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60 Jahre Balthasar-Neumann-Kaserne: Bundeswehr sucht alte Fotos und Erinnerungen aus 60 Jahren Standortgeschichte

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Mit einem Platzkonzert des Heeresmusikkorps, einer Ausstellung und einem Festakt in den Mainfrankensälen feiert die Bundeswehr am 12. November 2025 nicht nur ihren 70. Gründungstag, sondern zugleich ein besonderes Veitshöchheimer Jubiläum: Seit 60 Jahren ist der Standort Heimat aktiver Truppenteile – zunächst der 12. Panzerdivision, heute der 10. Panzerdivision.

Der Gründungstag der Bundeswehr fällt damit auch auf den Beginn einer langen militärischen Geschichte am Ort. Es war der 1. Oktober 1965, als die ersten Soldaten durch das neue Kasernentor an der Oberdürrbacher Straße marschierten – begleitet vom Heeresmusikkorps 12. Das Sanitätsbataillon 12 war aus Bad Mergentheim nach Veitshöchheim verlegt worden. Grund dafür war eine Entscheidung des Verteidigungsministeriums: Die neu aufzustellende 12. Panzerdivision sollte im Raum Würzburg stationiert werden. Da jedoch die bestehenden Kasernen weiterhin von den Alliierten belegt waren, wurden vielerorts Neubauten notwendig – so auch in Veitshöchheim.

Hier bot sich das Gelände des aufgegebenen Guts Schleehof unterhalb des Schenkenbergs an – in direkter Nachbarschaft zum Übungsplatz der Würzburger Nordkaserne, die bis 1992 von der US-Armee genutzt wurde. So entstand die Balthasar-Neumann-Kaserne, benannt nach dem barocken Baumeister. Sie wurde zum Sitz der 12. Panzerdivision und prägte über Jahrzehnte das Leben vieler junger Männer, die hier ihren Wehrdienst ableisteten.

Von der großen Geschichte zum Alltag der Truppe

Im Bildarchiv der früheren Division sind noch einige Aufnahmen der Kaserneneinweihung erhalten – daneben Bilder von offiziellen Besuchen, Feierlichkeiten und Manövern. Doch der Alltag der Soldaten wurde kaum dokumentiert.

Gerade dieser aber sei es, der in der Rückschau besonders eindrucksvoll sei, sagt Wolfgang Hagedorn, Oberstleutnant a.D. und Präsident des Traditionsverbandes 12. Panzerdivision: „Solche persönlichen Erinnerungen an den Alltag in der Veitshöchheimer Kaserne sind in keiner offiziellen Chronik festgehalten.“ Umso wichtiger sei es, sie zu bewahren – als „unsichtbare Brücke zwischen den Generationen von Soldaten“.

Der Traditionsverband unterhält in der Kaserne bis heute einen eigenen Erinnerungsraum mit Exponaten, Fotos und Zeitzeugnissen aus sechs Jahrzehnten Standortgeschichte. Daran haben auch viele ehemalige Wehrpflichtige Anteil – etwa der heutige Veitshöchheimer Bürgermeister Jürgen Götz oder Michael Freudenberger, Bürgermeister von Güntersleben. Beide dienten einst im Sanitätsbataillon 12.

Fotos und Erinnerungen gesucht

Im Rahmen des Jubiläums ruft die Bundeswehr nun ehemalige Soldaten auf, ihre ganz persönlichen Eindrücke und Dokumente mit der Truppe zu teilen. Für die geplante Ausstellung zum 60-jährigen Bestehen des Standorts Veitshöchheim sucht die 10. Panzerdivision, die seit zehn Jahren hier stationiert ist, Fotos, Erinnerungen und kleine Anekdoten. Gefragt sind insbesondere private Aufnahmen aus dem Dienstalltag, von besonderen Ereignissen, Übungen oder Erlebnissen, die die Zeit in Veitshöchheim geprägt haben.

„Wer seine Geschichte teilt, trägt dazu bei, dass der Dienstalltag der vergangenen Jahrzehnte nicht in Vergessenheit gerät“, heißt es aus der Pressestelle der Division. Die Beiträge fließen – mit Einverständnis der Einsender – in die geplante Ausstellung ein, die ab dem 12. November öffentlich zu sehen sein wird.

Wer mitmachen möchte, kann seine Erinnerungen (Texte als Word-Dokument, Bilder im JPEG-Format) per E-Mail oder auch postalisch an die folgende Adresse senden:

Pressestelle 10. Panzerdivision
Balthasar-Neumann-Kaserne
Oberdürrbacher Straße 2a
97209 Veitshöchheim

📧 E-Mail: 10.PzDivPressestelle@bundeswehr.org
📞 Tel. 0931 / 9707-3160

 Beispiele für Fotos aus dem Alltag der Soldaten

Verteidigung der Heimat: Ein Unteroffizier weist zwei Soldaten des Fernmeldebataillons 12 in einen Alarmposten ein. Das Bild entstand Anfang der 80er Jahre am Ortsausgang von Gadheim in Richtung Güntersleben.

Irgendwo in Unterfranken in den frühen 80er Jahren: Eine Bäuerin spendiert den Veitshöchheimer Fernmeldern im Manöver ein Ferkel für den Grill. Wo das Bild entstand, ist nicht mehr bekannt.

Wer kommt besser durchs Gelände – der Kradmelder oder der Bub mit dem BMX-Rad? Zwei Kradmelder der Veitshöchheimer 12. Panzerdivision unterhalten sich während eines Manövers mit der Dorfjugend. Das Bild entstand Anfang der 80er Jahre in Rimpar.

Fotos: Archiv Traditionsverband 12. Panzerdivision

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