Tagung an der LWG in Veitshöchheim: Trüffelanbau in Deutschland: Forschung zeigt großes Potenzial – Wasser und Geduld entscheiden über den Erfolg
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LWG Veitshöchheim zeigt Potenzial für Trüffelanbau
Forschung belegt Chancen - Wasser und Geduld entscheiden
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Unter dem Motto „Trüffelkultur in Deutschland – Status, Herausforderungen und Perspektiven“ fand am 24. und 25. Oktober 2026 die Jahrestagung des Verbandes für Trüffelanbau und Nutzung in Deutschland e.V. an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim statt. Bereits zum dritten Mal war der Verband dort zu Gast.
Im Mittelpunkt standen für die 70 Tagungsteilnehmer aktuelle Forschungsergebnisse, praktische Erfahrungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie die wirtschaftlichen Chancen des heimischen Trüffelanbaus. Besonders deutlich wurde: Geeignete Standorte, eine gezielte Wasserversorgung und Geduld sind entscheidend für den Erfolg.
Christof Hilbert: Trockenheit rückt Bewässerung in den Mittelpunkt
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Verbandsvorsitzender Christof Hilbert verwies zur Eröffnung auf die besondere Aktualität des Tagungsprogramms. Bei dessen Planung habe niemand ahnen können, dass 2026 ein ausgesprochen trockenes Jahr werden würde. Die Vorträge zur Wasserversorgung hätten dadurch zusätzlich an Bedeutung gewonnen.
Hilbert erinnerte an die Gründung des Verbandes 2014 und die bisherigen Fachtagungen in Veitshöchheim 2015 und 2022. Mit der dritten Veranstaltung habe sich eine Tradition entwickelt.
Sein Dank galt LWG-Präsident Dr. Jörg Hirsche für die erneute Gastfreundschaft. Neben dem fachlichen Austausch würdigte Hilbert auch das traditionelle Trüffeldinner als festen Bestandteil der Verbandstagung.
Dr. Jörg Hirsche (LWG): Trüffel als zusätzliche Einkommensquelle für Winzer
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LWG-Präsident Dr. Jörg Hirsche stellte die Bedeutung neuer Betriebszweige für die Landwirtschaft und insbesondere den fränkischen Weinbau heraus. Angesichts wirtschaftlicher Schwierigkeiten und rückläufigen Weinkonsums seien alternative Einkommensmöglichkeiten zunehmend gefragt.
Die LWG beschäftige an ihren Standorten rund 300 Mitarbeiter. Hinzu kämen etwa 120 Studierende der Meister- und Technikerschule sowie 30 Auszubildende in neun Berufen. Seit 124 Jahren stehe die Einrichtung für Bildung, Forschung und praxisnahe Entwicklung.
Neben dem Weintourismus habe die Landesanstalt deshalb frühzeitig auch den Anbau von Kulturtrüffeln als mögliche Ergänzung für Weinbaubetriebe untersucht.
„Ohne Wasser geht es auch im Trüffelanbau nicht“, betonte Hirsche mit Blick auf zunehmende Hitze und Trockenheit. Forschung zu Bewässerung, Ertragsentwicklung sowie genetischen und aromatischen Eigenschaften sei deshalb besonders wichtig.
Hirsche dankte den Organisatoren und Helfern sowie Küchenleiter Stephan Hofmann und seinem Team für die Gestaltung des Trüffeldinners. Dr. Michael Zänglein vom Fachzentrum Analytik würdigte er für die moderierte Weinbegleitung.
Alexander Zimmermann: Zwölf Jahre Trüffelforschung am Scharlachberg
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Alexander Zimmermann, seit zehn Jahren für das Obstbau-Versuchswesen der LWG zuständig, stellte die Ergebnisse der 2014 angelegten Trüffelversuchsanlage vor.
Die 0,5 Hektar große Fläche liegt im Lehmental am Scharlachberg zwischen Veitshöchheim und Thüngersheim. Dort untersucht die LWG an 220 mit Trüffelpilzen beimpften Haselnusssträuchern und 24 Eichen, wie Bodenpflege, Bewässerung und Düngung den Burgundertrüffelanbau beeinflussen.
Die erste Ernte gelang 2021, sieben Jahre nach der Pflanzung. Die Erträge entwickelten sich sehr unterschiedlich. Die besten Ergebnisse brachte die Kombination aus Strohabdeckung, Bewässerung und Düngung. Das Stroh verringerte die Verdunstung und hielt Feuchtigkeit im Boden.
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Auch die Wirtschaftlichkeit wurde untersucht. Für eine modellhafte Ein-Hektar-Anlage kalkulierte die LWG Anfangsinvestitionen von über 30.000 Euro
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sowie jährliche Kosten zwischen 3.000 und 6.000 Euro.
Unter günstigen Bedingungen könne sich die Investition nach etwa zehn Jahren amortisieren. Entscheidend seien jedoch Standort, Ertrag und Verkaufspreis.
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Nach Befragungen erfahrener Anbauer werden je nach Saison und Absatzweg 600 bis 1.200 Euro pro Kilogramm erzielt. Zu den wichtigsten Abnehmern gehört die gehobene Gastronomie.
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Obwohl das Forschungsprojekt „Bayerische Trüffel – Genuss Schätze Bayern“ im Februar 2026 endete, wird die Anlage weiter betreut und beerntet.
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Untersucht werden sollen insbesondere die Optimierung des Ertrags durch Einbringen von Trüffelfallen, optimale Bewässerungszeitpunkte, weitere Trüffelarten und die mögliche Verbindung von Haselnuss- und Trüffelproduktion.
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Zimmermanns Fazit: Trüffelanbau funktioniert auch in Unterfranken. Wirtschaftlicher Erfolg verlangt allerdings eine langfristige Planung, fachgerechte Pflege und ausreichend Wasser.
Frank Reber: Bewässerung nach Messwerten statt nach Gefühl
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Der Bewässerungsexperte Frank Reber aus Frankenthal, der auf rund 30 Jahre Berufserfahrung zurückblickt, erläuterte technische Möglichkeiten einer gezielten Wasserversorgung.
Entscheidend sei, Wasser zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Menge und am richtigen Ort einzusetzen. Dabei müssten sowohl die Wirtspflanzen als auch der mit ihren Wurzeln verbundene Trüffelpilz berücksichtigt werden.
Während zunächst das Anwachsen der Bäume im Vordergrund stehe, gewinne später die Wasserversorgung des Pilzgeflechts und der heranwachsenden Trüffel an Bedeutung.
Zu wenig Wasser verursache Trockenstress, zu viel Wasser könne durch Sauerstoffmangel im Boden ebenfalls Schäden hervorrufen.
Reber verglich Tropfbewässerung, Mikrosprinkler und Kleinregner. Tropfrohre ermöglichten eine gezielte Wassergabe bei vergleichsweise geringem Energiebedarf. Druckkompensierende Systeme sorgten für eine gleichmäßige Verteilung.
Besonders wichtig seien Tensiometer und elektronische Bodenfeuchtesensoren, mit denen sich der tatsächliche Wasserbedarf feststellen lasse. Automatisierte Systeme könnten zudem Wassermengen und Leitungsdruck überwachen sowie Störungen melden.
Voraussetzung seien geeignete Wasserquellen, richtig dimensionierte Pumpen und Leitungen, zuverlässige Filter sowie regelmäßige Wartung und frostsichere Überwinterung.
Reber empfahl, Bewässerungsanlagen gemeinsam mit Fachbetrieben zu planen und auf die jeweiligen Bodenverhältnisse abzustimmen.
Seine zentrale Botschaft: Nicht möglichst viel Wasser entscheidet über den Erfolg, sondern eine bedarfsgerechte und kontrollierte Bewässerung.
Tony Pla: Mitteleuropäische Trüffel können mit Südeuropa konkurrieren
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Der österreichische Trüffelzüchter und Baumschulbetreiber Tony Pla berichtete über mehr als 20 Jahre Erfahrung mit Trüffelkulturen.
Der gebürtige Franzose stammt aus einer Trüffelsucherfamilie in den Pyrenäen und gründete 2003 gemeinsam mit Dr. Alexander Urban in Österreich eine auf Trüffelbäume spezialisierte Baumschule.
Anhand von Plantagen in Österreich, Deutschland und der Schweiz zeigte Pla, dass neben der Burgundertrüffel auch Périgord-, Winter- und Frühlingstrüffel in Mitteleuropa kultiviert werden können.
Auf einer österreichischen Versuchsplantage von rund 0,25 Hektar seien innerhalb eines Jahres mehr als 40 Kilogramm Burgunder-Trüffel gefunden worden. Andere Anlagen erreichten nach zehn bis zwölf Jahren 30 bis 40 Kilogramm je Hektar.
Für Périgordtrüffel hält Pla nach zehn bis zwölf Jahren rund 15 Kilogramm je Hektar für einen realistischen Orientierungswert.
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Entscheidend sei weniger die gesamte Jahresniederschlagsmenge als deren Verteilung während der Trüffelentwicklung. Pla verwies auf französische Untersuchungen zur Bewässerungssteuerung anhand der Bodenwasserspannung. Messsonden könnten helfen, Trockenstress und Überbewässerung gleichermaßen zu vermeiden.
Zur Risikostreuung empfahl er, verschiedene geeignete Baum- und Trüffelarten zu kombinieren. Bodenanalysen, sorgfältige Standortwahl, fachgerechte Pflege und gut ausgebildete Trüffelhunde seien weitere Erfolgsfaktoren.
Plas Fazit: Mitteleuropäische Anlagen können Erträge und Qualitäten erreichen, die mit traditionellen Trüffelregionen Frankreichs, Italiens und Spaniens vergleichbar sind.
Dr. Ulrich Stobbe: Bis zu 23.000 Euro Umsatz je Hektar rechnerisch möglich
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Der Diplom-Forstwissenschaftler und Doktor der Naturwissenschaften Dr. Ulrich Stobbe vom Diensteanbieter "Deutsche Trüffelbäume" aus Radolfzell am Bodensee präsentierte Ergebnisse einer verbandsinternen Befragung zur Ertrags- und Vermarktungssituation deutscher Trüffelanbauer.
Die anonymisierten Angaben liefern erste wirtschaftliche Orientierungswerte, sind allerdings noch nicht statistisch repräsentativ.
Demnach beginnt die Trüffelernte durchschnittlich acht Jahre nach der Pflanzung. Früheste Erträge wurden nach fünf Jahren erzielt. Die produktivste erfasste Anlage begann dagegen erst nach zwölf Jahren zu tragen.
Für 2025 ergab die Befragung einen durchschnittlichen Ertrag von 48 Kilogramm je Hektar. Die höchsten gemeldeten Werte lagen bei 144, 76 und 53 Kilogramm.
Als realistischen langfristigen Orientierungswert betrachtet Stobbe weiterhin 20 bis 40 Kilogramm je Hektar und Jahr.
Allerdings seien durchschnittlich 22 Prozent der Ernte nicht verkäuflich, insbesondere wegen Insektenfraß und Überreife. Deshalb empfahl er Ernteintervalle von ein bis zwei Wochen.
Die genannten Verkaufspreise reichten von 240 bis 1.200 Euro je Kilogramm. Der ermittelte Mittelwert lag bei 612 Euro. Wichtigste Kunden sind Restaurants und private Käufer.
Aus den Befragungswerten entwickelte Stobbe eine Beispielrechnung für eine gut bewirtschaftete, bereits produktive Anlage bei normaler Witterung:
| Berechnungsgrundlage | Wert je Hektar |
|---|---|
| Gesamternte | 48 kg |
| Ausschuss | 22 % |
| Verkäufliche Ernte | 37,44 kg |
| Angenommener Kilopreis | 612 Euro |
| Rechnerischer Jahresumsatz | 22.913 Euro |
Wichtig: Die Summe bezeichnet den Umsatz, nicht den Gewinn. Investitionen sowie Kosten für Bewässerung, Pflege, Trüffelsuche und Vermarktung sind noch nicht abgezogen.
Bei der Artenwahl sieht Stobbe die heimische Sommer- und Burgundertrüffel im Vorteil. Sie sei gut an die Standortbedingungen angepasst und biete gegenüber Périgord- und Frühlingstrüffeln das günstigste Verhältnis zwischen Ertragschancen und wirtschaftlichem Risiko.
Sein Fazit: Trüffelanbau kann wirtschaftlich attraktiv sein. Die Ergebnisse funktionierender Anlagen dürfen jedoch nicht als Ertragsgarantie verstanden werden.
Stobbes Fazit: Trüffelanbau kann in Deutschland wirtschaftlich interessant sein. Bis zur ersten Ernte ist allerdings viel Geduld erforderlich, und Erträge sowie Verkaufspreise können erheblich schwanken. Die vorgelegten Zahlen zeigen das Potenzial funktionierender Anlagen, sind aber keine Ertragsgarantie.
Larissa Heinrich: Nicht jedes Trüffelprodukt hält, was das Etikett verspricht
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Mit der Qualität und Echtheit von Trüffelprodukten beschäftigte sich Larissa Heinrich vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
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Die angehende Lebensmittelchemikerin untersuchte im Rahmen ihrer Masterarbeit von September 2025 bis März 2026 am Joseph Gottlieb Kölreuter Institut für Pflanzenwissenschaften in der Abteilung von Prof. Dr. Nick, wie sich Trüffelarten zuverlässig identifizieren lassen.
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Hintergrund sind erhebliche Preisunterschiede: Während weiße Alba-Trüffel (Tuber magnatum) Spitzenpreise von bis zu 6.000 Euro je Kilogramm erreichen können, werden chinesische Trüffel (Tuber indicum) für etwa 100 bis 500 Euro gehandelt.
Heinrich kombinierte mikroskopische Untersuchungen, DNA-Analysen und chemische Aromaanalysen.
Bei der Untersuchung von 13 handelsüblichen Trüffelprodukten, darunter Butter, Öl, Käse, Wurst, Pesto und Soßen, wies Heinrich mehrfach günstigere Trüffelarten nach.
Hinweise auf den chinesischen Trüffel fanden sich beispielsweise in einer Trüffelbutter und einem Trüffelbalsamico. Sieben der 13 Produkte waren unvollständig deklariert.
Auch die Aromatisierung sei ein wichtiges Thema. Mehr als 200 flüchtige Verbindungen könnten das typische Trüffelaroma beeinflussen. In zahlreichen Proben wurde der Aromastoff 2,4-Dithiapentan festgestellt. Ob dieser natürlichen oder synthetischen Ursprungs sei, lasse sich daraus allein nicht sicher bestimmen.
Heinrich plädierte für präzisere Produktkennzeichnungen und kombinierte Analyseverfahren. Ob im Einzelfall eine rechtlich relevante Verbrauchertäuschung vorliegt, müsse gesondert beurteilt werden.
Ihre zentrale Erkenntnis: Die Bezeichnung „Trüffel“ auf einem Lebensmittel garantiert weder eine eindeutig erkennbare Trüffelart noch einen hochwertigen Trüffelanteil.
Trüffeldinner: Burgundertrüffel in der regionalen Spitzenküche
Ein kulinarischer Höhepunkt war das traditionelle Trüffeldinner am Samstagabend mit rund 60 bis 70 Gästen in der LWG-Mensa.
Unter Leitung von Küchenchef Stephan Hofmann servierte das Küchenteam ein mehrgängiges Menü, das die Vielseitigkeit des heimischen Burgundertrüffels zeigte.
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Den Auftakt bildete eine gefüllte Zwiebel. Es folgte ein Cremesüppchen vom fränkischen Bio-Kürbis mit Burgundertrüffel.
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Als Hauptgang gab es Hirschrücken mit Burgundertrüffel und Blumenkohl, ergänzt durch Blumenkohl-Couscous, gerösteten Blumenkohl und Nussbutter. Als vegetarische Alternative wurden Bandnudeln mit Trüffel, Passionsfrucht und Parmesan angeboten.
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Den Abschluss bildete ein San-Sebastian-Cheesecake mit Trüffelcremeeis, ergänzt durch eine Garnitur aus sogenanntem Felsentrüffel mit Burgundertrüffel.
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Für die fachkundige Weinbegleitung sorgte Dr. Michael Zänglein vom Fachzentrum Analytik der LWG mit innovativen Weinkreationen : Nach einem alkoholfreien Secco aus eigener Herstellung folgten Challenge Silvaner MN und Challenge Silvaner The Egg. Auf der Karte standen weiter zum Hauptgericht Explore Cuvée rot (zum Hirschrücken) und ein Tradition Weißburgunder (zu den Bandnudeln) sowie im Bild zum Dessert Challenge Aurum. Damit erhielt das mehrgängige Menü rund um den heimischen Burgundertrüffel auch eine eigenständige weinkulinarische Note. Zängleins Erläuterungen machten die Weinbegleitung zugleich zu einem fachlichen Bestandteil des kulinarischen Abends.
Das Dinner bot zugleich Gelegenheit zum persönlichen Austausch zwischen Wissenschaftlern, Anbauern und Fachleuten aus der Praxis.
Exkursion zum Scharlachberg: Trüffelhund Fabio zeigt sein Können
Am Sonntag, 25. Oktober, standen zwei Fachexkursionen auf dem Programm: zur LWG-Versuchsanlage am Thüngersheimer Scharlachberg und an die Mainschleife.
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Unter Führung von Alexander Zimmermann konnten die Teilnehmer am Scharlachberg die zuvor vorgestellten Versuche zu Bodenpflege und Bewässerung unmittelbar kennenlernen.
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Der stellvertretende Verbandsvorsitzende Hans-Georg Pfüller sprach von einer Top-Anlage der LWG. Er weiß wovon er spricht, ist er doch hauptberuflich als Dipl. Forstwissenschaftler in der Forstverwaltung und nebenberuflich (Mit-)Eigentümer mehrerer Trüffelkulturen. Für ihn ist bei der Anlage einer Trüffelkultur die Auswahl vieler Baumarten zur Risikostreuung entscheidend. Die Gehölze sollten in lockerer Form mehrschichtig als Schirm angeordnet werden. Zur Verbesserung der Ertragslage der LWG-Trüffelplantage empfahl er eine Nachsporung der Gehölze. Für die Nordhanglage sind die gewählten Burgundertrüffel ideal.
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Für eine Bepflanzung der gerodeten Südhanglage gegenüber unterhalb des Terroir F wärennach seiner Meinung Périgord-Trüffel geeigneter.
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Ein besonderer Programmpunkt war die praktische Trüffelsuche mit Fabio, dem ausgebildeten Portugiesischen Wasserhund von Anka Gürz.
Da Trüffel vollständig unterirdisch wachsen, sind sie ohne Hilfsmittel kaum zu finden. Ausgebildete Hunde erkennen reife Fruchtkörper an ihrem Geruch und zeigen die Fundstelle durch vorsichtiges Scharren an. Anschließend können die Trüffel behutsam mit einer kleinen Schaufel freigelegt werden.
Die Exkursion verknüpfte damit die wissenschaftlichen Ergebnisse der LWG mit der praktischen Ernte.
Trüffelverband löst sich zum Jahresende auf
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Die Tagung markierte zugleich einen organisatorischen Einschnitt: Der 2014 gegründete Verband für Trüffelanbau und Nutzung in Deutschland e.V. löst sich laut Beschluss der Mitgliederversammlung vor der Tagung zum Jahresende 2026 auf.
Hintergrund ist, dass Markus Mayer, der die Fachtagung in Veitshöchheim organisierte und moderierte, die Geschäftsstelle in Schallstadt nicht mehr weiterführen kann.
Die Interessenvertretung soll künftig der Deutsche Fachverband für Agroforstwirtschaft e.V. mit Sitz in Cottbus in seinem Fachbereich Trüffel übernehmen.
Die bisherigen Verbandsmitglieder hatten während der Tagung Gelegenheit, einen entsprechenden Aufnahmeantrag zu stellen.
Damit endet die bisherige Verbandsstruktur. Die fachliche Interessenvertretung des Trüffelanbaus in Deutschland soll aber unter einem neuen organisatorischen Dach fortgesetzt werden.
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Fazit: Große Chancen, aber keine schnellen Gewinne
Die Fachtagung in Veitshöchheim zeigte, dass heimischer Trüffelanbau eine interessante Ergänzung für landwirtschaftliche Betriebe und den Weinbau sein kann.
Die zwölfjährigen Forschungsergebnisse der LWG, Erfahrungen erfolgreicher Anbauer und erste Wirtschaftlichkeitsdaten belegen das Potenzial. Zugleich machten die Referenten deutlich, dass Wasserverfügbarkeit, Standortwahl, fachgerechte Kulturführung und Geduld über den Erfolg entscheiden.
Bis zur ersten Ernte können viele Jahre vergehen. Erträge und Verkaufspreise schwanken erheblich. Der Trüffelanbau bleibt deshalb eine langfristige Investition mit Chancen, aber auch beträchtlichen wirtschaftlichen Risiken.
Text und Fotos: Dieter Gürz