Veitshöchheims Grüne stellen sieben Anträge zum Haushalt 2027: Baumschutz, Skateranlage und Verbesserungen für Veitshöchheim
Die Gemeinderatsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen hat sieben Anträge zum Gemeindehaushalt 2027 eingereicht. Sie betreffen den Klimaschutz, die Anpassung an Hitze, Freizeitangebote für Jugendliche, Verkehrssicherheit, einen gemeinschaftlichen Batteriespeicher, die Vereinsförderung und den barrierefreien Ausbau einer Bushaltestelle. Fraktionsvorsitzende Christina Feiler richtete die Anträge am 16. September 2026 an Bürgermeister Jürgen Götz und die Gemeinderatsfraktionen.
Trotz der angespannten Haushaltslage plädiert die Fraktion für Investitionen in den Erhalt bestehender Einrichtungen und Grünflächen sowie in ausgewählte neue Projekte.
Baumbestand erhalten: Pflege und Bewässerung stärken
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Ein Schwerpunkt ist der Schutz des vorhandenen Baumbestands. Die Grünen beantragen, die Mittel für Baumpflege, Bewässerung und öffentliche Grünflächen ab 2027 angemessen zu erhöhen.
Als Begründung verweist die Fraktion auf die Hitze- und Trockenperioden des Jahres 2026. Schäden an Bäumen könnten sich demnach erst zeitverzögert zeigen.
Der Erhalt ausgewachsener Bäume soll Vorrang vor zusätzlichen Neupflanzungen haben. Große Bäume spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung, speichern Kohlendioxid und bieten Tieren Lebensraum. Diese Funktionen könnten junge Bäume kurzfristig nicht ersetzen.
Gefährdete Bäume sollen gezielter bewässert werden. Bei Fällungen soll grundsätzlich Ersatz gepflanzt werden; bei besonders großen oder wertvollen Bäumen könnten mehrere Neupflanzungen erforderlich sein.
Für Jungbäume soll ein verbindliches Pflege- und Bewässerungskonzept für die ersten fünf Jahre entstehen. Falls die Gemeinde die Aufgaben nicht selbst übernehmen kann, soll eine Vergabe einschließlich fünfjähriger Entwicklungspflege geprüft werden.
Zudem soll die Verwaltung regelmäßig über den Zustand der Gemeindebäume sowie über Fällungen und Neupflanzungen berichten.
Bei künftigen Begrünungsmaßnahmen soll die Wirkung auf Schattenbildung, Kühlung und Aufenthaltsqualität stärker berücksichtigt werden.
Auf besonders pflegeintensiven Blumenschmuck könne verzichtet werden, wenn er vor allem dekorativen Zwecken dient.
Skateranlage mit Pumptrack: Standort prüfen
Die Grünen beantragen außerdem die Schaffung einer Skateranlage mit Pumptrack.
Seit dem Neubau des Stegs gibt es in Veitshöchheim keine entsprechende Anlage. Die Fraktion hatte das Thema bereits im November 2024 und Oktober 2025 aufgegriffen. Eine abschließende Entscheidung des Gemeinderats steht nach ihrer Darstellung noch aus.
Für 2027 sollen Mittel für Standortprüfung, Planung und Umsetzung bereitgestellt werden.
Als mögliche Standorte nennt die Fraktion die Fläche am alten Steg, die bislang für Wohnmobilstellplätze vorgesehen ist, den wenig genutzten Bolzplatz sowie Flächen in Richtung Kläranlage. Auch eine Verbindung mehrerer Flächen zu einem Freizeitangebot soll geprüft werden.
Bei der Planung sollen die örtliche Skater-Community und das Jugendzentrum beteiligt werden.
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Treffpunkt für Jugendliche: Streetball-, Rollschuhplatz und Skateranlage an den Mainfrankensälen - Diese stark genutzte Freizeiteinrichtung der Gemeinde musste 2020 dem Bau des Höchheimer Steges weichen Für 2,5 Millionen Euro hatte die Gemeinde zur Landesgartenschau 1990 in Würzburg die Mainuferpromenade neugestaltet.
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Kneipp-Armbecken an der Mainlände vorgeschlagen
Die bestehende Kneipp-Anlage an der Mainlände könnte um ein Kneipp-Armbecken ergänzt werden.
Nach Ansicht der Grünen hat der Sommer 2026 den Bedarf an öffentlich zugänglichen Abkühlungsmöglichkeiten gezeigt. Das vorhandene Tretbecken sei nicht für alle Nutzer gleichermaßen geeignet. Ältere Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität könnten beim Einstieg oder auf dem Untergrund Schwierigkeiten haben.
Ein Armbecken in unmittelbarer Nähe wäre ohne Ausziehen der Schuhe und ohne Stufen nutzbar. Die Fraktion sieht darin eine Möglichkeit, das Gesundheits- und Erholungsangebot an der Mainlände zu erweitern.
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Die 2009 im Rahmen von "Veitshöchheim blüht auf" von der Gemeinde geschaffene Kneippanlage.
Gemeinschaftlicher Batteriespeicher: Machbarkeit untersuchen
Angesichts der zunehmenden Nutzung von Photovoltaikanlagen beantragen die Grünen eine Machbarkeitsstudie zu einem gemeinschaftlichen Batteriespeicher für bestehende Wohnquartiere.
Untersucht werden sollen geeignete Standorte, technische Voraussetzungen, Wirtschaftlichkeit, Fördermöglichkeiten sowie Betreiber- und Beteiligungsmodelle. Lokal erzeugter Solarstrom könnte dadurch gemeinschaftlich gespeichert und genutzt werden.
Auch das Gewerbegebiet soll als Standort für einen Multi-Use-Speicher geprüft werden. Dort könnten gewerbliche Verbrauchsspitzen und Solarstromerzeugung berücksichtigt werden.
Als mögliche Organisationsformen nennt die Fraktion eine Energiegenossenschaft oder ein kommunales Betreibermodell. Hintergrund sind veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen für die gemeinsame Nutzung von Solarstrom und die geplante Reform der Einspeisevergütung.
Eine Investitionsentscheidung ist mit dem Antrag nicht verbunden. Zunächst soll die Studie klären, ob und unter welchen Bedingungen ein Batteriespeicher in Veitshöchheim umsetzbar wäre.
Engstelle an der Benzstraße: Weg verbreitern
Handlungsbedarf sehen die Grünen am Kreisverkehr WÜ 3/Benzstraße.
Während der Weg am Sandäcker großzügig ausgebaut ist, verengt er sich nach der Querung der Kreisstraße an der Einfahrt zur Benzstraße. Nach Angaben der Fraktion ist der Abschnitt etwa 1,50 Meter breit und weist einen Knick auf.
Für Fahrräder mit Anhänger, Lastenräder, Kinderwagen, Rollstühle und Rollatoren sei das Begegnen dadurch erschwert.
Die Gemeinde soll prüfen, ob der Weg verbreitert und künftig gemeinsam von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden kann. Im Zuge der Überplanung des ehemaligen Netto-Geländes könnten zusätzliche Flächen gesichert werden. Möglich wären ein Grundstückserwerb oder eine vertraglich geregelte Wegenutzung.
Ziel ist eine durchgängige Verbindung ohne die bestehende Engstelle.
Freiwillige Leistungen für Vereine fortführen
Die Grünen beantragen, die freiwilligen Leistungen der Gemeinde für Vereine auf dem Niveau der vergangenen Jahre fortzuführen, sofern es die Haushaltslage zulässt.
Damit soll die kommunale Unterstützung des Vereinslebens erhalten bleiben.
Bushaltestelle Gartenstraße barrierefrei ausbauen
Als siebten Punkt nennt die Fraktion den bereits beschlossenen, aber noch nicht umgesetzten barrierefreien Ausbau der Bushaltestelle Gartenstraße.
Die Verwaltung soll die Umsetzung vorantreiben. Anders als bei den übrigen Anträgen geht es hier um die Realisierung eines bestehenden Beschlusses.
Fotos Dieter Gürz