Strom statt Chemie: Moderne Unkrautbekämpfung im Veitshöchheimer Hofgarten
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Hochspannung gegen Wildkraut: Im Veitshöchheimer Hofgarten wurde im Platanen-Rondell ein elektrisches Verfahren zur herbizidfreien Unkrautbekämpfung vorgeführt. Der Steyr-Kompakttraktor mit XPower-XPU-Anbaugerät bekämpft unerwünschten Bewuchs bis in den Wurzelbereich, ohne den Kies aufzuwühlen.
Hochspannung für historische Kieswege – Vorführung im Platanen-Rondell
Historische Gartenkunst und moderne Technik müssen kein Widerspruch sein. Das zeigte sich jetzt im Veitshöchheimer Hofgarten: Im Platanen-Rondell wurde ein elektrisches Verfahren zur Unkrautbekämpfung vorgeführt. Statt Herbiziden setzt die Technik auf Hochspannung und soll Wildkraut bis in den Wurzelbereich wirksam bekämpfen.
Barockgarten im Mittelpunkt
Der Veitshöchheimer Hofgarten zählt zu den bedeutendsten historischen Gartenanlagen Bayerns. Seine Pflege stellt besondere Anforderungen: Die barocken Strukturen sollen möglichst originalgetreu erhalten bleiben, gleichzeitig gelten hohe ökologische Anforderungen. Hinzu kommt die große Zahl an Besuchern, die den Garten während der Saison nutzen.
Die Bayerische Schlösserverwaltung verfolgt bei ihren 32 historischen Parkanlagen ein ganzheitliches Pflegekonzept. Denkmalpflege, Naturschutz und die praktische Pflege der Anlagen sollen miteinander in Einklang gebracht werden.
Ein wichtiger Punkt dabei ist der Verzicht auf chemische Herbizide.
Hochspannung gegen Wildkraut
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Wie eine mögliche Alternative funktioniert, wurde kürzlich im Platanen-Rondell des Veitshöchheimer Hofgarten demonstriert. Techniker der Schloss- und Gartenverwaltung Würzburg und Mitarbeiter des Gartenbetriebs informierten sich über ein Gespann der Firma Ostermayr Landmaschinen aus Rohr in Niederbayern.
Der Steyr-Kompakttraktor war mit einem AGXTEND-XPower-XPU-Gerät des Herstellers Zasso ausgestattet. Das elektrophysikalische Verfahren führt elektrische Energie über spezielle Applikatoren in die Pflanzen und weiter in den Boden. Die Pflanzenzellen werden dabei geschädigt, die Wirkung reicht bis in den Wurzelbereich.
Anders als bei mechanischen Verfahren wird der Kies nicht aufgerissen oder umgepflügt.
Praxistest auf dem Rondellweg
Der Ort für die Vorführung war bewusst gewählt. Während die Schlösserverwaltung in den vergangenen Jahren große Teile der Kiesflächen im Hofgarten erneuert hat – unter anderem in den letzten beiden Jahren rund um den Großen See –, hatte sich auf dem im Schatten der vier Platanen liegenden Rondellweg zuletzt vermehrt Wildkraut ausgebreitet.
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Nach dem Einsatz des Geräts war der Unterschied deutlich sichtbar: Der Bewuchs auf der behandelten Fläche war weitgehend verschwunden.
Damit konnte die Technik direkt unter den Bedingungen eines historischen Gartens demonstriert werden.
Herrenchiemsee und Linderhof als Beispiele
Die elektrische Unkrautbekämpfung ist für die Bayerische Schlösserverwaltung kein völlig neues Verfahren. Auf den kilometerlangen barocken Kieswegen des Schlossparks Herrenchiemsee wird die Technik bereits eingesetzt. Auch in der Schlossanlage Linderhof kommt ein entsprechendes Verfahren zur herbizidfreien Pflege zum Einsatz.
Für größere Kiesflächen könnte die elektrische Behandlung damit eine Ergänzung zu anderen Verfahren darstellen.
Nicht überall kommt dieselbe Technik zum Einsatz
Die Pflege historischer Gärten erfordert unterschiedliche Methoden. Auf größeren Kieswegen können mechanische oder elektrische Verfahren eingesetzt werden. In empfindlichen Randbereichen, etwa an historischen Natursteinkanten, kommen dagegen gezielt Heißwasser oder Dampf zum Einsatz.
Entscheidend ist jeweils, dass die historische Substanz erhalten und der Boden möglichst geschont wird.
Moderne Technik für einen historischen Garten
Die Vorführung im Veitshöchheimer Hofgarten zeigt, wie sich die Anforderungen an die Pflege historischer Anlagen verändern. Zwischen barocken Beeten, alten Bäumen und historischen Kieswegen hält moderne Technik Einzug.
Für den Hofgarten bedeutet das vor allem eines: Sein historisches Erscheinungsbild soll erhalten bleiben – bei einer Pflege, die möglichst ohne chemische Herbizide auskommt.
Vorführ- und Mietmodell auch für Kommunen
Die Firma Ostermayr Landmaschinen bietet das Vorführgespann nach eigenen Angaben auch Kommunen und Dienstleistern zur Miete beziehungsweise für praktische Erprobungen an.
Fotos Dieter Gürz (zufällig im Hofgarten) - Textquellen: eigene Recherchen im Internet
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Im Veitshöchheimer Hofgarten sind aktuell nur vereinzelt Wege von Unkraut überzogen.
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