UWG nimmt CSU im Gemeinderat einen Sitz ab – sieben neue Gesichter im Gremium
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Bis 0:56 Uhr am frühen Montagmorgen dauerte es, ehe nach der Auszählung des letzten der 13 Stimmbezirke das endgültige Ergebnis der Gemeinderatswahl feststand. Große Verschiebungen blieben aus: Die CSU bleibt klar stärkste Kraft, verliert jedoch einen Sitz an die UWG. Grüne und SPD halten ihre bisherigen Mandatszahlen:
- 🎉 CSU: 37.013 Stimmen, 41,5 % (2020: 43,48 %) = 8 Sitze (2020: 9)
- 🎉 GRÜNE: 22.189 Stimmen, 24,9 % (2022: 22,22 %) = 5 Sitze (wie 2020)
- 🎉 U.W.G.: 16.040 Stimmen, 18,0 % (2020: 15,54 %) = 4 Sitze (2020: 3).
- 🎉 SPD: 14.044 Stimmen, 15,7 % (2020: 16,36 %) = 3 Sitze (wie 2020)
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CSU bleibt stärkste Fraktion – verliert aber einen Sitz
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Mit 37.013 Stimmen (41,5 %) bleibt die CSU deutlich stärkste Kraft im Veitshöchheimer Gemeinderat. Gegenüber der Wahl 2020 (43,48 %) bedeutet dies allerdings einen Rückgang um rund zwei Prozentpunkte. Dieser wirkt sich unmittelbar auf die Sitzverteilung aus: Die CSU verliert einen Sitz und stellt künftig acht Gemeinderäte (2020: neun):
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Bürgermeister Jürgen Götz, der erneut zum Bürgermeister gewählt wurde, kandidierte zwar auf der CSU-Liste und erzielte mit 3.864 Stimmen mit großem Abstand das beste Ergebnis seiner Partei. Da er sein Amt weiter ausübt, nimmt er das Gemeinderatsmandat jedoch nicht an. Dadurch rückt der 74-jährige Oswald Bamberger mit 1.724 Stimmen nach. Er war ursprünglich von Listenplatz 20 auf Rang 9 vorgerückt und gehört damit weiterhin dem Gremium an, in dem er bereits seit 48 Jahren aktiv ist.
Bis auf Jochen Müller, der diesmal auf der UWG-Liste kandidierte, konnten alle bisherigen CSU-Gemeinderäte ihr Mandat verteidigen. Die sechs Kandidaten unter 40 Jahren auf der CSU-Liste schafften es allerdings nicht, in die Mandatsränge vorzudringen. Am knappsten verpasste der 36-jährige Manuel Seemann mit 1.656 Stimmen den Einzug – ihm fehlten lediglich 68 Stimmen. Er ist damit erster Nachrücker. Auch der 24-jährige JU-Vorsitzende Julian Schiller, der auf Listenplatz 6 kandidiert hatte, konnte keinen Sitz erringen.
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CSU-Fraktionsvorsitzender Marc Zenner zum Ergebnis
CSU-Fraktionsvorsitzender Marc Zenner zeigte sich trotz des Sitzverlustes zufrieden mit dem Ergebnis. Mit 41,5 % habe die CSU erneut ein „überwältigendes Ergebnis“ erzielt, das sowohl dem engagierten Wahlkampf als auch dem starken Team zu verdanken sei. Besonders Veranstaltungen wie eine Yogastunde sowie kreative Aktionen – etwa ein Kochbuch – hätten den Wahlkampf geprägt. Der leichte Stimmenverlust sei jedoch ein Beispiel dafür, dass „oben die Luft dünn ist“. Der Rückgang von rund zwei Prozentpunkten habe bei einem 20-köpfigen Gremium unmittelbar den Verlust eines Mandats zur Folge gehabt. Mit acht Sitzen bleibe die CSU dennoch mit Abstand stärkste Fraktion. Für die kommende Wahlperiode kündigte Zenner neben verlässlicher Sacharbeit auch eine konsequente personelle Erneuerung der CSU an, für die bereits viele junge engagierte Veitshöchheimer gewonnen worden seien. |
Grüne bestätigen starken Trend – fünf Sitze bleiben
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Als klare Gewinner können sich auch die Grünen sehen. Sie steigerten ihr bereits überraschend gutes Ergebnis von 22,2 % (2020) nochmals auf 24,9 % und bleiben damit mit fünf Sitzen zweitstärkste Kraft im Gemeinderat.
Bemerkenswert ist, dass die Partei dieses Ergebnis ohne den langjährigen Gemeinderat Günther Thein, der nicht mehr kandidierte, erreichen konnte. Neben der erfahrenen Listenführerin Christina Feiler ziehen vier neue, jüngere Kandidaten in das Gremium ein.
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Stellungnahme der Grünen zum Wahlergebnis
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Spitzenkandidatin Christine Feiler und der Ortsvorstand von Bündnis 90/Die Grünen gratulierten zunächst Bürgermeister Jürgen Götz zu seiner Wiederwahl und dankten ihm für sein Engagement für die Gemeinde. Auch allen anderen Fraktionen gratulierten sie zu ihren Ergebnissen. Mit neuen und erfahrenen Mitgliedern werde der kommende Gemeinderat eine interessante Mischung bieten. Das eigene Abschneiden werteten die Grünen als klare Bestätigung ihrer Arbeit. „Gegen den allgemeinen Trend holen wir Grünen in Veitshöchheim mit 24,9 Prozent ein sehr starkes Ergebnis“, heißt es in der Stellungnahme. Neben dem engagierten Wahlkampf mit vielen Unterstützern – vom Flyer-Verteilen über das Plakatieren bis zur Gestaltung von Texten und Layouts – habe auch der deutliche Zuwachs an Mitgliedern zu diesem Erfolg beigetragen. Mit einem Plus von 2,7 Prozentpunkten sichern die Grünen ihre fünf Sitze im Gemeinderat. Dies sei zugleich Auftrag, die bisherige Arbeit fortzusetzen. Die Fraktion freue sich auf ein neues Team, das Erfahrung mit frischen Impulsen verbinde. Besonders die neuen jüngeren Gemeinderäte sollen für zusätzlichen Schwung sorgen. Für die kommenden Jahre sehen die Grünen mehrere zentrale Aufgaben. Neben einem verantwortungsvollen Umgang mit den kommunalen Finanzen sollen insbesondere Arten- und Klimaschutz stärker berücksichtigt werden. Die umstrittenen Fällungen der Platanen am Mainufer seien für die Fraktion ein klarer Auftrag, Bauprojekte künftig frühzeitig und sorgfältig auf ihre Auswirkungen auf Natur und Umwelt zu prüfen. Positiv bewerten die Grünen zudem die veränderten Kräfteverhältnisse im Gemeinderat, die zu einem ausgewogeneren Verhältnis zwischen den Fraktionen führen könnten. Man hoffe auf konstruktive Zusammenarbeit – auch bei der Besetzung wichtiger Ämter. Auf kommunaler Ebene müsse Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg Vorrang vor Parteipolitik haben. Ein konkretes Anliegen betrifft die Arbeitsbedingungen im Gemeinderat: Die Fraktion fordert, Sitzungsunterlagen künftig mindestens eine Woche vor den Sitzungen bereitzustellen. Dies sei in vielen vergleichbaren Gemeinden bereits üblich und ermögliche ehrenamtlichen Ratsmitgliedern eine sorgfältige Vorbereitung – etwa durch Recherche, Ortstermine oder Gespräche mit betroffenen Bürgern. So könne auch die gewünschte Transparenz in kommunalen Entscheidungen gestärkt werden. Die Grünen betonen abschließend, sie seien hoch motiviert für die kommenden sechs Jahre und bereit für eine konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat. |
UWG gewinnt vierten Sitz
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Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) konnte ihren Stimmenanteil von 15,54 % auf 18,0 % steigern und gewinnt damit einen zusätzlichen Sitz. Sie stellt künftig vier Gemeinderäte (2020: drei).
Zum Erfolg beigetragen haben dürfte auch, dass diesmal keine FDP-Liste antrat, die bei der letzten Wahl noch mehr als 2.000 Stimmen erhalten hatte.
Als Stimmenmagnet erwies sich Julia Kinzkofer, die erstmals kandidierte. Die Tochter des früheren SPD-Bürgermeisters Rainer Kinzkofer erreichte auf Anhieb 1.961 Stimmen und lag damit vor den etablierten Kandidaten Martin Issing und Bernd Schäfer. Der bisherige Fraktionssprecher Stefan Oppmann war nicht mehr zur Wahl angetreten.
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Statement UWG-Vorsitzender Martin Issing
UWG-Vorsitzender Martin Issing zeigte sich entsprechend zufrieden mit dem Wahlergebnis. Dass es bei dieser Wahl eine Verschiebung in der Sitzverteilung geben würde, sei allen Fraktionen bewusst gewesen. Wie diese jedoch genau ausfallen würde, darüber habe im Vorfeld nur spekuliert werden können. Für die UWG sei nach dem Rückzug des bisherigen Fraktionssprechers Stefan Oppmann die Zielvorgabe klar gewesen: mindestens wieder drei Sitze im Gemeinderat zu erreichen. Umso größer sei die Freude über das vorläufige amtliche Endergebnis, nach dem die UWG sogar einen vierten Sitz hinzugewinnen konnte. ![]() Im neuen Gemeinderat wird die UWG künftig durch Julia Kinzkofer, Bernd Schäfer, Andreas Düll und Martin Issing vertreten sein. Issing bedankte sich ausdrücklich bei den Wählern für das entgegengebrachte Vertrauen. Das Ergebnis zeige, dass Kontinuität, sachliche Arbeit und fundierte Entscheidungen von den Bürgerinnen und Bürgern in Veitshöchheim anerkannt würden. Mit dem Zugewinn werde die UWG nun drittstärkste Kraft im Gemeinderat. Als klares Ziel für die kommende Wahlperiode formulierte Issing eine lösungsorientierte Politik für die Gemeinde und ihre Bürger. Gleichzeitig gratulierte die UWG allen gewählten Gemeinderäten zur Wahl und kündigte eine konstruktive Zusammenarbeit in den kommenden sechs Jahren an. Termin zur Wahlnachbesprechung
Die UWG lädt außerdem zu einer öffentlichen Nachbesprechung der Kommunalwahl ein. Diese findet am Montag, 16. März 2026, um 19 Uhr im Ratskeller statt. Interessierte Bürger sind willkommen. |
SPD bleibt bei drei Sitzen
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Die SPD erreichte 14.044 Stimmen (15,7 %) und bleibt damit mit drei Sitzen im Gemeinderat vertreten. Gegenüber 2020 (16,36 %) bedeutet dies einen leichten Rückgang.
![]() Elmar Knorz |
![]() Anna Kreß |
![]() Ute Schnapp |
Innerhalb der SPD-Liste sorgte jedoch eine Verschiebung für Aufmerksamkeit: Anna Kreß, die von Listenplatz 6 gestartet war, arbeitete sich hinter den Zweiten Bürgermeister Elmar Knorz auf Rang zwei vor und zog damit in den Gemeinderat ein – noch vor der langjährigen Gemeinderätin Ute Schnapp, die dem Gremium bereits seit 2005 angehört. Nicht mehr angetreten war Marlene Goßmann nach 24 Jahren Zugehörigkeit.
Knapp verpasst hat den Einzug Dr. Martina Edelmann, ehemalige Kulturreferentin der Gemeinde. Sie verbesserte sich von Listenplatz 14 auf Rang vier und scheiterte letztlich nur um 31 Stimmen. Sie ist nun erste Nachrückerin.
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SPD sieht Ergebnis unter Erwartungen
SPD-Vorsitzende Olga Kämmer bezeichnete das Ergebnis von 15,7 % als unter den Erwartungen. Aufgrund der starken Kandidatenliste und eines engagierten Wahlkampfs habe man auf eine Verbesserung gehofft. Umso mehr freue man sich über den Einzug von Anna Kreß, die mit ihrer Expertise als Bauingenieurin frischen Wind in die Fraktion bringe. Die SPD wolle weiterhin engagiert Verantwortung im Gemeinderat übernehmen. |
Sieben neue Mitglieder im Gemeinderat
Insgesamt ziehen sieben neue Mitglieder in den Gemeinderat ein. Bürgermeister Jürgen Götz wird sie in der konstituierenden Sitzung am 5. Mai 2026 vereidigen. Neu im Gremium sind:
- 🎉 Julia Kinzkofer und Andreas Düll (UWG)
- 🎉 Lorenz Flammersberger, Martin Husch, Dr. Verena Delle Donne und Christopher Seidel (Grüne)
- 🎉 Anna Kreß (SPD)
Unverändert bleibt der Frauenanteil mit acht Mandatsträgerinnen.
Verjüngung und neue fachliche Kompetenz
Mit den beiden 31-jährigen Neulingen Lorenz Flammersberger (Grüne) und Anna Kreß (SPD) zieht zugleich eine deutlich jüngere Generation in das Gremium ein. Beide sind Bauingenieure, wodurch künftig auch zusätzliche baufachliche Kompetenz im Gemeinderat vertreten ist. Auch der 35-jährige Andreas Düll (UWG) trägt zur Senkung des Altersdurchschnitts bei.
Spannung vor Wahl der Stellvertreter
Nach der Wahl richtet sich der Blick nun auf die konstituierende Sitzung, in der unter anderem die Posten des zweiten und dritten Bürgermeisters vergeben werden. Ob sich dabei Mehrheiten wie zuletzt CSU und SPD bilden und die Posten unter sich verteilen, bleibt abzuwarten.
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