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Neubau Haus der Kinderbetreuung am Schulcampus: Fertigstellung verschiebt sich auf 2027

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Bild von der Baustelle, auf dem die neuen Fachplaner mit vertreten sind, v.l.n.r.  Volker Farrenkopf (SG 31, VHH), Juliane Strifler (SG 31, VHH), Architekt Steffen Rothenhöfer (GKT), Jürgen Götz (1. Bügermeister VHH), Silvester Krutsch (K&S), Thomas Pittner (IPB), Alexander Kupfer (IPB) und Architekt Andreas Schlichting (GKT)

Zeitplan für Neubau  wird angepasst

Mit dem Spatenstich im März 2024 begann die umfassende Generalsanierung der Eichendorffschule in Veitshöchheim. Das Großprojekt umfasst sämtliche Gebäudeteile der Grund- und Mittelschule sowie der Musikschule. Den ersten Bauabschnitt bildet der Neubau von Haus VI – einem eigenständigen Hortgebäude, das künftig das Betreuungsangebot am Schulcampus deutlich erweitern wird.

Mehr Platz für Ganztagsbetreuung

Insgesamt entstehen in Haus VI künftig 335 Betreuungsplätze. Geplant sind 275 Hortplätze sowie 60 Plätze für die Mittagsbetreuung. Ergänzt wird das Angebot durch eine neue Mensa, die auf rund 380 Essensteilnehmende ausgelegt ist – einschließlich eines Anteils aus der offenen Ganztagsschule.

Mit dem Ausbau reagiert die Gemeinde auf den steigenden Bedarf an Betreuungsangeboten und auf den schrittweise eingeführten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulbereich.

„Mit Haus VI schaffen wir nicht nur zusätzliche Betreuungsplätze, sondern investieren nachhaltig in die Bildungs- und Betreuungsinfrastruktur unserer Gemeinde“, betont Bürgermeister Jürgen Götz. „Gerade mit Blick auf den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ist dieses Projekt für Veitshöchheim von zentraler Bedeutung.“

Nachhaltige Holzhybridbauweise mit innovativer Lüftungstechnik

Das neue Gebäude wird als mehrgeschossiger Bau in moderner Holzhybridbauweise errichtet und fügt sich in die Hanglage des Grundstücks ein. Vorgesehen sind Gruppen- und Aufenthaltsräume, Bewegungs- und Differenzierungsflächen, eine Mensa mit Küche sowie Personal- und Nebenräume. Die clusterartige Raumorganisation ermöglicht flexible Nutzungen und eine hohe Aufenthaltsqualität.

Bereits mitgeplant ist außerdem eine spätere barrierefreie Verbindung zur bestehenden Grundschule im Rahmen weiterer Bauabschnitte.

Besonders hervorzuheben ist das technische und energetische Konzept des Gebäudes. Neben nachhaltiger Bauweise, Photovoltaikanlage und Erdregister kommt ein innovatives System der natürlichen Lüftung zum Einsatz. Der Luftaustausch erfolgt überwiegend über thermische Effekte und gezielte Temperaturunterschiede innerhalb des Gebäudes. Unterstützt durch die Fußbodenheizung entstehen Luftströmungen, die weitgehend ohne klassische Ventilatoren auskommen. Technische Anlagen greifen nur ergänzend ein – etwa in Sanitärbereichen oder der Küche. Dadurch entsteht ein energieeffizientes, wartungsarmes und zugleich komfortables Raumklima.

Fertigstellung verschiebt sich auf 2027

Im Zuge der laufenden Bauarbeiten hat sich gezeigt, dass der ursprüngliche Zeitplan nicht eingehalten werden kann. Die ursprünglich angestrebte Fertigstellung bis Ende 2026 verschiebt sich nach aktuellem Stand.

Ein schrittweiser Einzug soll nun ab den Sommerferien 2027 möglich sein. Die vollständige Nutzung des Gebäudes wird voraussichtlich bis Ende 2027 erfolgen können.

„Die zeitlichen Verschiebungen sind angesichts der komplexen Rahmenbedingungen natürlich bedauerlich“, erklärt Bürgermeister Jürgen Götz. „Gleichzeitig ist es uns wichtig, das Projekt qualitativ hochwertig, rechtssicher und zukunftsfähig umzusetzen. Daran arbeiten alle Beteiligten mit Nachdruck.“

Wechsel bei Fachplanern führte zu Verzögerungen

Ursächlich für die Anpassung des Zeitplans sind mehrere Entwicklungen im Projektverlauf. So wurde ein Wechsel der Fachplaner für die technische Gebäudeausrüstung erforderlich. Infolge dessen mussten europaweite Vergabeverfahren neu durchgeführt werden.

Die gesetzlich vorgeschriebenen Fristen sowie die Einarbeitung der neuen Planungsbüros führten zu zusätzlichem Zeitbedarf. Seit Sommer 2025 sind nun das Büro IBP Ingenieure GmbH aus München mit Niederlassung in Würzburg für den Bereich HLS sowie das Büro K&S-Plan GmbH aus Rieneck für die Elektrotechnik in die Planung eingebunden. Gleichzeitig wurden Planungsinhalte weiterentwickelt und angepasst.

Ausschreibungen mussten teilweise neu gestartet werden

Die Planungsänderungen hatten unmittelbare Auswirkungen auf laufende Vergabeverfahren. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben des Vergaberechts mussten Ausschreibungen aufgehoben und teilweise bereits vergebene Aufträge zurückgenommen werden. Eine Fortführung der Verfahren war wegen notwendiger Planungsanpassungen rechtlich nicht möglich.

Betroffen waren unter anderem die Gewerke Estrich, Lüftung, Sanitär und Heizung. Diese Leistungen befinden sich derzeit erneut in der Ausschreibung.

Überarbeitung der Außenanlagen

Auch im Bereich der Außenanlagen ergaben sich Änderungen. Die ursprünglich geplante zweigeschossige Parklösung wurde überarbeitet und durch eine ebenerdige Stellplatzanlage ersetzt. Diese dient derzeit noch als Baustelleneinrichtungsfläche und wird im weiteren Projektverlauf fertiggestellt.

Die damit verbundene Kostenersparnis trägt dazu bei, den aktuellen Kostendruck im Baubereich teilweise abzufedern.

Kostenentwicklung weiterhin unter Beobachtung

Im November 2025 war der Gemeinderat bei der Entscheidung über die Außenanlagen noch von Gesamtkosten in Höhe von rund 15,1 Millionen Euro für Haus VI einschließlich der zugehörigen Außenanlagen und der Neugestaltung des Parkplatzes vor der Grundschule ausgegangen.

Inzwischen steht das Projekt – wie viele Bauvorhaben deutschlandweit – unter dem Einfluss stark schwankender Rahmenbedingungen im Bauwesen. Insbesondere die angespannte Marktlage, Lieferengpässe, Preissteigerungen bei Materialien sowie Insolvenzen in der Bauwirtschaft wirken sich auf die weitere Kostenentwicklung aus.

Belastbare Aussagen zu möglichen Veränderungen der Gesamtkosten sind derzeit noch nicht abschließend möglich, da diese maßgeblich von den Ergebnissen der laufenden und kommenden Ausschreibungen abhängen.

„Wir beobachten die Kostenentwicklung sehr genau und stehen dazu in engem Austausch mit den Planungsbüros“, so Bürgermeister Jürgen Götz. „Gleichzeitig investieren wir hier in eine Infrastruktur, die Veitshöchheim langfristig zugutekommt und über viele Jahrzehnte genutzt werden wird.“

Technische Infrastruktur des Campus wird erweitert

Darüber hinaus wurde die technische Infrastruktur des gesamten Schulcampus weiterentwickelt. Teile der Gebäudetechnik werden künftig im benachbarten Haus III untergebracht. Dort entsteht ein zentraler Knotenpunkt für die zukünftige Campusvernetzung.

Diese Projektoptimierung bildet zugleich eine wichtige Grundlage für die weiteren Bauabschnitte der Generalsanierung.

Schwierige Rahmenbedingungen in der Baubranche

Auch äußere Faktoren beeinflussen derzeit den Baufortschritt. Globale Lieferkettenstörungen, steigende Materialpreise und Insolvenzen in der Baubranche führten zu Verzögerungen und zeitweisen Unterbrechungen einzelner Bauabläufe.

Komplette Stillstandszeiten konnten jedoch vermieden werden. Die Arbeiten an der Gebäudehülle wurden kontinuierlich fortgeführt.

Die Holzfassade soll voraussichtlich bis Ende Juni 2026 weitgehend abgeschlossen sein, sodass anschließend in Teilbereichen das Gerüst zurückgebaut werden kann. Der Innenausbau soll nach aktueller Planung ab Herbst 2026 fortgesetzt werden.

Bedeutendes Zukunftsprojekt für den Schulcampus

Trotz der Herausforderungen bleibt der Neubau von Haus VI ein zentrales Zukunftsprojekt für die Weiterentwicklung des Veitshöchheimer Schulcampus. Die Gemeinde führt die Umsetzung unter den gegebenen Rahmenbedingungen angepasst weiter fort.

Fotos 1: Gemeinde - 2: Dieter Gürz

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