Statt Abriss nun denkmalgeschützt: Gemeinde verkauft Handwerkerhaus aus dem 16./17. Jahrhundert in der Unteren Maingasse
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Ein übrig gebliebenes Relikt der Veitshöchheimer Altortsanierung, die im März 2012 mit der Aufhebung der Satzung aus dem Jahr 1981 ihren Abschluss fand, ist das Anwesen Untere Maingasse 53. Das an der Ecke zur Mühlgasse markant stehende Gebäude erstaunt immer wieder Passanten, die mit den Personenschiffen in Veitshöchheim ankommen und anschließend durch den Altort schlendern.
Haus stammt aus dem späten 16. oder frühen 17. Jahrhundert
Bei dem zweigeschossigen Gebäude mit steilem Satteldach handelt es sich um ein historisches Handwerker- und Ackerbürgerhaus aus dem späten 16. oder frühen 17. Jahrhundert.
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Das Erdgeschoss ist massiv ausgeführt und weist eine für das Gebäude charakteristische abgeschrägte Gebäudeecke auf.
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Das Obergeschoss besteht, wie auf der Rückseite zu sehen, aus Fachwerk. Im Hof befindet sich zudem ein Stall, der ebenfalls aus der gleichen Zeit stammt.
Das Gebäude dokumentiert die historische Bau- und Lebensweise im alten Ortskern von Veitshöchheim und ist ein Zeugnis der Handwerkskultur aus der Renaissancezeit.
Die Liegenschaft wurde deshalb mit dieser Begründung erst vor kurzem unter Denkmalschutz gestellt und wird in der Denkmalliste unter der Denkmalnummer D-6-79-202-50 geführt.
Ursprünglich war ein Abbruch geplant
Im Gegensatz zur nunmehrigen denkmalgeschützten Situation war im Rahmen der Altortsanierung ursprünglich geplant, das Anwesen abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen.
Der Neubau sollte sich auch auf das angrenzende Grundstück erstrecken, das die Gemeinde erworben und nach dem Abbruch der dort vorhandenen Bausubstanz an den Bauherrn veräußert hatte. Ein entsprechender Bauplan lag der Gemeinde bereits zur Genehmigung vor.
Da der Erwerber jedoch seiner Bauverpflichtung nicht nachkam, fiel das Grundstück nach einigen Jahren wieder an die Gemeinde zurück. Seitdem wurde die Fläche als Parkplatz genutzt.
Gemeinde erwarb die Liegenschaft erst im vergangenen Jahr
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Die Gemeinde erwarb die seit Jahren leerstehende Liegenschaft erst im vergangenen Jahr, um Möglichkeiten für eine Entwicklung des Altortes zu prüfen.
So fand das Anwesen nun auch Aufnahme in den Halbjahresbericht der Hochbaureferatsleiterin Sabine Greiner über das bebaute Grundvermögen der Gemeinde. Der Bericht wurde dem Ferienausschuss am Dienstag im Zusammenhang mit dem Tagesordnungspunkt „Produktbuch und Zielvereinbarung mit Berichtswesen zum Haushaltsplan 2026“ vorgelegt.
Notwendige Sicherungsmaßnahmen durchgeführt
Wie aus dem Bericht hervorgeht, wurden inzwischen die notwendigen Sicherungsmaßnahmen am Gebäude durchgeführt.
Da für das Anwesen jedoch kein wirtschaftlicher Nutzungszweck für die Gemeinde gefunden werden konnte, soll es nun verkauft werden. Ein potenzieller Käufer sei bereits gefunden, heißt es im Bericht.
Damit zeichnet sich für das historische Gebäude eine neue Perspektive ab. Was im Zuge der Altortsanierung einst einem Neubau weichen sollte, steht heute als denkmalgeschütztes Zeugnis der Veitshöchheimer Ortsgeschichte vor einer neuen Zukunft.
Fotos Dieter Gürz
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