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Weltfriedenstag im Würzburger Kiliansdom - Wenn christlicher Glaube zum Ernstfall wird

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Weltfriedenstag im Kiliansdom

Jedes Jahr lädt das Bistum Würzburg gemeinsam mit der katholischen Militärseelsorge am Weltfriedenstag bewusst Soldaten aus fränkischen Standorten wie Veitshöchheim, Hammelburg, Walldürn und Wildflecken in den Dom ein.

Der Pontifikalgottesdienst wird traditionell von der Arbeitsgemeinschaft katholischer Soldaten und musikalisch vom Bläserensemble des Heeresmusikkorps Veitshöchheim begleitet.

Weihbischof Reder dankt Soldaten

„Der Dienst des Soldaten ist mehr als ein Beruf. Er ist eine Haltung, Verantwortung zu übernehmen“, betonte Weihbischof Paul Reder. Mit seinen Worten richtete er sich an rund 350 Soldaten, Zivilangestellte sowie deren Angehörige aus der Region. In einer Zeit globaler Konflikte mahnte der Weihbischof: „Wir suchen nicht nur die Verbindung untereinander, mit allen Menschen guten Willens, sondern vor allem die Verbindung mit Jesus Christus. Er ist unser Friede.“

Verantwortung als Christ und Soldat

Weihbischof Reder machte deutlich, dass Christen in Uniform eine besondere Verantwortung tragen. Sie stehen dem Frieden verpflichtet und sollen Werte, Recht und Freiheit verteidigen. „Gerade deshalb ist Ihr Dienst so kostbar, wenn er im Geist Christi diesen Kräften widersteht“, erklärte er. Dabei bezog er sich auch auf den Leitgedanken von Wolf Graf von Baudissin, dem Vordenker der „Inneren Führung“ der Bundeswehr.

Frieden stiften statt Krieg führen

Unter Bezug auf das Matthäus-Evangelium erinnerte Weihbischof Reder an die Worte: „Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ Er erklärte, dass Friede kein bloßer Kompromiss oder eine Waffenruhe sei, sondern aus Versöhnung, Vertrauen und „innerer Entwaffnung des Herzens“ entstehe. Frieden sei ein Werk der Gerechtigkeit und der Liebe, und Gewalt müsse, selbst wenn sie unvermeidbar sei, als das gesehen werden, was sie ist: ein Scheitern menschlicher Bemühungen um Gerechtigkeit.

Haltung und Abschreckung im Einsatz

Generalmajor Jörg See, Kommandeur der 10. Panzerdivision in Veitshöchheim, griff in seiner Ansprache die Begriffe „Haltung“ und „Abschreckung“ auf. Soldaten seien Menschen, die dem Frieden verpflichtet seien, erklärte See. Ihre Einsatzbereitschaft diene der Abschreckung und könne im Ernstfall auch das eigene Leben kosten. Haltung und Halt bedingten einander: „Wir stehen für etwas gerade, weil wir es so wollen, aber wir sind Menschen, die Halt brauchen.“

Wechsel in der Militärseelsorge

Im Rahmen des Gottesdienstes wurde auch ein personeller Wechsel bekannt gegeben: Militärdekan Alexander Prosche verlässt Veitshöchheim und wechselt nach Berlin, wo er künftig die Seelsorge in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr koordiniert. Neuer Militärpfarrer in Veitshöchheim wird Frank Schneider aus Fürstenfeldbruck.

Festlicher Gottesdienst und musikalische Begleitung

Während des Hochamts dienten Soldaten im festlichen Dienstanzug als Ministranten. Oberstleutnant Christian B. las aus dem 1. Petrusbrief, Stabshauptmann Matthias Hüttl (im Bild) trug die Fürbitten vor und Hauptmann Georg Hagel begleitete an der Orgel das Agnus Dei. Kantor war Andreas Niedermeier, das Bläserensemble leitete Oberfeldwebel Kai Begemann. Nach dem Gottesdienst empfing Weihbischof Reder die Gäste im Burkardushaus.

 Auszug der Ministranten und Zelebranten aus dem Kiliansdom unter Führung von Oberstabsfeldwebel Michael N. als Thuriferar.

Fotos: Bild 2 und 4 Bischöfliches Ordinariat / Kerstin Schmeiser-Weiss - Rest Bundeswehr / Stabsfeldwebel Klaus Westermann


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