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Rekordbesuch, Rekordumsätze und gelebtes WIR: Veitshöchheimer Weinfest begeistert auf ganzer Linie

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

 Vier Tage Sonnenschein, mehr als 6.000 Besucher, beste Stimmung und Rekordumsätze bei nahezu allen Ständen: Das Weinfest im Rokokogarten 2026 hat die Erwartungen der Veranstalter übertroffen.

Für Festkoordinator Wolfgang Hagedorn war es das erfolgreichste Weinfest seit seinem Amtsantritt 2023. Doch die Bilanz lässt sich nicht allein an Besucher- oder Verkaufszahlen festmachen.

Es war vor allem das harmonische Zusammenspiel der vier veranstaltenden Vereine mit mehreren hundert Ehrenamtlichen, das das WIR-Gefühl im Rokokogarten erneut eindrucksvoll erlebbar machte.


Vier Sommertage wie aus dem Bilderbuch

"Für ein Outdoor-Fest war das Wetter nahezu ideal", bringt Wolfgang Hagedorn einen der wichtigsten Erfolgsfaktoren auf den Punkt. Von Freitag bis Montag herrschten hochsommerliche Temperaturen.

Der historische Rokokogarten präsentierte sich an allen Abenden bis auf den letzten Platz gefüllt.

Vor allem am Samstagabend stieß das Festgelände an seine Kapazitäts-Grenzen. Gegen 20 Uhr waren die rund 1.000 Sitzplätze nahezu vollständig belegt, an sämtlichen Ständen bildeten sich lange Warteschlangen.

Beeindruckend blieb dabei die Atmosphäre. "Die Stimmung war ausgelassen, friedvoll und entspannt. Trotz längerer Wartezeiten haben alle Verständnis gezeigt und das Fest einfach genossen", beschreibt Hagedorn das Geschehen. Auffällig viele Reisegruppen und Touristen fanden insbesondere am Samstag den Weg nach Veitshöchheim.

Auch aus Sicht der Sicherheit verlief das gesamte Weinfest vorbildlich. Weder Sicherheitsdienst noch Wasserwacht mussten nennenswert eingreifen. Hier genießen die Sanitäter am Sonntag das Konzert der B 27 Bigband.

 Kinder suchten sich neben dem Eingangstor der Fasanenallee eine Spielmöglichkeit.

 Am Sonntagabend hatte sich das Festgelände nach 22 Uhr weitgehend geleert. Zu sehen ist hier die stimmungsvolle Illumination des Festgeländes. Eine Fachfirma hatte die Fasanenallee in farbiges Licht getaucht und die historischen Hofgartenfiguren am Eingang sowie das Schloss im Hintergrund eindrucksvoll in Szene gesetzt. Für diese atmosphärische Beleuchtung investierte die Festgemeinschaft rund 2.000 Euro – ein Aufwand, der sich nach einhelliger Meinung vieler Besucher gelohnt hat und den besonderen Charakter des Weinfestes eindrucksvoll unterstrich.


Das WIR wird gelebt

Das Kürzel WIR steht für "Weinfest im Rokokogarten". Für die Verantwortlichen beschreibt es aber vor allem die außergewöhnliche Zusammenarbeit der vier Trägervereine – Sportverein Veitshöchheim, Turngemeinde Veitshöchheim, Tanzsportgarde Veitshöchheim und Veitshöchheimer Carneval-Club.

Bereits Monate vor dem Fest trifft sich die Festgemeinschaft regelmäßig zu Koordinierungsbesprechungen. Gemeinsam werden Weine verkostet, organisatorische Fragen geklärt und sämtliche Abläufe abgestimmt.

"Die Zusammenarbeit ist von großem Respekt geprägt. Wir verfolgen alle dasselbe Ziel: für Veitshöchheim und unsere Gäste ein schönes Weinfest zu gestalten", betont Hagedorn.

Dazu gehört auch ein bewährtes Rotationssystem. Jeder Verein übernimmt jedes Jahr an einem anderen Festtag zusätzliche Aufgaben wie Spüldienst, Pfandrückgabe, Eindecken und Abräumen.

"So wird jeder Verein gleich behandelt. Mal hat man den ersten Festtag, mal den letzten", erläutert Christian Hauser, Vorsitzender der Tanzsportgarde Veitshöchheim.

Allein die Tanzsportgarde stellte täglich rund 50 Helfer in zwei bis drei Schichten. Beim Sportverein Veitshöchheim und beim Veitshöchheimer Carneval-Club waren jeweils rund 30 Ehrenamtliche pro Tag im Einsatz, ebenso auch bei der Turngemeinde. Insgesamt engagierten sich damit an jedem Festtag mehrere hundert Helfer.


Weinstand setzt auf Vielfalt

Als Verantwortlicher für den Weinstand der Turngemeinde Veitshöchheim freut sich Wolfgang Hagedorn besonders über den großen Zuspruch für das Weinangebot.

Rund 3.000 Flaschen Wein wurden nach seiner Schätzung ausgeschenkt. Besonders gefragt waren die vier Hauptweine sowie der Rotling, die direkt an den Tischen serviert wurden, wie am letzten Tag auch von Bürgermeister Jürgen Götz und seiner Frau Julia.

Unterwegs war so auch TGV-Vorsitzender Dietmar Wagenschein.

Erstmals wurde zusätzlich ein täglich wechselnder "Wein des Tages" angeboten. "Wir wollten bewusst die Vielfalt unserer fränkischen Weine zeigen und nicht nur wenige Rebsorten anbieten", erläutert Hagedorn.

Der Silvaner "Glück" vom Weingut Hessler entwickelte sich dabei zum Publikumsliebling. Rund 300 Flaschen wurden verkauft, für den Montag mussten nochmals 120 Flaschen nachbestellt werden.


Aperol Spritz und alkoholfreier Secco als Sommerhits

Die sommerlichen Temperaturen sorgten auch am Cocktailstand der Turngemeinde für Hochbetrieb. Der alkoholfreie Secco mit Beerenmischung wurde deutlich häufiger bestellt als im vergangenen Jahr. Rund 500 Gläser Aperol Spritz wurden ausgeschenkt. Etwa ebenso viele alkoholfreie Seccos fanden mit Eis ihre Abnehmer.

"Das waren bei dieser Hitze genau die Getränke, nach denen die Gäste gefragt haben", berichtet Hagedorn.


Vom Fischbrötchen bis zur Bratwurst: Kulinarik trifft jeden Geschmack

Auch kulinarisch blieben kaum Wünsche offen. Bei den kalten Speisen überraschte vor allem das Fischbrötchen als neuer Verkaufsschlager. Rund 100 Stück wurden am Stand der Tanzsportgarde täglich verkauft. Daneben gehörten Mett- und Käsestangen, die Schlemmerplatte sowie der frisch zubereitete angemachte Camembert zu den Dauerbrennern. 

"Eigentlich gab es kein Gericht, das nicht gut angenommen wurde", sagt Christian Hauser.

Großen Zuspruch fand außerdem der Kaffee- und Kuchenstand. Jeden Tag standen rund 40 selbst gebackene Kuchen bereit, die nahezu vollständig verkauft wurden. Jeder der vier Vereine hatte dafür zehn Kuchen beigesteuert.


Rekordumsatz am Grill- und Bierstand

Für den Grillstand und den Bierausschank zeichnete der Sportverein Veitshöchheim verantwortlich.

Liegenschaftsvorsitzender Peter Lampatzer spricht ohne Einschränkung vom erfolgreichsten Weinfest seit Übernahme des Standes.

"Das war ein absoluter Erfolg – der beste Umsatz, den wir bisher hatten."

Die Zahlen sprechen für sich: Rund 2.000 Bratwürste, 750 Steaks sowie zahlreiche Bratwürste mit Sauerkraut wurden verkauft.

Am Bierstand wurden 40 Fässer Bier mit jeweils 30 Litern ausgeschenkt.

Besonders deutlich zeigte sich der Trend zu alkoholfreien Getränken. Fast 100 Kisten Mineralwasser spritzig, rund 100 Kisten Medium sowie etwa 25 Kisten alkoholfreies Bier – Pils und Hefe – fanden ihre Abnehmer.

Für Lampatzer ist der wirtschaftliche Erfolg eng mit der Zusammenarbeit der Vereine verbunden. "Wenn einem Verein etwas ausgeht, hilft sofort ein anderer aus. Genau dieses Miteinander macht unser Weinfest aus."


Gemüse-Taler und Schupfnudeln als Publikumslieblinge

Auch am Stand des Veitshöchheimer Carneval-Clubs herrschte Hochbetrieb.

Zweiter Clubpräsident Andreas Röhm berichtet von einer außergewöhnlich starken Nachfrage. Besonders die Schupfnudeln und die Gemüse-Taler entwickelten sich erneut zu den Rennern.

Beeindruckend sind auch die Zahlen beim Klassiker Pommes frites: Rund 100 Kilogramm Pommes wurden täglich ausgegeben.

Das Sonntagsgericht wurde aufgrund der großen Nachfrage auf weit über 100 Portionen erhöht und war bis zum Abend restlos ausverkauft.

Lediglich bei den Schupfnudeln kam es am Montag kurzfristig zu Nachschubproblemen – ein deutliches Zeichen für die enorme Nachfrage.


Lob für Organisation und Gemeinde

Dass ein Fest dieser Größenordnung reibungslos ablaufen konnte, ist nach Ansicht aller Verantwortlichen dem hervorragenden Zusammenspiel vieler Beteiligter zu verdanken.

Trotz eines kurzfristig notwendigen Wechsels des Getränkelieferanten infolge eines Todesfalls sowie eines Defekts an einer Spülmaschine lief der Festbetrieb ohne größere Beeinträchtigungen weiter.

Großes Lob richtet Hagedorn ausdrücklich an die Gemeinde Veitshöchheim. Insbesondere die Mitarbeiter des Bauhofes hätten den Auf- und Abbau erneut mit außergewöhnlichem Engagement unterstützt.


Blick auf 2027

Ganz abgeschlossen sind die Planungen nie. Bereits jetzt beschäftigen sich die Verantwortlichen mit Verbesserungen für das kommende Jahr. Diskutiert werden die Einführung eines bargeldlosen Bezahlsystems, Reservierungsmöglichkeiten für größere Gruppen sowie ein zusätzliches Musikangebot für jüngere Besucher.

Und auch personell zeichnet sich Kontinuität ab. Auf die Frage nach einer weiteren Amtszeit antwortet Wolfgang Hagedorn mit einem Lächeln: "Wenn die Rahmenbedingungen stimmen und ich gesund bleibe, bin ich durchaus bereit, das auch ein fünftes Mal zu machen."

Nach vier außergewöhnlich erfolgreichen Festtagen und zufriedenen Gästen dürfte eines bereits feststehen: Das Veitshöchheimer Weinfest hat 2026 eindrucksvoll gezeigt, warum das Kürzel WIR weit mehr ist als nur der Name eines Festes.

Text und Fotos Dieter Gürz

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