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Musikalischer Glanz im Hofgarten - Heeresmusikkorps Veitshöchheim begeistert zum Jubiläum der Balthasar-Neumann-Kaserne

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Ein imposantes Bild bot sich am Mittwochabend im Veitshöchheimer Hofgarten: Über Treppe vor dem prachtvoll angestrahlten Schloss nahmen 50 Profimusiker des Heeresmusikkorps Veitshöchheim Aufstellung, um im Rahmen des Jubiläums „60 Jahre Balthasar-Neumann-Kaserne“ schätzungsweise 400  Besucher mit einem musikalischen Ohrenschmaus auf höchstem Niveau zu verwöhnen.

Klangvolle Werbung für Veitshöchheim

Major Wolfgang Dietrich, seit gut einem Jahr Chef der Veitshöchheimer Heeresmusiker, führte kurzweilig und leger durch das Programm – kreuz und quer durch das weite Reich der Blasmusik. Das Repertoire des Orchesters reicht von Traditionsmärschen über klassische sinfonische Blasmusik bis hin zu Filmmusik, Rock, Pop und Swing. Entsprechend bunt war der Strauß an Stilrichtungen, der den Zuhörern geboten wurde – von klassischer Militärmusik bis zu moderner Unterhaltung.

Einmal mehr wurde deutlich, dass das Heeresmusikkorps, das Veitshöchheim in seinem Namen trägt, seit nunmehr sechs Jahrzehnten ein hervorragender Botschafter der Gemeinde ist. Die Musiker sind fest in der Gesellschaft verwurzelt und prägen das kulturelle Leben der Region auch über ihre aktive Dienstzeit hinaus. Der Jubiläumstag mit Ausstellung und Zeitzeugengesprächen in den Mainfrankensälen, einem Platzkonzert im Hofgarten und dem abendlichen Festakt unterstrich eindrucksvoll die enge Verbindung zwischen Bundeswehr, Region und Bürgerschaft.

Märsche, Melodien und Emotionen

Gleich zu Beginn erklang mit dem „Deutschmeister-Regimentsmarsch“ von Wilhelm August Jurek (1870–1934) einer der populärsten Militärmärsche – mit seinem unverwechselbaren Refrain „Mir san vom k. und k. Infanterie-Regiment Hoch- und Deutschmeister Nummero Vier“.

Anschließend entführten die nur schemenhaft zu erspähenden Musiker mit der Titelmelodie „Musik liegt in der Luft“ von Heinz Gietz in die Glanzzeit der gleichnamigen Fernsehshow von Dieter Thomas Heck, die in den 1990er Jahren Millionen Zuschauer begeisterte.

Thematisch perfekt zum Rokokogarten passte das sinfonische Stück „Thanks to the Gardener“ des Schweizer Komponisten Christoph Walter, ein Auftragswerk eines Gartenbaubetriebs, das Dirigent Dietrich mit einem Augenzwinkern den Veitshöchheimer Hofgartengärtnern widmete.

Solistische Glanzlichter und emotionale Momente

Mit der gefühlvollen Blasmusik-Pop-Ballade „My Dream“ des Kärntners Peter Leitner verzauberten die Musiker ihr Publikum. Besonders hervorzuheben waren die ausdrucksstarken Soli des Flügelhornspielers Sebastian Walter.

Passend zu den Jubiläen „70 Jahre Bundeswehr“, „60 Jahre Balthasar-Neumann-Kaserne“ und „10 Jahre 10. Panzerdivision in Veitshöchheim“ erklang der Marsch „Jubelklänge“ (op. 70) von Ernst Uebel – ein klingendes Symbol der Freude und festlichen Stimmung. Der traditionsreiche Marsch wurde 1953 bei den Krönungsfeierlichkeiten von Königin Elisabeth II. in London gespielt und fand erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands zu neuer Popularität.

Tief bewegte Momente folgten mit „Gabriellas Sång“ aus dem schwedischen Film Wie im Himmel (2005) – ein berührendes Lied über Freiheit, Selbstbestimmung und Lebensglück, das die Herzen der Zuhörer im Sturm eroberte.

Von Michael Jackson bis zur Militärtradition

Mitreißend wurde es danach mit einem Medley zu Ehren des „King of Pop“ Michael Jackson, das mit „Thriller“, „I’ll Be There“ und „Man in the Mirror“ drei seiner größten Hits vereinte. Eindrucksvolle Soli steuerten Stabsfeldwebel Markus Lenhardt (Trompete) und Stabsfeldwebel André Müller (Alt-Saxophon) bei.

Im Kontrast dazu kehrte das Orchester anschließend in die Welt der traditionellen Militärmusik zurück. Der Luftwaffenmarsch „Jagdgeschwader Richthofen“ von Hans Felix Husadel (1935) sprühte vor Energie und Lebensfreude. Zum Abschluss des offiziellen Programms blieb Dietrich thematisch „in der Luft“ und ließ mit dem beschwingten „Fliegermarsch“ aus der Operette Der fliegende Rittmeister von Hermann Dostal (1912) die Faszination der frühen Fliegerei aufleben.

Begeisterter Applaus und eine Zugabe

Der begeisterte Applaus der rund 400 Zuhörerinnen und Zuhörer forderte natürlich eine Zugabe heraus: Mit dem Konzertmarsch „Graf Zeppelin“ von Carl Teike (1864–1922) setzte das Heeresmusikkorps einen würdigen Schlusspunkt. Teike widmete das Werk dem berühmten Luftschiffpionier, dessen erster Zeppelin 1900 über dem Bodensee in die Luft stieg – ein Sinnbild für Aufbruch, Technikbegeisterung und die Kraft des Fortschritts.

Unter dem Nachthimmel von Veitshöchheim vereinten sich an diesem Abend Musik, Geschichte und Gemeinschaft zu einem außergewöhnlichen Konzertmoment, der noch lange nachklang.

Fotos Dieter Gürz

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