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Veitshöchheim sieht sich für Ganztagsanspruch gut gerüstet

Veröffentlicht am von Dieter Gürz


Gemeinde erkennt Bedarf von 382 Plätzen an – 410 Betreuungsplätze stehen künftig zur Verfügung

Mit dem ab dem Schuljahr 2026/2027 schrittweise eingeführten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder hat sich der Veitshöchheimer Gemeinderat mit der Bedarfsplanung für die Schulkindbetreuung befasst. Das Ergebnis: Die Gemeinde rechnet mit einem Bedarf von 382 Betreuungsplätzen, kann nach Fertigstellung des neuen Hauses VI an der Eichendorffschule aber 410 Plätze anbieten und verfügt damit über eine Reserve.

Der Gemeinderat nahm den von der Verwaltung erarbeiteten Bedarfsplan einstimmig zur Kenntnis und erkannte die vorgesehenen Plätze als bedarfsnotwendig an.


Rechtsanspruch wird bis 2029 schrittweise eingeführt

Ab dem 1. August 2026 haben zunächst alle Kinder der ersten Klassenstufe einen Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung. In den Folgejahren wird dieser Anspruch jeweils um eine Klassenstufe erweitert, sodass ab dem Schuljahr 2029/2030 alle Grundschulkinder der Klassen 1 bis 4 Anspruch auf eine ganztägige Betreuung haben.

Die Gemeinde hatte bereits bei der Schulanmeldung für das Schuljahr 2026/2027 den Betreuungsbedarf abgefragt. Von 92 angemeldeten Schulanfängern meldeten die Eltern von 73 Kindern – rund 80 Prozent – einen Betreuungsbedarf an. Für die Klassen 5 bis 7 der Mittelschule geht die Verwaltung von einer Betreuungsquote von etwa 30 Prozent aus.


Geburtenzahlen bilden Grundlage der Planung

Aus den Geburtenzahlen der Jahre 2016 bis 2025 mit durchschnittlich 93 Kindern pro Jahr errechnete die Verwaltung einen Bedarf von insgesamt 382 Betreuungsplätzen. Dieser setzt sich aus 298 Plätzen für Grundschüler sowie 84 Plätzen für Schüler der Klassen 5 bis 7 zusammen.

Da in Veitshöchheim in den vergangenen Jahren zudem zahlreiche neue Baugrundstücke vermarktet wurden und weiterer Zuzug junger Familien erwartet wird, wurde die Entwicklung ebenfalls berücksichtigt.


410 Plätze nach Fertigstellung von Haus VI

Dem errechneten Bedarf stehen künftig 410 Betreuungsplätze gegenüber. Diese verteilen sich auf:

  • 🎒Haus für Kinder St. Bilhildis: 20 Plätze
  • 🎒Hort Vitus: 43 Plätze
  • 🎒Hort Eichendorffschule Haus 6: 275 Plätze
  • 🎒Offene Ganztagsschule Eichendorffschule: 25 Plätze
  • 🎒Mittagsbetreuung an der Grundschule: 47 Plätze

Damit verfügt Veitshöchheim über 28 Plätze mehr als der aktuell prognostizierte Bedarf. Die Verwaltung orientiert sich dabei auch an einer Empfehlung des Bayerischen Sozialministeriums, bei der Bedarfsanerkennung einen Puffer vorzusehen. Dadurch müssen Bedarfsplanungen nicht bei jeder kleineren Veränderung angepasst werden.


Seit Jahren kontinuierlicher Ausbau

Die Gemeinde baut die Schulkindbetreuung bereits seit vielen Jahren kontinuierlich aus. Der Hort an der Eichendorffschule entwickelte sich von ursprünglich 24 Plätzen im Jahr 1991 auf künftig 275 Plätze. Hinzu kommen der Hort Vitus, die Betreuung im Haus für Kinder St. Bilhildis sowie die Angebote der Offenen Ganztagsschule und der Mittagsbetreuung.

Nach Einschätzung der Verwaltung konnte der Bedarf in den vergangenen Jahren stets gedeckt werden, allerdings meist ohne nennenswerte freie Kapazitäten.


Gute Ausgangslage im Vergleich zu vielen Kommunen

Während zahlreiche Städte und Gemeinden in Bayern angesichts des neuen Rechtsanspruchs noch erhebliche Herausforderungen beim Ausbau von Betreuungsplätzen, Personal und Räumlichkeiten bewältigen müssen, sieht sich Veitshöchheim gut vorbereitet. Mit den künftig verfügbaren 410 Betreuungsplätzen übersteigt das Angebot den derzeit ermittelten Bedarf von 382 Plätzen.

Der Gemeinderat bestätigte zugleich, dass dem Wunsch- und Wahlrecht der Eltern Rechnung getragen wird. Auch Betreuungsplätze in auswärtigen Einrichtungen werden anerkannt, sofern sie dauerhaft in Anspruch genommen werden.

Foto und Grafik: Dieter Gürz

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