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Arbeitskreis soll Zukunft des Hauses der Begegnung vorbereiten - Gemeinderat beschließt auf Antrag der SPD-Fraktion neues Gremium

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Im September 2023 übernahm die Gemeinde Veitshöchheim das rund 2.020 Quadratmeter große Areal des Hauses der Begegnungzum Kaufpreis von 300.000 Euro von der Katholischen Kirchenstiftung St. Vitus.


SPD fordert frühzeitige Konzeptentwicklung

Die SPD-Fraktion im Veitshöchheimer Gemeinderat hat die Bildung eines Arbeitskreises für das Haus der Begegnung (HDB) beantragt. Ziel ist es, frühzeitig ein tragfähiges Nutzungskonzept zu erarbeiten, Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine einzubinden und eine zielgerichtete Investitionsplanung vorzubereiten.

In einer konkretisierten Fassung des Antrags wird das Gebäude als zentraler Ort für Kultur, Begegnung und Information im Altort beschrieben. Das große Potenzial des Hauses soll künftig stärker ausgeschöpft werden – sowohl für kommunale Veranstaltungen als auch für die Vereinsarbeit und öffentliche Nutzung.


Vielfältige Nutzungsperspektiven im Mittelpunkt

Die SPD nennt im Vorfeld zahlreiche mögliche Nutzungsbausteine. Dazu zählen Veranstaltungen der Gemeinde, Empfänge und Bürgertreffen ebenso wie kulturelle Formate oder die Nutzung als Backstage-Bereich beim Mozartfest. Auch Ausstellungen und die Unterbringung kommunaler Funktionen wie Archiv- oder Informationsangebote wurden als Optionen genannt.

Für Vereine und Initiativen soll  das Haus weiterhin als zentraler Veranstaltungsort dienen. Ergänzt wird das Konzept durch die Idee eines touristischen Infopoints sowie durch die Möglichkeit größerer Veranstaltungen mit bis zu 200 bis 300 Personen – ein Format, das in dieser Größenordnung im Ort bislang nur eingeschränkt vorhanden ist.


 


Derzeit keine konkreten Planungen vorgesehen

Bürgermeister Jürgen Götz erinnerte daran, dass die Gemeinde derzeit vor erheblichen finanziellen Herausforderungen stehe. Neben den laufenden Pflichtaufgaben binden große Projekte wie die Sanierung der Eichendorffschule, die Erneuerung der Lindentalstraße, der Neubau der Mainlände am Höchheimer Steg sowie das neue Feuerwehrgerätehaus erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen.

Gleichzeitig betonte er, dass das Haus der Begegnung langfristig als wichtiger Baustein der Ortsentwicklung gesehen werde. Die Nutzung solle schrittweise weiterentwickelt werden – unter Berücksichtigung finanzieller und organisatorischer Realitäten.


Zustimmung im Gemeinderat und Arbeitskreis beschlossen

Im Gemeinderat bestand schließlich Einigkeit, einen internen Arbeitskreis einzurichten. Jede Fraktion soll hierfür Mitglieder benennen, in der Regel ein bis zwei Personen pro Fraktion.

Der Arbeitskreis soll sich künftig mit folgenden Aufgaben befassen:

  • Erarbeitung eines Nutzungskonzepts für das Haus der Begegnung
  • Einbindung von Bürgerschaft, Vereinen und kulturellen Akteuren
  • Prüfung organisatorischer und finanzieller Rahmenbedingungen
  • Vorbereitung weiterer Investitionsentscheidungen

Die Gemeindeverwaltung soll den Prozess begleiten, jedoch nicht allein für den Betrieb des Hauses verantwortlich sein. Auch eine stärkere bürgerschaftliche Beteiligung – etwa durch einen möglichen Förderverein – wurde als Perspektive genannt.


Vom Pfarrzentrum zum Bürgerhaus

Das Haus der Begegnung blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Das Gebäude wurde 1974 als modernes Pfarrgemeindezentrum der katholischen Pfarrei St. Vitus errichtet. Neben einem großen Saal mit ursprünglich rund 550 Sitzplätzen entstanden ein Mehrzweckraum, Jugend- und Altenräume, eine Kegelbahn sowie eine Wohnung im Obergeschoss.

Nachdem die Gottesdienste Anfang der 1990er Jahre wieder in die sanierte Vituskirche zurückkehrten, verlor das Gebäude nach und nach seine ursprüngliche Funktion. In den letzten Jahren nutzten vor allem die politische Gemeinde und örtliche Vereine die Räume, während die kirchliche Nutzung kontinuierlich zurückging.

Die Kirchenstiftung sah sich schließlich außerstande, die notwendigen Investitionen für die Sanierung des Gebäudes zu stemmen. Marode Fenster, Defizite beim Brandschutz, veraltete Technik und weitere bauliche Mängel hätten nach Einschätzung der Kirchenverwaltung Investitionen in Millionenhöhe erforderlich gemacht.

Im September 2023 übernahm deshalb die Gemeinde Veitshöchheim das rund 2.020 Quadratmeter große Areal zum Kaufpreis von 300.000 Euro von der Katholischen Kirchenstiftung St. Vitus.


Schrittweise Sanierung seit der Übernahme

Seit dem Eigentumsübergang wurden bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um das Gebäude betriebsfähig und sicher zu halten.

Dazu gehörten zunächst die Überprüfung der Elektrik, die Beseitigung sicherheitsrelevanter Mängel, die Ausweisung von Fluchtwegen, die Installation zusätzlicher Feuerlöscher sowie Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten an Entwässerungseinrichtungen. Im Jahr 2024 folgten technische Verbesserungen an der Wasserversorgung und Heizungsanlage sowie die Wiederinbetriebnahme der Toiletten im Obergeschoss.

Im vergangenen Jahr investierte die Gemeinde weitere rund 120.000 Euro in die Modernisierung des Hauses. Im Eingangsbereich entstand ein neuer Sanitärtrakt mit Damen-, Herren- und Behindertentoiletten. Gleichzeitig erhielt der kleine Saal einen neuen PVC-Designboden, der später auch im großen Saal verlegt wurde. Darüber hinaus wurde die Elektrik modernisiert und im Bühnenbereich zusätzliche Stromversorgung geschaffen.

Aktuell läuft zudem eine Machbarkeitsstudie für eine künftige energieeffiziente Wärmeversorgung der kommunalen Gebäude rund um den Rathausinnenhof einschließlich des Hauses der Begegnung.


Zentrale Einrichtung mit vielfältiger Nutzung

Trotz seines Sanierungsbedarfs hat sich das Haus der Begegnung längst als wichtiger Veranstaltungsort im Herzen Veitshöchheims etabliert.

Besonders intensiv nutzt der Veitshöchheimer Carneval-Club (VCC) die Räume. Dort fanden schon die Faschingseröffnung, der Kinderfasching sowie der Weiberfasching statt. Allein der Kinderfasching lockte zuletzt rund 400 Besucher an. Seit vielen  Jahren gehört außerdem die traditionelle After-Show-Party nach der Fernsehsendung „Fastnacht in Franken“ zum festen Veranstaltungsprogramm im Haus der Begegnung.

Beim Weiberfasching Anfang 2026 zeigte sich eindrucksvoll das Potenzial des Gebäudes. Mit einem eingezogenen grauen Segeltuch, das den hohen ehemaligen Sakralraum optisch gliederte, moderner Lichttechnik und einer veränderten Bühnenanordnung verwandelte der VCC den Saal in eine stimmungsvolle Veranstaltungslocation. Eine Bühne für die Partyband und eine zweite Bühne für die Männerballette sorgten dabei für optimale Bedingungen.

Darüber hinaus dient das Haus der Begegnung regelmäßig als Ausstellungsort. So nutzt beispielsweise der Fotoclub Veitshöchheim die Räumlichkeiten für Präsentationen seiner Arbeiten. Auch Konzerte des Musikvereins, Vorträge und kulturelle Veranstaltungen finden dort statt.

Die Gemeinde selbst verwendet das Gebäude regelmäßig für Informationsveranstaltungen zu Bauprojektenund Fragen der Ortsentwicklung.

Zudem ist das Haus inzwischen fester Bestandteil der Veitshöchheimer Altortweihnacht und bietet dort Raum für verschiedene Programmpunkte.

Mit seiner zentralen Lage zwischen Rathaus, Vituskirche und Hofgarten hat sich das Haus der Begegnung damit zu einem wichtigen Treffpunkt für Vereine, Kultur, Bürgerschaft und kommunale Veranstaltungen entwickelt.


Startschuss für einen langfristigen Prozess

Mit dem einstimmigen Beschluss zur Bildung des Arbeitskreises hat der Gemeinderat nun den Startschuss für einen langfristigen Entwicklungsprozess gegeben. Kurzfristige Großinvestitionen stehen zwar nicht auf der Agenda. Dennoch soll das Thema künftig kontinuierlich begleitet werden.

Der neue Arbeitskreis soll Ideen sammeln, Nutzungsmöglichkeiten bewerten und die Grundlagen für spätere Entscheidungen schaffen. Damit wird ein Gebäude in den Blick genommen, das schon heute zu den wichtigsten Veranstaltungsorten Veitshöchheims gehört und dessen Zukunft für das kulturelle und gesellschaftliche Leben der Gemeinde von erheblicher Bedeutung ist.

PS: Unter den öffentlich nutzbaren Hallen und Räumen der Gemeinde ist das HdB noch nicht aufgeführt:  https://www.gemeinde-veitshoechheim.de/rathaus-politik/hallen-raeume

Fotos Dieter Gürz

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J
Laut einem Mitarbeiter der Finanzabteilung der Gemeinde zahlt die Gemeinde Veitshöchheim jährlich sehr hohe Energiekosten im fünfstelligen Bereich für das Haus der Begegnung. Die Frage ist doch, wie lange sich die Gemeinde das - neben defizitären Einrichtungen wie den Mainfrankensälen, der Bücherei und dem Geisbergbad - auf Dauer leisten kann. Für eine Sanierung ist laut Artikel auch kein Geld vorhanden.
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