rockenstein AG in Veitshöchheim: Green IT als Gegenentwurf zum KI-Rechenzentrumsboom
MONITOR beleuchtet die Schattenseiten des KI-Rechenzentrumsbooms
Das ARD-Politikmagazin MONITOR hat sich am 20. August 2026 in der Sendung „KI-Boom: Kampf um Deutschlands Ressourcen“ mit dem massiven Ausbau von KI-Rechenzentren in Deutschland beschäftigt (siehe nachstehender Link). Im Fokus standen deren hoher Strom- und Wasserbedarf, die damit verbundenen Belastungen für regionale Ressourcen sowie die Frage, ob Klimaschutz und Nachhaltigkeit angesichts des rasanten Wachstums der Branche ausreichend berücksichtigt werden.
Auch die Abwärme wird zum Problem
Ein weiterer Schwerpunkt des Beitrags war die Abwärme moderner KI-Rechenzentren. Die leistungsstarken Rechner erzeugen kontinuierlich große Wärmemengen, die bei vielen Anlagen nach außen abgeführt werden.
MONITOR stellte dabei die Frage, weshalb diese Energie nicht stärker genutzt wird. Denn wo die Abwärme nicht in andere Systeme eingespeist werden kann, bleibt sie ein ungenutztes Nebenprodukt des enormen Energieeinsatzes. Damit rückt neben Strom- und Wasserverbrauch auch die Wärmenutzung als Bestandteil einer nachhaltigen Rechenzentrumsplanung in den Blick.
Veitshöchheim setzt auf Nutzung statt Ableitung
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CEO Christoph Rockenstein erläuterte zuletzt am 23. Januar 2026 beim Info-Rundgang des CSU-Vereins die strategische Bedeutung seines Unternehmens
Ein Beispiel für einen anderen Ansatz findet sich in Veitshöchheim. Die rockenstein AG hat ihr 2023 fertiggestelltes Büro- und Rechenzentrum von Beginn an unter dem Gesichtspunkt der Green IT geplant.
Die beim Betrieb der IT-Infrastruktur entstehende Wärme wird in das eigene Gebäudekonzept einbezogen. Im Winter unterstützt sie die Beheizung der Büros, im Sommer kann das System zur Temperierung eingesetzt werden.
Das Gebäude kommt dadurch ohne klassische Heizkörper und ohne herkömmliche Fußbodenheizung aus.
300 Kubikmeter Wasser als thermischer Speicher
Zum Energiekonzept gehören drei unterirdisch angelegte Wassertanks mit insgesamt rund 300 Kubikmetern Fassungsvermögen. Sie dienen als thermische Speicher und helfen, unterschiedliche Wärme- und Kühllasten auszugleichen.
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In der Bauphase nahm u.a. Landrat Thomas Eberth im Juni 2020 de drei große Wassertanks mit je 100.000 Liter Volumen auf der Baustelle der rockenstein AG in Augenschein
Bei der Kühlung setzt rockenstein zudem auf direkte freie Kühlung und energieeffiziente Wasserkühlung in geschlossenen Kreisläufen. Nach Angaben des Unternehmens wird kein kostbares Grundwasser für die Kühlung benötigt, weil keine adiabatische Kühlung eingesetzt wird.
Ökostrom und Photovoltaik
Auch bei der Stromversorgung verfolgt das Unternehmen einen ressourcenschonenden Ansatz. Die rockenstein AG nutzt nach eigenen Angaben seit 2017 ausschließlich TÜV-Süd-zertifizierten Ökostrom für ihre eigenen Rechenzentren.
Zusätzliche Energie soll eine 2025 errichtete 382-kWp- Photovoltaikanlage mit 840 Modulen erzeugen. Sie soll jährlich rund 375.000 Kilowattstunden Strom produzieren. Zusammen mit Batteriespeichern kann nach Unternehmensangaben sämtlicher PV Strom selbst verbraucht werden.
Leider wartet das Unternehmen immer noch (Stand 08/2026) auf die Genehmigung der Energie Karlstadt, die PV-Anlage in Betrieb zu nehmen.
Rechenzentrum als Teil eines integrierten Gebäudekonzepts
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Einweihung der rockenstein AG im Juni 2023
Das rund 50 Meter lange und 13 Meter hohe Gebäude im Veitshöchheimer Gewerbegebiet Ost verfügt über vier Stockwerke und bietet Platz für moderne IT-Infrastruktur sowie bis zu 200 Beschäftigte.
Für den Standort erwarb rockenstein von der Gemeinde ein rund 14.000 Quadratmeter großes Gewerbegrundstück. Die technischen Anforderungen eines sicheren Rechenzentrums wurden bereits bei der Planung berücksichtigt.
Großgarage mit Photovoltaik ergänzt den Standort
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2025 wurde auf dem Firmengelände außerdem eine rund 2.700 Quadratmeter große Großgarage für die CharteRent GmbH, einem weiteren Mitglied der rockenstein-group, fertiggestellt.
Sie verfügt über etwa 70 Stellplätze für Wohnmobile, Boote, Oldtimer, Motorräder und Pkw und ist mittlerweile nahezu ausgebucht.
Die Photovoltaikanlage auf dem Areal ist dabei ein weiterer Baustein der lokalen Energieerzeugung.
Veitshöchheimer Beispiel zeigt Potenzial von Green IT
Der MONITOR-Beitrag macht deutlich, vor welchen Herausforderungen der wachsende Bedarf an KI-Rechenleistung steht: mehr Stromverbrauch, hoher Kühlbedarf, steigender Wasserbedarf und große Mengen an Abwärme.
Das Beispiel der rockenstein AG setzt diesen Herausforderungen ein integriertes Konzept entgegen. Abwärme wird genutzt, Wasser zirkuliert in geschlossenen Systemen und ein großer Teil des benötigten Stroms wird direkt vor Ort erzeugt.
Damit zeigt der Standort in Veitshöchheim, wie sich Rechenzentrumsbetrieb und Ressourceneffizienz miteinander verbinden lassen – und dass die entscheidende Frage beim KI-Ausbau nicht allein lautet, wie viele Rechenzentren entstehen, sondern wie nachhaltig sie betrieben werden.
Fotos Dieter Gürz - Perspektive Großgarage Rockenstein
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MONITOR am 20.08.2026 | KI-Boom: Kampf um Deutschlands Ressourcen
Künstliche Intelligenz (KI) braucht leistungsstarke Rechenzentren. Auch in Deutschland entstehen viele neue Anlagen. Doch Rechenzentren verbrauchen große Mengen Wasser zur Kühlung und wegen des ...
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