Genussvoll einkochen in Veitshöchheim: „Romy kochte… mit Doris!“
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Ein besonderer Workshop rund um Nachhaltigkeit und Genuss brachte nicht nur kulinarisches Wissen, sondern auch gelebte Familientradition in die Pop-up-Küche "Romy" des Gastrocoaches und Sommeliers Thomas Seitz in der Wiener Botschaft: Doris Winkler stand gemeinsam mit ihrer 87-jährigen Mutter Anna und ihrer Tochter Lisa Rettelbach am Herd. Unter dem Motto „Romy kocht… mit Doris!“ vermittelte sie traditionelle Techniken wie Einmachen, Einwecken, Fermentieren und Haltbarmachen – modern interpretiert und praxisnah vermittelt.
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Zur Begrüßung wurde der familiäre Ansatz deutlich: „Ich bin die Doris, meine Mama ist die Anna – und das ist meine Tochter Lisa. Drei Generationen, die heute hier zusammen kochen.“
„Das Einmachen kommt von meiner Mama", berichtete Doris schmunzelnd und machte damit deutlich, wie tief verwurzelt ihre Leidenschaft ist. Ihre Leidenschaft habe sie so von klein auf mitbekommen: „Ich kenne nur einen Keller voller Gläser – ich habe noch nie Marmelade gekauft.“
Neben dem Kochen ist die Lebensmittelrettung Doris Winklers zweite große Leidenschaft – und ein prägender Meilenstein ihres Lebens. Als Gründerin und Vorsitzende des Vereins „Kostbar“ engagiert sie sich aktiv gegen Lebensmittelverschwendung.
Eindringlich schilderte sie ihre Motivation: „Ich zeige euch, wie man die Sachen verarbeiten kann – also nicht wegschmeißen, sondern einfach verarbeiten.“
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So konnten nach den fünf Stunden des Workshops alle zwölf Teilnehmenden aus geretteten Lebensmitteln und kreativen Rezepte diese fünf Gläser mit nach Hause nehmen: Rhabarber-Erdbeer-Marmelad“, süß-sauer eingelegte Paprika, eingelegte Dillgurken und ein zuckerfreier „Tomatenketchup“ sowie eine Tüte Kräutersalz.
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Mit ihrem Verein „Kostbar“ engagiert sie sich aktiv gegen Verschwendung: Rund 620 Mitglieder zählt die Initiative, etwa 70 kommen regelmäßig zur Ausgabe. Zweimal pro Woche werden dort Lebensmittel verteilt – aus rund 30 Kisten und vier Kühlschränken. „Alles, was wir heute hier verwenden, wäre sonst im Müll gelandet“, betonte Winkler.
Ein zentrales Anliegen der Hobbyköchin: Transparenz und Kontrolle über die eigenen Lebensmittel. „Wenn ihr selber einkocht, wisst ihr, was drin ist – und könnt es nach euren eigenen Vorlieben machen.“ Gerade industrielle Produkte sieht sie kritisch: „Ich finde es schwierig, was da alles reingemischt wird.“
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Im praktischen Teil wurde geschnippelt, gekocht und abgefüllt.
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Klassiker wie Tomatensoße – nach Familienrezept mit Tomaten, Knoblauch und Zwiebeln – standen ebenso auf dem Programm
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wie Kräutersalz aus getrockneter Zitronenmelisse, Thymian und Majoran.
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„Meine Mama kocht ihre Tomatensoße für den ganzen Winter – die verwenden wir für alles“, erklärte Doris Winkler.
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Auch kreative Ideen wie Karottenlachs, eingelegte Radieschen oder Bärlauchbutter wurden vorgestellt und natürlich genussvoll verkostet.
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Beim Einkochen vermittelte Doris Winkler praxisnah die Grundlagen: Gläser können bei richtiger Verarbeitung bis zu fünf Jahre haltbar sein. Ein einfacher Sud aus Essig und Wasser (je 1:1) mit Salz, Pfeffer und etwas Süße eignet sich für viele Gemüsesorten.
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Besonders gefragt waren so die verschiedenen Methoden der Haltbarmachung. Für Gemüse wurde ein einfacher Sud angesetzt: je zur Hälfte Wasser und Essig, verfeinert mit Salz, Pfeffer und einer Prise Süße.
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Varianten wie Paprika mit Knoblauch und Zwiebeln oder Gurken mit Dill und Zwiebeln entstanden so direkt vor Ort.
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Das Einkochen wurde anschaulich erklärt: etwa 30 Minuten, bis der Inhalt sichtbar perlt – entweder im Ofen oder im Topf.
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Das Fermentieren von Gemüse in einem Glasgefäß erwies sich als ebenso einfache wie faszinierende Methode, um Geschmack und Haltbarkeit auf natürliche Weise zu verbinden. Durch Milchsäuregärung – mit lediglich 2 bis 3 Prozent Salz – entstehen in kurzer Zeit aromatische, lebendige Lebensmittel, gut für den Darm, jedoch mit kürzerer Haltbarkeit.
Natürlich durfte auch die Marmelade nicht fehlen: Erdbeer-Rhabarber, verfeinert mit Banane, wurde nach klassischem Rezept gekocht (1 kg Frucht, 350 g Gelierzucker 3:1). Ebenso wurden Chutneys – etwa aus roter Paprika als Begleiter zu Käse oder Fondue – sowie aromatisierte Essige mit Schnittlauch, Estragon oder Maggikraut hergestellt.
Ein liebevoll zusammengestellter Präsentkorb mit selbstgemachten Köstlichkeiten hat laut Doris übrigens einen Wert von rund 40 Euro – eine nachhaltige und persönliche Geschenkidee.
Begleitet wurde der Workshop von Thomas Seitz, Betreiber der Eventlocation „Romy“ in der Wiener Botschaft. Mit ausgewählten Weinen sorgte er für die passende kulinarische Ergänzung. Sein Fazit nach vier Stunden: „Alle waren wahnsinnig interessiert – bis zum Schluss.“
Auch die Teilnehmenden zeigten sich begeistert. Eine Stimme brachte es stellvertretend auf den Punkt: „Ein sehr schöner Tag.“
Der Workshop zeigte eindrucksvoll, wie viel Freude im bewussten Umgang mit Lebensmitteln steckt – und wie wertvoll traditionelles Wissen sein kann. Am Ende nahmen die Teilnehmenden nicht nur gefüllte Gläser, sondern auch zahlreiche Anregungen mit nach Hause.
Ein Tag, der bleibt – im Herzen und im Vorratsschrank.
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Natürlich durfte auch die Marmelade nicht fehlen: Erdbeer-Rhabarber, wurde nach klassischem Rezept eingekocht (1 kg Frucht, 350 g Gelierzucker 3:1).
Ein jeder durfte vor dem Abfüllen der Gläser probieren.
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Ebenso wurde Chutney – aus roter Paprika als Begleiter zu Käse oder Fondue hergestellt – aromatisierte Essige mit Schnittlauch, Estragon oder Maggikraut vorgestellt.
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Eine Anregung: Ein liebevoll von Lisa zusammengestellter Präsentkorb mit selbstgemachten Köstlichkeiten hat einen Wert von rund 40 Euro – eine nachhaltige und persönliche Geschenkidee.
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Begleitet wurde der Workshop von Thomas Seitz, Betreiber der Eventlocation „Romy“ in der Wiener Botschaft. Mit ausgewählten Weinen, von Teilnehmenden vorgestellt, sorgte der Sommelier für die passende kulinarische Ergänzung.
So u.a. ein Dettelbacher Stahlnagel-Silvaner, der mit seiner typischen Muschelkalk-Aromatik am Gaumen punktete und in der Nase von einer feinen Zitrusfrische begleitet wurde.
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Für prickelnde Momente sorgte zudem der Bouvet Crémant de Loire Excellence Brut – ein französischer Schaumwein außerhalb der Champagne.
Der Workshop zeigte eindrucksvoll, wie viel Freude im bewussten Umgang mit Lebensmitteln steckt – und wie wertvoll traditionelles Wissen sein kann. Am Ende nahmen die Teilnehmenden nicht nur gefüllte Gläser, sondern auch zahlreiche Anregungen mit nach Hause.
Seitz: „Alle waren wahnsinnig interessiert – bis zum Schluss.“
Eine Teilnehmerin brachte es auf den Punkt: „Ein sehr schöner Tag.“
Fotos Dieter Gürz
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