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Veitshöchheimer Kickboxer wird Weltmeister bei den Vollprofis – und träumt von der großen internationalen Bühne

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

 Vollprofi mit 20: Leonit Kryeziu trägt sich ins Goldene Buch der Gemeinde ein

Nach den Brüdern Franz-Josef und Philipp Ulsamer hat sich erneut ein Weltmeister im Kickboxen im Goldenen Buch der Gemeinde Veitshöchheim verewigt: Leonit Kryeziu. Der 20-Jährige ist Vollprofi – und bereits Weltmeister sowie zweifacher Deutscher Meister im Profilager. Zuvor hatte er als Amateur drei nationale Titel errungen.

Im Beisein seines Vaters Shukri Kryeziu präsentierte er stolz seine Meistergürtel. Die Familie ist in Veitshöchheim keine Unbekannte: Der Vater betreibt am Geisberg einen Gebäudeservice. Das Kampfsport-Gen liegt gewissermaßen in der Familie. Shukri Kryeziu war selbst erfolgreicher Taekwondo-Kämpfer mit Schwarzgurt. „Ich weiß, was da wirklich abgeht“, sagt er. Anfangs wollte er seinen Sohn sogar vom Kampfsport abhalten. „Ich habe seine Boxhandschuhe zerschnitten, weil ich nicht wollte, dass er weitermacht.“ Doch Leonit blieb unbeirrt: „Du kannst mir beide Hände abhacken – ich höre nicht auf“, habe er damals gesagt.

 Geboren im Kosovo, kam Leonit Kryeziu im Alter von einem Jahr nach Deutschland. Er wuchs in Veitshöchheim auf, besuchte den Kindergarten St. Bilhildis, die Vitus-Grundschule und die Mittelschule. Vor kurzem schloss er seine Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik erfolgreich ab. „Das war mir wichtig – ein Beruf mit Zukunft“, sagt er. Derzeit arbeitet er in Teilzeit im Betrieb seines Vaters, um sich verstärkt auf seine sportliche Karriere zu fokussieren.

Trainiert wird im „Diamond Gym“ in Würzburg bei Christoph Ritz und Ceyhan Göckel. Aktuell startet er in der Klasse bis 66 Kilogramm bei rund 65 Kilo Körpergewicht – hat nach eigenen Angaben seit Mai letzten Jahres keinen Kampf mehr verloren. Schon mit 17 fühlte er sich bereit, bei den Erwachsenen als Profi anzutreten. Altersbeschränkungen gibt es dort nicht.

Seinen bislang größten Erfolg feierte er am 22. November 2025 bei der SCK-Supercard in Erzhausen bei Frankfurt. Dort trafen die vier stärksten Kämpfer Deutschlands in seiner Gewichtsklasse aufeinander – Kryeziu holte sich den Weltmeistertitel.

Fokus auf die große Bühne

Der Sport ist hart. Gekämpft wird im Käfig. „Zum Schluss wird einer rausgetragen“, sagt der Vater offen. Verletzungen gehören dazu. Einmal wurde sein  Bein in der ersten Runde „regelrecht zerschmettert“. Vier Tage habe er nachts kaum aufs WC laufen können, berichtet Leonit. Nur mit Kompressionsverband sei eine Operation verhindert worden. Zuletzt zog er sich am 22. November einen Kapselriss an der Hand sowie eine Verletzung der Strecksehne zu – ein geplanter Kampf musste abgesagt werden.

Disziplin prägt den Alltag. „Meine Söhne essen nie mit uns“, erzählt der Vater. Ernährungs- und Trainingspläne sind strikt. Um 5 Uhr morgens beginnt oft das Training – bei Wind und Wetter.

Sportlich hat Kryeziu klare Ziele. Angebote internationaler Veranstalter liegen nach eigenen Angaben bereits vor. Besonders reizt ihn „Glory“, eine weltweit agierende Kickbox-Organisation mit Events in Europa. Auch der Manager eines viermaligen Weltmeisters der Organisation „One Championship“ sei auf ihn aufmerksam geworden. „Wenn ich diese Tür öffne, dann kommt One“, sagt Kryeziu selbstbewusst. In spätestens zwei Jahren sieht er sich auf dieser Bühne.

Derzeit führt er Gespräche mit Sponsoren. Es gehe um längerfristige Partnerschaften, um sich ganz auf den Sport konzentrieren zu können. „Ich bin jetzt an einem Punkt, an dem sich entscheidet, wie es weitergeht“, sagt der voller Ehrgeiz steckende 20-Jährige.

Veitshöchheim hat einen weiteren Weltmeister – und möglicherweise einen Athleten, von dem man international noch viel hören wird.

WM-Titel-Gurt

Deutscher Meistergurt

Deutscher Meistergurt

Fotos Dieter Gürz

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