Gemeinsam vorsorgen: Veitshöchheim fördert Maßnahmen für Klimaschutz und Klimaanpassung
Begrünte Dächer und Fassaden, Regenwasser speichern oder versickern lassen und Blühflächen schaffen: Die Gemeinde Veitshöchheim unterstützt Grundstückseigentümer dabei, das eigene Zuhause und den Ort besser auf die Folgen des Klimawandels vorzubereiten. Dafür stehen verschiedene Förderprogramme zur Verfügung.
Klimawandel auch in Veitshöchheim spürbar
Heiße Sommertage, längere Trockenperioden und zunehmende Starkregenereignisse stellen auch Veitshöchheim vor neue Herausforderungen. Neben kommunalen Maßnahmen können auch Grundstückseigentümer einen wichtigen Beitrag zu Klimaschutz und Klimaanpassung leisten.
Die Gemeinde unterstützt deshalb bereits seit mehreren Jahren private Maßnahmen, die dem Schutz natürlicher Ressourcen dienen und dabei helfen, die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern.
„Klimaschutz und Klimaanpassung sind keine abstrakten Themen, die irgendwo anders stattfinden. Sie betreffen uns hier in Veitshöchheim ganz konkret“, erklärt Bürgermeister Jürgen Götz. „Mit unseren Förderprogrammen möchten wir deshalb nicht nur selbst aktiv sein, sondern auch unsere Bürger dazu motivieren, auf dem eigenen privaten Grundstück etwas für die Zukunft zu tun.“
Grüne Dächer und Fassaden
Dach- und Fassadenbegrünungen können an heißen Tagen zur Kühlung beitragen, die Wohn- und Lebensqualität verbessern und gleichzeitig Lebensräume für Pflanzen und Tiere schaffen. Besonders extensive Dachbegrünungen gelten als vergleichsweise pflegeleicht und benötigen in der Regel keine regelmäßige Bewässerung.
Die Gemeinde Veitshöchheim fördert extensive Dachbegrünungen mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 40 Euro pro Quadratmeter beziehungsweise 1.000 Euro je Förderantrag.
Auch eine fassadengebundene Begrünung ohne erhöhten Bewässerungsaufwand wird mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten bis zu einer Höchstgrenze von 1.000 Euro unterstützt.
Für besonders innovative Projekte mit Vorbildcharakter kann zusätzlich ein Innovationsbonus von bis zu 500 Euro gewährt werden.
„Eine begrünte Dachfläche kann gleichzeitig etwas gegen Hitze tun, Regenwasser zurückhalten und Lebensraum schaffen. Genau diese Kombination macht solche Maßnahmen für die Klimaanpassung besonders interessant“, sagt Klimaschutzmanager Jan Speth.
Regenwasser speichern und nutzen
Auch beim Umgang mit Niederschlagswasser können Grundstückseigentümer einen wichtigen Beitrag leisten. Eine ausreichend große Regenwasserzisterne speichert Niederschläge, die beispielsweise für die Gartenbewässerung genutzt werden können. Anlagen zur Regenwasserversickerung sorgen dagegen dafür, dass Niederschlagswasser möglichst auf dem eigenen Grundstück in den Boden gelangt.
Das hat mehrere Vorteile: Bei Starkregen kann Wasser zurückgehalten und die kommunale Kanalisation entlastet werden. Gleichzeitig stehen in trockenen Zeiten gespeicherte Wasservorräte zur Verfügung. So lässt sich beispielsweise wertvolles Trinkwasser bei der Gartenbewässerung einsparen.
Die Gemeinde fördert Regenwasserzisternen ab einer Größe von 4.000 Litern sowie Anlagen zur Regenwasserversickerung mit 25 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 1.000 Euro je Förderantrag.
Für besonders innovative und vorbildliche Projekte ist außerdem ein Innovationsbonus von bis zu 250 Euro möglich. Zusätzlich kann eine Befreiung von den Niederschlagswassergebühren beantragt werden.
„Regenwasser ist eine Ressource, die wir stärker nutzen sollten. Wenn Wasser bei einem Starkregen nicht sofort vollständig in die Kanalisation läuft, sondern auf dem Grundstück gespeichert oder versickert werden kann, hilft das gleich an mehreren Stellen“, so Speth.
Blühflächen für mehr Artenvielfalt
Ein weiterer Bestandteil der kommunalen Förderung ist die Unterstützung von Blühstreifen. Blühende Flächen können Grundstücke ökologisch aufwerten und bieten Insekten und anderen Tieren Nahrung und Lebensraum. Gleichzeitig können sie das Ortsbild bereichern.
Klimaanpassung und der Schutz der Artenvielfalt gehen dabei häufig Hand in Hand. Begrünte Flächen können zur Abkühlung beitragen, während vielfältige Bepflanzungen wertvolle Lebensräume schaffen.
Förderung rechtzeitig beantragen
Wer eine entsprechende Maßnahme plant, sollte sich frühzeitig bei der Gemeinde über die Förderbedingungen informieren. Wichtig ist: Der Förderantrag muss grundsätzlich vor Beginn der Maßnahme gestellt und bewilligt werden.
Die Förderung erfolgt im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel. Die Anträge werden grundsätzlich nach Eingang bearbeitet. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht.
Die Förderprogramme und Antragsformulare sind auf der Internetseite der Gemeinde Veitshöchheim unter „Rathaus & Politik“ → „Ortsrecht“ zu finden - Direktlink nachstehend.
Vorbild Gemeinde: Regenwasserzisterne und Dachbegrünung
Wie sich verschiedene Maßnahmen kombinieren lassen, zeigt die Gemeinde selbst.
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Für die Bewässerung der Außenanlage des Kuratiekindergartens wurde eine 10.000 Liter fassende Regenwasserzisterne eingebaut. Überschüssiges Regenwasser wird vor Ort versickert.
Auch bei der Gestaltung des Dachs des Anbaus wurde auf eine Kombination verschiedener Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen gesetzt: Dort wurden Photovoltaikanlage und extensive Dachbegrünung miteinander verbunden. Die Begrünung kann die Module kühlen, Wasser speichern und gleichzeitig die Artenvielfalt fördern.
Fotos Gemeinde
Link auf Förderprogramm für Dach- und Fassadenbegrünung (pdf.Datei)
Link auf Fassadenbegrünung Antragsformular (bearbeitbar)
Link auf Förderung Regenwasserzisternen/Regenwasserversickerung (pdf.Datei)
Link auf Antrag Kostenzuschuss Regenwasserzisterne/Regenwasserversickerung (pdf.Datei)