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Müllgebühren steigen um 36 Prozent – zahlen die Bürger auch für auswärtigen Müll?

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Blog-Leser Armin Genser hinterfragt in einem Kommentar zum vorgenannten Artikel  die Finanzierung des Würzburger Müllheizkraftwerks. Die Sanierung einer Ofenlinie kostet 43,5 Millionen Euro. Auch fünf auswärtige Entsorgungspartner nutzen die Anlage.

Die Müllgebühren im Landkreis Würzburg steigen ab 2027 um 36 Prozent. Für eine 60-Liter-Restmülltonne werden künftig 315 statt bisher 231,69 Euro jährlich fällig. Bei einer 120-Liter-Tonne steigt die Gebühr von 358,51 auf 487 Euro.

Ein wesentlicher Grund ist die teure Sanierung des Würzburger Müllheizkraftwerks. Die Umlage, die der Landkreis Würzburg für die Müllverbrennung an den Zweckverband Abfallwirtschaft entrichten muss, ist laut Main-Post bereits 2026 von 2,7 auf 4,4 Millionen Euro gestiegen.

Nach Abschluss der Sanierung soll die Umlage zwar wieder sinken. Das frühere Niveau dürfte jedoch nicht mehr erreicht werden, da künftig unter anderem höhere Abschreibungen für die modernisierte Anlage anfallen.

Leser kritisiert Verträge mit auswärtigen Mülllieferanten

In seinem Kommentar zum Veitshöchheim-Blog-Bericht vom 6. Oktober 2026 bezeichnet Armin Genser die Gebührenerhöhung als „unter den Umständen ganz schön frech“.

Er erinnert daran, dass die dritte Ofenlinie ursprünglich als Reserve für den Ausfall anderer Öfen vorgesehen gewesen sei. Inzwischen werde jedoch auch Müll aus anderen Regionen nach Würzburg gebracht.

Genser kritisiert insbesondere angeblich günstige Sonderverträge mit auswärtigen Entsorgungspartnern, bei denen nach seiner Darstellung bestimmte Sanierungs- und Instandhaltungskosten nicht berücksichtigt werden könnten.

Er befürchtet deshalb, dass die heimischen Gebührenzahler übermäßig belastet werden.

Zweckverband bestätigt fünf auswärtige Partner

Eine Pressemitteilung des Zweckverbands Abfallwirtschaft Raum Würzburg vom Januar 2026 liefert dazu wichtige Informationen.

Demnach werden im Würzburger Müllheizkraftwerk jährlich zwischen 200.000 und 230.000 Tonnen Abfall verbrannt. Dieser stammt aus der Stadt Würzburg, den Landkreisen Würzburg und Kitzingen sowie von fünf weiteren Landkreisen beziehungsweise Zweckverbänden.

Der Zweckverband betont ausdrücklich:

„Die Mengen der Partner tragen erheblich zur Wirtschaftlichkeit des MHKW und zur Bereitstellung von Fernwärme auf dem gegenwärtigen und auch zukünftig angestrebten hohen Niveau bei.“

Sanierung kostet 43,5 Millionen Euro

Die größte Verbrennungslinie 3 wird für rund 43,5 Millionen Euro netto modernisiert. Die Arbeiten sollen nach der ursprünglichen Planung von Sommer 2026 bis Spätherbst 2027 dauern.

Während dieser Zeit kann die Linie keinen Müll verbrennen. Dadurch sinken die Einnahmen aus der Stromproduktion und der Annahme von Gewerbeabfällen. Gleichzeitig verteilen sich die laufenden Kosten auf weniger verbrannten Müll.

Für 2026 hat der Zweckverband deshalb eine Erhöhung der Betriebskostenumlage für seine drei Mitglieder von zuletzt rund 116 auf 181 Euro je Tonne kalkuliert. Hinzu kommen durchschnittlich 33 Euro CO₂-Kosten je Tonne.

Für die Müllentsorgung während der Sanierung nutzt der Zweckverband Zwischenlager und Verträge mit sechs anderen bayerischen Müllverbrennungsanlagen. Auch das verursacht zusätzlichen Aufwand.

Nicht nur die Sanierung macht Müll teurer

Die Gebührenerhöhung hat allerdings mehrere Ursachen. Wie die Main-Post am 6. Oktober berichtete, sind auch die Personal-, Treibstoff- und CO₂-Kosten deutlich gestiegen.

Allein für den Treibstoff der Müllfahrzeuge fallen inzwischen jährlich mehr als eine Million Euro an.

Die Erhöhung um 36 Prozent lässt sich deshalb nicht allein dem Müllheizkraftwerk zuschreiben.

Auch Umweltbelastung angesprochen

Genser kritisiert außerdem, dass durch die Verbrennung auswärtiger Abfälle zusätzliche Abgase in der Region entstehen.

Zwar werden die Rauchgase aufwendig gereinigt und gesetzliche Grenzwerte überwacht. Vollständig schadstofffrei sind sie dennoch nicht.

Der Zweckverband erklärt, dass die Modernisierung auch dazu dient, verschärfte Emissionsgrenzwerte einzuhalten.

Transparenz bei der Kostenverteilung gefragt

Dass ein fast 30 Jahre alter Verbrennungsofen modernisiert werden muss, ist nachvollziehbar. Auch die Verbrennung auswärtiger Abfälle kann sinnvoll sein, wenn sie die Anlage besser auslastet und die Kosten senkt.

Bei einer Gebührenerhöhung um 36 Prozent sollte deshalb offengelegt werden, in welchem Umfang die fünf auswärtigen Entsorgungspartner an den Sanierungs-, Investitions- und laufenden Betriebskosten sowie den Mehrkosten während der Modernisierung beteiligt werden. Und welchen finanziellen Vorteil bringen deren Mülllieferungen den heimischen Gebührenzahlern tatsächlich?

 

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