Digital statt analog: Veitshöchheim rüstet Feuerwehr mit neuen Pagern aus
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Kritik aus den eigenen Reihen
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Zugführer Dieter Leimkötter (beim Jubiläumsabend im letzten Jahr mit dem Bayerischen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber ausgezeichnet) blickt mit etwas Wehmut auf die alten Geräte zurück. Er sieht die Umstellung kritisch – vor allem im praktischen Einsatzalltag. Sein Fazit fällt deutlich aus: Für ihn sei die Anschaffung technisch nicht zwingend notwendig gewesen. Seinen analogen Melder werde er vorerst weiter nutzen.
Das neue Modell sei größer und schwerer als das bisherige analoge Gerät. Bereits nach rund 30 Stunden melde der Pager „Akku leer“, obwohl zuvor noch eine halbvolle Anzeige bestanden habe. Ein tägliches Laden sei damit faktisch notwendig.
Beim Laden über USB-C blinke die LED dauerhaft – störend insbesondere nachts. Nur in der Ladehalterung lasse sich das unterdrücken.
Alarm ohne Sprachdurchsage
Besonders vermisst Leimkötter die frühere Sprachdurchsage. Analog habe man sofort gehört, ob mehrere Schleifen ausgelöst wurden und ob zusätzlich die Sirene mitlief – ein Hinweis auf die Größe des Einsatzes. Zudem seien „Wo, Was und welche Einheiten“ direkt angesagt worden. Heute erscheine die Information ausschließlich im Display. „Da brauche ich erst meine Lesebrille – und wenn ich im Auto sitze, muss ich anhalten, um die Meldung zu lesen.“, so seine Kritik. "Der alte Melder ging noch in der Tiefgarage, jetzt halt nicht mehr“, sagt er.
Diskussion um Folgekosten
Auch wirtschaftlich sieht Leimkötter Herausforderungen. Bei etwa 1.000 Ladezyklen könnten die Akkus nach rund drei Jahren verschlissen sein. Bei 80 Euro pro Akku würden für 80 Geräte rund 6.400 Euro anfallen.
Die bisherigen analogen Melder arbeiteten mit handelsüblichen AA-Akkus, deren Austausch deutlich günstiger war. Sämtliche Betriebs- und Wartungskosten der neuen Geräte trägt die Gemeinde vollständig selbst.
Zudem verweist er auf eine weitere Alarmierungsform: Parallel werden die Einsatzkräfte über die Smartphone-App „A-Pager“ informiert, über die auch Rückmeldungen („Komme“ / „Komme nicht“) möglich sind. Diese Funktion wäre technisch auch über den neuen Pager realisierbar, ist jedoch nicht aktiviert. Die App gilt allerdings nicht als offiziell zugelassener Alarmierungsweg.
„Alternativlos, aber teuer“
Für die Gemeinde war die Beschaffung letztlich alternativlos, da Bayern landesweit auf Digitalfunk umstellte. Der Testbetrieb in anderen Netzabschnitten habe gezeigt, dass das Digitalfunknetz für die Alarmierung gut geeignet sei.
Während die Führung auf Zukunftssicherheit, parallele Alarmierung und Verschlüsselung verweist, zeigt die Stimme aus der Mannschaft, dass der Umstieg im Alltag nicht nur Vorteile bringt.
Für die Bürger ändert sich indes nichts: Die Freiwillige Feuerwehr Veitshöchheim bleibt rund um die Uhr einsatzbereit – künftig digital alarmiert.
Fotos Dieter Gürz
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