Langfassung: Zukunft tanken, Zuversicht leben: Jahresforum der Kfz-Innung Unterfranken in den Mainfrankensälen begeistert mit Innovation, Motivation und Humor
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Die Protagonisten des Jahresforums 2025 der Kfz-Innung Unterfranken in den Veitshöchheimer Mainfrankensälen v.l.n.r. Innungsobermeister Roland Hoier, Comedian Osan Yaran, Zukunftsforscher ...
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Mit einem prall gefüllten Programm hat die Kfz-Innung Unterfranken am Donnerstagabend in den Mainfrankensälen über vier Stunden lang ihr traditionelles Jahresforum gefeiert. Seit 2016 ist die Veranstaltung ein Fixpunkt für die regionale Autobranche – und auch diesmal nutzten zahlreiche Inhaber, Führungskräfte und Mitarbeiter aus den rund 800 Autohäusern und Werkstätten der Region die Gelegenheit, Impulse für die Zukunft mitzunehmen, ins Gespräch zu kommen und gemeinsam einen unterhaltsamen Abend zu verbringen.
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Schon zum Auftakt war die positive Stimmung spürbar. „Wir haben alle Plätze belegt, es mussten sogar noch Stühle nachgereicht werden – das freut mich ganz besonders“, begrüßte Obermeister Roland Hoier die 560 Gäste. Er machte deutlich, dass das Jahresforum bewusst auf Branchenberichte verzichte: „Wir wollen zwei, drei Stunden lang einfach genießen, zuhören, lachen und dabei auch etwas für uns persönlich mitnehmen.“ Mit einem Augenzwinkern gratulierte er zudem zwei Geburtstagskindern im Publikum – Christine König und Lena Ebert – und sorgte so gleich zu Beginn für ein herzliches Miteinander.
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Hoier nutzte die Bühne außerdem, um den Premiumpartnern zu danken, die mit ihrer Unterstützung die Veranstaltung überhaupt erst ermöglichen. Dazu zählen die Bank 11, die Firma Bartl, die Kreditreform Würzburg, die Göhler Anlagentechnik, die Signal Iduna, Vogel Communications sowie die Firma Würth, die das Catering sponserte. Auch die Würzburger Hofbräu trug mit den Getränken zum Gelingen des Abends bei. „Eure Unterstützung zeigt, wie wichtig Zusammenarbeit und Zusammenhalt in unserer Branche sind“, betonte der Obermeister.
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„Fahren wir unsere Autos noch selbst? Übernehmen Roboter unsere Arbeit? Werden wir 200 Jahre alt?“ Mit diesen Fragen beschäftigte sich Zukunftsforscher Lukas-Pierre Bessis in seinem Vortrag, „Mensch 2035 – wir Superhumans“ in dem er höchst inspirierend ein Bild der nächsten Jahrzehnte zeichnete — nicht als Science-Fiction, sondern als logische Folge heute sichtbarer technologischer Trends. Sein Credo: Wer die Mechanismen exponentiellen Wandels versteht, kann Veränderung als Chance begreifen.
Mitreißend führte er Szenarien vor Augen, wie Künstliche Intelligenz, Automatisierung und neue Technologien unsere Gesellschaft verändern werden. Dabei schlug er den Bogen von den Hotspots der Digitalisierung – vom Silicon Valley bis nach Skandinavien – bis hin zur Frage, was die Entwicklungen konkret für Handwerk und Automobilbranche bedeuten. Sein Appell: Wandel als Chance begreifen und Zukunft aktiv gestalten.
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Bessis begann mit einer einfachen, aber wirkungsvollen Unterscheidung: Unsere Alltagslogik ist linear — Technologie aber wächst häufig exponentiell. Anhand bekannter Beispiele — vom ersten Flugversuch 1903 bis zur Mondlandung 1969 — erläuterte er, wie kurz die Zeitspanne zwischen Revolutionen sein kann, wenn Grundlagen wie Rechenleistung oder Vernetzung vorhanden sind. Wichtig sei das Verständnis, dass kleine Anfänge sehr schnell große Effekte erzeugen: „Was heute wie ein Prototyp wirkt, kann in wenigen Jahren Alltag sein.“
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Ein zentrales Motiv des Vortrags war die Konvergenz: Robotik, Künstliche Intelligenz (KI), Sensorik, Mobilfunknetze, Cloud-Daten, Biotechnologie und Materialwissenschaften verstärken sich gegenseitig. Bessis nannte das Beispiel des autonomen Fahrens: Kein einzelnes System macht ein Auto autonom — erst das Zusammenspiel von Kameras, Sensoren, Rechenleistung, Datenvernetzung und Software führt zur Lösung. Daraus folgen neue Geschäftsmodelle, veränderte Produktionsprozesse und andere Kunden- bzw. Serviceerwartungen.
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Für Werkstätten sei Robotik kein abstrakter Zukunftsfilm, betonte Bessis: Lernfähige Roboter könnten künftig Tätigkeiten beobachten, übernehmen und sofort an andere Maschinen oder Systeme weitergeben — ohne stundenlange Neuprogrammierung. Das hat Folgen für Ausbildung, Arbeitsteilung und Kostenstrukturen: „Ein Roboter kann einmal zusehen und dann etwas hundertfach ausführen — und alle weiteren Einheiten lernen automatisch mit.“ Er nannte pragmatische Preise von Robotersystemen und betonte, dass Skaleneffekte die Kosten rasch senken könnten. Daraus ergeben sich Chancen für das Handwerk — etwa durch Effizienzgewinne — aber auch die Notwendigkeit, sich umzuschulen und Servicekompetenzen auszubauen.
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Bessis malte ein Bild vernetzter Lebenswelten: das Auto, das mit dem Garagentor spricht; Kühlschränke, die erkennen, was fehlt; Brillen und Kontaktlinsen, die Informationen direkt ins Blickfeld projizieren. Solche Szenarien verändern nicht nur Produkte, sie verändern Innenarchitektur, Kundenansprache und Verkaufsflächen: Werbung kann individuell zugeschnitten werden, Interaktionen werden schneller und personalisierter. Für Betriebe heißt das: neue Schnittstellen schaffen, digitale Services denken und Kundenbedürfnisse neu definieren.
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Einer der eindrücklichsten Teile des Vortrags behandelte biomedizinische Entwicklungen. Bessis referierte, wie die Kosten für DNA-Sequenzierung dramatisch gesunken seien und damit neue Diagnosen und personalisierte Therapien möglich würden.
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Er erläuterte in verständlicher Form die Arbeitsweise von CRISPR/Cas9 als „Gentischere“, mit der sich Gene gezielt verändern lassen.
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Auch die Möglichkeit, Organe per 3-D-Druck herzustellen, nannte er als realistische Perspektive — mit weitreichenden Folgen für Wartelisten, Transplantationsmedizin und Gesundheitsversorgung.
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Wichtig: Bessis stellte diese Punkte als Prognosen und Chancen dar — keine unumstößlichen Gewissheiten. Er machte deutlich, dass regulatorische, ethische und wirtschaftliche Fragen die Geschwindigkeit und Reichweite medizinischer Anwendungen mitbestimmen werden.
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Ein weiteres Thema war die direkte Verbindung von Gehirn und Computer — sogenannte Brain-Machine-Interfaces. Bessis berichtete von Experimenten, in denen Tiere und Menschen bereits Steuerungsaufgaben über implantierte Chips ausführten. Solche Technologien könnten Motorik, Kommunikation und Sinneswahrnehmung wiederherstellen; gleichzeitig warf er die dringend zu klärende Frage der Cybersicherheit auf: Wer schützt Persönlichkeitsrechte, wer verhindert Missbrauch?
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Mit Blick auf die Forschung zur Lebensverlängerung führte Bessis Beispiele aus der Grundlagenforschung an — etwa Studien, die verjüngende Effekte durch Blutkreislauf-Experimente oder pharmakologische Interventionen zeigten. Seine These: Durch Kombination aus Diagnostik, Genomik, regenerativer Medizin und Big Data könnten altersbedingte Krankheiten drastisch reduziert werden. Er warnte aber zugleich vor vereinfachenden Interpretationen: Fortschritt in Labors heißt nicht automatisch flächendeckende, sichere Anwendung — gesellschaftliche, ökonomische und ethische Fragen blieben offen.
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Zum Schluss gab Bessis den Anwesenden konkrete Handlungsempfehlungen mit auf den Weg:
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1. Loslassen lernen — Veränderung aktiv gestalten statt blockieren.
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2. Lebenslanges Lernen — Technikverständnis und digitale Kompetenzen kontinuierlich ausbauen.
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3. Sinnorientierung — Kernaufgaben und Werte herausarbeiten, um Wandel gezielt zu nutzen.
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4. Klein testen, schnell lernen — Pilotprojekte statt großer Investitionsblöcke: ausprobieren, messen, skalieren.
Diese Empfehlungen formulierte er als pragmatischen Leitfaden: Nicht jede Werkstatt müsse alles selbst entwickeln, aber jede könne experimentieren und so den Anschluss halten.
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Lukas-Pierre Bessis verließ die Bühne mit einem Appell zur Zuversicht — unterlegt mit nüchternen Rechnungen und vielen konkreten Beispielen. Sein Vortrag machte deutlich: Die kommenden Jahre bringen tiefgreifende Veränderungen für Produktion, Mobilität und Medizin. Für die Kfz-Branche und das Handwerk heißt das vor allem eines: Anpassungsfähigkeit zahlt sich aus. Wer Technologien früh testet, Schnittstellen schafft und seine Dienstleistungskompetenz stärkt, kann aus dem Wandel Profit schlagen — und seine Rolle in einer vernetzten, lernenden Wirtschaft behaupten.
Zur Person: Lukas-Pierre Bessis
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Lukas-Pierre Bessis ist Bestsellerautor, Blogger, Keynotespeaker und Ideenentwickler. Der studierte Kommunikationspädagoge gründete die Werbeagentur BPPA und wurde für seine Arbeiten mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem MoFilm Contest des Cannes Lions Festivals und dem European Newspaper Award.
Seit 2015 beschäftigt er sich intensiv mit der digitalen Transformation und begleitet als „Digital Evangelist“ Unternehmen wie Daimler, Bosch, LBBW oder Allianz. Auf der Suche nach neuen Megatrends reist er regelmäßig ins Silicon Valley, nach Skandinavien und in die Innovationszentren führender Start-ups.
Bekannt wurde er mit seiner Publikumsshow „Leben 2025 – Das bringt uns die Zukunft“, in der er Themen wie AR/VR, 5G, Robotik, Drohnen, Blockchain und autonomes Fahren aufgriff. Mit seiner aktuellen Keynote „Mensch 2035 – Wir Superhumans“ setzt er diesen Weg fort und zeigt, wie Technologie das Leben jedes Einzelnen verändern wird.
Darüber hinaus ist er als Autor („Kill your Agency“), Sprecher für Werbung und Imagefilme sowie als Gast in TV- und Radiosendungen präsent. Seit 2025 moderiert er zusammen mit Alexander Küper den monatlichen Podcast „Der Zukunftsjäger“, eine Produktion der AUDIOFABRIK und Antenne Thüringen, in dem er mit ansteckender Zukunftsfreude positive Szenarien entwirft.
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Auch der Auftritt des Business-Coachs Michael Bauer sorgte für lange nachhallende Impulse. Mit seinem Vortrag „Gewinner erkennt man am Start – Verlierer auch“ brachte er seine ganze Erfahrung auf die Bühne – Motivation pur, wie viele Gäste nach der Veranstaltung bestätigten.
Bauer, seit über 38 Jahren in der Automobilindustrie, der Hotellerie und der Immobilienwirtschaft unterwegs, begleitet Unternehmen mit dem Ziel, Servicequalität sichtbar zu machen und nachhaltig zu verbessern. Dass er weiß, wovon er spricht, zeigte sich schnell: praxisnah, humorvoll und direkt übertragbar auf den Arbeitsalltag in Werkstätten und Autohäusern.
👉 Bauer machte deutlich:
✅ Exzellenter Service ist kein Zufall, sondern System.
✅ Schwachstellen lassen sich gezielt aufdecken – und in echte Stärken verwandeln.
✅ Ein klarer Kulturwandel beginnt bei jedem Einzelnen im Team.
Gleich zu Beginn erinnerte Bauer daran, wie entscheidend der erste Eindruck sei. „Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance“, sagte er. Jeder Kunde, der eine Werkstatt betritt, spüre sofort, ob er willkommen ist. Freundlichkeit, Blickkontakt und ein Lächeln seien die einfachsten, aber wirkungsvollsten Mittel, um Vertrauen aufzubauen.
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Mit anschaulichen Beispielen illustrierte er seine Thesen. So berichtete er von einem Kamelführer in Marokko, der mit Offenheit, Fröhlichkeit und Bereitschaft – kurz O-F-B – mehr Vertriebsgespür bewiesen habe als mancher Profi. „Dieser Mann wusste mehr über Service und Verkauf als viele ausgebildete Fachkräfte“, so Bauer. Die Botschaft: Haltung und Begeisterung sind wichtiger als jede Strategie.
Immer wieder griff er zur bildhaften Sprache. So verglich er Kundenorientierung mit einem „Automatenprinzip“: Wer oben nichts einwirft, darf unten keine Leistung erwarten. Übertragen heißt das: Nur wer bereit ist, in Wertschätzung, Aufmerksamkeit und kleine Extras zu investieren, wird loyale Kunden und motivierte Mitarbeiter haben.
Darüber hinaus griff er immer wieder zu prägnanten Bildern: Er sprach vom „Automatenprinzip“, das besagt, dass nur dann Leistung herauskommt, wenn zuvor Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Extras „eingeworfen“ wurden.
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Besonders eindrücklich war auch sein Bild von der „Kerze im Herzen“. „Nur wer selbst brennt, kann andere entzünden“, so Bauer. Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: „Wenn du gut drauf bist, informiere dein Gesicht darüber.“ Für diese Mischung aus Humor und Tiefgang erntete er herzhaftes Lachen und langen Applaus.
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Er erklärte das „menschliche Betriebssystem“, das wie eine unsichtbare Software den Alltag steuert. Jeder Mensch habe eine „Batterie“, die durch Anerkennung, Sinn und Begeisterung aufgeladen werden müsse – sonst drohe der Stillstand.
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Und er erinnerte daran, dass viele Entscheidungen im „Autopilot-Modus“ laufen: „Umso wichtiger ist es, immer wieder bewusst umzuschalten und den Moment wahrzunehmen.“
Und der Redner beließ es nicht bei Motivationssprüchen. Mit klaren Beispielen aus der Praxis verdeutlichte er, wie wichtig eine gelebte Anerkennungskultur im Betrieb ist. Mitarbeiter, die regelmäßig Lob und Vertrauen erfahren, seien motivierter und kreativer. Kritik müsse erlaubt sein – aber in konstruktiver Form. Auch kleine Rituale, wie ein morgendliches „Guten Morgen“ oder gemeinsame Teamtraditionen, stiften Gemeinschaft und Verlässlichkeit.
Im digitalen Zeitalter, betonte Bauer, sei diese menschliche Dimension wichtiger denn je. „Computer können vieles – aber keine Begeisterung ausstrahlen.“ Am Ende gehe es immer um Menschen, die miteinander arbeiten, sich gegenseitig vertrauen und im besten Fall Freude daran haben, für andere da zu sein.
Sein Ansatz war kein theoretisches Konzept, sondern ein klarer Fahrplan. Praxisnah, messbar und sofort umsetzbar – das begeisterte die Gäste in Veitshöchheim und sorgte für lebhafte Gespräche noch lange nach Ende des offiziellen Programms.
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Roland Hoier und das Publikum dankten Bauer mit langanhaltendem Applaus für einen Vortrag, der Humor, Nachdenklichkeit und Inspiration verband – und viele Ideen bot, die sich auch in den Werkstätten und Autohäusern der Region unmittelbar umsetzen lassen.
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Einen schwungvollen Schlusspunkt setzte Comedian Osan Yaran. Der Berliner mit türkischen Wurzeln, bekannt aus zahlreichen TV-Comedy-Formaten, zeigte ein energiegeladenes Programm voller Tempo, Charme und Selbstironie. Mit pointierten Beobachtungen aus dem Alltag, dem Ehe- und Familienleben sowie witzigen Anekdoten aus dem Berliner Kiez nahm er die Gäste mit auf eine Reise durch seinen ganz eigenen „Culture Clash“.
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Von Beginn an zeigte Yaran, wie nahbar Comedy sein kann. Statt starrer Nummern suchte er sofort die Interaktion mit den Gästen. Besonders die jüngeren Besucher in den vorderen Reihen, darunter zahlreiche mit Migrationshintergrund, bezog er spontan ein. Mit einer Mischung aus Respekt, Schlagfertigkeit und einem Augenzwinkern nahm er das Publikum liebevoll aufs Korn. So entstand ein lebendiger Dialog, in dem Yaran das bunte Bild der Gesellschaft aufgriff – und in schallendes Gelächter verwandelte.
Seine Geschichten wirken dabei so authentisch wie überdreht: Wenn er von seiner resoluten Mutter erzählt, die in einem Kiosk nach „Bomben“ fragt, oder vom Nachwuchs, der das Familienleben auf den Kopf stellt, erkennt sich so mancher Zuschauer wieder. Und wenn er von skurrilen Bahnerlebnissen, Polizeikontrollen oder der Frage, wie deutsche und türkische Klischees aufeinanderprallen, berichtet, spiegelt er augenzwinkernd die kleinen Absurditäten des Alltags.
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Dass Osan Yaran ein besonderer Erzähler ist, spürt man schnell. Geboren in Berlin-Wedding, zog er mit 18 nach Spandau-Staaken, direkt an die ehemalige Mauer – „200 Meter weiter und ich war türkischer Ossi“, wie er selbst gerne erzählt. Bevor er sich 2014 der Comedy widmete, machte er zunächst Karriere im Einzelhandel und leitete eine Lidl-Filiale.
Doch die Bühne wurde sein eigentliches Zuhause: Schon früh räumte Yaran Comedy-Preise ab, moderierte die Talentschmiede im Quatsch Comedy Club und überzeugte in TV-Formaten wie „NightWash“, „Nuhr ab 18“ oder im WDR-Satireprogramm. Heute ist er einer der prägenden Stand-Up-Comedians der jungen Generation in Deutschland – ein Künstler, der Kulturen verbindet und Vorurteile lachend entlarvt.
Nach seinem ersten Soloprogramm „Osmane Integration“ (2017) und dem Nachfolger „Gut, dass du fragst“ (2022) tourt Osan Yaran seit Herbst 2024 mit „Aus Prinzip!“ durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. 2025 und 2026 stehen internationale Auftritte auf dem Programm. Seine Shows sind regelmäßig ausverkauft – kein Wunder, erreicht er mit seinen täglichen Clips in den sozialen Medien hunderttausende Fans, die auch live dicht gedrängt in die Hallen strömen.
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„Ich bin ein hoffnungsloser Idealist“, sagt Yaran von sich selbst. Und genau so präsentiert er sich auf der Bühne: lebensfroh, manchmal überdreht, immer aber mit Herz und Blick fürs Detail. Ob als Familienvater, als Ehemann oder als „Ex-Lidl-Filialleiter“ – er nimmt sein eigenes Leben genauso humorvoll aufs Korn wie gesellschaftliche Stereotype.
So spricht er über pubertierende Teenager, die „schwarze Löcher für Nahrungsmittel“ sind, über kulturelle Missverständnisse, über die Herausforderungen im Elternsein oder über die Eigenheiten der deutschen Bürokratie. Und immer wieder gelingt ihm das Kunststück, ernste Themen in herzhaftes Gelächter zu verwandeln. Sein Credo: „Probleme gibt es genug – lasst uns gemeinsam darüber lachen.“
Mit Berliner Schnauze, ehrlichem Humor und einer Energie, die von der Bühne direkt ins Publikum übersprang, bewies Osan Yaran einmal mehr, warum er derzeit zu den erfolgreichsten Stand-Up-Comedians Deutschlands zählt. Sein Auftritt bot genau die richtige Portion Leichtigkeit. Von 0 auf 100 nahm er die Gäste mit, bis der Saal bebte und er nicht ohne Zugabe von der Bühne kam.
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Seine Botschaft bleibt hängen: „Osan Yaran liebt den Wahnsinn – aus Prinzip!“
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Und der Termin für das nächste Jahr steht bereits fest: Es ist der 24. September 2026.
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Das Jahresforum bestätigte einmal mehr seinen Ruf als Highlight der unterfränkischen Kfz-Branche: eine Mischung aus Information, Inspiration und bester Unterhaltung, die den Gästen nicht nur neue Perspektiven eröffnete, sondern auch Raum für Begegnung und Austausch bot. Dafür sorgte auch das Buffet des Zum Hirschen-Catering aus Lengfeld, bei dem sich die Gäste vor der Saalöffnung im Foyer stärken konnten.
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Fotos Dieter Gürz
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Schlussfoto der Kfz-Innung mit den Protagonisten des Abends v.l.n.r. Innungsobermeister Roland Hoier, Comedian Osan Yaran, Zukunftsforscher Lukas-Pierre Bessis und Buisness-Coach Michael Bauer