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Bayerische Gartenakademie an der LWG Veitshöchheim: Zeit für Stecklinge - Jetzt ist die beste Zeit für die Pflanzenvermehrung

Veröffentlicht am von Dieter Gürz


Eigene Pflanzen ganz einfach vermehren

Wer seinen Garten oder Balkon mit selbst gezogenen Pflanzen bereichern möchte, denkt meist zuerst an die Aussaat. Doch gerade jetzt im Sommer ist der ideale Zeitpunkt für eine andere Methode: die Vermehrung durch Stecklinge. Darauf weist die Bayerische Gartenakademie an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Veitshöchheim hin.

Bei der Stecklingsvermehrung werden junge, bereits feste, aber noch nicht verholzte Triebe von einer gesunden Mutterpflanze abgeschnitten. Sie bilden eigene Wurzeln und entwickeln sich zu neuen Pflanzen mit den gleichen Eigenschaften wie das Original. Besonders lohnt sich diese Methode bei alten, seltenen oder außergewöhnlichen Sorten sowie dann, wenn viele Pflanzen benötigt oder verschenkt werden sollen.


Ideal für Balkonblumen, Kräuter und Kübelpflanzen

Die Stecklingsvermehrung eignet sich für zahlreiche Beet- und Balkonpflanzen. Besonders gut gelingt sie bei Fuchsien, Pelargonien, Wandelröschen sowie vielen weiteren Kübelpflanzen. Auch zahlreiche Gartengehölze lassen sich auf diese Weise vermehren.

Ebenso erfolgreich funktioniert die Methode bei beliebten Kräutern wie Lavendel, Rosmarin, Zitronenverbene oder Minze. Die jungen Pflanzen sind nicht nur eine Bereicherung für den eigenen Garten, sondern eignen sich auch hervorragend als kleines Geschenk für Gartenfreunde.

Ein weiterer Vorteil: Viele Balkon- und Kübelpflanzen werden im Laufe des Sommers sehr groß und benötigen im Winter entsprechend viel Platz zum Überwintern. Stecklinge dagegen bleiben zunächst kompakt, wurzeln bis zum Herbst gut ein und lassen sich deutlich einfacher durch die kalte Jahreszeit bringen.


So gelingt die Stecklingsvermehrung

Für Stecklinge sollten ausschließlich gesunde und kräftige Mutterpflanzen verwendet werden. Geeignet sind möglichst blüten- und knospenfreie Triebe mit drei bis vier Blattpaaren. Sie werden mit einem scharfen Messer direkt unterhalb eines Blattansatzes abgeschnitten.

Kleine Blätter in den Blattachseln sowie vorhandene Blüten und Knospen werden vorsichtig entfernt. Sie würden dem Steckling unnötig Energie entziehen und könnten faulen. Eine kleine Schere erleichtert diese Arbeit.

Als Substrat eignet sich Aussaaterde, die bei Bedarf mit etwas Sand gemischt werden kann.

Der Steckling wird mittig in einen sauberen Topf gesetzt, leicht angedrückt und anschließend angegossen. Eine lockere Abdeckung mit Folie schützt vor dem Austrocknen.

Der Standort sollte hell, aber nicht sonnig sein. Direkte Mittagssonne vertragen die empfindlichen Jungpflanzen schlecht. Eine leichte Schattierung, etwa mit einem Vlies oder einem Zwiebelnetz, ist daher sinnvoll. Alternativ eignet sich ein heller Platz an einem Nordfenster oder ein schattiger Bereich im Freien.

Wichtig ist eine tägliche Kontrolle. So lassen sich Staunässe und Pilzkrankheiten vermeiden, indem kurz gelüftet und beschädigte Pflanzenteile entfernt werden. Nach etwa zwei bis drei Wochen haben sich in der Regel die ersten Wurzeln gebildet.


Auch im Wasserglas möglich

Viele Pflanzen lassen sich zunächst auch in einem Glas mit Wasser bewurzeln. Der Vorteil: Das Wurzelwachstum kann direkt beobachtet werden.

Sobald sich ausreichend Wurzeln gebildet haben, werden die Jungpflanzen in Töpfe mit Erde gesetzt.


Stecklinge und Steckhölzer sind nicht dasselbe

Die Bayerische Gartenakademie weist außerdem darauf hin, Stecklinge nicht mit Steckhölzern zu verwechseln. Stecklinge werden im Sommer aus krautigen, noch nicht verholzten Trieben gewonnen. Steckhölzer dagegen stammen von den diesjährigen Trieben verholzender Zier- und Beerensträucher und werden in der Regel erst im Herbst geschnitten.

Fotos: Christine Scherer, LWG

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