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Aus Misteln vom Mainufer wird konkrete Hilfe für Kinder in Ostafrika: Feuerwehr Veitshöchheim spendet 740 Euro

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Eine liebgewonnene Adventstradition trägt erneut Früchte: Die Freiwillige Feuerwehr Veitshöchheim hat dem Arbeitskreis Kenia der Kolpingsfamilie Veitshöchheim 740 Euro übergeben. Mit dem Erlös aus der Mistelzweig-Verkaufsaktion unterstützen die Floriansjünger das Mittagessen kenianischer Schulkinder. Über die Spende freute sich Angelika Vey-Rossellit (re.) vom Arbeitskreis Kenia. 580 Euro waren in der Adventszeit durch den Verkauf von Mistelzweigen durch Silvia Schug, Pächterin der Gärtnerei Klinger, sowie ihre Mitarbeiterinnen Stephanie Reubelt und Lea Meindl (li.) erlöst worden. 160 Euro steuerte der Feuerwehrverein bei. Symbolisch übergeben Vorsitzender Luboslav Ulicny (links) und Schriftführer Julian Richter den Spendenscheck.

Foto Dieter Gürz


Seit 2014 im Einsatz für den guten Zweck - Ernte hoch oben in den Pappeln

Wenn Ende November die Blätter gefallen sind, rückt die Feuerwehr seit über einem Jahrzehnt zu einem besonderen Einsatz aus. Mit der Drehleiter geht es ans Mainufer, wo hoch oben in den Pappeln die kugelförmigen Mistelbüsche wachsen. Die immergrünen Halbparasiten mit ihren lederartigen Blättern und weißen Beeren – bis zu 90 Zentimeter im Durchmesser – sind begehrte Adventsdekoration.

Die Idee dazu hatte 2014 Peter Schäfer. Bei Spaziergängen entlang des Mains waren ihm nach dem Laubfall die prächtigen Misteln aufgefallen. Warum sie nicht ernten und für einen guten Zweck verkaufen? Aus dem spontanen Einfall wurde eine feste Einrichtung im Jahreskalender der Wehr.


Verkauf in der Gärtnerei – Unterstützung aus der Würzburger Straße

Von Beginn an unterstützte die Gärtnerei Klinger in der Würzburger Straße die Aktion. Seit 2022 hat Silvia Schug den Betrieb gepachtet und führte das Engagement auch heuer gemeinsam mit ihren Mitarbeiterinnen – Floristin Stephanie Reubelt und Gärtnerin Lea Meindl – fort. Sie übernahmen den Verkauf an den Adventswochenenden unentgeltlich. Für diese tatkräftige Hilfe bedankt sich die Feuerwehr ausdrücklich.

Nach der Premiere 2014, deren Erlös noch in die Ausstattung zum 150-jährigen Jubiläum 2015 floss, entwickelte sich die Mistelaktion weiter. In den folgenden Jahren wurden Ausrüstungsgegenstände für Aktive und Jugendfeuerwehr finanziert. Seit 2017 steht jedoch der soziale Gedanke im Mittelpunkt: Zunächst ging eine Spende an die Station Regenbogen der Würzburger Kinderklinik, ein Jahr später erstmals an die Kolpingsfamilie für eine Kindergartenspeisung in Kenia.

In den acht Jahren der Unterstützung für kenianische Kinder kamen bereits mehr als 6.500 Euro zusammen. „Wenn wir mit unserer Spende dazu beitragen können, Kindern eine Perspektive zu ermöglichen, dann ist uns das wichtig“, betont Vorsitzender Ulicny.


1300 Euro Hilfe für 100 Schulkinder in Kenia

Auch im Advent 2025 wurde wieder gesägt, gebündelt und verkauft – mit Erfolg:

  • 💶 580 Euro aus dem Mistelverkauf in der Gärtnerei
  • 💶 160 Euro Zuschuss des Feuerwehrvereins
  • 💶 560 Euro aus einem Plätzchenverkauf des Arbeitskreises beim letzten Kirchgang der Vereine

So stehen nun insgesamt 1.300 Euro für die Schülerspeisung in Kenia bereit.

Die Spende fließt nämlich wie in den Vorjahren in das „Feeding Program“ der St. Faustina Primary School im County Kitui. Rund 100 Grundschüler besuchen diese katholische Privatschule im Bezirk Mutito, getragen von der Diözese Kitui.

In der häufig von Dürre betroffenen Region ist eine tägliche warme Mahlzeit keine Selbstverständlichkeit. Oft steht „Githeri“, ein nahrhafter Eintopf aus Mais und Bohnen, auf dem Speiseplan. Die Verpflegung eines Kindes kostet umgerechnet etwa 10 bis 15 Euro pro Quartal.

Durch den persönlichen Kontakt der Kolpingsfamilie zur Partnerorganisation vor Ort sei sichergestellt, so Vey-Rossellit, dass jeder Euro direkt ankomme. Ein monatlicher Einkaufsplan dokumentiert transparent die Ausgaben für die Versorgung der 100 Schüler.

Was 2014 mit einem Blick in die Baumkronen begann, ist heute ein Beispiel gelebter Solidarität: Aus Misteln vom Mainufer wird konkrete Hilfe für Kinder in Ostafrika.

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