Veitshöchheim macht Musik – Musikschultag im Kastaniengarten des Hotels am Main begeistert mit musikalischer Vielfalt
Schon lange vor dem ersten Ton waren die Plätze im schattigen Kastaniengarten des Hotels am Main gut besetzt.
Als schließlich 35 Chor-Kinder aus den Grundschulklassen gemeinsam mit dem Seemannslied „Wellerman“ den Musikschultag eröffneten, sprang der Funke sofort auf das Publikum über.
Zweieinhalb Stunden lang wurde der idyllische Garten im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Veitshöchheim macht Musik & Appetit“ zu einer klingenden Bühne, auf der die Sing- und Musikschule eindrucksvoll zeigte, wie vielfältig und lebendig musikalische Nachwuchsarbeit in Veitshöchheim ist.
Rund 200 Besucher genossen bei sommerlichem Wetter ein auf hohem Niveau stehendes Programm mit 24 Beiträgen – von Kinderchören über Solisten bis hin zu Ensembles verschiedenster Stilrichtungen.
Passend zum Motto der Veranstaltungsreihe verwöhnte Hotelinhaberin Dorothea von Droste die Gäste mit Kaffee und Kuchen, Brezeln und kühlen Getränken. Für ihre Gastfreundschaft bedankte sich Musikschulleiterin Christina Stibi beim Vocalista-Chormitglied mit einem Präsent für ihr Hotel.
Vom Kinderchor bis zum Frauenensemble
Die musikalische Gesamtleitung lag bei Christina Stibi, die gemeinsam mit Gina Engler und Nadine Krebs auch den imposanten Eröffnungschor aller sechs Chöre einstudiert hatte. Der kraftvolle Gemeinschaftsgesang machte sofort deutlich, worum es an diesem Vormittag ging: um gemeinsames Musizieren und die Freude an der Musik.
Anschließend gehörte die Bühne auch den Kinderchören der Vitus- und Eichendorff-Grundschule.
Unter der Leitung von Nadine Krebs sang die Klasse 1a der Vitusschule „Papagei“,
später folgte die Klasse 2a mit „Tanz mit mir“, mit einem großen Bravo honoriert, denn Nadine Krebs hat das Lied mit dem Thema "Loslassen" selbst komponiert und geschrieben.
Gina Engler hatte mit den Klassen 2b, 2c und 2d der Eichendorffschule „Einhornzeit“ einstudiert.
Englers dritte Klassen präsentierten als Uraufführung das von den Kindern selbstgeschriebene Lied „Umwelt, Tiere & wir“. Darin setzen sich die Kinder dafür ein, dass der Müll auf den Straßen weg muss und die Tiere ein schönes Leben verdient haben.
Gemeinsam mit Christina Stibi hatte Engler außerdem mit den Klassen 1b, 1c und 1d das fröhliche Lied „Wir wollen lachen üben“ einstudiert, beim Refrain "hi, ha, he, ho, hu" sangen alle begeistert mit.
Einen stimmungsvollen Kontrast setzte der Frauenchor „Vocalistas“, der unter Christina Stibi das romantische Liebeslied „Use Somebody“ umdichtete auf "Oh, ho, ho - Veitshöchheim".
Bei der von Piano und Streichern begleiteten Titelmelodie aus der Sesamstraße „Sing“ bewies der Frauenchor klangliche Reife und Ausdrucksstärke.
Junge Talente begeistern als Solisten
Wie viel musikalisches Potenzial in der Musikschule steckt, zeigten die zahlreichen Solisten.
Franziska eröffnete den Reigen am Keyboard mit „Lovers on the Sun“ aus dem Unterricht von Christoph Lipport.
Carlo ließ am Keyboard mit den Hawaiklängen „Sommerzeit“ das passende Feriengefühl aufkommen, vorbereitet von Alexander Klebl.
Jonathan überzeugte mit seinem melodiös musizierten „Mini-Concertino“ auf der Blockflöte aus der Klasse von Christina Stibi,
Marie stellte mit einem schwungvollen Scherzo am Klavier ihre technische Sicherheit unter Beweis.
Eindrucksvoll interpretierte Moritz Ludovico Einaudis berühmtes zeitgenössisches Stück „Experience“ aus dem Jahr 2017, das mit seinem treibenden emotionalen Crescendo alle begeisterte, einstudiert mit Daniel Delgado.
Gesanglich begeisterte Elise passend zum Konzert mit „Mein Herz schreit yeah“ der österreichischen Pop-Sängerin und Songwriterin Esther Graf, dem Titelsong zum Kinofilm Die Schule der magischen Tiere 4.
Lara und Lara brachte mit „Unstoppable“ von der australischen Sängerin Sia (veröffentlicht im Jahr 2016 auf dem Album This Is Acting), eine kraftvolle Hymne über Selbstvertrauen, Stärke und innere Widerstandskraft zum Ausdruck.
Viola sang mit dem bewegenden „People Help the People“ einen aufrührenden Song über das Leid der Welt mit einem Appell an Menschlichkeit und Nächstenliebe.
Alle drei Sängerinnen sind Schülerinnen der Gesangsklasse von Gina Engler.
Matilda präsentierte ausdrucksstark mit ihre tollen Sopranstimme Musicalmelodien aus dem Unterricht von Ulrike Jira mit großer Bühnenpräsenz, so "Wishing you were somehow here again" aus Phantom der Oper, das traurige Lied "Wie könnt ich je vergessen" und den von Pink gecoverten Song "A millions dream", das die Bedeutung von Hoffnung und positiven Träumen ausdrückt.
Rockige Klänge steuerte Sophie bei, die mit „Do I Wanna Know“ aus der E-Gitarrenklasse von Dominik Heidinger überzeugte. „Der Welthit der britischen Band Arctic Monkeys aus dem Jahr 201 handelt von der emotionalen Zerrissenheit, ob man den wahren Beziehungsstatus oder die Gefühle einer geliebten Person erfragen soll.
Klangfarben von Klassik bis Pop
Immer wieder wechselten die musikalischen Farben. In ihrem von Achim von Bassen und Alex Klebl begleiteten Saxophonensemble vereinte Ann-Kathrin Grammel inzwischen schon 13 Schüler, darunter aus ihrem Kollegenkreis die Violinistin Eva Passas und den Pianisten Daniel Delgado. Das Ensemble brachte mit „La Bamba“ südamerikanisches Temperament in den Kastaniengarten.
Die jungen „Streichler“ unter Eva Passas verzauberten mit „A Million Dreams“, einem Stück voller Hoffnung und positiven Träumen.
Das fortgeschrittene Streicherensemble von Andreas Franzky und Rainer Nürnberger schlug mit der Dudelsackmelodie „Highland Cathedral“
und, nun mit einem Gitarissten in ihren Reihen, einer "Sonata in sol maggiore" von Mozart eindrucksvoll die Brücke zwischen moderner und klassischer Musik.
Mit „Drunken Sailor“, „Lummerland“ und „Nane Zocha“ sorgte schließlich ein gemischtes Ensemble mit Lehrkräften und Schülern aus verschiedenen Instrumentalklassen unter der Leitung von Karoline Winter für beschwingte Unterhaltung.
Ein besonderer Moment war der gemeinsame Vortrag von „Thank You For The Music“ von Abba, bei dem noch einmal zahlreiche Mitwirkende gemeinsam auf der Bühne standen – ein musikalisches Dankeschön, das zugleich die Philosophie der Musikschule widerspiegelte.
Die Musikschulleiterin bedankte sich besonders Ulrike Jira, die nach 47 Jahren Unterricht an der hiesigen Musikschule nun in den Ruhestand geht.
Ein Finale mit mitreißender Rhythmik
Den Schlusspunkt setzte das Percussion-Ensemble, in das Musiklehrer von Achim von Bassen viele Kinder zum Mitmachen animierte.
Die „Drums Explosion“ machte ihrem Namen alle Ehre: Präzise Rhythmen, kraftvolle Dynamik und sichtbare Spielfreude sorgten für begeisterten Applaus und einen furiosen Abschluss eines rundum gelungenen Musikschultages.
Was an diesem Vormittag besonders spürbar wurde, war nicht allein die hohe musikalische Qualität. Es war vor allem die Begeisterung, mit der die jungen Musiker auftraten, und das Engagement ihrer Lehrkräfte – Christina Stibi, Gina Engler, Nadine Krebs, Christoph Lipport, Alexander Klebl, Daniel Delgado, Ulrike Jira, Dominik Heidinger, Ann-Kathrin Grammel, Eva Passas, Andreas Franzky, Rainer Nürnberger, Karoline Winter und Achim von Bassen –, die ihre Schüler mit viel Herzblut auf diesen Auftritt vorbereitet hatten.
Der lang anhaltende Applaus zeigte am Ende, dass das Konzept der Sing- und Musikschule erneut aufging: Musik verbindet Generationen, macht Freude – und gehört in Veitshöchheim ganz selbstverständlich zum Sommer.
Text und Fotos Dieter Gürz