LBV ordnet geplante Fällung von Platanen am Höchheimer Steg ein
Nicht heimische Platanen betroffen
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Im Zuge der kontrovers geführten Diskussion um die geplante Fällung von zehn Platanen im Rahmen der Neugestaltung der urbanen Lände am Höchheimer Steg hat sich nun auch der Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e.V. (LBV) geäußert. Auf Bitte von Bürgermeister Jürgen Götz gab Dipl.-Ing. (FH) Umweltsicherung Marc Sitkewitz, Bezirksgeschäftsstellenleiter des LBV Unterfranken, eine fachliche Einschätzung ab.
Nach Angaben Sitkewitz’ handelt es sich bei den betroffenen Bäumen um Platanen-Hybride aus morgenländischer und abendländischer Platane, die nicht zu den gebietsheimischen Baumarten zählen. Entsprechend sei ihre ökologische Wertigkeit deutlich geringer als die heimischer Arten.
Keine artenschutzrechtlichen Bedenken
Aus artenschutzrechtlicher Sicht bestehe – abgesehen von der Einhaltung der Rodung außerhalb der Brutzeit – kein weiterer Handlungsbedarf. An den Bäumen seien keine Höhlenstrukturen festgestellt worden, die als Lebensraum für besonders geschützte Arten relevant wären.
Unterschiedliche Bewertungen innerhalb der Umweltverbände
Sitkewitz weist darauf hin, dass die Bewertung von Platanen auch innerhalb der Umweltverbände unterschiedlich ausfällt. So verweist er auf eine Veröffentlichung des BUND-Regionalverbands Stuttgart, in der Platanen kritisch beurteilt und teilweise ausdrücklich abgelehnt werden. Der dort zitierte Forstmann Dr. Hans Halla, langjähriger Leiter des Hofkammerforstamts Bietigheim, hatte bereits vor Jahren auf die aus seiner Sicht geringe ökologische Bedeutung der Platane hingewiesen.
Ökologische Risiken und Urbanität
Halla führte unter anderem an, dass auf heimischen Baumarten wie der Eiche mehrere hundert Insektenarten leben, während auf der fremdländischen Platane lediglich eine einzige Art nachgewiesen sei. Zudem warnte er vor einer zunehmenden Vereinheitlichung von Ortsbildern durch den großflächigen Einsatz nicht heimischer Baumarten sowie vor der Ausbreitung des sogenannten Bunten Platanenkrebses, einer aus Amerika eingeschleppten Pilzerkrankung.
Fazit des LBV
Platanen könnten aus ökologischer Sicht allenfalls punktuell und an sogenannten Zwangsstandorten sinnvoll sein, nicht jedoch als flächige oder dominante Bepflanzung im urbanen Raum, so die zusammenfassende Einschätzung von Sitkewitz.
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