KOST-BAR Veitshöchheim wächst rasant auf 610 Mitglieder – Bereits über 10,8 Tonnen Lebensmittel gerettet
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Kost-Bar Veitshöchheim wächst rasant: Bereits über 10,8 Tonnen Lebensmittel gerettet
Der 2023 gegründete Verein Kost-Bar entwickelt sich mit inzwischen über 600 Mitgliedern zu einer festen Größe im sozialen und nachhaltigen Leben Veitshöchheims.
Link auf Mainpost-Online vom 12.5.2026
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Der erst im September 2023 gegründete Verein KOST-BAR Veitshöchheim e.V. entwickelt sich weiterhin zu einer festen Größe im sozialen und nachhaltigen Leben der Gemeinde. Seit der Eröffnung der neuen Ausgabestelle am 27. Mai 2025 im Berufsförderungswerk Würzburg in der Helen-Keller-Straße verzeichnet der Verein einen enormen Mitgliederzuwachs: Die Zahl der Mitglieder stieg innerhalb eines Jahres von 408 auf mittlerweile 610.
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Bei der Mitgliederversammlung am Donnerstagabend im Raum Rhön des Berufsförderungswerks zog die Vorstandschaft vor 40 erschienen Mitgliedern eine beeindruckende Bilanz. Seit Bestehen der neuen Ausgabestelle konnten bereits über 10,8 Tonnen Lebensmittel vor der Vernichtung bewahrt werden. Nach Berechnungen des Vereins entspricht dies einer Einsparung von rund 2,88 Millionen Litern Wasser sowie 15,7 Tonnen CO₂ – vergleichbar mit etwa 485 neu gepflanzten Bäumen.
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Über diese Entwicklung freuten sich die Vorstandsmitglieder Doris Winkler (1. Vorsitzende), Dagmar Knorz, Wolfgang Radünz, Olga Kämmer, Thomas Hornung, Ute Schnapp, 2. Bürgermeister Elmar Knorz als 2. Vorsitzender sowie Kassiererin Karin Schäfer.
Lebensmittel retten und nachhaltig handeln
Vor dem Hintergrund, dass weltweit nahezu ein Drittel aller produzierten Lebensmittel weggeworfen wird, setzt sich der gemeinnützige Verein aktiv gegen Lebensmittelverschwendung ein. Überschüssige Waren werden bei örtlichen Supermärkten und Produzenten abgeholt und jeweils dienstags und donnerstags zwischen 17 und 18 Uhr an die Mitglieder ausgegeben.
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Dabei beschränkt sich das Engagement längst nicht mehr nur auf die reine Lebensmittelrettung. Wie die 1. Vorsitzende Doris Winkler und Beisitzerin Olga Kämmer berichteten, habe sich der Verein zunehmend auch der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit verschrieben.
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So werden Schulen und Kindergärten über nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln informiert.
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Außerdem organisiert der Verein regelmäßig Schnippel- und Küchenpartys, bei denen gezeigt wird, welche kreativen Möglichkeiten in geretteten Lebensmitteln stecken.
Neues KOST-BAR-Café als Treffpunkt
Ein weiteres neues Angebot ist das „KOST-BAR-Café“, das während der Ausgabezeiten jeweils am ersten Dienstag und letzten Donnerstag im Monat geöffnet hat. Dort sollen Mitglieder miteinander ins Gespräch kommen und Gemeinschaft erleben.
Doris Winkler zeigte sich begeistert über die positive Resonanz: „Dafür haben wir ein tolles Team gefunden. Es gibt meistens einen leckeren Kuchen – selbst gebacken oder aus geretteten Lebensmitteln. Es gibt immer irgendetwas.“ Auch dieses Angebot erfolgt ausschließlich auf Spendenbasis.
Solide Finanzen trotz hoher Investitionen
Trotz erheblicher Investitionen in die neue Ausgabestelle samt Versammlungs- und Cafébereich im Berufsförderungswerk steht der Verein finanziell auf stabilen Füßen. Einnahmen und Ausgaben hielten sich im vergangenen Berichtsjahr mit jeweils rund 13.000 Euro nahezu die Waage. Am Jahresende 2025 verblieb ein finanzielles Polster von rund 7.500 Euro.
Wie Beisitzer Thomas Hornung erläuterte, sei der Verein damit weiterhin handlungsfähig und könne gezielt in Verbesserungen investieren. Angeschafft wurden zuletzt unter anderem ein gebrauchter Thermomix zum Einkochen von Marmeladen, ein weiterer Kühlschrank, eine Geschirrspülmaschine sowie ein PKW-Anhänger für den Transport der zahlreichen Lebensmittelkisten.
Kassenprüfer Albert Greiner bescheinigte Kassiererin Karin Schäfer eine vorbildliche Kassenführung. Die Mitgliederversammlung entlastete daraufhin den Vorstand einstimmig. Ebenfalls beschlossen wurde eine Erhöhung der Kilometerpauschale für Fahrdiensthelfer von bislang 20 auf künftig 30 Cent pro Kilometer.
Gemeinde sichert weitere Unterstützung zu
In seiner Funktion als zweiter Bürgermeister überbrachte 2. Vorstand Elmar Knorz die Grüße der Gemeinde Veitshöchheim. Auch Bürgermeister Jürgen Götz freue sich sehr über einen Verein wie KOST-BAR, der Nachhaltigkeit aktiv lebe und zugleich ein wichtiges gesellschaftliches Signal gegen Lebensmittelverschwendung setze.
Die Gemeinde werde deshalb weiterhin den jährlichen Zuschuss von 1.100 Euro für die Raummiete übernehmen.
Verein stößt an Kapazitätsgrenzen
Neben allen positiven Entwicklungen sprach Elmar Knorz jedoch auch die wachsenden Herausforderungen an. Mit durchschnittlich rund 70 Mitgliedern pro Ausgabetag stoße die Ausgabestelle zunehmend an ihre Grenzen. Gleichzeitig steige die Menge verfügbarer Lebensmittel nicht im selben Maß wie die Mitgliederzahl.
„Die Ressourcen, die wir sammeln, werden momentan Gott sei Dank weniger“, erklärte Knorz. Lebensmittel würden allgemein teurer, die Märkte kauften vorsichtiger ein und könnten dadurch weniger Überschüsse abgeben.
Die Folge seien lange Warteschlangen und teilweise Unzufriedenheit bei Mitgliedern, die nach längerer Wartezeit nur noch wenige Lebensmittel vorfänden. Besonders problematisch sei zudem, dass viele Mitglieder bereits gegen 16 Uhr auf das Gelände des Berufsförderungswerks kämen, um möglichst früh eingelassen zu werden. Dadurch werde der Zugang für blinde und sehbehinderte Menschen erheblich erschwert.
Der Verein will deshalb seine Mitglieder anschreiben und darum bitten, frühestens um 16.45 Uhr zu erscheinen. Diskutiert wurden außerdem verschiedene Modelle für eine gerechtere Zugangslösung. Auch ein möglicher Aufnahmestopp für neue Mitglieder steht inzwischen im Raum.
Internationale Gäste und Auftritte bei Koch-Events
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Mit Stolz berichtete Doris Winkler außerdem vom Besuch von 41 amerikanischen Austauschschülern des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms Ende August 2025. Die Jugendlichen besichtigten die KOST-BAR-Ausgabestelle und bereiteten gemeinsam aus geretteten Kartoffeln knusprige Chips mit Quark zu.
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Darüber hinaus war KOST-BAR zuletzt sogar bei Koch-Events präsent: Erst am vergangenen Sonntag gestalteten Doris Winkler gemeinsam mit Tochter Lisa und Mutter Anna einen Nachhaltigkeits-Workshop in der Pop-up-Küche „Romy“ der Wiener Botschaft. Dort vermittelten sie traditionelle Techniken wie Einmachen, Fermentieren und Haltbarmachen.
Bereits zuvor hatten Doris Winkler, Tochter Lisa und Heike Baumann an gleicher Stelle ein Kochduell mit den Sterneköchen Hendrik Friedrich, Patrick Grieshaber und Konstantin Kuntzsch bestritten. Dabei kamen 2.500 Euro für das Frauenhaus Würzburg zusammen.
Weihnachtsmarkt-Aktion scheiterte an Kennzeichnungspflicht
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Nicht nur positive Nachrichten hatte die Vorsitzende zu vermelden. Beim Weihnachtsmarkt im Haus der Begegnung wollte der Verein mit 433 selbst hergestellten Marmeladen- und Chutney-Gläsern aus geretteten Lebensmitteln ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen.
Wegen eines von der Lebensmittelüberwachung festgestellten Verstoßes gegen die europaweit geltenden Kennzeichnungsvorschriften für verpackte Lebensmittel – unter anderem fehlende Zutatenlisten, Mindesthaltbarkeitsdaten und Nährwertangaben – entschloss sich der Vorstand jedoch, den Verkaufsstand vorzeitig abzubauen.
Doris Winkler zeigte sich darüber enttäuscht: „Dabei wollten wir einfach nur zeigen, was man mit geretteten Lebensmitteln machen kann.“
Dank an die Ehrenamtlichen
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Zum Abschluss dankte Elmar Knorz allen ehrenamtlichen Helfern, insbesondere den Fahrern, Sortierern und Ausgebern, für ihren außergewöhnlichen Einsatz. Sein besonderer Dank galt der 1. Vorsitzenden Doris Winkler. Sie versehe ihr Amt „mit Leib und Seele, mit Herz und Blut“, betonte Knorz. Ohne ihr enormes Engagement würde vieles im Verein nicht funktionieren.
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Fotos Dieter Gürz
Redaktionelle Anmerkung zum Weihnachtsmarkt: Die Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel entfällt bei kostenloser Abgabe nur an Vereinsmitglieder (nicht an übrige Besucher) in der Regel, sofern es sich um gelegentliche, nicht gewerbliche Veranstaltungen handelt.