18 Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten: Neubau an der Steige nimmt konkrete Form an - Bau-Turbo macht Bebauungsplan überflüssig
Energieversorung setzt als Bauherr auf barrierefreie Wohnungen, Gesundheitsnutzungen, Holz-Modulbauweise und erneuerbare Energie – Gemeinde erteilt Einvernehmen
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Baulücke an der Steige soll geschlossen werden
An der Steige 2b in Veitshöchheim soll ein umfangreiches Neubauprojekt entstehen. Die Energieversorgung Lohr-Karlstadt und Umgebung GmbH & Co. KG beabsichtigt auf dem Grundstück Flurnummer 2018 den Neubau von 18 Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten zur Vermietung.
Der Ferienausschuss des Gemeinderates hat dafür heute einstimmig das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Durch den in § 36a Abs. 1 in Verbindung mit § 34 Abs. 3b BauGB eingeführten Bauturbo ist für das konkrete Vorhaben kein separater Bebauungsplan mehr erforderlich, wird das Baugrundstück nun als Baulücke im Innenbereich eingestuft.
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Die geplante Bebauung auf Flurnummer 2018 schließt die verbliebene Baulücke an der Steige (hinter den Hecken).
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Maßgebend ist hier das Einfügen in die nähere Umgebung.
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Der geplante Neubau knüpft an die Entwicklung des Areals durch die Energieversorgung an. Im Mai 2017 hatte das Unternehmen den rund 2,1 Millionen Euro teuren Neubau seiner Betriebsstelle Veitshöchheim eingeweiht (Gebäude rechts hinter der Straßenlampe). Ende 2019 folgte der zweite Bauabschnitt an der Steige. Dort entstanden unter anderem Bäckerei mit Café und Außengastronomie, Zahnarztpraxis, Büros und eine Wohneinheit. Im Frühjähr 2025 stellte die Bäckerei Kiliansbäck ihren Betrieb ein. Derzeit werden deren Räume für die Zahnarztpraxis umgenutzt.
Zwei Baukörper folgen der Topografie
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Wie Architekt Hermann Günther in der Baubeschreibung erläutert, nehmen Lage und Anordnung der beiden Baukörper Rücksicht auf die besondere Topografie des Grundstücks.
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Geplant sind zwei gekrümmte Flachdachgebäude, die durch eine Tiefgarage miteinander verbunden werden. Im Nordosten ist ein Gebäude (Haus 2) mit Kellergeschoss und vier weiteren Geschossen vorgesehen, im Südwesten ein Baukörper (Haus 1) mit Kellergeschoss und drei weiteren Geschossen. Zwischen den beiden Gebäudeteilen entsteht eine rund zehn Meter breite, gassenähnliche Situation. Vorgesehen sind dort schattige Aufenthaltsflächen und begrünte Kommunikationsbereiche.
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Die Zone mündet in einen halbkreisförmig auslaufenden Aufenthaltsbereich mit Spielplatz und Sitzflächen.
18 Wohnungen zwischen 73 und 111 Quadratmetern
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Die 18 Wohnungen sollen Wohnflächen zwischen 73 und 111 Quadratmetern haben. Es sind im dreigeschossigen Haus 1 zwölf Dreizimmer-Wohnungen und im viergeschossigen Haus 2 in den drei oberen Geschossen drei Vierzimmer- und drei Zweizimmerwohnungen geplant. Insgesamt ergibt sich eine Wohnfläche von rund 1.404 Quadratmetern.
Besonderes Augenmerk legt die Planung auf die Barrierefreiheit. Insgesamt ergibt sich eine Wohnfläche von rund 1.404 Quadratmetern. Sämtliche Wohnungen und Gewerbeeinheiten sollen ebenerdig oder über Aufzüge barrierefrei erreichbar sein.
Zwei der insgesamt 18 Wohnungen werden nach den Anforderungen der DIN 18040 behindertengerecht geplant.
Damit richtet sich das Projekt nach Angaben des Architekten nicht nur an klassische Wohnungssuchende, sondern berücksichtigt ausdrücklich auch die Anforderungen von Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
Gewerbe für Gesundheitswesen vorgesehen
Für die beiden Gewerbeeinheiten sind insgesamt rund 159 Quadratmeter Nutzfläche vorgesehen.
Nach der Bau- und Betriebsbeschreibung sollen dort beispielsweise Arztpraxen sowie Therapie- und Behandlungsräume oder vergleichbare Nutzungen im Gesundheitswesen entstehen.
Vorgesehen ist eine Bestell- beziehungsweise Terminpraxis. Patienten sollen daher vorab feste Termine vereinbaren. Ein dauerhaft hoher Publikumsverkehr ohne Terminvereinbarung ist nach der vorgesehenen Organisationsform nicht geplant.
33 Stellplätze auf dem Baugrundstück
Ein Teil der erforderlichen Stellplätze wird unterirdisch geschaffen. Die Tiefgarage bietet 24 Pkw-Stellplätze, darunter drei behindertengerechte Stellplätze. Im Außenbereich sind weitere neun Stellplätze vorgesehen.
Damit entstehen auf dem Baugrundstück selbst insgesamt 33 Stellplätze. Hinzu kommen Stellplätze auf dem benachbarten Grundstück An der Steige 2a, sodass die vom Landratsamt Würzburg geforderte Gesamtzahl von 42 Stellplätzen nachgewiesen werden.
Für die neun Stellplätze auf dem Nachbargrundstück müssen die entsprechenden Dienstbarkeiten und die erforderliche Zufahrt rechtlich gesichert werden.
Rettungswege und Feuerwehrzufahrt gesichert
Auch die Erreichbarkeit für Rettungsdienste und Feuerwehr ist Bestandteil der Planung. Nach Angaben des Architekten ist die Zugänglichkeit für Rettungsdienste und Feuerwehr zu allen Einheiten gewährleistet.
Die Erschließung der Gebäude und der Tiefgarage wird damit sowohl für den täglichen Betrieb als auch für Einsatzfälle berücksichtigt.
Holz-Modulbauweise mit Brettsperrholz
Eine Besonderheit des Projekts ist die geplante Bauweise. Alle tragenden Gebäudeteile, die nicht in das Erdreich einbinden, sollen in werkseitig vorgefertigter Modulbauweise mit Brettsperrholzelementen errichtet werden.
Damit setzt die Planung auf einen hohen Vorfertigungsgrad. Die Bauteile werden bereits werkseitig vorbereitet und anschließend auf der Baustelle montiert.
Die Gebäude sollen sich dabei trotz der unterschiedlichen Geschosszahlen in die Hanglage des Grundstücks einfügen.
Wärmepumpen und Photovoltaik
Auch bei der Energieversorgung setzt das Projekt auf erneuerbare Energien. Heizung und Warmwasser sollen über Luft-Wasser-Wärmepumpen erzeugt werden.
Der für den Betrieb der Außengeräte erforderliche Strom soll zu einem erheblichen Teil über eine Photovoltaikanlage auf den Flachdächern erzeugt werden. Damit wird die Dachfläche zugleich energetisch genutzt.
Lüftung mit Wärmerückgewinnung
Für die Wohnungen und Gewerbeeinheiten sind außerdem bedarfsgeführte Lüftungssysteme mit Wärmerückgewinnung vorgesehen. Die Systeme sollen die Luftmengen jeweils an den tatsächlichen Bedarf der einzelnen Wohn- und Gewerbeeinheiten anpassen. Gleichzeitig wird die in der Abluft enthaltene Wärme zurückgewonnen.
Fotos Dieter Gürz - Perspektiven und Planzeichnungen Architekt H. Günther