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60 Jahre Kuratie-Kirche in der Veitshöchheimer Gartensiedlung festlich gefeiert

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Mit einem feierlichen Gottesdienst beging die Kuratie „Heiligste Dreifaltigkeit“ in der Gartensiedlung am Dreifaltigkeitssonntag ihr 60. Kirchweihjubiläum. Weit über 200 Gläubige waren gekommen, um gemeinsam das Patrozinium und den Weihetag der 1966 konsekrierten Kirche zu feiern.

Den Festgottesdienst zelebrierten  in der Bildmitte Pfarrer Christian Nowak (seit 1.10.2022 hier im Amt), mit rechts von ihm Herbert Neeser als Festprediger, der die Gemeinde über drei Jahrzehnte hinweg bis 2003 geprägt hatte und seinem Vorgänger Robert Borawski (Pfarrer ab 2005) links,

sowie Pfarrer i.R. Josef Kraft, Priester mit Seelsorgeauftrag Lucas Brum und Pastoralreferentin Lisa Fischer.

Erinnerungsfoto im Kirchenhof: Die Zelebranten mit ihren Ministranten

Festliche musikalische Gestaltung

Besonders festlich erhielt der Gottesdienst seine musikalische Prägung durch das Zusammenwirken des Vokalensemble St. Vitus unter der Leitung von Dorothea Völker mit dem Veitshöchheimer Harald O. Kraus an der Orgel und dem Trompeter Bernhard Reußner aus Zellingen.  Sie gestalteten zentrale Teile der Liturgie musikalisch.

Bereits zum Einzug erklangen Orgel und Trompete mit einer festlichen „Trumpet Voluntary“. Der Gemeindegesang wurde unter anderem mit den Liedern „Nun jauchzt dem Herren alle Welt“, „Ein Haus voll Glorie schauet“, „Nun danket alle Gott“ und „Großer Gott, wir loben dich“ getragen.

Das Vokalensemble interpretierte eindrucksvoll das „Gloria – soli Deo gloria“ sowie später das „Da pacem, Domine“ zum Agnus Dei. Zur Kommunion erklang außerdem Mozarts „Ave verum corpus“.

Kantor Martin Kuhn übernahm den Antwortpsalm sowie den Halleluja-Ruf.

Der feierliche Schlussauszug mit Trompete und Orgel verlieh dem Jubiläumsgottesdienst einen würdigen Abschluss.

Predigt: Kirche lebt von den Menschen

In seiner Festpredigt nahm Pfarrer Herbert Neeser die Gottesdienstbesucher mit auf einen Rundgang durch die Geschichte und Symbolik der Kuratiekirche. Bereits der markante Kirchturm erinnere an eine Harfe, erläuterte er. Der Veitshöchheimer Architekt Hubert Groß habe damit auf die biblische Tradition des Gotteslobs angespielt. Zugleich erinnere die Form an den See Genezareth, die Wirkungsstätte Jesu.

Neeser lenkte den Blick anschließend auf die zentralen Orte im Kirchenraum. Der Altar bilde die Mitte der Gemeinde und stehe gemeinsam mit dem Ambo für die beiden „Tische des Wortes und des Brotes“.

Der Taufstein mit seinem eindrucksvollen Fenster erinnere an das Wirken des Heiligen Geistes, der die Gemeinde zusammenhalte.

Besondere Bedeutung maß der ehemalige Pfarrer auch dem Tabernakel als Ort der bleibenden Gegenwart Christi bei. Auch auf das große Kreuz im Altarraum ging Neeser ein. Es sei ein Geschenk des Architekten Hubert Groß gewesen. Besonderes Augenmerk richtete er auf die sogenannte Mandorla, den ovalen Rahmen um das Kreuz. Sie entsteht aus zwei sich überschneidenden Kreisen und symbolisiert die Verbindung von Himmel und Erde. Zugleich erinnere das Kreuz daran, dass Christus mit ausgebreiteten Armen die Menschen zusammenführt und Frieden, Versöhnung und Gemeinschaft schenkt.

Mit zahlreichen persönlichen Erinnerungen, unter anderem an die Glockenweihe 1978, verdeutlichte Neeser die Entwicklung der Gemeinde in den vergangenen Jahrzehnten. Entscheidend seien jedoch nicht Gebäude, Glocken oder Einrichtungsgegenstände. Das Wichtigste in jeder Kirche sei der Platz jedes einzelnen Menschen. „Was nützen Altar, Ambo und Tabernakel, wenn niemand kommt und hier mit anderen Gott lobt, ihm dankt und die Ehre gibt“, fragte der Prediger.

Die Kirche müsse deshalb ein Ort bleiben, an dem jeder willkommen sei. Niemand werde nach Alter, Herkunft, Beruf oder Lebenssituation gefragt. Gemeinschaft, gegenseitige Wertschätzung und die Bereitschaft, gemeinsam Verantwortung zu tragen, seien die Grundlagen einer lebendigen Gemeinde.

Mit Blick auf das Patrozinium der Heiligsten Dreifaltigkeit erinnerte Neeser daran, dass Gott selbst Gemeinschaft, Einheit und Liebe sei. Die Gemeinde sei aufgerufen, dieses Miteinander vorzuleben. Sein Fazit: Kirche sei niemals fertig, sondern stets im Werden und Wachsen begriffen – so wie ein altes Foto der Kuratiekirche zeige, das sie noch während ihrer Bauzeit darstellt.

Begegnung und Dankbarkeit

Im Anschluss an den Gottesdienst kamen weit über 100 Gemeindemitglieder und Gäste beim Sektempfang im Pfarrheim und im Innenhof zusammen. Bei Sommermusik des Saxophonisten Erhard Rada, einem kleinen Imbiss sowie Kaffee und Kuchen im Pfarrheim wurde an die Geschichte der Kuratie erinnert und das lebendige Gemeindeleben gewürdigt. 

Pfarrer Christian Nowak dankte allen, die zum Gelingen des Jubiläumsfestes beigetragen hatten. Besonders hob er das Engagement des Gemeindeteams hervor, das die Feier mit großem Einsatz vorbereitet hatte. Sein Dank galt auch den Unterstützern des Empfangs, darunter Michel Heßler, der Wein und Sekt ausschenkte. Die Festgäste würdigten die Helfer mit donnerndem Applaus.

Zweiter Bürgermeister Elmar Knorz (re.) überbrachte die Glückwünsche der politischen Gemeinde. Knorz erinnerte an die Anfänge der Gartensiedlung und die Planungen Anfang der 1960er Jahre, als die stark wachsende Zahl katholischer Einwohner den Bau einer eigenen Kirche erforderlich machte. Mit dem Spatenstich 1963, der Grundsteinlegung 1964 und der Kirchweihe am 6. März 1966 sei ein Projekt verwirklicht worden, das bis heute das Leben vieler Menschen präge.

Die Kuratiekirche sei weit mehr als ein Gebäude aus Stein, betonte der Zweite Bürgermeister. Seit sechs Jahrzehnten sei sie ein Ort des Glaubens, der Gemeinschaft und der Begegnung. Hier hätten Generationen von Menschen Gottesdienste gefeiert, Sakramente empfangen, Trost gefunden und wichtige Lebensstationen erlebt.

Gerade in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen seien solche Orte des Zusammenhalts, der Orientierung und der Hoffnung wichtiger denn je. Für die Zukunft wünschte Knorz der Gemeinde Gottes Segen sowie viele Menschen, die diesen Ort weiterhin mit Glauben und Leben erfüllen.

Als Zeichen der Verbundenheit überreichte Knorz den traditionellen Jubiläumsscheck der Gemeinde Veitshöchheim. Die Zuwendung ist zweckgebunden für den Blumenschmuck in der Kuratiekirche bestimmt.

60 Jahre Kuratie-Kirche! Das ist ein wunderbarer Grund zum Anstoßen. Auf Gesundheit, Frohsinn und eine lebendige Gemeinschaft – Prost! 🥂

Die Feier machte deutlich, welchen festen Platz die Kuratie „Heiligste Dreifaltigkeit“ seit sechs Jahrzehnten im kirchlichen und gesellschaftlichen Leben Veitshöchheims einnimmt.

Den Abschluss des Jubiläumstages bildete am Nachmittag eine Festandacht mit geistlichen Impulsen zum Kirchweihjubiläum.

Fotos Dieter Gürz

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S
Dr. Lucas Brum
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D
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