„Fasel & Gillig“ begeisterten ihr Publikum im idyllischen Waldgarten des Naturfreundehauses
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Ein lauer Sommerabend, ein kleiner Imbiss, gute Gespräche und dazu handgemachte Musik – beim musikalischen Abendausklang der NaturFreunde Veitshöchheim/Würzburg passte am Samstag, 5. September, vieles zusammen.
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Rund 70 Gäste waren ins Naturfreundehaus gekommen, darunter auch Besucher aus der Normandie, Baden-Württemberg und Hessen, um das Duo „Fasel & Gillig“ live zu erleben.
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Im gemütlichen Ambiente des Waldgartens begrüßte Anne Hausknecht-Gülle im Namen der NaturFreunde die Gäste und das Musikerduo herzlich. Danach gehörte die Bühne Elke Fasel und Thomas Gillig.
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Schon die musikalische Auswahl machte deutlich, worum es dem Duo geht: entschleunigen, sich auf Neues einlassen und das Leben in all seinen Facetten feiern.
„Fasel & Gillig“ verbinden Jazz, Blues, Pop, Rock, Chanson und Bossa zu einem abwechslungsreichen Programm. Bekannte Klassiker werden dabei nicht einfach nachgespielt, sondern mit eigenen Arrangements und viel persönlicher Note interpretiert.
Der musikalische Abend begann mit „On the Sunny Side of the Street“, dem Klassiker von Jimmy McHugh aus dem Jahr 1930. Es folgten Sam Cookes „Bring It On Home to Me“, Hank Williams' „Cold, Cold Heart“ und „Make You Feel My Love“ von Bob Dylan.
Gerade bei den bekannten Stücken zeigte sich die besondere Handschrift des Duos. Vertraute Melodien bekamen durch akustische und elektrische Gitarre sowie ein- und zweistimmigen Gesang einen neuen Charakter.
Nach der Pause sorgte Steve Millers „Abracadabra“ für eine schwungvolle Pop-Rock-Note. Auch „Do Nothing Till You Hear from Me“, ein Klassiker aus dem Umfeld von Duke Ellington und Bob Russell, erhielt bei „Fasel & Gillig“ eine ganz eigene Interpretation.
Mit „Fever“, bekannt durch Interpreten wie Peggy Lee, Elvis Presley, Joe Cocker und Nina Hagen, ging es anschließend weiter durch die musikalischen Jahrzehnte.
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Einen großen Teil des Abends machten jedoch die eigenen Kompositionen von Elke Fasel und Thomas Gillig aus. Insgesamt brillierten die beiden mit 15 eigenen Liedern. Ihre Texte entstehen aus persönlichen Erlebnissen, Beobachtungen und Erfahrungen – und erzählen damit immer auch ein Stück gelebtes Leben.
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In „Meine Zeit“ geht es um einen Umbruch im 47. Lebensjahr von Fasel, um die Erkenntnis, künftig ohne Zeitdruck bereit für neue Möglichkeiten zu sein. Die Botschaft: Das Leben feiern und die eigene Zeit bewusst genießen.
Mit „Hey, chill mal“ wechselte die Stimmung in Richtung Reggae. Das Lied nimmt den alltäglichen Stress und die deutsche Pünktlichkeit augenzwinkernd aufs Korn. „Atme ein, atme aus“ lautet die Botschaft – und Ärger darf dabei ruhig einmal draußen bleiben. Eine Botschaft, die auch zu den NaturFreunden passte: Beim Wandern und Singen lässt sich schließlich wunderbar abschalten.
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Besonders persönlich wurde es bei „Bitte berühren“. Das Jazzstück beschäftigt sich mit der verbindenden Kraft der Musik und dem Gedanken, dass Musik Menschen und Kulturen zusammenbringen kann. Der Titel soll zugleich Name der fast fertigen CD werden. Die Geschichte dahinter entstand bei einem Museumsbesuch: Ein Glasobjekt schien für Elke Fasel plötzlich zu sprechen. Aus diesem Erlebnis entwickelte sich ein Lied mit einer einfachen, aber starken Botschaft: Das Leben spüren und sich berühren lassen.
Auch „Küsse“, ebenfalls im Jazz-Stil, greift eine sehr persönliche Seite des Lebens auf. Denn vieles fühlt sich im Laufe der Jahre anders an – selbst ein Kuss bleibt von solchen Veränderungen nicht ausgenommen.
Mit „Der Waldkönig“ präsentierte das Duo eine von Thomas Gillig geschriebene Ballade, die auf einem Jugenderlebnis basiert. Eine Waldlichtung wird dabei zum Bild für den Weg aus dem Schatten ins Licht. Besonders eindrucksvoll: die solistische E-Gitarrenpassage.
Ganz andere Bilder weckte „Blau, Gelb und Grün“, ein Chanson, das aus einer dreiwöchigen Urlaubsreise mit dem Fahrrad Motorradreise durch Frankreich im Frühling entstanden ist. Landschaften ziehen vorbei, Eindrücke bleiben – und werden musikalisch festgehalten.
Später ging es ans Meer. In „Wellengang“ im Bossa-Stil wird das Beobachten der Menschen am Meer zum Sinnbild für das Kommen und Gehen des Lebens.
Die Pop-Ballade„Der Wind“ erzählt dagegen von dem wunderbaren Gefühl, frei zu sein und sich vom Wind tragen zu lassen – sanft und leicht.
Auch „Sommerregen“ entstand aus Urlaubserlebnissen vor 40 Jahren, diesmal in Italien. Im Bossa-Stil erzählt das Lied erfrischend davon, was Regen bewirken kann. Für einen besonderen Moment sorgte dabei ein E-Gitarren-Solo.
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Besonders bewegend waren die neueren eigenen Stücke des Duos.
In „Ab heute lieb ich mich“ verarbeitet Elke Fasel eine schwierige persönliche Phase, in der die Sängerin nach eigener Aussage beinahe an einen Punkt der Selbstaufgabe gekommen war. Das Lied steht für einen Wendepunkt und die Entscheidung, sich selbst wieder anzunehmen.
„Ich tanz jetzt auf den Gräbern meiner Träume“, ein Stück von Thomas Gillig, handelt ebenfalls von Veränderung. Manchmal gibt man alles, bringt sich vollständig ein und verrennt sich dennoch in Vorstellungen, die nicht mehr zur eigenen Zukunft passen. Das Loslassen alter Träume kann dann befreiend sein. Am Ende steht die Freude auf das, was kommt – wie bei einem Kind, das neugierig in die Zukunft blickt.
Mit „Anders fein“ aus dem Jahr 2026 widmet sich das Duo den kleinen Differenzen des Alltags und den großen Unterschieden zwischen Menschen. Die Botschaft ist klar: Die Welt ist bunt. Respekt, Toleranz und Wertschätzung machen das Miteinander leichter.
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Besonders berührend erzählte Elke Fasel in „Mit Dir“ von einem neuen Lebensabschnitt: dem Omawerden.Dabei geht es um die Rückkehr zu alten Mustern und zugleich um die Chance, Dinge diesmal anders zu machen. Noch einmal Kind sein, noch einmal Mutter sein – aber nun als Oma neue Wege gehen und Erfahrungen weitergeben. Das bereits veröffentlichte Lied stellt die Frage, was im Leben wirklich zählt, und macht Mut, noch einmal neu anzufangen.
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Nicht jedes Lied musste an diesem Abend tiefgründig sein. Mit „Hit verpennt“ nahm das Duo das menschliche Vergessen mit Humor aufs Korn. Man träumt vor sich hin – und plötzlich ist der Gedanke weg. Die Rübe ist leer. Gerade solche humorvollen Momente sorgten für Abwechslung und zeigten, dass die Lieder von „Fasel & Gillig“ ganz unterschiedliche Facetten des Lebens aufgreifen.
Zum Abschluss wurde es noch einmal besonders persönlich. Mit „Danke Leben“, einem jazzigen Liebeslied an das Leben aus dem Jahr 2025, verabschiedete sich das Duo musikalisch von seinem Publikum. Nach einer schwierigen Zeit wieder wunderbare Dinge zu erleben und schließlich doch noch Glück zu finden – darum geht es in diesem Lied.
Die Zuhörer reagierten mit sichtbarer Rührung. Noch einmal entstand dieses besondere Gänsehautgefühl, das den gesamten Abend immer wieder geprägt hatte.
Die besondere Stärke von „Fasel & Gillig“ liegt dabei nicht nur in der musikalischen Qualität, sondern auch in der persönlichen Atmosphäre ihrer Auftritte.
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Elke Fasel überzeugte mit ihrer charismatischen Stimme und einer starken, zugleich angenehm unaufdringlichen Bühnenpräsenz.
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Thomas Gillig begleitete sie mit vielseitigem und virtuosem Gitarrenspiel, ab und zu in den Gesang einstimmend.
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Immer wieder griff die Sängerin selbst zu verschiedenen Instrumenten und unterstützte ihren Partner Thomas Gillig mit kleinen, überraschenden Einlagen – am Xylofon, mit Rassel und Mundharmonika oder auch mit einer Pfeife. Diese abwechslungsreichen musikalischen Farbtupfer verliehen den Liedern zusätzlichen Charme und machten den Auftritt zu einem ebenso unterhaltsamen wie kurzweiligen Erlebnis
So entstand im Waldgarten des Naturfreundehauses kein gewöhnliches Konzert, sondern ein entspannter musikalischer Abend in beinahe familiärer Atmosphäre. Die Gäste konnten zuhören, sich unterhalten, den kleinen Imbiss genießen und dabei für einige Zeit den Alltag hinter sich lassen.
Vier der eigenen Lieder des Duos sind bereits auf YouTube zu finden.
Zum Aschluss dankte Anne Hausknecht-Gülle den beiden Künstlern für den gelungenen musikalischen Abend und dafür, dass sie ohne Gage auftraten. Der Eintritt war frei. Während des Abends ging deshalb ein Hut durch die Reihen, in den die Gäste freiwillige Spenden geben konnten. Als kleine Überraschung erhielten die Besucher dafür einen Glückskeks – eine charmante Geste, die den ungezwungenen Charakter des Abends unterstrich. Vorsitzender Jürgen B. Schrader versäumte es nicht dem engagierten Team der Naturfreunde zu danken, das die Gäste wiederum mit erfrischenden Getränken und leckeren Speisen verwöhnten und so maßgeblich zur entspannten Wohlfühlatmosphäre beitrugen.
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Fotos Dieter Gürz
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