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Thomas Seitz bringt frischen Genussgeist nach Veitshöchheim

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Wie ein Gastrocoach die „Wiener Botschaft“ neu belebt und den Altort mit Ideen, Kulinarik und Begegnungen bereichert

Wenn in Veitshöchheim heute von kreativen Genussformaten, Weinabenden, Koch-Events oder ungewöhnlichen Kulturveranstaltungen die Rede ist, fällt ein Name immer häufiger: Thomas Seitz. Der Hotelbetriebswirt, Sommelier und Gastrocoach hat in den vergangenen eineinhalb Jahren die Gastro- und Tourismusszene des Ortes mit bemerkenswerter Energie belebt – und dabei einem historischen Gebäude neues Leben eingehaucht.

Mit seiner Event- und Genussmarke „Romy“ hat Seitz die traditionsreiche „Wiener Botschaft“ in der Herrnstraße wieder zu einem Treffpunkt für Genuss, Kultur und Begegnung gemacht. Dort, wo einst das Gasthaus „Blaue Traube“ Gäste bewirtete, ist heute ein Ort, der weit über klassische Gastronomie hinausgeht.

Ein historisches Haus mit neuer Zukunft

Die Geschichte des Hauses reicht weit zurück: Das seit 1773 bestehende „Wirtschaftsrecht“ macht die ehemalige „Blaue Traube“ zum ältesten bestehenden Gasthaus Veitshöchheims. 2009 hatte Flyeralarm-Geschäftsführer Thorsten Fischer das Anwesen erworben und mit viel Liebe zum Detail saniert. Der stattliche Walmdachbau mit barockem Hoftor, Fachwerk-Obergeschoss und Kastaniengarten wurde zu einem hochwertigen Hotel- und Gastronomieensemble umgebaut.

Während die Hotelzimmer seit 2021 von den Würzburger „homekeepers“ betrieben werden, standen die gastronomischen Räume zuletzt leer – bis Thomas Seitz kam.

Vom Dornröschenschlaf zum Genuss-Hotspot

Seit Herbst 2024 entwickelt der gebürtige Rothenburger die Wiener Botschaft Schritt für Schritt zu einer vielseitigen Eventlocation weiter. Dabei setzt Seitz nicht auf klassische Restaurantgastronomie, sondern auf emotionale Erlebnisse, Begegnungen und kreative Genussformate.

„Romy“ heißt das Konzept – benannt nach Schauspielikone Romy Schneider, deren Porträts die Wände der Vinothek schmückten. Die Räume werden flexibel genutzt: Vinothek, Clubraum, Restaurant, Vesperstube, Gewölbekeller, Innenhof und Sommerterrasse bieten Platz für kleine Weinproben ebenso wie für Firmenfeiern, Küchenpartys oder kulturelle Veranstaltungen.

Genuss mit persönlicher Handschrift

Thomas Seitz bringt dabei jahrzehntelange Erfahrung aus der internationalen Spitzenhotellerie mit. Stationen wie das Four Seasons Hawaii und Toronto, das Ritz-Carlton Wolfsburg oder der Bayerische Hof München prägten seinen Blick für Gastlichkeit und Atmosphäre.

Heute verbindet er dieses Wissen mit fränkischer Bodenständigkeit und einem Gespür für Menschen. Als Sommelier bei Viktor Nußbaumer in Kürnach und mit seiner eigenen Agentur „MaindArt“ entwickelt er Events, Seminare und Gastro-Konzepte – individuell, kreativ und nahbar.

Dabei will Seitz bewusst unterschiedliche Zielgruppen zusammenbringen: „Nicht nur für die Touristen, nicht nur für die Einheimischen und die Vereine, sondern aber natürlich auch für die kulinarisch Anspruchsvollen, für die Gourmets – auch dafür sind wir da“, betont er. „Wir versuchen die Schere so weit wie möglich aufzumachen und tatsächlich der Marktplatz für alle sozialen Schichten oder kulinarischen Ansprüche zu sein.“

Kochkunst zum Mitmachen

Besonders erfolgreich sind die interaktiven Koch- und Genussformate, die Seitz in der Wiener Botschaft etabliert hat. Bereits im Oktober 2024 sorgte ein Kochkurs mit Sternekoch Konstantin Kuntzsch (im Bild) für Aufmerksamkeit. Statt Distanz zwischen Profi und Gästen entstand rund um den Küchenblock eine lockere Atmosphäre mit Fine Dining, Weinbegleitung und direktem Austausch.

Es folgten weitere Formate: Koch-Battles zwischen Sterneköchen und Auszubildenden, Backworkshops mit Konditormeisterin Theresa Götz (im Bild links)  oder nachhaltige Einkochkurse mit Doris Winkler vom Verein „KostBar“.

Dabei geht es Seitz nie nur ums Essen. Vielmehr schafft er Begegnungen – zwischen Profis und Hobbyköchen, zwischen Gästen, Vereinen, Musikern und Künstlern.

Bühne für Musik, Kultur und Gemeinschaft

Auch kulturell hat sich die Wiener Botschaft unter Seitz zu einem neuen Anziehungspunkt entwickelt. Beim Festival „Veitshöchheim macht Musik & Appetit“ wurde die Vinothek „Romy“ 2025 zu einem der meistbesuchten Treffpunkte.

Livebands, DJs, Foodtrucks und entspannte Atmosphäre lockten zahlreiche Besucher in den Altort.

Mit dem „etwas anderen Weihnachtsmarkt“ setzte Seitz Ende 2025 weitere Akzente. Zwischen Lichterketten, Pizza Dogs, Winzerglühwein und DJ-Sets entstand eine moderne Interpretation vorweihnachtlicher Begegnungskultur.

Auch Vereine und Institutionen nutzen die Räume inzwischen regelmäßig – von Weinproben über Schützenabende bis hin zu Benefizveranstaltungen.

Kulinarik trifft gesellschaftliches Engagement

Dass Genuss und soziales Engagement zusammenpassen, zeigte ein Benefizabend zugunsten des Frauenhauses Würzburg. Gemeinsam mit Sterneköchen und regionalen Akteuren brachte Seitz dabei 2.500 Euro für Frauen und Kinder in Notsituationen auf.

Der Abend stand exemplarisch für das, was viele Veranstaltungen in der Wiener Botschaft auszeichnet: hochwertige Kulinarik, persönlicher Austausch und ein gemeinschaftlicher Gedanke.

Bereicherung für Tourismus und Ortsleben

Auch die Tourist-Info Veitshöchheim sieht in den neuen Angeboten einen Gewinn für den Ort. Bürgermeister Jürgen Götz und Mitarbeiterinnen der Tourist-Info informierten sich Anfang 2025 bei einem eigens gestalteten Eventabend über die Möglichkeiten der neuen Location.

Denn Seitz bietet nicht nur Veranstaltungen für Einheimische an, sondern entwickelt auch Programme für Reisegruppen und sonstige touristische Gäste – von Weinproben bis hin zu kompletten Genuss-Paketen.

Ein Gastgeber mit Visionen

Thomas Seitz hat in kurzer Zeit gezeigt, welches Potenzial in historischen Orten steckt, wenn sie mit Ideen, Leidenschaft und Offenheit bespielt werden. Die Wiener Botschaft ist heute weit mehr als eine Eventlocation: Sie ist Treffpunkt, Bühne, Genussraum und kreativer Impulsgeber für Veitshöchheim geworden.

Oder wie viele Gäste nach einem Abend bei „Romy“ sagen: ein Ort, an dem man nicht nur einkehrt, sondern gerne bleibt.

Fotos Dieter Gürz

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