Overblog Alle Blogs Top-Blogs Reisen & Veranstaltungen
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Regenschauer trübten traditionelles Jagdhornbläser-Konzert im Veitshöchheimer Hofgarten

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

„Horn auf! Blast an!“ hieß es am Sonntagvormittag wieder im Veitshöchheimer Hofgarten. Rund 50 Jagdhornbläserinnen und Jagdhornbläser aus fünf mainfränkischen Bläsergruppen ließen ihre Naturhörner vor der eindrucksvollen Kulisse des Schlosses erklingen.

Trotz angekündigter Gewitterfront und zwischenzeitlicher Regenschauer spielten die Musiker unbeirrt weiter, während die wenigen Besucher Schutz unter ihren Schirmen suchten.

70 Jahre Jagdhornbläsercorps Würzburg

Veranstalter des traditionsreichen Konzerts war erneut das Jagdhornbläsercorps Würzburg. Die diesjährige Veranstaltung stand unter einem besonderen Vorzeichen: Das 1956 gegründete Corps feiert 2026 sein 70-jähriges Bestehen.

Nach mehr als drei Jahrzehnten als Hornmeister hatte der Veitshöchheimer Peter Kraus die Leitung im vergangenen Jahr abgegeben. Sein Nachfolger Bernhard Kreutzer (links) führte nun erstmals als verantwortlicher Hornmeister durch das Hofgartenkonzert und setzte die langjährige Tradition nahtlos fort. Kraus hatte die Veranstaltung seit 1992 maßgeblich geprägt und zuletzt 2025 zum 31. Mal geleitet.

Musikalische Vielfalt der Jagdhornmusik

Trotz der unsicheren Wetterprognosen wurden die Zuhörer mit einer eindrucksvollen musikalischen Darbietung belohnt. Ohne technische Verstärkung präsentierten die fünf Bläsergruppen in jeweils vier Beiträgen die ganze Bandbreite des Jagdhornblasens – von traditionellen Jagdsignalen über Märsche und Polkas bis hin zu anspruchsvoller konzertanter Jagdmusik.

Den Auftakt gestalteten alle teilnehmenden Bläser mit dem Stück"gemeinsam", ehe die einzelnen Gruppen ihr Können präsentierten.

Die Parforcebläser Würzburg unter der Leitung von Marcus Friedrich eröffneten mit „Kein schöner Land“, „Morgengruß“, „Fürstenruf“ und „Der Jäger aus Kurpfalz“ und schlugen damit die Brücke zwischen Jagdtradition und volkstümlicher Musikkultur

Anschließend zeigte die Bläsergruppe Karlstadt unter Bläserobmann Dominik Rüb in neuem Outfit mit „Jägermarsch Nr. 5“, „Auf, auf zum fröhlichen Jagen“, „Gschaftelhuber“ und „Simonswälder“ die heitere Seite der Jagdmusik.

Festliche Klänge bestimmten den Auftritt der Bläsergruppe Ochsenfurt unter Hornmeister Klaus Endres. Mit „Gruß den Hundeführer“, „Festfanfare“, „Hubertusfanfare“ und „Försterhochzeit“ spannte die Gruppe den Bogen von traditionellen Signalen bis zu beliebten Kulturstücken.

Besonders eindrucksvoll präsentierte sich die Parforcegruppe Untermain unter Hornmeisterin Bettina Mecking. Mit der schwungvollen „Isabell-Polka“, dem französischen Reitjagdstück „A Cheval“ und dem feierlichen „Introitus Sombrun“ demonstrierten die Musiker die klanglichen Möglichkeiten ihrer großen Parforcehörner.

Den Abschluss der Einzelvorträge gestaltete das gastgebende Jagdhornbläsercorps Würzburg mit „Jägers Morgenandacht“, „Hubertusjagd“, „Schwabacher“ und der „Fröhlichen Runde“.

Naturinstrumente mit beeindruckender Klangfülle

Das Konzert zeigte eindrucksvoll, dass das Jagdhorn weit mehr ist als ein Instrument für Jagdsignale. Besonders die großen Parforcehörner ermöglichen mit ihrem außergewöhnlichen Tonumfang anspruchsvolle mehrstimmige Jagdmusik. Ihr charakteristischer Klang erfüllte den Hofgarten und verlieh dem Konzert vor historischer Kulisse eine besondere Atmosphäre.

Gemeinsamer Schlussakkord

Zum Finale vereinten sich alle Musiker noch einmal zu einem gemeinsamen „Auf Wiedersehen“ und verabschiedeten sich unter dem Applaus der Zuhörer von ihrem Publikum.

BJV-Kreisvorsitzender Michael Hein dankte anschließend den Hornmeistern der teilnehmenden Bläsergruppen mit kleinen Präsenten für ihren engagierten Einsatz. Besonders würdigte er, dass die Musiker das Konzert trotz der zwischenzeitlichen Regenschauer mit großer Leidenschaft und hoher musikalischer Qualität zu Ende gebracht hatten.

Fotos von Marc Zenner - bearbeitet von Dieter Gürz

 

Kommentiere diesen Post