Verkehrsangelegenheiten: Gemeinderat berät über Parken, Verkehrssicherheit und neue Beschilderungen
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Mehrere Tagesordnungspunkte der Gemeinderatssitzung beschäftigten sich mit verschiedenen Verkehrsangelegenheiten im Gemeindegebiet. Grundlage der Beratungen waren die Ergebnisse einer gemeinsamen Verkehrsschau mit Polizei, Bauverwaltung und dem neuen Verkehrsreferenten des Gemeinderates Andreas Düll (Foto). Dabei standen vor allem Fragen der Verkehrssicherheit, des ruhenden Verkehrs und der Erreichbarkeit für Rettungs- und Entsorgungsfahrzeuge im Mittelpunkt.
Thüngersheimer Straße: Parken wird durch Zonenmarkierung neu geordnet
Den größten Raum nahm die Diskussion über die Thüngersheimer Straße ein. Nach Darstellung der Verwaltung bestehen dort seit Jahren Beschwerden von Anwohnern sowie der Kläranlage. Deren Lieferverkehr werde immer wieder behindert, weil Lastwagen wegen ungeordnet abgestellter Fahrzeuge die Straße nicht oder nur erschwert passieren könnten.
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Besonders im vorderen Bereich zwischen der Einmündung „Am Güßgraben“ und etwa Hausnummer 82 parken Fahrzeuge teilweise über rund 100 Meter beidseitig am Fahrbahnrand. Dadurch entstehen erhebliche Engstellen.
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Ein Begegnungsverkehr zwischen Pkw und Lkw ist stellenweise nicht möglich, Müllabfuhr, Lieferverkehr und Winterdienst können häufig keine Ausweichmöglichkeiten nutzen und blockieren beim Anhalten die gesamte Fahrbahn. Auch für Sattelzüge stellt die lange Sackgasse mit dem kleinen Wendehammer ein Problem dar, da sie dort oftmals nicht wenden können und rückwärts aus der Straße rangieren müssen. Als Lösung wurden versetzt angeordnete Parkflächen vorgeschlagen, die gleichzeitig den Verkehrsfluss beruhigen und ausreichend breite Fahrgassen sichern sollen.
Auch im mittleren und hinteren Abschnitt der Straße sieht die Verwaltung Handlungsbedarf.
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Besonders im Bereich der Hausnummern 113 und 115 werde die Engstelle vor dem Kurvenbereich vor allem in den Nachmittags- und Abendstunden regelmäßig zugeparkt, wenn Anwohner nach der Arbeit ihre Fahrzeuge im öffentlichen Straßenraum abstellen. Teilweise würden Fahrzeuge mangels anderer Stellplätze sehr dicht vor Hausnummer 115 geparkt, wodurch sich die ohnehin enge Durchfahrt zusätzlich verschärfe. Erschwert werde die Situation außerdem durch eine gegenüberliegende Straßenlaterne.
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Größere Fahrzeuge wie die Lkw eines Garten- und Landschaftsbaubetriebs, der Unimog des Bauhofs oder Traktoren mit Anhängern auf dem Weg zur Kläranlage könnten die Engstelle häufig nur mit Mühe und teilweise sogar durch Ausweichen auf die Bahnböschung passieren. Nach Einschätzung der Freiwilligen Feuerwehr wäre auch die Durchfahrt eines Löschzuges sowohl an dieser Engstelle als auch im vorderen Straßenabschnitt und am Wendehammer äußerst problematisch. Eine ähnliche Einschätzung habe auch das Entsorgungsunternehmen team orange abgegeben.
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Hinzu kommt, dass nach dem Wegfall früherer Parkmarkierungen vor allem im Bereich der Hausnummern 107 bis 113 vermehrt Firmentransporter sowie dauerhaft Wohnmobile und Wohnwagen im öffentlichen Straßenraum abgestellt werden, obwohl nach Darstellung der Verwaltung auf Privatgrundstücken oder im Gewerbegebiet ausreichend Alternativen vorhanden seien. Zudem werde der vorhandene Parkraum ohne Markierungen oftmals nicht effizient genutzt, da zwischen den Fahrzeugen größere Lücken entstünden. Dadurch verschärften sich die bestehenden Verkehrsprobleme zusätzlich.
Der Gemeinderat beschloss deshalb, die gesamte Thüngersheimer Straße als Zone mit eingeschränktem Haltverbot auszuweisen. Künftig soll das Parken nur noch in gekennzeichneten Flächen erlaubt sein. Vor der endgültigen Festlegung der Parkflächen soll gemeinsam mit der Bauverwaltung und Gemeinderatsmitgliedern ein Ortstermin stattfinden.
Verkehrsspiegel für die Engstelle Bahnhofstraße widersprüchlich diskutiert
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Auch die Engstelle in der Bahnhofstraße sorgte für eine längere Diskussion. Nach Angaben der Verwaltung war es in der Vergangenheit wiederholt zu Beschwerden des Entsorgungsbetriebs team orange sowie der Nahverkehr Mainfranken (NVM) gekommen, weil sich Busse und Lkw in der Engstelle begegnen und dann teilweise wieder rückwärts ausfahren müssen. Besonders für Gelenkbusse sei dies problematisch.
Verkehrsreferent Andreas Düll schilderte, dass die Engstelle aus keiner der vier Zufahrtsrichtungen ausreichend einsehbar sei – weder aus Richtung Sparkasse, aus der Herrnstraße, aus der Günterslebener Straße noch beim Einbiegen aus der Bilhildisstraße. Nach seiner Auffassung sollten deshalb Verkehrsspiegel so angebracht werden, dass sie aus allen vier Richtungen einen Einblick in die Engstelle ermöglichen. So könnten Fahrzeugführer entgegenkommende Fahrzeuge frühzeitig erkennen und rechtzeitig anhalten, bevor sie in den Engpass einfahren.
In der anschließenden Diskussion wurden die Vor- und Nachteile kontrovers abgewogen. CSU-Gemeinderat und früherer Verkehrsreferent Oswald Bamberger sprach sich gegen die Spiegel aus. Rund 80 Prozent der Verkehrsteilnehmer kämen aus Veitshöchheim und wüssten, wie sie die Engstelle sicher passieren müssten. Mit Verkehrsspiegeln bestehe vielmehr die Gefahr, dass Autofahrer schneller in die Engstelle einfahren, wenn sie diese als frei erkennen. Zudem verwies er auf die Einmündung der Herrnstraße mit der dort geltenden Regel „rechts vor links“. Seiner Auffassung nach sei die Gefahrenstelle bekannt; allenfalls könne man zusätzlich mit Hinweisschildern darauf aufmerksam machen.
UWG-Gemeinderat Bernd Schäfer bemerkte, aus seiner Tätigkeit bei der Sicherheitswacht kenne er mehrere Situationen, in denen sich Fahrzeuge in der Engstelle festgefahren hätten. Besonders erinnerte er an einen Vorfall, bei dem ein Bus nur mit Hilfe anderer Verkehrsteilnehmer wieder aus der Engstelle herauskam. Mit einem Verkehrsspiegel hätte der entgegenkommende Busfahrer die Situation rechtzeitig erkennen können. Deshalb sprach sich Schäfer dafür aus, die Maßnahme auszuprobieren.
Die Verwaltung hatte schließlich eine abgespeckte Lösung vorgeschlagen: An der bestehenden Pflanzinsel sollen zwei Verkehrsspiegel installiert werden – einer mit Blick in Richtung Engstelle am Fassnachtshaus und einer in Richtung Bahnhofstraße (westliche Fahrtrichtung).
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Verkehrsreferent Düll regte zum Schluss an, die Situation nochmals gemeinsam vor Ort zu beurteilen, insbesondere weil Verkehrsteilnehmer aus der Bilhildisstraße (im Bild) vor dem Einbiegen keinerlei Sicht in die Engstelle hätten.
Bürgermeister Jürgen Götz ließ dann ohne darauf einzugehen unmittelbar abstimmen: "Wer ist für den Spiegel". Bei vier Gegenstimmen sprach sich die große Mehrheit dafür aus.
Tiergartenstraße: Neue Parkregelungen
In der Tiergartenstraße wurden mehrere Themen behandelt.
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Aufgrund der aktuellen Parksituation sollen die beiden Stellplätze am alten Wasserhaus künftig ausschließlich Pkw vorbehalten sein. Die bestehende Beschilderung wird durch das ZZ „Nur PKW“ ergänzt.
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Entlang des Grundstücks Flur-Nr. 345/1 (Schrebergarten) wird zusätzlich eine Beschilderung angebracht, die das Parken von Wohnmobilen ausschließt. Gleichzeitig wird auf der gegenüberliegenden Seite das bestehende eingeschränkte Haltverbot vor Haus-Nr. 4 in westlicher Richtung bis zur Pont-l’Evèque-Allee verlängert, um die Durchfahrt für Rettungs- und Entsorgungsfahrzeuge dauerhaft sicherzustellen.
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Für die Parksituation an der Arztpraxis in der Tiergartenstraße sah der Gemeinderat dagegen keinen Handlungsbedarf. Bei der Verkehrsschau wurde festgestellt, dass es sich vor der Praxis nicht um einen Gehweg, sondern um einen Mehrzweckstreifen handelt. Die Ein- und Ausfahrt des gegenüberliegenden Grundstücks (links - Tore in blauer Farbe) sei trotz notwendigem Rangieren weiterhin möglich. Die geforderte Durchfahrtsbreite von 3,05 Meter wird laut Verkehrsreferent eingehalten. Der Gemeinderat sah deshalb keine Notwendigkeit, an der bestehenden Beschilderung etwas zu ändern.
Mehr Sicherheit am Seniorenheim St. Hedwig
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Verbesserungen soll es am Fußgängerüberweg in der Würzburger Straße vor dem Seniorenheim St. Hedwig geben. Der Gemeinderat beschloss, auf beiden Seiten der Fahrbahn jeweils einen zusätzlichen Leitbaken-Abweiser in einer Höhe von etwa 30 Zentimetern anzubringen.
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Dadurch sollen sich künftig aus jeder Fahrtrichtung jeweils zwei gut erkennbare Abweiser vor der Fußgängerfurt im Blickfeld der Autofahrer befinden und die Querungsstelle deutlicher hervorheben. Zusätzlich werden die inzwischen verblassten Fahrbahnmarkierungen erneuert, um die Erkennbarkeit und damit die Sicherheit des Fußgängerüberwegs weiter zu verbessern.
Daimlerstraße: Zickzackmarkierung verbessert Sicht
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In der Daimlerstraße soll künftig eine etwa zehn Meter lange Zickzackmarkierung im Bereich der Ausfahrt des Firmenparkplatzes von König & Bauer (rechts) entstehen. Hintergrund sind Sichtbehinderungen durch dauerhaft abgestellte Wohnmobile und Wohnanhänger sowie LKWs. Die Maßnahme soll die Ein- und Ausfahrt deutlich sicherer machen.
Sandstraße: Entscheidung über Sperrfläche vertagt
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Intensiv diskutiert wurde auch die Parksituation gegenüber der Grundstücksausfahrt Sandstraße 10 (Anwesen links). Nach der Sitzungsvorlage kamen Bauverwaltung, Polizei und Verkehrsreferent bei einer gemeinsamen Verkehrsschau zu dem Ergebnis, dass das Ein- und Ausfahren trotz erschwerter Verhältnisse durch Rangieren weiterhin möglich und zumutbar sei. Daher war zunächst vorgesehen, auf eine Sperrfläche zu verzichten.
In der Diskussion verwies Verkehrsreferent Düll jedoch auf die Rechtslage nach § 12 StVO. Danach muss an engen Straßenstellen auch ohne entsprechende Beschilderung eine Restfahrbahnbreite von mindestens 3,05 Metern (maximale Fahrzeugbreite von 2,55 m und je 0,25 m Sicherheitsabstand links und rechts) frei bleiben, damit insbesondere größere Fahrzeuge wie Müllabfuhr oder Feuerwehr passieren können. Nach seinen Ausführungen werde dieser Mindestabstand beim Parken von Kleintransportern an dieser Stelle immer wieder unterschritten. Dies bestätigte auch der in der Nachbarschaft wohnende Gemeinderat Jürgen Arntz.
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Der Gemeinderat erörterte daraufhin verschiedene Lösungsmöglichkeiten, darunter eine Sperrmarkierung, Halteverbotsschilder oder eine Zone mit eingeschränktem Haltverbot und Parken nur noch in gekennzeichneten Flächen. Bürgermeister Jürgen Götz gab jedoch zu bedenken, dass eine solche Regelung erhebliche Folgekosten verursachen könnte, wenn vergleichbare Maßnahmen anschließend auch in weiteren Straßen der Gartensiedlung gefordert würden.
Schließlich entschied sich das Gremium, den Tagesordnungspunkt zu vertagen. Bei einer gemeinsamen Ortseinsicht sollen die verschiedenen Lösungsansätze nochmals geprüft werden.
Verkehrssicherheit im Mittelpunkt
Mit den beschlossenen Maßnahmen verfolgt der Gemeinderat das Ziel, den Verkehrsfluss zu verbessern, Parkräume klarer zu ordnen und die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei die Erreichbarkeit für Rettungsfahrzeuge sowie die Entschärfung von Engstellen in mehreren Straßen des Gemeindegebiets.
Fotos Dieter Gürz