Phönomenales Gemeinschaftskonzert von 22 Musikschullehrkräften aus Veitshöchheim und Rottendorf in der Schulaula der Eichendorffschule
Anspruchsvolle Werke von Pop bis Klassik
Einen abwechslungsreichen Konzert-Abend voller unterhaltsamer und anspruchsvoller Werke von Pop bis Klassik erlebten kürzlich die rund 100 hellauf begeisterten Besucher beim ersten ...
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Einen abwechslungsreichen Konzert-Abend voller unterhaltsamer und auch anspruchsvoller Werke von Pop bis Klassik, vom kleinen bis zum großen Ensemble erlebten die rund 100 hellauf begeisterten Besucher beim ersten gemeinschaftlichen Lehrer-Konzert der Musikschulen Veitshöchheim und Rottendorf am Freitagabend in der Aula der Eichendorff-Grundschule.
Zur Eröffnung des von den beiden Musikschulleiterinen Christina Stibi (Veitshöchheim) und Julia Erche (Rottendorf) in lockerer Form moderierten Programms kamen alle 22 Mitwirkenden auf die Bühne, dem Anlass entsprechend festlich in schwarz gekleidet.
Es wirkten mit von der Sing- und Musikschule Veitshöchheim (SMSV) Marion Baudler-Mjartan, Christoph Lipport, Oliver Thedieck, Rainer Nürnberger, Andreas Franzky, Leonore Ringlein, Daniel Delgado, Dominik Heidinger, Achim von Bassen, Ulrike Jira, Eva Passas, Karoline Winter, Klaus Wangorsch, Ann-Kathrin Grammel, Christina Stibi und aus Rottendorf Julia Erche, Anselm Kirsch, Jan Reinelt, Jan Hembacher, Veronika Fenzl, Annalena Neu, Stefanie Rüsch.
Mit der ersten von Musiklehrer Christoph Lipport arrangierten Gemeinschafts-Nummer „Jetzt tanzen alle Puppen“ (Muppets) von Peter Keuder, bei der die Gesangssolistin Marion Baudler-Mjartan alle mitriss,wurde deutlich: Hier geht es nicht um ernste Konzertatmosphäre – hier ist Spielfreude und gute Unterhaltung angesagt.
Den Anschluss machte das reine Veitshöchheimer Tango-Trio mit Rainer Nürnberger (Violine), Andreas Franzky (Kontrabass) und Oliver Thedieck (Gitarre) mit den beiden Klassikern Paçoca und Piazza Vittorio von Celso Machado.
Cesar Franck´s Sonate in A-Dur kennt man mit Geige und auch mit Cello. Kann aber die Querflöte diesem romantischen Gestus gerecht werden? Leonore Ringlein zeigte eindrücklich, dass dies sehr wohl möglich ist.. Begleitet wurde sie von Daniel Delgado, der den anspruchsvollen vierten Klaviersatz einfühlsam der Querflöte an die Seite stellte.
Leonore Ringlein unterrichtet bereits seit 41 Jahren an der SMSV.
Die Vielseitigkeit eines Musikschulangebotes bringt es mit sich, dass ein Konzert wie dieses mit Kontrasten lebt. Von Cesar Franck zu Joe Satriani – für reine Klassikfans undenkbar, hier aber eine Bereicherung.
Die Gemeinschaftsband der beiden Musikschulen spielten in erfrischender Weise den Instrumentaltitel „If I could fly“ von Joe Satriani. An der Sologitarre Dominik Heidinger, meisterhatf gespielt. Schade, dass die Gitarre etwas zu leise eingestellt war. Außerdem zu hören waren: Anselm Kirsch (Schlagzeug), Jan Reinelt (Keyboard), Jan Hembacher (Bass), Achim van Bassen (Percussion) und Oliver Thedieck (Gitarre).
Stilistisch kontrastierend wiedermal – Zwei Tangos von Astor Piazzolla in klassischer Tangobesetzung, wie bei dem berühmten Sextetto Major: Als Solistin brillierte Karoline Winter am Akkordeon, begleitet von Rainer Nürnberger und Eva Passas an den Geigen, Andreas Fransky am Bass, sowie Daniel Delgado und Ulrike Jira an den Klavieren.
Ulrike Jira unterrichtet bereits seit 43 Jahren an der SMSV.
Die Jazzballade „When I fall in love“ von Victor Young brachte eine ganz neue Klangfarbe in den Abend. Jan Reinelt zauberte am Klavier mit schwebenden Harmonien und verschachtelten Rhythmen ein musikalisches Fundament über das Klaus Wangorsch mit seinem Flügelhorn die Melodie sowie anschließend eine Improvisation zart, an Art Farmer erinnernd, intonierte.
Zwei Melodien aus der nordeuropäischen Folklore aus dem Repertoire des „Danish String Quartett“ hatte sich das aus beiden Ortschaften bestehende Streichquintett ausgesucht. Sehr stimmungsvoll erklangen „Naja´s Waltz“ und „Polska from Dorotea“ mit Rainer Nürnberger, Eva Passas und Veronika Frenzl (Violinen), Julia Erche (Viola) und Andreas Fransky (Violoncello).
Gary Schocker – der Name des Komponisten der folgenden dreiStücke, könnte Programm nicht besser sein: Vorgestellt wurde dem Publikum die junge Saxophonistin Ann-Kathrin Grammel als „unser Küken“ – die jüngste Kollegin des Veitshöchheimer Musikschulkollegiums. Sie hatte die Partnerin Annalena Neu ihres Saxophonquartettes Audax mitgebacht, die in Rottendorf Saxophon unterrichtet. Und gemeinsam – mit Daniel Delgado am Klavier – spielten sie die drei Stücke des amerikanischen Komponisten Schocker: „Easy Going – Moody – und Coffee nerves, Prestissimo“. Die Musik sprühte nur so vor Spielfreude und Virtuosität. Selbst in den Bewegungen sah man den Musikerinnen an, dass sie – fast Synchronschwimmerinnen gleich – gut aufeinander eingespielt sind.
Eine Rückschau in die Musik der Renaissance boten die beiden Flötistinnen Stefanie Rüsch und Leonore Ringlein mit den beiden Stücken „Parsons Farewell“ und „Galopede“ aus der Sammlung von Edward Jones. Einfühlsam begleitet von Anselm Kirsch (Cajon) und Daniel Delgado (Klavier).
Den Abschluss des Abends bildete die Sonate für zwei Klaviere (einen Jazzpianisten und einen klassischen Pianisten) von Claude Bolling. Dieses Stück stellte große Herausforderungen an die beiden PianistInnen: Hatte Bolling doch das Konzert für sich und den bekannten Jazzpianisten Oscar Peterson geschrieben. Die Spielfreude war den beiden Ausführenden Christina Stibi und Daniel Delgado anzumerken. Die Wechsel in Tempo und Stilistik verlangten auch von Achim van Bassen (Drums Set) und Andreas Fransky (Bass) hohes Einfühlungsvermögen, was gut gelang.
Danach nicht enden wollender Applaus und Wiederholung der ersten Nummer als Zugabe.
Was verbindet die beiden Gemeinden Veitshöchheim und Rottendorf? Diese Frage stellte der Bürgermeister Götz dem Publikum am Ende eines gelungenen Konzertes. Obwohl beide Kommunen sich an der Finanzierung des Zweckverbandes der Sing- und Musikschule Würzburg beteiligen, unterhalten beide Kommunen bereits seit 44 Jahren eine eigene Musikschule, um das kulturelle Angebot vor Ort zu optimieren. Das erstmals gemeinschaftlich veranstaltete Lehrerkonzert verdeutlichte einmal mehr die Richtigkeit dieser Entscheidung. Die beiden Bürgermeister Jürgen Götz (Veitshöchheim) und Roland Schmitt (Rottendorf) gratulierten den beiden Musikschulleiterinnen mit einem Blumenstrauß zu dem gelungenen Konzert. Der anwesende Landrat richtete sich an die anwesenden Kinder und ermutigte sie dran zu bleiben. Musizieren sei etwas Herrliches, und es lohne sich beharrlich zu sein: „Alle haben mal klein angefangen“.
Beim anschließendenvom Förderkreis ausgerichteten Stehempfang wurde die Gelegenheit zum Gespräch ausgiebig genutzt.
Würdigung der Programmbeiträge: Bernhard von der Goltz - Fotos: Dieter Gürz
Die Sing- und Musikschule Veitshöchheim im Jahr 2022 - Seiten aus der Jahreschronik der Gemeinde Veitshöchheim