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Aktualisiert um Kommentare zur Bürgermeisterwahl: Konstituierende Sitzung in Veitshöchheim: Gemeinderat stellt Weichen – und ringt um Mehrheiten

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Mit der konstituierenden Sitzung hat am 5. Mai 2026 der am 8. März 2026 neu gewählte Gemeinderat in Veitshöchheim  seine Arbeitsgrundlagen für die kommenden sechs Jahre bis Ende April 2032 festgelegt, im Bild v.l.n.r. von der CSU Simon Kneitz, Marc Zenner, Jürgen Arntz, Steffen Mucha, Petra Doßler, Anja Lampatzer, Oswald Bamberger, Andrea Knorz, von der SPD Ute Schnapp, dazwischen Bürgermeister Jürgen Götz (CSU), Anna Kreß und Elmar Knorz, von B90/Grüne Christine Feiler, Lorenz Flammersberger ,Dr. Verena Delle Donne, Martin Husch und Christopher Seidel sowie von der UWG Julia Kinzkofer, Andreas Düll, Bernd Schäfer und Martin Issing.

Appell an Zusammenhalt und Verantwortung

In seinen einleitenden Worten hob Bürgermeister Jürgen Götz die Zusammensetzung des neuen Gremiums hervor: Sieben neue Gemeinderatsmitglieder seien „ein positives Zeichen“, ein frischer Blick tue der kommunalpolitischen Arbeit gut. Zugleich mahnte er, sich von „parteipolitischen Scheuklappen“ zu lösen. Gemeinwohlorientierung bedeute, zu Konsens und Kompromissen bereit zu sein.

„Was wir als Organ der kommunalen Selbstverwaltung für die Allgemeinheit leisten, ist erheblich. Wir erleben in diesem Gremium Demokratie im Kleinen“, sagte der Bürgermeister. Er versicherte den Bürgern, sich auch in den kommenden sechs Jahren mit voller Kraft für die Belange der Gemeinde einzusetzen – wie bereits in den vergangenen zwölf Jahren.

Mit Blick auf die Herausforderungen zeichnete Götz ein realistisches Bild: Viele Faktoren kämen von außen – von europäischen Vorgaben bis hin zu wirtschaftlichen Entwicklungen und globalen Krisen. Die Kommunen würden die Auswirkungen der konjunkturellen Abschwächung spüren. „Das wird zwar nicht zu leeren Kassen führen, aber zu strukturellen Haushaltsproblemen“, so Götz. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich, Gestaltungsspielräume zu erhalten und die Lebensqualität im Ort weiterzuentwickeln.

Klare Worte fand er auch zum Umgang im Gremium: „Für Polemik und persönliche Angriffe ist hier kein Platz.“ Vielmehr müsse man fair und respektvoll um die besten Lösungen ringen.

In den Reihen des 20köpfigen Gemeinderates gibt es sieben neue Gesichter, die zu Beginn von Bürgermeister Jürgen Götz vereidigt wurden v.l.n.r. von der UWG Andreas Düll und Julia Kinzkofer, von B90/Grüne Christopher Seidel,  Martin Husch, Dr. Verena Delle Donne und  Lorenz Flammersberger sowie Anna Kreß (SPD). Der Eid verpflichtet zur Treue gegenüber Grundgesetz und Bayerischer Verfassung sowie zur gewissenhaften Amtsführung.

Bis auf eine Ausnahme blieb die Führungsetage der Veitshöchheimer Gemeindepolitik unverändert.  Bürgermeister Jürgen Götz (CSU) vertreten weiterhin re. Elmar Knorz (SPD) als zweiter Bürgermeister und li. Steffen Mucha (CSU) als dritter Bürgermeister.

Als Fraktionssprecher das Sagen haben auch weiterhin Marc Zenner (CSU), Christina Feiler (B90/Grüne) und Ute Schnapp (SPD). Bernd Schäfer ist neuer Sprecher der UWG-Fraktion anstelle des ausgeschiedenen Stefan Oppmann.

Zu Referenten ernannt wurden v.l.n.r. Petra Doßler (CSU-Kultur und Bildung), Jürgen Arntz (CSU - Wirtschaft), Anja Lampatzer (CSU - Sport und Vereine), Christina Feiler (B90/Grüne - Inklusion), Ute Schnapp (SPD - Jugend, Familie und Integration), Christoph Seidel (B90/Grüne - Umwelt), Andreas Düll (UWG - Verkehr) und Martin Issing (UWG - Öffentliche Sicherheit und Ordnung).

Für den Referentenposten für Senioren wurde Elmar Knorz (SPD) vorgeschlagen, nachdem die CSU bereit war, ihren ihr zustehenden vierten Referentenposten abzutreten. Die Entscheidung darüber wurde auf Antrag B90/Grüne mit 12:9 Stimmen vertagt.

Die Referenten sollen Themen vertiefend begleiten, Bürgeranliegen aufnehmen und die Verwaltung fachlich unterstützen.

Im mit 65 interessierten Bürgern vollbesetzten Sitzungssaal wurde neben der Vereidigung der neuen Mitglieder, der Wahl der Stellvertretung des Bürgermeisters, der Benennung der Referenten und der Besetzung aller Ausschüsse der neu gewählte Gemeinderat in neuer Satzung und neuer Geschäftsordnung   die Rahmenbedingungen für die kommenden sechs Jahre fest. Letztendlich rückte auch ein Antrag der Grünen zur besseren Bürgerinformation in den Fokus.

Zusammensetzung des Gemeinderates

Bei den Gemeinderatswahlen am 8. März 2026 blieb CSU klar stärkste Kraft, verlor jedoch einen Sitz an die UWG. Grüne und SPD hielten ihre bisherigen Mandatszahlen:

  • 🎉 CSU:  37.013 Stimmen,  41,5 % (2020: 43,48 %)  = 8 Sitze (2020: 9) v.l.n.r Andrea Knorz, Steffen Mucha, Petra Doßler, Jürgen Arntz, Anja Lampatzer, Oswald Bamberger, Marc Zenner, Simon Kneitz und Bürgermeister Jürgen Götz
  • 🎉 GRÜNE: 22.189 Stimmen, 24,9 % (2022: 22,22 %) = 5 Sitze (wie 2020) v.l.n.r.  Christopher Seidel,  Martin Husch, Christina Feiler,  Lorenz Flammersberger und Dr. Verena Delle Donne 
  • 🎉 U.W.G.: 16.040 Stimmen, 18,0 % (2020: 15,54 %) = 4 Sitze (2020: 3) v.l.n.r. Martin Issing, Julia Kinzkofer, Andreas Düll und Bernd Schäfer
  • 🎉 SPD:  14.044 Stimmen, 15,7 %  (2020: 16,36 %) = 3 Sitze (wie 2020) v.l.n.r. Ute Schnapp, Elmar Knorz und Anna Kreß

Zum Gemeinderat zählt auch Bürgermeister Jürgen Götz (CSU) als Vorsitzender, so dass die CSU hier 9 von 21 Stimmen innehat. 


Insgesamt entscheiden acht Frauen und 13 Männer über die Geschicke der Gemeinde:

 

Stellvertretung des Bürgermeisters: Kontinuität setzt sich durch

Im Anschluss an die Vereidigung der neuen Räte stellte der Gemeinderat die Weichen für die Vertretung des Bürgermeisters. Traditionell wurden erneut ein zweiter und ein dritter Bürgermeister als Ehrenbeamte gewählt.

Für das Amt des zweiten Bürgermeisters traten Elmar Knorz (SPD) und Christina Feiler (Bündnis 90/Die Grünen) gegeneinander an. Knorz erhielt 12 Stimmen, Feiler 9 Stimmen. Damit wurde Knorz im Amt bestätigt.

Für die SPD warb Fraktionssprecherin Ute Schnapp für Kontinuität. Knorz sei ein gebürtiger Veitshöchheimer, langjährig im Gemeinderat aktiv und bringe sowohl Erfahrung als auch Sachkenntnis mit. Als bisheriger zweiter Bürgermeister habe er seine Kompetenz bereits unter Beweis gestellt und sei aufgrund seiner Vernetzung – etwa durch sein Engagement in Vereinen – tief im Ort verwurzelt.

Feiler hingegen stellte ihre Kandidatur unter das Zeichen von Repräsentation und demokratischer Teilhabe. Sie verwies auf die Tradition, die zweitstärkste Fraktion im Bürgermeisteramt zu berücksichtigen. Mit 25 Prozent Stimmenanteil hätten die Grünen ein starkes Mandat erhalten. Zudem brachte sie ihre langjährige Erfahrung als Fraktionsvorsitzende, ihre berufliche Tätigkeit sowie ihre Perspektive als Mutter und Pflegeverantwortliche ein. Auch betonte sie die Bedeutung weiblicher Perspektiven in der Kommunalpolitik.

Hierzu ein Kommentar von Prof. Dr. Eva-Maria Kieninger:
„Bavaria ruft?“ Leider nicht in Veitshöchheim!
Unter dem Titel „Bavaria ruft“ wirbt die Landtagspräsidentin Ilse Aigner, CSU, für mehr Frauen in den Rathäusern. Leider funktioniert das mit den Parteikollegen vor Ort nicht. Gestern ist Christina Feiler, Vorsitzende der zweitgrößten Fraktion, erneut nicht zur 2. Bürgermeisterin gewählt worden. Das, obwohl sie seit zwölf Jahren Gemeinderätin und seit acht Jahren Bezirksrätin ist und jüngst in den Kreistag gewählt wurde.
Eine derart hervorragend qualifizierte und bestens auf Kreis- und Bezirksebene vernetzte Frau vom Stellvertreteramt fernzuhalten, spricht allen Bestrebungen, Frauen mehr Sichtbarkeit in der Kommunalpolitik zu verleihen, Hohn.
 
 
 
Auch die in der Sitzung anwesende MAINPOST-Reporterin Claudia Kneifel ist dieser Ansicht - siehe nachstehender Link auf ihren Artikel auf Mainpost-Online vom 6.5.2026: 

Der Gemeinderat von Veitshöchheim hat nach Ansicht der Autorin eine wichtige Chance verpasst, indem erneut nur Männer die Bürgermeisterposten besetzen. Kneifel: "Die Nichtwahl der Grünen-Kandidatin Christina Feiler zur Zweiten Bürgermeisterin steht für fehlenden politischen Wandel und deutet darauf hin, dass parteipolitische Interessen über demokratische Fairness gestellt wurden."

Kneifel kritisiert insbesondere, dass trotz stärkerer Vertretung der Grünen im Gemeinderat ein SPD-Kandidat gewählt wurde, was sie als Machtpolitik statt demokratischer Kultur bewertet.

Inhaltlich argumentiert sie, dass eine Frau in der Gemeindespitze neue Perspektiven eingebracht hätte, vor allem bei alltagsnahen Themen wie Familie, Bildung und soziale Infrastruktur. Insgesamt plädiert der Kommentar für mehr weibliche Beteiligung in politischen Führungspositionen, da diese für eine ausgewogene und zeitgemäße Demokratie notwendig sei.

 
Wahl des dritten Bürgermeisters: Politische Linien werden sichtbar

Für das Amt des dritten Bürgermeisters wurden Steffen Mucha (CSU) und Martin Issing (UWG) nominiert. Mucha setzte sich mit 12 zu 9 Stimmen durch und bleibt damit ebenfalls im Amt.

CSU-Fraktionssprecher Marc Zenner betonte, bei der Besetzung der Stellvertreterposten gehe es nicht um Parteiproporz, sondern um Erfahrung und verlässliche Zusammenarbeit. Sowohl Knorz als auch Mucha hätten sich in den vergangenen sechs Jahren bewährt.

Kritik kam dagegen von UWG-Sprecher Bernd Schäfer. Er verwies darauf, dass neben der CSU auch Grüne und UWG zu den Wahlgewinnern gehörten. Eine stärkere Berücksichtigung dieser Kräfte in der Bürgermeisterriege hätte aus seiner Sicht dem Wählerwillen eher entsprochen. Man sei bereit gewesen, einen Kompromiss mitzutragen – etwa die Unterstützung von Knorz bei gleichzeitiger Berücksichtigung von Grünen oder UWG beim dritten Bürgermeister. Eine Einigung sei jedoch nicht zustande gekommen.

Nach der Sitzung widersprach SPD-Vorsitzende Olga Kämmer dieser Darstellung. Die SPD habe sich offen bei den Gesprächen gezeigt, letztlich habe es jedoch offenbar Kommunikationsprobleme gegeben.

Im Ergebnis setzte sich – wie bereits vor sechs Jahren – eine Mehrheit aus CSU und SPD durch. Beide Fraktionen verfügen zusammen über zwölf Stimmen und konnten damit ihre Kandidaten in beiden Wahlgängen durchbringen. Auf die von Grünen und UWG unterstützten Gegenkandidaten entfielen jeweils neun Stimmen.

Eine Vereidigung der gewählten Stellvertreter entfiel, da beide bereits zuvor im Amt waren.


CSU betont Sachorientierung – und signalisiert Kooperation

In einer ausführlichen Stellungnahme unterstrich die CSU ihre Position als stärkste Fraktion mit acht Sitzen. Man sehe sich durch das Wahlergebnis in der bisherigen sachorientierten Arbeit bestätigt. Entscheidend für die Wahl der Bürgermeisterstellvertreter seien Vertrauen, Erfahrung und Kontinuität gewesen, so Sprecher Marc Zenner.

Zugleich betonte die CSU ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit. So habe man etwa Vorschläge anderer Fraktionen unterstützt und bei der Besetzung von Referentenposten bewusst auf einen eigenen Anspruch verzichtet, um anderen Gruppierungen Raum zu geben.


 

Grundsatzentscheidung zur weiteren Stellvertretung

Diskutiert wurde dann die Frage der weiteren Stellvertretung im Verhinderungsfall aller gewählten Bürgermeister. Bisher galt hier das Dienstalter-Prinzip.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, vertreten durch Christina Feiler, schlug dagegen vor, künftig die Fraktionssprecher entsprechend der Stimmenstärke der letzten Kommunalwahl einzusetzen. Damit würden stärker politische Mehrheitsverhältnisse abgebildet. Einstimmig folgte das Gremium diesem Antrag.

Danach ergibt sich als Reihenfolge für weitere Stellvertreter: Marc Zenner (CSU), Christina Feiler (B90/Grüne), Bernd Schafer (UWG) und Ute Schnapp (SPD). 

 

Ausschüsse vollständig neu besetzt

Ein zentraler Schwerpunkt der Sitzung war die vollständige Neubesetzung aller Ausschüsse. Diese spiegeln das Stärkeverhältnis der Fraktionen wider und sichern die kontinuierliche Arbeit des Gemeinderats. Hier blieb  das Verfahren zur Sitzverteilung in den Ausschüssen unverändert: Der Gemeinderat hielt in der Geschäftsordnung am bewährten Hare/Niemeyer-Verfahren fest, das eine proportionale Abbildung der Mehrheitsverhältnisse sicherstellt. 

Somit ergeben sich für die Ausschüsse die folgenden Sitzverteilungen in der Reihenfolge CSU, Grüne, UWG, SPD:

  • Hauptausschuss, Ferienausschuss, Werkausschuss (identisch Besetzung): 3 2 2 1
  • Personalausschuss: 3 2 2 1
  • Rechnungsprüfungsausschuss: 2 2 1 1

Im Gegensatz zur letzten Amtsperiode verfügt somit die CSU zusammen mit der Stimme des Bürgermeisters nicht mehr über die absolute Mehrheit in den beiden erstgenannten  Ausschüssen


Hauptausschuss / Werkausschuss / Ferienausschuss

(Anmerkung: Vertretung = Reihenfolge)

CSU (3):

  • 👨‍💼Marc Zenner
  • 👨‍💼Simon Kneitz
  • 👨‍💼Jürgen Arntz
    • Vertretung: Oswald Bamberger/ Petra Doßler/ Andrea Knorz / Steffen Mucha / Anja Lampatzer

Grüne (2):

  • 👩‍💼Christina Feiler
  • 👨‍💼Lorenz Flammersberger 
    • Vertretung: Martin Husch / Dr. Verena Delle Donne / Christopher Seidel

UWG (2):

  • 👨‍💼Bernd Schäfer
  • 👩‍💼Julia Kinzkofer
    • Vertretung: Martin Issing / Andreas Düll

SPD (1):

  • 👩‍💼Anna Kreß
    • Vertretung: Elmar Knorz / Ute Schnapp

Personalausschuss

CSU: 👩‍💼Andrea Knorz, 👩‍💼Petra Doßler, 👨‍💼Steffen Mucha

Vertretung: Anja Lampatzer, Jürgen Arntz, Oswald Bamberger, Simon Kneitz, Marc Zenner

Grüne: 👨‍💼Christopher Seidel, 👨‍💼Martin Husch

Vertretung: Christina Feiler, Dr. Verena Delle Donne, Lorenz Flammersberger

UWG: 👨‍💼Andreas Düll, 👨‍💼Martin Issing

Vertretung: Julia Kinzkofer, Bernd Schäfer

SPD: 👩‍💼Ute Schnapp

Vertretung: Elmar Knorz, Anna Kreß


Rechnungsprüfungsausschuss

CSU: 👨‍💼Steffen Mucha, 👨‍💼Marc Zenner

Vertretung: Jürgen Arntz, Simon Kneitz, Oswald Bamberger, Petra Doßler, Andrea Knorz

Grüne: 👩‍💼Christina Feiler, 👨‍💼Martin Husch

Vertretung: Christopher Seidel, Lorenz Flammersberger, Dr. Verena Delle Donne

UWG: 👨‍💼Bernd Schäfer

Vertretung: Andreas Düll, Martin Issing

SPD: 👩‍💼Anna Kreß

Vertretung: Ute Schnapp, Elmar Knorz


Zum Vorsitzenden gewählt wurde Steffen Mucha, zur Stellvertreterin Christina Feiler

Externe Gremien: kommunale Zusammenarbeit geregelt

Umlegungsausschuss
  • 👨‍💼Oswald Bamberger (Vertreter: Simon Kneitz)
  • 👨‍💼Lorenz Flammersberger (Vertreter: Martin Husch)
Zweckverband „Maintal Würzburg“
  • 👨‍💼Simon Kneitz (Vertreter: Petra Doßler)
  • 👨‍💼Oswald Bamberger (Vertreter: Steffen Mucha)
  • 👨‍💼Christopher Seidel (Vertreter: Lorenz Flammersberger)
  • 👨‍💼Martin Issing (Vertreter: Bernd Schäfer)
Aufsichtsrat Mainfrankensäle GmbH
  • 👨‍💼Marc Zenner (Vertreter: Simon Kneitz)
  • 👩‍💼Christina Feiler (Vertreter: Martin Husch)
  • 👨‍💼Bernd Schäfer (Vertreter: Martin Issing)
  • 👨‍💼Elmar Knorz (Vertreterin: Ute Schnapp)

Arbeitskreis Eichendorffschule bleibt aktiv

Der Arbeitskreis zur Generalsanierung der Eichendorffschule wird fortgeführt. Mitglieder sind:

  • 👨‍💼Jürgen Arntz
  • 👨‍💼Steffen Mucha
  • 👩‍💼Christina Feiler
  • 👨‍💼Martin Husch
  • 👨‍💼Andreas Düll
  • 👨‍💼Elmar Knorz
  • 👩‍💼Anna Kreß

 

 Sitzordnung im Gemeinderat:

links vom Bürgermeister die CSU-Fraktion

rechts vom Bürgermeister: SPD, B90/Grüne und UWG

Satzung und Geschäftsordnung umfassend modernisiert

Mit zwei grundlegenden Beschlüssen hat der neu gewählte Gemeinderat in seiner konstituierenden Sitzung die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen für die kommenden sechs Jahre festgelegt, um den steigenden Anforderungen an Effizienz und Digitalisierung gerecht zu werden.


Neue Satzung: Anpassungen bei Entschädigungen und Tätigkeitsfeldern

Grundlage der neu beschlossenen „Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts“ ist das aktuelle Satzungsmuster des Bayerischen Gemeindetags aus dem Jahr 2026, das an die jüngsten rechtlichen Entwicklungen angepasst wurde.

Eine wesentliche Neuerung betrifft die Erweiterung des Tätigkeitsfeldes von Gemeinderatsmitgliedern. Künftig werden neben klassischen Sitzungsteilnahmen auch vergleichbare, sitzungsähnliche Tätigkeiten ausdrücklich berücksichtigt, etwa Verfahren nach der Vergabeverordnung (VgV).

Keine Änderungen sind hingegen bei der pauschalen Entschädigung für den regulären Sitzungsdienst vorgesehen. Deutlich angehoben werden jedoch bestimmte Ausgleichszahlungen: Der Verdienstausfall für Arbeitnehmer steigt von bislang 10 auf 15 Euro je Stunde. Gleiches gilt für die Pauschalentschädigung für selbstständig Tätige oder Personen mit beruflichen oder häuslichen Nachteilen. Neu eingeführt wird zudem eine Entschädigung für notwendige Betreuungsleistungen, etwa für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige, ebenfalls in Höhe von bis zu 15 Euro pro Stunde.


Geschäftsordnung modernisiert: Digitalisierung im Fokus

Auch bei der neu verabschiedeten Geschäftsordnung diente das Muster des Bayerischen Gemeindetags als Grundlage, abgestimmt mit dem Bayerischen Innenministerium und unter Berücksichtigung aktueller Rechtsprechung.

Mehr Entscheidungsspielraum für Ausschüsse und Bürgermeister

Auch bei finanziellen Zuständigkeiten sieht die neue Geschäftsordnung Anpassungen vor. Der Hauptausschuss soll künftig über Haushaltsmittel bis zu 200.000 Euro entscheiden können – bislang lag die Grenze bei 150.000 Euro. Hintergrund sind gestiegene Kosten und ein wachsender finanzieller Handlungsspielraum der Kommune.

Für den Ersten Bürgermeister ist ebenfalls eine moderate Ausweitung der Kompetenzen vorgesehen: Die Bewirtschaftungsbefugnis steigt von bisher 25.000 auf künftig 35.000 Euro. Damit bleibt die Anpassung bewusst unter den Empfehlungen des Gemeindetags, die sich an der Einwohnerzahl orientieren und für Veitshöchheim deutlich höhere Werte nahelegen.

Zusätzlich wird dem Bürgermeister in bestimmten bauplanungsrechtlichen Einzelfällen nach § 36a Baugesetzbuch eine erweiterte Entscheidungsbefugnis eingeräumt, um Verwaltungsabläufe zu beschleunigen.Hier handelt es sich um den sogenannten Bauturbo. 


Klare Regeln für Sitzungsabläufe und Störungen

Unverändert bleibt das Verfahren zur Sitzverteilung in den Ausschüssen: Der Gemeinderat hält am bewährten Hare/Niemeyer-Verfahren fest, das eine proportionale Abbildung der Mehrheitsverhältnisse sicherstellt.


Neu aufgenommen wurde auch eine Regelung zum Ordnungsgeld bei erheblichen Störungen in Sitzungen. Diese basiert auf einer jüngst eingeführten Bestimmung der Gemeindeordnung und soll die Handlungsfähigkeit der Sitzungsleitung stärken. Neben einem möglichen Sitzungsausschluss können künftig auch finanzielle Sanktionen verhängt werden.


Schrittweise Umstellung auf digitales Amtsblatt

Ein weiterer zentraler Punkt betrifft die Art der amtlichen Bekanntmachungen. Die Gemeinde plant mittelfristig den Umstieg auf ein rein digitales Amtsblatt über die eigene Homepage. Damit reagiert die Verwaltung auf gesetzliche Entwicklungen sowie auf Unsicherheiten hinsichtlich der zukünftigen Verfügbarkeit und Kostenstruktur des bisherigen Gemeindeblatts „Veitshöchheim aktuell“.

Geplant ist eine Übergangsphase bis mindestens Ende 2026, in der Bekanntmachungen parallel sowohl im gedruckten Gemeindeblatt als auch online veröffentlicht werden. Ergänzend sollen Hinweise auf das digitale Angebot – inklusive Internetadresse und QR-Code – dauerhaft im Gemeindeblatt erscheinen.


Ein weiterer Schwerpunkt der Neuregelung liegt auf der Digitalisierung der Gremienarbeit. Jedes Gemeinderatsmitglied erhält einen Zuschuss von bis zu 300 Euro für ein mobiles Endgerät zur Nutzung des Ratsinformationssystems.

Weiter wird erstmals ein verbindlicher Zugang für elektronische Post eingeführt. Künftig sollen Einladungen zu Sitzungen sowie Anträge grundsätzlich digital über das Ratsinformationssystem versendet werden. Die bisherige papiergebundene Zustellung entfällt damit perspektivisch. Die Ladungsfrist bleibt unverändert bei rund sieben Tagen.


Bürgerinformationssystem: Debatte über Transparenz und Grenzen

Neben Personalfragen sorgte auch ein Antrag der Grünen für Diskussionen. Die Fraktion um Christina Feiler forderte die Einführung eines Bürgerinformationssystems (BIS), um die Öffentlichkeit frühzeitiger über Gemeinderatssitzungen zu informieren.

Kernpunkt ist die zeitgleiche Veröffentlichung der Tagesordnung mit der Ladung der Gemeinderäte sowie perspektivisch weiterer Unterlagen. Ziel sei es, Transparenz zu erhöhen und Bürgern mehr Beteiligungsmöglichkeiten zu geben.

Die Verwaltung zeigte sich grundsätzlich offen, empfahl jedoch eine reduzierte Umsetzung. Ein BIS solle sich auf die Veröffentlichung der Tagesordnung beschränken. Weitergehende Dokumente wie Beschlussvorlagen oder Protokolle seien aus Datenschutz-, Urheberrechts- und Persönlichkeitsgründen problematisch. Zudem sei der Aufwand erheblich.

Als Kompromiss wurde beschlossen, ein Bürgerinformationssystem einzuführen, das die Tagesordnungen künftig bereits am Ladungstag online zugänglich macht. Damit erweitert die Gemeinde ihre Informationswege im Zuge der geplanten Digitalisierung des Amtsblatts.


Auftakt mit klaren Linien

Die konstituierende Sitzung zeigte damit bereits zu Beginn der neuen Wahlperiode die politischen Linien im Veitshöchheimer Gemeinderat: Während in zentralen Strukturfragen Einigkeit herrschte, wurde bei Personalentscheidungen und Fragen der Transparenz um Mehrheiten gerungen.

Bürgermeister Götz hatte zu Beginn die Erwartung an das Gremium formuliert: eine sachliche, respektvolle Zusammenarbeit im Interesse der Gemeinde. Ob dieser Anspruch im politischen Alltag trägt, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.


Im nichtöffentlichen Teil der Konstituierenden Sitzung des Gemeinderates befasste sich das Gremium mit der Entschädigung des 1. Bürgermeisters und seiner beiden Stellvertreter, über die im Nachhinein noch informiert wird.

Fotos Dieter Gürz

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G
In Veitshöchheim wird ein Bürgerinformationssystem (BIS) eingeführt!<br /> Klingt gut, führt aber nicht wirklich zu mehr Transparenz. Dieses BIS ist nicht mehr als ein Feigenblatt. Sollen mehr Bürgerinnen und Bürger motiviert werden, sich für die Politik im eigenen Ort zu interessieren, braucht es mehr. In den Sitzungen des Gemeinderates sind die Zuschauerplätze meist weitgehend leer, wen wundert dies? Zuschauer sind Statisten, sie haben vorher keine Kenntnis über Inhalte, können sich somit nicht vorbereiten. Der vom Bürgermeister häufig geäußerte Satz: „Sie haben die Unterlagen ja gelesen“, dürfte für manche Zuschauerin und manchen Zuschauer wie Hohn klingen. Motivation sieht anders aus!<br /> Andere Gemeinden sorgen da viel offensiver für Information. Das Beispiel Ochsenfurt zeigt, wie Bürgerinnen und Bürger mitgenommen werden können, dort gibt es schon länger ein Bürgerinformationssystem das im öffentlichen Teil weitgehend die gleichen Informationen enthält wie das Ratsinfosystem für die Stadträte.
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P
Es wäre eine schöne Geste und ein Zeichen gegen Demokratiefeinde gewesen, wenn die Gemeinderäte, wie von den Grünen und der UWG angeboten, Einheit unter Demokraten bewiesen und gemeinsam das 3. Bürgermeisteramt den beiden stärksten Parteien hinter der CSU überlassen hätten. <br /> Stattdessen wird in Kindergartenmanier darum gestritten, wer in der Vergangenheit oder in anderen Parlamenten zuerst gegen das ungeschriebene Gesetz der Beteiligung der Opposition verstoßen hat. Das ist unwürdig.<br /> Natürlich war die Wahl der Herren Knorz und Mucha demokratisch. Ob sie klug war, bezweifle ich.
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P
CSU Bgm. werden immer weniger. Gewinner sind die neuen Bürgerparteien wie FW oder UWG. Das wird auch in 6 Jahren so sein. Den Anfang vom Abstieg haben die etablierten Parteien auf Bundes- und Landesebene schon gezeigt. Die Kommunen ziehen nach mit fehlendem Verständnis für die Bürger- bzw. Wählerbelange. Machtstreben wird bestraft durch Wählerverlust. Veitshöchheim ist auf dem besten Weg dorthin mit der "geheimen Wahl" des 2. und 3. Bgm. Die MainPost schreibt richtig über die verpasste Chance eine Bürgermeisterin als Nr. 2 einzusetzen. <br /> Wie schon gesagt, die nächste Wahl in 6 Jahren wird diesen Hintergrund wieder als Erinnerung in den Vordergrund bringen.
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H
Die Argumentation von Marc Zenner überzeugt!<br /> Wie weit das "grüne Selbstverständnis", es wäre angesichts der Prozentzahl des Wahlergebnisses fair eine Berücksichtigung bei der Bürgermeisterstellvertretung fair, reicht, lässt sich in Würzburg besichtigen an der Haltung der Grünen und Ihres OB Heilig; die CSU wird bei der Besetzung trotz zweitgrößter Fraktion bei der Besetzung von Stellvertretern, nicht berücksichtigt!<br /> Immer so, wie es passt!
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B
Ich finde auch, dass es keine gute Lösung war, den/die 2. Bürgermeister/in in Würzburg ebenfalls den GRÜNEN zuzuschlagen. Wer sich aber über die Bgm-Entscheidung in Würzburg aufregt, der soll das bitte auch ebenso über die Veitshöchheimer-Lösung kundtun.
A
Würzburg ist nicht Veitshöchheim. Da gibt es auch eine Vorgeschichte.<br /> Es ist schon erstaunlich, dass das Duett SPD/CSU mit einem Stimmenverlust der SPD von rund 1% und der CSU von knapp 2% bei der letzten Kommunalwahl, den beiden Parteien, Grüne (+ 2,68%) und UWG (+ 2,46%), die Ämter der Vertretung des Bürgermeisters aberkennen. Da spielte dann auch die von Bürgermeister Götz proklamierte zukünftige Zusammenarbeit ohne "parteipolitische Scheuklappen" und die "Demokratie im Kleinen" keine Rolle mehr. Fair und respektvoll sieht anders aus. Das kann auch die vorgeschobene "langjährige Erfahrung" der beiden bisherigen Vertreter nicht begründen. Sowohl Christina Feiler als auch Martin Issing weisen eine langjährige Erfahrung in kommunalen Ämtern auf.<br /> Richtig:"Nicht demokratische Kultur, sondern Postensicherung".
M
Werter Herr Knötgen,<br /> <br /> nach Ihren interessanten Ausführungen, soweit ich sie entziffern konnte, sehe ich mich veranlasst, Ihrem geschätzten Demokratieverständnis die offensichtlich nötige objektive Einordnung anzufügen: Die Bürgerinnen und Bürger Veitshöchheims haben einen Bürgermeister in dieses Amt direkt gewählt. Sie haben sodann einen GEMEINDERAT gewählt – und damit weder einen zweiten, dritten oder vierten Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin. <br /> <br /> Die Stellvertreter des Bürgermeisters wählt der Gemeinderat aus den Persönlichkeiten seiner Mitte. Man mag daran erinnern, dass Ihre Wahl als zweiter Bürgermeister ohne Vorgespräche mit allen Fraktionen, alleine mit der Mehrheit aller anderen kleinen Fraktionen gegen die Mehrheitsfraktion erfolgt ist. Was für ein Demokratieverständnis nach Ihrer Lesart! Andernfalls hätte die 2014 mit Abstand größte Fraktion der CSU/VM wenigstens einen Stellvertreter stellen müssen. Das haben Sie aus Machtinteresse verhindert. 43 % der Wähler Veitshöchheims sind damals – um Ihrem persönlichen Wunsch nach einem Amt gerecht zu werden – außen vor gelassen worden! Sollte das Langzeitgedächtnis gelitten haben, wollen Sie das Archiv des Blogs bemühen.<br /> <br /> Dessen ungeachtet erinnere ich nochmals an die Rechtslage: Keine Pseudoabbilder des GEMEINDERATSWAHLERGBNISSES und keine „Qualifikation nach Geschlecht“ entscheiden darüber, wer den Bürgermeister vertreten und Veitshöchheim in diesem Amt vertreten soll. <br /> <br /> Alleine das Vertrauen der Mehrheit (Achtung: ein wesentliches demokratisches Instrument, Herr Knötgen!) und Erfahrung sowie Kompetenz sind entscheidend.<br /> <br /> Und somit heißen die stellvertretenden Bürgermeister: Elmar Knorz und Steffen Mucha.
K
Beide Haltungen, aowohl in VHH als auch in Würzburg, was die Besetzung der Bürgermeisterämter anbelangt, zeugen weder von poltical correctness noch von der Wiederspiegelung des Wählerwillens, wenn wie in VHH fast 45% der Wähler außen vorhelassen werden. Zenners Argumentation ist seit Jahrzehnten nicht von objektivem Demokratieverständnis geprägr, eher von einer erzkonservativen, retrriktiven Einstellung, die die sich grundsätzlich am Machtinteresse der CSU orientiert und absulut nicht an Ausgleich und Tolranz. Die einleitenden Worte des Bürgermeisters überZurückstelling von Parteiinteressenwerden und vertrauensvoller Zusammen arbeit werden angesichts dieser "Machtdemonsstration" ad absurdum geführt. Am Beifall in der Sitzung konnte man den Willen der Wähler ganz gut erkennen. Bleibt zu hoffen, dass die Quittung bei der nächsten Wahl erfolgt: weiterr Schwächung der CSU und Bedekutungslosigkeit der SPD, der es nur um wiederholtem Mal um die Erhaltung ihrer Pfründe ging.
P
„Bavaria ruft?“ Leider nicht in Veitshöchheim! <br /> Unter dem Titel „Bavaria ruft“ wirbt die Landtagspräsidentin Ilse Aigner, CSU, für mehr Frauen in den Rathäusern. Leider funktioniert das mit den Parteikollegen vor Ort nicht. Gestern ist Christina Feiler, Vorsitzende der zweitgrößten Fraktion, erneut nicht zur 2. Bürgermeisterin gewählt worden. Das, obwohl sie seit zwölf Jahren Gemeinderätin und seit acht Jahren Bezirksrätin ist und jüngst in den Kreistag gewählt wurde. <br /> Eine derart hervorragend qualifizierte und bestens auf Kreis- und Bezirksebene vernetzte Frau vom Stellvertreteramt fernzuhalten, spricht allen Bestrebungen, Frauen mehr Sichtbarkeit in der Kommunalpolitik zu verleihen, Hohn.
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