Overblog Alle Blogs Top-Blogs Reisen & Veranstaltungen
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Rückblick: Weinfesteröffnung vor zehn Jahren – Als der Rokokogarten zum Festplatz wurde

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Der wundervolle Hofgarten Veitshöchheim mit seinen Seen und Wasserspielen und über 200 Sandsteinskulpturen, die Götterfiguren, Tierdarstellungen und Allegorien zeigen, geprägt Künstlern von europäischem Rang wie Balthasar Neumann und Ferdinand Tietz, war Ende Juli 2014 das Zentrum der bayerischen Schlösser. Bayerns Finanz- und Heimatminister Markus Söder sah dabei Schloss und Hofgarten in Veitshöchheim, eine der schönsten Anlagen Deutschlands im Rokokostil, auf Augenhöhe mit Neuschwanstein. Entsprechend seinem Wunsch, dass der Schlössertag zu einem Tag des Genießens und Erlebens ist, zeigte sich der Minister durchaus gesprächsbereit, als ihn Bürgermeister Jürgen Götz bei einem Rundgang darum im Beisein des Regierungspräsidenten Dr. Paul Beinhofer, Landrat Eberhard Nuß und MdL Manfred Ländner bat, die Fasanenallee wieder wie von 1987 bis 1996 für Weinfeste nutzen zu können.

Das Weinfest im Hofgarten veranstalteten früher die örtlichen Vereine VCC, Wasserwacht, Sportverein und Männergesangverein. 1997 standen dann im Jahr der 900-Jahr-Feier andere Feste im Blickpunkt wie das Rokokogartenfest im Hofgarten und zum Festzug das 120jährige Stiftungsfest der Turngemeinde im großen Zelt am Busparkplatz der Mainfrankensäle. In den Jahren danach sahen die Vereine aufgrund der immer höher gewordenen Nutzungsgebühren der Schlösserverwaltung und der immensen Belastung der Vereinsmitglieder davon ab, neben dem Altortfest noch ein zweites großes Fest auf die Beine zu stellen.

Hier Fotos vom ersten Weinfest im Hofgarten 1987

u.a. marschierten auf einem Bild Mitglieder des SVV nach der gerade gewonnenen Meisterschaft in der B-Klasse ein.

„Leckerbissen locken Schlemmer“ und „Wir geben unser Bestes“ – unter diesen Mottos hatte-n 22 Jahre lang bis 2008 Veitshöchheimer Wirte und Vereine die Gäste des Altortfestes immer am ersten Augustwochenende verwöhnt. Im Bild der Bieranstich zur Eröffnung des letzten Festes im Jahr 2008 mit dem Musikverein, in dessen Reihen damals Kinzkofers Nachfolger Jürgen Götz (rechts) das Saxophon spielte. Dann war Schluss – und für sieben Jahre blieb es still im Festkalender.

Der Wunsch von Jürgen Götz, 2014 als Nachfolger von Rainer Kinzkofer zum Bürgermeister gewählt, nach einer Renaissance des Hofgarten-Weinfestes, nachdem es das Altortfest seit 2008 nicht mehr gab, ging nun genau ein Jahr nach dem Treffen mit Söder tatsächlich in Erfüllung. Vom 31. Juli bis zum 3. August 2015 luden vier örtliche Vereine zusammen mit der Gemeinde Veitshöchheim zu einem unvergesslichen Weinfest in den wunderschönen Rokokogarten ein. Statt Kirchstraße und Rathaushof beim Altortfest bot nun die Fasanenallee mit Blick auf das barocke Schloss die traumhafte Kulisse. Der Zuspruch war überwältigend. Schon zur Eröffnung waren alle 1000 Sitzplätze restlos belegt. 

Kein Geringerer als der damalige bayerische Heimatminister Markus Söder, zugleich Chef der Bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung, gab sich die Ehre. Und wie in alten Zeiten spielte zur Eröffnung der Musikverein Veitshöchheim auf.

Erfahrung im Organisieren großer Feste hatten die das Fest ausrichtenden Vereine: der Sportverein (SVV) und der Veitshöchheimer Carneval-Club (VCC) waren schon im letzten Jahrhundert bei den Weinfesten im Hofgarten dabei und alle vier waren auch schon beim Altortfest aktiv gewesen. Die neue Regie übernahm nun 2015 jedoch nicht mehr der Gewerbe- und Verkehrsverein, sondern die Gemeinde – eine Folge der Auflagen der Schlösserverwaltung, die nur mit der Kommune einen Nutzungsvertrag abschloss. 

So wurde die Idee geboren, das Fest künftig in der Rechtsform einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) auszurichten – mit den vier Vereinen als Partnern und der Gemeinde als Hauptverantwortlicher. Der Name „WIR“ stand dabei nicht nur für „Weinfest im Rokokogarten“, sondern auch für das Miteinander. Einnahmen und Ausgaben flossen in eine gemeinsame Kasse, der Gewinn wurde zu gleichen Teilen verteilt – unabhängig vom individuellen Aufwand der Vereine.

Dass das Konzept aufging, zeigte der große Ansturm schon am ersten Abend im Jahr 2015. Seit einem Jahr hatten sich die Vereinsvertreter regelmäßig getroffen, um das neue Fest auf stabile Füße zu stellen. Vieles war neu zu organisieren, aber auch Bewährtes wurde übernommen. Die Unterstützung der Gemeinde war dabei unverzichtbar gewesen, etwa bei den Gesprächen mit der Schlösserverwaltung oder durch praktische Hilfe: Das Kulturamt übernahm Werbung und Marketing, der Bauhof schützte mit Jägerzäunen die historischen Hecken.

Der logistische Aufwand war enorm. Schon ab Dienstag wurde aufgebaut, damit alles rechtzeitig fertig war. Für jeden Tag wurden von den vier Vereinen insgesamt über 100 Helfer mobilisiert. Alle trugen einheitlich grüne T-Shirts – wer welchem Verein angehörte, spielte keine Rolle. Das „WIR“-Gefühl wurde so auch äußerlich sichtbar.

Zehn Jahre später im Jahr 2025 hat das Veitshöchheimer Weinfest im Hofgarten trotz der Ausfälle in den Jahren 2020 bis 2022 wegen der Coronapandemie und dem Ausbau der Kirchstraße nichts von seiner Attraktivität verloren (siehe nachstehende Links).

Fotos Dieter Gürz

Kommentiere diesen Post