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"For ever young im Herzen“ – Ingrid Schinagl feiert 70. Geburtstag

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

„For ever young im Herzen“ – mit diesem Satz bringt Ingrid Schinagl auf den Punkt, was sie antreibt. Auch wenn sie ein körperliches Handicap begleitet, ist das Wort Ruhestand für sie kein Thema. Am 3. September feierte heute die Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Veitshöchheim, Kommunalpolitikerin und Grafikdesignerin nun ihren 70. Geburtstag – und mit ihr eine große Weggemeinschaft. Gefeiert wurde nicht nur ein runder Geburtstag, sondern eine Lebensleistung, die ihresgleichen sucht.

Weggefährten gratulierten

Zu den Gratulanten zählten viele enge Begleiter aus Politik und Ehrenamt. SPD-Landtagsabgeordneter Volkmar Halbleib, AWO-Bezirksvorsitzender Stefan Wolfshörndl sowie Vertreter des SPD-Ortsvereins wie Albert Greiner, Gertraud Azar, Bernhard Schlereth und Olga Kämmer würdigten die Jubilarin für mehr als drei Jahrzehnte Einsatz für Kinder, Familien und soziale Teilhabe.

Gemeinsam mit Familie und Freunden stimmten sie das eigens gedichtete Lied „Ingrid wird 70 Jahr“ nach der Melodie der Rolling-Stones-Hymne „I Can’t Get No Satisfaction“ an – ein Höhepunkt, bei dem zu ihrer Freude auch ihre drei Enkel dabei waren.

Vom BAföG-Kind zur Gestalterin

Ingrid Schinagl blickt dankbar auf die Chancen zurück, die ihr eröffnet wurden. Als die SPD unter Willy Brandt 1971 das BAföG als Vollzuschuss einführte, erhielt auch sie – aus einfachen Verhältnissen kommend – die Möglichkeit zu studieren. 1982 schloss sie ihr Grafik-Design-Studium mit Diplom ab und baute ein eigenes Büro auf, das sie bis heute, inzwischen gemeinsam mit Tochter Theresa, führt.

Überregional bekannt wurde sie mit Publikationen: von 2010 bis 2022 als Herausgeberin des Magazins Lohnenswert – Leben und Genießen im Landkreis Würzburg. Gemeinsam mit ihrer Tochter zeichnete sie 2021 für Konzept und Gestaltung des Landkreis-Bildbandes „Entdeckenswert“ verantwortlich, ein Jahr später für die Festschrift „50 Jahre Landkreis Würzburg“. Auch in Veitshöchheim ist ihre Handschrift sichtbar – von den Informationstafeln des Altort-Rundgangs bis zur Dauerausstellung „Die Welt von Fastnacht in Franken“ in den Mainfrankensälen.

Vom Ehrenamt zur Geschäftsführung

Ihr Herz gehörte jedoch stets der AWO. 1988 trat sie in den Ortsverein ein, 1990 übernahm sie den Vorsitz. Unter ihrer Leitung entwickelte sich aus einem Kindergarten ein weit verzweigtes soziales Netzwerk. Heute umfasst es sieben Einrichtungen, fast 400 Betreuungsplätze und rund 70 Mitarbeitende.

2019 wechselte Schinagl in die hauptamtliche Geschäftsführung – eine anspruchsvolle Aufgabe, zumal zeitgleich die Corona-Pandemie startete. Doch Aufgeben war nie eine Option.

Politik mit Bodenhaftung

Auch in der Kommunalpolitik war sie über viele Jahre aktiv: von 1997 bis 2008 im Veitshöchheimer Gemeinderat, von 1996 bis 2014 im Kreistag Würzburg. Ihr Schwerpunkt lag dort, wo ihr Herz ohnehin schlug – im Sozial- und Jugendhilfeausschuss. Politik verstand sie nie abstrakt, sondern stets als konkrete Verbesserung für Familien.

„Mensch, sind wir groß geworden“

Beim 50-jährigen Jubiläum der AWO Veitshöchheim 2023 zog sie Bilanz. „Mensch, sind wir groß geworden!“, resümierte sie stolz – nicht über Zahlen oder Umsätze, sondern über Haltung und Werte. „Wir wollten gute Orte für Kinder und Jugendliche schaffen, in denen Professionalität und liebevoller Umgang Hand in Hand gehen.“

Anerkennung auf vielen Ebenen

Die Liste der Auszeichnungen ist lang: Schon 2009 ehrte die Gemeinde Veitshöchheim ihr Engagement (Foto), 2015 erhielt sie die Kommunale Dankurkunde, 2018 das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten. Die AWO-Einrichtungen gelten als „Musterbeispiel für qualitativ hervorragende Kinderbetreuung“ – ein Verdienst, das eng mit Ingrid Schinagl verbunden ist.

Eine Frau mit Haltung

Beharrlich, klar in der Sache, geduldig im Umgang und voller Energie – so beschreiben Weggefährten die Jubilarin. Dass sie als Frau in einem männerdominierten Feld Führungsverantwortung übernahm, macht ihre Biografie noch bemerkenswerter. Sie selbst sieht es pragmatisch: „Ich habe einfach gemacht, was notwendig war.“

Blick nach vorn

Ihre Feier war deshalb mehr als ein geselliges Beisammensein: Es war eine Würdigung einer Frau, die mit Tatkraft, Herzblut und Vision die Lebensrealität vieler Familien geprägt hat – und die noch lange nicht ans Aufhören denkt.

Denn auch mit 70 Jahren richtet sie den Blick nach vorn. Ein Herzensprojekt ist das neue „Haus der Schulkindbetreuung“ an der Eichendorffschule. Dort werden unter einem Dach 275 Hortplätze, 60 Plätze der Mittagsbetreuung und 45 Plätze der Offenen Ganztagsschule vereint. Für Schinagl ist das ein Meilenstein: „Der Bedarf wächst – wir müssen weiter mutig nach vorne denken.“ Bei der geplanten Einweihung Ende 2026 möchte sie selbstverständlich noch dabei sein – als Geschäftsführerin.

Fazit

Ingrid Schinagl bleibt, was sie immer war: eine Frau mit Haltung, Gestaltungswillen und einem offenen Herzen für andere. „For ever young im Herzen“ – das ist bei ihr keine leere Floskel, sondern gelebte Wirklichkeit.

Fotos Dieter Gürz

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