Klangvolle Hilfe für den guten Zweck: Heeresmusikkorps Veitshöchheim begeistert 500 Gäste bei Benefizkonzert für das BRK
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Benefizkonzert zugunsten des BRK-Kreisverbands Würzburg
Klangvolle Hilfe für den guten Zweck: Heeresmusikkorps Veitshöchheim verzückt 500 Gäste in den Mainfrankensälen.
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Mit stehenden Ovationen der rund 500 Gäste endete am Donnerstagabend das 56. Benefizkonzert des Heeresmusikkorps Veitshöchheim in den Mainfrankensälen Veitshöchheim. Seit Jahrzehnten spielen die uniformierten Profimusiker zugunsten des Bayerischen Roten Kreuzes, Kreisverband Würzburg – und einmal mehr wurde der Konzertabend zu einer musikalischen Visitenkarte auf höchstem Niveau.
Pünktlich um 19.30 Uhr betrat das 55-köpfige Orchester unter Leitung von Major Wolfgang Dietrich die Bühne. Seit Juli 2024 steht er an der Spitze des renommierten Klangkörpers und führt ihn unter dem Leitgedanken: „Mit Liebe zur Musik die Zuschauer begeistern.“ Dass dieser Anspruch keine Floskel ist, zeigte sich vom ersten Ton an.
Mit sichtbarer Präzision, klanglicher Geschlossenheit und großer musikalischer Leidenschaft spannte das Orchester einen weiten Bogen von traditioneller Militärmusik über sinfonische Blasorchesterliteratur bis hin zur gehobenen Unterhaltungsmusik.
Begrüßung: Musik, die Gutes bewirkt
Zur Einstimmung auf den Konzertabend begrüßte Landrat und BRK-Kreisvorsitzender Thomas Eberth die Gäste herzlich in den Mainfrankensälen. Er zeigte sich erfreut über die große Resonanz und dankte zunächst den Musikern des Heeresmusikkorps Veitshöchheim für ihr erneutes „Heimspiel“ in Veitshöchheim.
Eberth unterstrich die doppelte Bedeutung des Benefizkonzerts. Zum einen tue sich das Publikum selbst etwas Gutes: Musik könne – gerade in bewegten Zeiten – helfen, Abstand vom Alltag zu gewinnen und neue Kraft zu schöpfen. Zum anderen leiste jeder Besucher mit seiner Eintrittskarte einen wichtigen Beitrag zur Arbeit des Bayerischen Roten Kreuzes in Stadt und Landkreis Würzburg.
Die Unterstützung komme insbesondere der Jugendarbeit sowie den zahlreichen ehrenamtlichen Diensten zugute. Diese seien unverzichtbar, um Hilfsangebote auch dort aufrechtzuerhalten, wo staatliche Finanzierung allein nicht ausreiche.
Grußwort: Gemeinsame Werte von Musik und Rotem Kreuz
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Im Anschluss richtete der neue BRK-Präsident Hans-Michael Weisky sein Grußwort an die Gäste. Er stellte die verbindende Kraft der Musik in den Mittelpunkt: Musik bringe Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen, schaffe Gemeinschaft und schenke Hoffnung. Werte, die auch das Bayerische Rote Kreuz prägen.
Tag für Tag engagierten sich haupt- und ehrenamtliche Helfer in zahlreichen Bereichen – vom Katastrophenschutz über den Fahrdienst bis hin zur Blutspende und zu vielfältigen sozialen Diensten. Gemeinsam verbinde sie der Grundgedanke, Menschen unabhängig von Herkunft, Religion oder sozialem Hintergrund zu helfen.
Gerade deshalb seien Veranstaltungen wie das Benefizkonzert von großer Bedeutung. Die Einnahmen des Abends unterstützten die Arbeit der Ehrenamtlichen, ermöglichten Ausbildung, moderne Ausstattung und konkrete Hilfe für Menschen in schwierigen Lebenssituationen.
Weisky dankte dem Heeresmusikkorps ausdrücklich für seine langjährige Unterstützung: Seit vielen Jahren stelle das Orchester sein Können in den Dienst der guten Sache und spiele zugunsten des Roten Kreuzes. Damit setze es ein starkes Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Von Fanfaren bis Filmmusik – ein Programm mit Strahlkraft
Das Programm bildete die Leistungsfähigkeit des symphonischen Blasorchesters in diversen musikalischen Stilen ab. HMK-Leiter Wolfgang Dietrich, der kenntnisreich und unterhaltsam durch den Abend führte: "Es war mir wichtig ein Programm zu wählen, was das Orchester fordert, aber auch dem breiten Publikum zusagt. Dabei suche ich immer wieder nach Stücken, sowohl im typischen Militärmusikbereich, im konzertant, sinfonischen Bereich als auch in der „gehobenen Unterhaltungsmusik“, die man in dieser Excellenz nicht an „jeder Ecke“ hört."
Bereits die festliche Eröffnung mit der „Kaiser-Friedrich-Fanfare“ von Friedrich Wilhelm Voigt setzte kraftvolle Akzente.
Mit der „Symphonic Overture“ von James Barnes – einem Klassiker der Blasorchesterliteratur – bewies das Ensemble technische Brillanz und enorme Klangfülle. Das Werk, ursprünglich zum Jubiläum der United States Air Force Band komponiert, entfaltete ein farbenreiches Wechselspiel aus romantischen Linien und spritzigen virtuosen Passagen.
Ein besonderer Reiz lag im differenzierten Klangbild des Orchesters, das durch eher selten zu hörende Instrumente wie Alt-Klarinette, Harfe oder E-Gitarre bereichert wurde.
Exzellente Solisten erhielten auch im weiteren Verlauf des Konzerts immer wieder für ihre Einlagen Szenenapplaus.
Einen besonderen Akzent setzten die Holzbläser im Verbund mit dem tragenden Blech mit dem Parade-Marsch nach Motiven aus der Oper ,Die weiße Dame‘“ von François Adrien Boieldieu. Das selten gespielte Werk bestach mit seiner opernhaften Melodik und zugleich militärischen Präzision.
Es war die ideale Überleitung zur klassischen Literatur, nämlich der majestätisch wirkenden Polonaise aus der Oper Eugen Onegin von Peter Tschaikowsky, die äußerst virtuos aber auch melancholisch schön ist, bei der die Musiker elegante Klangfarben und tänzerische Leichtigkeit entfalteten.
Mit dem melancholisch wirkenden Werk „Four Scottish Dances“ op. 59 von Malcolm Arnold offenbarte das Orchester seine dynamische Bandbreite und ließ für Momente schottische Landschaften musikalisch lebendig werden.
Mit dem „Adlerflug-Marsch“, eines der international bekanntesten Werke Hermann Ludwig Blankenburgs, das in Schweden Hymne der Luftwaffe ist, endete der erste Teil schwungvoll.
Schon in der Pause äußerten sich Besucher beeindruckt: "Das ist absolute Spitzenklasse.“
Stilistischer Aufbruch nach der Pause
Nach Tradition, Marsch und historischen Bezügen im ersten Teil, öffnete sich das Programm nun stärker populären Klangwelten mit filmischer Eleganz, britischer Folklore und Pop-Melancholie.
Mit dem Höchststufe-Stück „Overture to a Pops Concert“ von Henry Mancini brachte das Orchester mit spürbarer Spielfreue swingende Leichtigkeit und filmische Eleganz in den Saal.
Es folgte ein bewusst traditioneller Kontrast mit dem britischen Medley „Sea Songs“, in dem Ralph Vaughan Williams die drei bekannten maritimen Volksmelodien "Princess Royal", "Admiral Benbow" und "Portsmouth" zu einem kompakten Orchesterstück verarbeitet hat, mit dem das Ensemble erneut seine klangliche Tiefe unter Beweis stellte– vom zarten Holzbläsersatz bis zum machtvollen Tutti.
„Old and Wise“ – ein Moment des Innehaltens
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Einen emotionalen Höhepunkt bildete „Old and Wise“ von The Alan Parsons Project. Das eigens für das Heeresmusikkorps geschriebene Arrangement von Ingo Mertens erklang erst zum zweiten Mal öffentlich. Warm timbrierte Bläsersätze, subtile Dynamik und fein modellierte Klangflächen verliehen dem Stück eine eindringliche, beinahe intime Atmosphäre.
Besonders eindrucksvoll: das ausdrucksstarke Altsaxophon-Solo von Stabsfeldwebel André Müller, das die melancholische Grundstimmung des Songs sensibel auf den Punkt brachte
Westcoast-Sound und virtuose Solisten
Mit einem Medley der größten Hits von Christopher Cross – darunter „Ride Like The Wind“, „All Right“ und „Never Be The Same“ – nahm das Konzert Fahrt in Richtung Westcoast-Pop auf.
Das Stück geriet zugleich zu einem Schaulaufen hochkarätiger Instrumentalisten, darunter
- 🎺 Hauptfeldwebel Florian Hört (Trompete)
- 🎺 Stabsfeldwebel Bernhard Müßig (Flügelhorn),
- 🎺Oberfeldwebel Kai Begemann und Johannes Bauer (Posaune)
- 🎷Oberstabsfeldwebel Sven Hippeli (Tenorsaxophon)
- 🎷Oberfeldwebel Niklas Müller (Altsaxophon)
- 🎸 Stabsfeldwebel Mirko Dietze (Gitarre).
Szenen-Applaus war der verdiente Lohn.
Zugaben, Jubel und ein würdiger Abschluss
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Nach stürmischem Jubel und Standing Ovations setzte das Orchester mit dem „Marsch op. 99“ von Sergej Prokofjew als erste Zugabe einen strahlenden Akzent.
Und als zweite Zugabe verzauberte Dietrich das Publikum mit dem "Frankenlied", das bei einer Strophe gemeinsam mit den Musikern einstimmte.
Den endgültigen Schlusspunkt bildete – stehend vorgetragen – die Bayern- und die Nationalhymne.
Am Ende zeigte sich einmal mehr, warum das Heeresmusikkorps Veitshöchheim weit über die Region hinaus geschätzt wird. Präzision, Ausdruckskraft und stilistische Vielseitigkeit verbanden sich zu einem mit Pause zweieinhalbstündigen Konzerterlebnis, das Tradition und Moderne mühelos vereinte.
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Dies brachten am Ende auch die Repräsentanten des BRK-Kreis- und Bundesverbandes unter Überreichung eines Präsent an den Dirigenten zum Ausdruck.
Erlös für soziale Projekte des BRK in der Region
„Wer das Konzert besucht, tut sich und anderen Gutes“, hatte BRK-Kreisgeschäftsführer Oliver Pilz im Vorfeld betont. Diese Botschaft trug durch den gesamten Abend. Die Heeresmusiker verzichteten auf eine Gage. Der Erlös aus den Eintrittsgeldern kommt nach Abzug der Unkosten der ehrenamtlichen Arbeit des Roten Kreuzes in Stadt und Landkreis Würzburg zugute – von Sanitätsdiensten über Katastrophenschutz bis hin zu vielfältigen Unterstützungsangeboten für Menschen in schwierigen Lebenslagen.
Für das leibliche Wohl sorgte der Betreuungsdienst des BRK mit Getränken und kleinen Speisen vor Konzertbeginn sowie in der Pause.
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Fotos Dieter Gürz