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Vorbildfunktion Veitshöchheims in Bayern: Gemeinde erfüllt Ganztagsanspruch mit Weitblick

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Ab 1. August 2026 gilt bundesweit stufenweise der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder – zunächst für Erstklässler, bis 2029/30 dann für alle Jahrgangsstufen eins bis vier. Wie die BAYERN 3-Nachrichten am Morgen unter Berufung auf eine Studie des Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) berichteten, könnten in Westdeutschland noch Zehntausende Plätze fehlen.

Demnach müssten – gemessen an den 2024 geäußerten Betreuungswünschen der Eltern – bis 2029 bundesweit rund 150.000 zusätzliche Ganztagsplätze entstehen, allein 42.300 davon in Bayern. Legt man sogar eine Betreuungsquote von 75 Prozent zugrunde, errechnet die Studie für Bayern einen theoretischen Bedarf von mehr als 200.000 zusätzlichen Plätzen.

Während ostdeutsche Länder und auch Hamburg bereits heute hohe Betreuungsquoten erreichen, sehen die Autoren im westdeutschen Raum teils deutliche Lücken. Gerade Bayern falle mit vergleichsweise niedrigen Ganztagsquoten auf.

Veitshöchheim ist vorbereitet

In Veitshöchheim stellt sich die Lage anders dar. Die Gemeinde hat frühzeitig und entschlossen auf den kommenden Rechtsanspruch reagiert – und ihre Hausaufgaben gemacht.

Mit dem Neubau „Haus VI“ an der Eichendorffschule investiert die Kommune gezielt in den Ausbau der Ganztagsbetreuung. Konkret entstehen:

  • 🚸 275 Hortplätze, davon 135 zusätzlich neu geschaffen

  • 🚸 45 Plätze in der Offenen Ganztagsschule (+20)

  • 🚸 60 Plätze in der Mittagsbetreuung (+13)

Allein im Hortbereich wird das Angebot damit massiv erweitert.

  • 🚸  Ergänzend bestehen an der Vitusschule aktuell zusätzlich zwei Hortgruppen mit 43 Kindern.

Die Grundschule Veitshöchheim wird im laufenden Schuljahr von 352 Schülern besucht. Damit schafft die Gemeinde eine 100prozentige Betreuungsstruktur, die neben der tatsächlichen Nachfrage vor Ort darüber hinaus noch Reserven bietet.

Klare Investition in Familienfreundlichkeit

Der Hortneubau mit Fertigstellung Ende dieses Jahres schlägt mit 15,1 Millionen Euro zu Buche. Aus dem kommunalen Finanzausgleich erhält Veitshöchheim vom Freistaat Bayern rund 5,5 Millionen Euro, weitere 1,2 Millionen Euro stammen aus dem Landesförderprogramm „Ganztagsausbau“.

Die Gemeinde bringt somit 8,3 Millionen Euro selbst auf – 4,3 Millionen aus Eigenmitteln, 4,0 Millionen über Kredite. Eine erhebliche finanzielle Kraftanstrengung, die jedoch ein klares Signal setzt: Ganztagsbetreuung ist keine Pflichtaufgabe auf Sparflamme, sondern ein zentraler Baustein kommunaler Zukunftspolitik.

Mehr als Betreuung: Bildung und Teilhabe

Die bundesweite Diskussion dreht sich nicht nur um Zahlen, sondern auch um Qualität und Zugang. Ganztagsangebote fördern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – sie schaffen aber ebenso Bildungs-, Förder- und Teilhabechancen für Kinder.

Während andernorts noch gerechnet und geplant wird, sind in Veitshöchheim die Weichen längst gestellt. Die Gemeinde erfüllt damit nicht nur formal die kommenden gesetzlichen Anforderungen, sondern positioniert sich bewusst als familienfreundlicher Wohnort mit verlässlicher Infrastruktur.

Im Gegensatz zu den heute Morgen im Rundfunk skizzierten Engpass-Szenarien zeigt sich: Veitshöchheim übernimmt Verantwortung – und nimmt mit seiner vorausschauenden Ausbaupolitik eine klare Vorbildfunktion ein.

Foto Dieter Gürz

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