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Doppeljubiläum bei Kress-Bau: 45 Jahre Familienunternehmen, 70. Geburtstag von Heinrich Kreß und Aufbruch in eine neue Zukunft

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Gleich zwei besondere Anlässe gab es am Samstag zu feiern: Die Kress-Bau GmbH blickte auf ihr 45-jähriges Bestehen zurück, gleichzeitig wurde der 70. Geburtstag von Seniorchef Heinrich „Henry“ Kreß gefeiert. Mehr als 150 Mitarbeiter, ehemalige Beschäftigte, Kunden, Geschäftspartner, Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie Freunde des Unternehmens waren der Einladung auf das neue Firmengelände an der Staustufe in Thüngersheim gefolgt.


Aus kleinen Anfängen zu einem regionalen Bauunternehmen

1981 legten Oskar Kreß und seine Söhne Heinrich und Max mit der Gründung der Kress-Bau GmbH den Grundstein für ein Unternehmen, das heute zu den etablierten Familienbetrieben der mainfränkischen Bauwirtschaft zählt.

Heinrich Kreß erinnerte sich  an die Anfänge. Nach dem Abschluss der Maurermeisterschule habe er bereits attraktive Jobangebote gehabt – im Brückenbau oder sogar in Saudi-Arabien. Doch sein Vater stellte ihm eine andere Frage: „Was hältst du davon, wenn wir uns selbstständig machen?"

Die Antwort fiel spontan aus. Gemeinsam gründeten Vater und Söhne am 7. Juli 1981 das Unternehmen.

Wir hatten nichts – keinen Fuhrpark, keine Maschinen. Wir hatten nur unseren Kopf, unsere Hände und unsere Arbeitskraft", sagte Kreß. Als Symbol dafür stand auf dem Festgelände der erste Betonmischer des Unternehmens, mit dem einst die ersten Baustellen abgewickelt wurden.

Nach dem frühen Tod der Mutter trat 1991 Bruder Axel Kreß in das Unternehmen ein und übernahm den kaufmännischen Bereich.  1994 trat Oskar in den Ruhestand. Über Jahrzehnte führten Heinrich, Max und Axel Kreß den Betrieb gemeinsam – mit klaren Zuständigkeiten und großem gegenseitigem Vertrauen.


Veitshöchheim wurde zur zweiten Heimat

Ende der 1980er Jahre zog Heinrich Kreß nach Veitshöchheim. Dort engagierte er sich früh im Sportverein und im gesellschaftlichen Leben. Die Verbundenheit zur Gemeinde wuchs stetig. Mit der Eröffnung der Betriebsstätte in Veitshöchheim im Jahr 2000 wurde diese enge Beziehung auch unternehmerisch gefestigt.

Heute ist Kress-Bau mit Betriebsstätten in Thüngen und Veitshöchheim fest in der Region verwurzelt und beschäftigt rund 35 Mitarbeiter. Das Leistungsspektrum reicht vom Hoch- und Tiefbau bis zur Gestaltung von Außenanlagen für private, gewerbliche und öffentliche Auftraggeber.


Generationenwechsel erfolgreich abgeschlossen

Das Kress-Bau-Familienunternehmen v.l. Jonas, Heinrich, Max, Julius, Anna und Axel

Das Jubiläumsjahr markiert zugleich den Beginn eines neuen Kapitels in der Firmengeschichte. Heinrich Kreß hat sich als Seniorchef aus der operativen Unternehmensführung zurückgezogen und die Verantwortung vollständig an die nächste Generation übergeben. Sein Bruder Max war bereits 2019 als Geschäftsführer ausgeschieden.

Seit Anfang 2026 führt Bauingenieurin Anna Kreß das Familienunternehmen als alleinige Geschäftsführerin und Mehrheitsgesellschafterin mit 51 Prozent. Unterstützt wird sie von ihrem Bruder, dem Prokuristen Julius Kreß, der den kaufmännischen Bereich verantwortet, sowie ihrem Cousin Jonas Kreß, der den technischen Bereich leitet.

Heute gehört Max und mir nichts mehr. Aber wir haben unsere Kinder – und wir vertrauen ihnen. Das ist das Wichtigste", sagte Heinrich Kreß. 


Investition in den Standort Veitshöchheim

Mit dem Generationswechsel sind bereits die nächsten Zukunftspläne verbunden. Die neue Unternehmensführung hat vor rund eineinhalb Jahren das Betriebsgelände an der Staustufe in Thüngersheim neben der Firma Bauermees erworben. Dort soll künftig der Hauptsitz des Unternehmens entstehen.

Ein Planentwurf für den Umbau und die Erweiterung der bestehenden Lagerhalle mit einem modernen Verwaltungstrakt liegt bereits vor. Die Betriebsstätten in Thüngen und Veitshöchheim sollen dabei erhalten bleiben. Mit dem neuen Hauptsitz will das Familienunternehmen die Voraussetzungen für weiteres Wachstum schaffen und gleichzeitig seine starke regionale Verwurzelung unterstreichen.


Bürgermeister Götz würdigt Lebenswerk und regionale Verbundenheit

Veitshöchheims Bürgermeister Jürgen Götz bezeichnete die beiden Jubiläen als Anlass, nicht nur zu feiern, sondern auch Dank für eine außergewöhnliche Lebensleistung auszusprechen. Zusammen mit seinem Stellvertreter Elmar Knorz hatte er auch Präsente mitgebracht.

Die Firma Kress habe sich in 45 Jahren weit über die Landkreisgrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf erarbeitet und stehe für Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Qualität. Für die Gemeinde sei das Unternehmen seit vielen Jahren weit mehr als ein leistungsfähiger Baubetrieb. Immer wieder habe sich gezeigt, dass auf Kress-Bau Verlass sei – etwa bei Wasserrohrbrüchen, kurzfristigen Maßnahmen oder aktuell beim Umbau des Rathauses.

Ebenso würdigte Götz das langjährige gesellschaftliche Engagement der Familie sowie den persönlichen Einsatz von Heinrich Kreß beim Umbau des Sportheims und des Sportgeländes des SVV.

Mit Blick auf den Generationenwechsel zeigte sich der Bürgermeister überzeugt, dass das Unternehmen mit Anna Kreß an der Spitze hervorragend für die Zukunft aufgestellt sei. Besonders begrüßte er auch ihr kommunalpolitisches Engagement als Mitglied des Veitshöchheimer Gemeinderates seit Mai dieses Jahres.

Die tiefe Verwurzelung des Unternehmens mit der Gemeinde Thüngen schilderte deren 2. Bürgermeister Sebastian Heidenfelder an mehreren Beispielen aus der jüngeren Zeit, für die Jonas Kreß verantwortlich zeichnete.


Bau-Innung: „Ein Aushängeschild des Handwerks“

Auch der Obermeister der Bau-Innung Mainfranken-Würzburg, Ralf Stegmeier, würdigte die Erfolgsgeschichte des Familienunternehmens. Kress-Bau stehe seit Jahrzehnten für Leistungsfähigkeit, Zuverlässigkeit und Seriosität.

Er erinnerte daran, dass Firmengründer Oskar Kreß bereits unmittelbar nach der Gründung der Bau-Innung beigetreten sei und das Unternehmen bis heute ein Aushängeschild des regionalen Bauhandwerks sei.

Stegmeier hob hervor, dass der gelungene Generationenwechsel die besten Voraussetzungen dafür schaffe, die kommenden Herausforderungen der Bauwirtschaft erfolgreich zu meistern.

Als Zeichen der Verbundenheit überreichte er der Familie Kreß das Bronzesymbol des deutschen Bauhandwerks.


Mitarbeiter sind das Fundament des Erfolgs

Einen besonderen Schwerpunkt setzte Geschäftsführerin Anna Kreß auf die Menschen im Unternehmen.

Unser Unternehmen lebt vor allem von den Menschen, die Tag für Tag ihr volles Engagement einbringen und gemeinsam an einem Strang ziehen", sagte sie. Der Erfolg der vergangenen 45 Jahre sei vor allem den Mitarbeitern, ihren Vorgängern und der gesamten Unternehmerfamilie zu verdanken.

Im Rahmen der Feier wurden langjährige Mitarbeiter für 10, 20 und 40 Jahre Betriebszugehörigkeit geehrt. 

Zum Abschluss bedankte sich Anna Kreß ausdrücklich auch bei ihren Onkeln Max und Axel Kreß, die gemeinsam mit ihrem Vater das Unternehmen über Jahrzehnte aufgebaut und geprägt haben.


Spenden statt Geschenke

Anstelle persönlicher Geschenke hatte sich Seniorchef Heinrich Kreß eine Spendenaktion zugunsten einer Krebsstation gewünscht. Dafür war eigens eine Spendenbox aufgestellt worden, die von vielen Gästen gerne genutzt wurde.


Geselliger Ausklang

Nach dem offiziellen Teil waren alle Gäste zum gemeinsamen Abendessen eingeladen. Das Catering übernahmen werk3 von Mehlig und Heller mit einem reichhaltigen Buffet und Grillstand.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte das Duo QUER mit den Gitarristen Thomas Väth und Jörg Thamm. Mit Rock, Pop, Schlagern und Liedermacher-Klassikern aus den vergangenen vier Jahrzehnten begleiteten sie den Abend und sorgten für beste Stimmung.

Bei gutem Essen, Live-Musik und vielen Gesprächen wurde bis in die Abendstunden gemeinsam gefeiert – passend zu einem Jubiläum, das nicht nur auf 45 erfolgreiche Unternehmensjahre zurückblickte, sondern zugleich den gelungenen Generationswechsel und den Aufbruch in eine neue Zukunft dokumentierte.

Text und Fotos Dieter Gürz

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