestellt wurde.
Daneben gibt es kleinere Maßnahmen, die möglicherweise mit vergleichsweise geringem Aufwand kurzfristig umgesetzt werden können.
Für größere Vorhaben sind dagegen zunächst vertiefte Machbarkeitsuntersuchungen erforderlich. Dabei müssen die technischen Möglichkeiten, wasserrechtlichen Anforderungen, Grundstücksfragen, Finanzierung und Fördermöglichkeiten geklärt werden.
Das Handlungskonzept unterscheidet deshalb zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen.
Die Starkregengefahrenkarten sollen außerdem künftig bei kommunalen Planungen, bei der Unterhaltung der Entwässerungsanlagen und bei der Einsatzvorbereitung der Feuerwehr berücksichtigt werden.
Bürgermeister Jürgen Götz: „Wir haben gewisse Handlungsbedarfe“
Bürgermeister Jürgen Götz dankte dem Fachplaner für die umfassende Vorstellung der Untersuchungsergebnisse.
Die Präsentation habe deutlich gemacht, „dass wir gewisse Handlungsbedarfe haben“, stellte der Bürgermeister fest.
Mit dem Sturzflutrisikokonzept verfügt die Gemeinde nun über eine fachliche Grundlage, um diese Handlungsbedarfe systematisch anzugehen und die notwendigen Maßnahmen nach Dringlichkeit und Umsetzbarkeit zu bewerten.
Mit der Zustimmung des Gemeinderats liegt nun eine fachliche Grundlage vor, um Schutzmaßnahmen gezielt zu planen und nach Dringlichkeit umzusetzen.
Wie in der Sitzung angekündigt wurde, ist für den 17. Dezember um 19 Uhr in den Mainfrankensälen eine öffentliche Informationsveranstaltung vorgesehen.
Dabei sollen die Starkregengefahrenkarten, die ermittelten Gefahrenbereiche und die Möglichkeiten der privaten Eigenvorsorge ausführlich erläutert werden.
Die Bürger sollen insbesondere erfahren, wie sie das digitale Starkregen-Auskunftssystem nutzen können, welche Gefahren für ihr eigenes Grundstück bestehen und welche Schutzmaßnahmen sinnvoll sind.
Die Gemeinde empfiehlt, das digitale Starkregen-Auskunft-System schon jetzt zu nutzen. Denn auch wenn kommunale Schutzmaßnahmen das Risiko verringern können, bleibt die Eigenvorsorge der Grundstückseigentümer ein entscheidender Baustein beim Schutz vor Sturzfluten.
Fazit: Mit dem neuen Sturzflutrisikokonzept hat Veitshöchheim erstmals eine systematische Grundlage für den Umgang mit extremen Starkregenereignissen. Die Untersuchungen zeigen konkrete Gefahrenstellen auf und machen deutlich, wo die Gemeinde handeln muss. Zugleich unterstreichen sie, dass wirksamer Schutz nur durch das Zusammenspiel von kommunalen Maßnahmen, frühzeitiger Warnung und privater Eigenvorsorge erreicht werden kann.
Folien Fa. Specter - Fotos Dieter Gürz
/https%3A%2F%2Fcloudbreak-assets.s3.eu-central-1.amazonaws.com%2Fcoa%2FCOA%2BKunden%2F09679202.png%3Fw%3D96)
Starkregen-Gefahrenkarte Gemeinde Veitshöchheim - SAS
Entdecken Sie die Starkregen-Gefahrenkarte für Gemeinde Veitshöchheim und informieren Sie sich über lokale Überflutungsgefahren und Vorsorgemöglichkeiten.
Link auf Homepage Gemeinde
/image%2F1394268%2F20221022%2Fob_b2c8de_1.jpg)
Gemeinde Veitshöchheim plant Erstellung eines Sturzflutrisikokonzepts - Veitshöchheim News
Angesichts der Starkregenereignisse der vergangenen Zeit soll in der Gemeinde Veitshöchheim die Gesamtgefahrenlage durch Fließgewässer (Gewässer dritter Ordnung) und wild abfließende Wässer ...
Bericht vom 22.10.2022