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Katholischer Kindergarten St. Martin: Gemeinde beteiligt sich an Mehrkosten für neue Außenanlage mit 20.200 Euro

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Spielbereich für unter Dreijährige

Mit der feierlichen Eröffnung des neugestalteten Außenspielbereichs der katholischen Kita St. Martin im Oktober 2025 wurde ein Herzensprojekt für Kinder, Eltern und Erzieherteam sichtbar vollendet. Nun beschäftigte sich der Gemeinderat Veitshöchheim am Dienstag erneut mit der Maßnahme – diesmal ging es um eine Nachfinanzierung.

Höhere Kosten als ursprünglich kalkuliert

Im Dezember 2024 hatte der Gemeinderat beschlossen, die Erneuerung der Außenanlage mit einem Zuschuss von zwei Dritteln der Kosten zu unterstützen, maximal jedoch mit 150.000 Euro. Grundlage war damals eine Kostenschätzung von rund 190.000 Euro. Bei der Eröffnungsfeier im Oktober beliefen sich die tatsächlichen Gesamtkosten auf 225.328 Euro, so dass der volle Betrag von 150.000 Euro (=66,57 Prozent) von der Gemeinde an den Kita-Träger, die Katholische Kirchenstiftung St. Vitus ausgezahlt wurde.

Als Gründe für die Kostensteigerung wurden insbesondere ein höherer Aushubbedarf sowie die notwendige Erneuerung des baufälligen Geräteschuppens (im Hintergrund) genannt, die allein mit rund 18.773 Euro zu Buche schlug.

Bereits kurz nach der Eröffnung hatte die Kirchenstiftung mit Schreiben vom 31. Oktober 2025 die Gemeinde um eine weitere finanzielle Beteiligung gebeten. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass sich das Bischöfliche Ordinariat mit 20 Prozent beziehungsweise 45.066 Euro an den Gesamtkosten beteiligt habe. Nach Abzug des bereits ausgezahlten Gemeindezuschusses von 150.000 Euro verblieb damit für den Kita-Träger ein Eigenanteil von 30.262 Euro.  Pfarrer Christian Nowak hatte deshalb um Prüfung gebeten, ob die Gemeindeverwaltung sich an diesen auf den Träger entfallenden Kosten beteiligen und einen weiteren Zuschuss gewähren, bzw. diese Kosten noch übernehmen kann.

Gemeinderat beschließt weitere Unterstützung

Bürgermeister Jürgen Götz hatte nun gut ein halbes Jahr später den Antrag des Pfarrers auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am 19. Mai 2026 gesetzt und vorgeschlagen, zwei Drittel des Eigenanteils der Kirchenstiftung zu übernehmen. Der Gemeinderat folgte einstimmig diesem Vorschlag und beschloss den Zuschuss der Gemeinde um 20.200 Euro auf 170.200 Euro zu erhöhen.

Dies ergibt folgende endgültige Finanzierung:

Gemeinde (75,53 %)  170.200 Euro
Diözese (20 %) 45.066 Euro
Träger (4,47 %) 10.062 Euro
Gesamt 225.328 Euro

Voraussetzung für den weiteren Zuschuss ist laut Beschluss, dass die Katholische Kirchenstiftung verbindlich anerkennt, dass der Gesamtzuschuss der Gemeinde von nunmehr 170.200 Euro bei der Berechnung eines möglichen Heimfallentschädigungs-Kürzungsverhältnisses im Erbbaurechtsvertrag vollständig berücksichtigt wird.

Ein „Traumgarten“ für kleine Entdecker

Das Projekt hatte im vergangenen Herbst große Begeisterung ausgelöst. Bei der offiziellen Eröffnung am 11. Oktober 2025 durchschnitten Pfarrer Christian Nowak und Bürgermeister Jürgen Götz unter Konfettiregen symbolisch das Band zur Freigabe des neuen Spielgeländes.

Der neue Außenspielbereich wurde als fantasievoller Erlebnisraum gestaltet, der Bewegung, Kreativität und kindliches Entdecken fördern soll. Entworfen wurde die Anlage von dem aus Veitshöchheim stammenden Spielplatzbauer Holger Schwarz, der bereits den Ritterburg-Spielplatz im Baugebiet Sandäcker realisiert hatte.

Statt standardisierter Spielgeräte entstanden individuell gefertigte Holzelemente, die eigens an Gelände und Bedürfnisse der Kinder angepasst wurden.

Auslöser für die umfassende Neugestaltung war ursprünglich die Beanstandung einer alten Hangrutsche bei einer Sicherheitsprüfung. Schnell sei jedoch deutlich geworden, dass eine einzelne Reparatur nicht ausreiche. Stattdessen entstand ein Gesamtkonzept mit getrennten Spielbereichen für unter Dreijährige und ältere Kinder.

Fotos Dieter Gürz

Diskussion um gerechte Behandlung der Kita-Träger

In der Beratung wurde zugleich deutlich, dass der Gemeinderat seit längerem vor der Herausforderung steht, die verschiedenen Kita-Träger bei Investitionen und laufenden Kosten möglichst gleichbehandelt zu unterstützen.

Unterschiedliche Fördermodelle bei den Kitas

Wie unterschiedlich die Finanzierungsmodelle bei den Veitshöchheimer Kindertagesstätten ausfallen, zeigte sich bereits mehrfach in den vergangenen Jahren.

Bei der Generalsanierung und Erweiterung der Kita St. Martin mit Fertigstellung 2019 entfielen bei Gesamtkosten von rund 2,03 Millionen Euro nach Abzug staatlicher Zuschüsse von 603.000 Euro (30 %) auf die Gemeinde rund 690.000 Euro (34 %) und auf die katholische Kirchenstiftung St. Vitus rund 730.000 Euro (36 %). Eine nachträgliche staatliche Förderung der Außenanlagen war nun nicht mehr möglich.

Anders verlief die Finanzierung beim im Februar 2021 übergebenen Anbau der Kuratie-Kita Heiligste Dreifaltigkeit. Nachdem sich die Diözese Würzburg weitgehend aus der Finanzierung kirchlicher Kindergartenbauten zurückgezogen hatte, übernahm die Gemeinde die Kosten des Neubaus abzüglich der staatlichen Förderung praktisch vollständig. Für den auf gemeindlicher Fläche erfolgten zweigruppigen Anbau wurden letztlich rund 1,75 Millionen Euro investiert. Hinzu kamen Außenanlagenkosten von rund 241.000 Euro, darunter allein etwa 107.000 Euro für die Neugestaltung der Außenanlagen des bestehenden Kindergartens.

Auch weitere Maßnahmen wurden unterschiedlich bezuschusst: So übernahm die Gemeinde Anfang 2024 rund 80 Prozent der Kosten für die Erneuerung der stark beschädigten Fußbodenbeläge im Kuratiekindergarten, während die Diözese die restlichen 20 Prozent trug.

Beim Antrag der evangelischen Kita Menschenskinder auf Erneuerung des Fallschutzbelags entschied sich der Gemeinderat dagegen lediglich für einen Zuschuss von 25 Prozent der Kosten von rund 20.600 Euro. Die Mehrheit des Gremiums wertete die Maßnahme als singuläre Instandsetzung.

Auch die Gemeinde selbst investiert zunehmend direkt in die Kinderbetreuung. So betreibt das Bayerische Rote Kreuz seit 2023 den Interimskindergarten Zauberbaum in einer von der Gemeinde für rund 1,9 Millionen Euro errichteten Containeranlage. Für die Erweiterung der dortigen Außenanlagen wendete die Gemeinde 2026 nochmals rund 51.000 Euro auf.

Die Diskussion im Gemeinderat machte deutlich, dass die Frage einer möglichst gerechten und transparenten Finanzierung der verschiedenen Kita-Träger die Kommune auch künftig beschäftigen wird.

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G
Der ev. Kindegarten erhielt 5.150 €. Begründung: "Letztendlich setzte sich die CSU-Fraktion mit ihrem Antrag auf eine 25prozentige Förderung analog der Vereinsförderung durch."<br /> <br /> Gibt es zwischenzeitlich einen Beschluss in Richtung Gleichbehandlung der Kindergärten?
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