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Presseerklärung der SPD Veitshöchheim zur Wahl der stellvertretenden Bürgermeister: Überraschungen trotz ausführlicher Vorgespräche

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Stellungnahme der SPD zur gemeinsamen Pressemeldung von B90/Grüne und UWG (siehe nachstehender Link):

Im Vorfeld der konstituierenden Sitzung des Veitshöchheimer Gemeinderats hat die SPD-Fraktion (v.l. Ute Schnapp, Elmar Knorz und Anna Kreß) nach eigenen Angaben Gespräche mit allen Fraktionen geführt. Ziel sei es gewesen, in offenen und konstruktiven Gesprächen eine tragfähige Lösung für die Besetzung der stellvertretenden Bürgermeisterämter zu finden, mit dem Ziel, eine Situation wie vor sechs Jahren zu vermeiden.

Nach Darstellung der SPD verlief die Sitzung jedoch anders als erwartet. Die beiden Gegenkandidaten seien erst während der Sitzung offiziell benannt worden und hätten in den vorangegangenen Gesprächen keine Rolle gespielt. Auch eine Unterstützung für Elmar Knorz als Zweiten Bürgermeister, wie sie später in der Sitzung angekündigt worden sei, habe es im Vorfeld nicht gegeben.

Die SPD erklärt deshalb, man habe sich auf Grundlage anderer Voraussetzungen positioniert. Nach ihrem Kenntnisstand habe die U.W.G. keinen eigenen Kandidaten aufstellen wollen, während die Grünen Martin Husch als Kandidaten ins Rennen schicken würden.

Kritisch äußert sich die SPD zudem zu den Vorwürfen hinsichtlich der fehlenden Geschlechtergerechtigkeit bei der Wahl der Bürgermeisterposten. Unter den gegebenen Umständen wirke die Debatte über Gleichstellung „eher wie ein politisches Stilmittel“. Gleichzeitig verweist die Partei auf ihre eigene Ausrichtung: „Wir punkten mit einer paritätischen Liste und einer frauendominierten Fraktion. Gleichstellung und Gleichberechtigung haben in der SPD eine lange Tradition.“

Für die SPD gehören zu einer funktionierenden Demokratie nicht nur Mehrheitsverhältnisse und Fraktionsstärken, sondern auch „Ehrlichkeit, Offenheit und Verlässlichkeit“ als Grundlage einer vertrauensvollen Zusammenarbeit. Vor diesem Hintergrund stehe die Fraktion weiterhin hinter ihrer Entscheidung, Elmar Knorz als Zweiten Bürgermeister sowie Steffen Mucha als Dritten Bürgermeister unterstützt zu haben.

Abschließend betont die SPD, den Blick nun nach vorne richten zu wollen. Ziel sei es, gemeinsam mit allen Fraktionen konstruktiv an der Weiterentwicklung Veitshöchheims zu arbeiten.

Fraktion der SPD Veitshöchheim

Vorstand des Ortsvereins SPD Veitshöchheim

Foto Dieter Gürz

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P
Es wäre interessant gewesen zu erfahren, welchen konstruktiven Vorschlag die SPD hatte, um "eine Situation wie vor 6 Jahren zu vermeiden". Schöne Worte wie in der obigen Presseerklärung können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es offenbar doch nur darum ging, den eigenen Besitzstand an Posten zu sichern, egal wie. Das ist zwar legitim, aber langfistig nicht unbedingt klug.
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G
Als Frau und Mutter einer Tochter bin ich besonders enttäuscht über das Stimmverhalten der Gemeinderätinnen von CSU und SPD. Damit sprechen sie uns Frauen – und letztlich auch sich selbst – jegliche Kompetenz für die doch eher repräsentativen Aufgaben eines zweiten und dritten Bürgermeisters ab.<br /> <br /> Zu Beginn der Sitzung wurden die Ratsmitglieder vereidigt; sie schworen bzw. gelobten, die geltenden Gesetze zu wahren. Gemäß Artikel 3 Abs. 2 des Grundgesetzes ist der Staat verpflichtet, die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern aktiv zu fördern und bestehende Nachteile zu beseitigen. Aufgrund von parteipolitischem Geplänkel droht das Versagen hinsichtlich dieses verfassungsrechtlichen Auftrags in den Hintergrund zu treten.<br /> <br /> Tatsächlich hat die SPD die Wiederholung dieses Wahldesasters zu verantworten, das uns Frauen wie üblich in die zweite Reihe verweist. Ich bin sicher, dass Frauen im umgekehrten Fall ausgleichend einen Mann als Kandidaten vorgeschlagen und gewählt hätten. Wollte man unbedingt an den lukrativen Posten festhalten, hätte man aus den eigenen Reihen zumindest eine Frau vorschlagen müssen. Den Verweis auf vermeintlich ‚bessere Kompetenzen‘ und den Slogan ‚Never change a running system‘ empfinde ich im Jahr 2026 als schäbig und demokratieschädigend. Machtmissbräuchlich wirkende Entscheidungen und das Ignorieren der Zeichen der Zeit ebnen demokratiefeindlichen Parteien den Weg. Mit Sorge sehe ich auch in Veitshöchheim ein zunehmend offenes Bekenntnis zur AfD.<br /> <br /> Im Gegensatz zu 2020 wurden die Ergebnisse der nicht-öffentlichen Sitzung zu den neuen Aufwandsentschädigungen der umstrittenen Posten noch nicht transparent gemacht. Eine zeitnahe Veröffentlichung wäre schön.
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