Musikschule Veitshöchheim verabschiedet Ulrike Jira nach 47 Jahren
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Fast ein halbes Jahrhundert im Dienst der Musik
Musikschule Veitshöchheim verabschiedet Ulrike Jira nach 47 Jahren
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Mit langanhaltendem Applaus, bewegenden Worten und persönlichen Geschenken wurde am Ende des letzten Konzerts der Sing- und Musikschule Veitshöchheim vor der Sommerpause am Donnerstagabend die Musikpädagogin Ulrike Jira verabschiedet.
Bürgermeister Jürgen Götz würdigte in einer ausführlichen Laudatio die außergewöhnlichen Verdienste der langjährigen Lehrkraft, die das musikalische Leben der Gemeinde über nahezu fünf Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt hat.
„Heute verabschieden wir eine Persönlichkeit, die das musikalische Leben unserer Gemeinde über nahezu ein halbes Jahrhundert hinweg begleitet und gestaltet hat“, sagte Götz vor dem Publikum. Mit dem Ausscheiden Jiras gehe eine Ära an der Sing- und Musikschule zu Ende.
Seit 1979 an der Veitshöchheimer Musikschule
Nach einer ersten Tätigkeit als Klavierlehrerin an der Musikschule Bornheim bei Bonn begann Ulrike Jira am 1. August 1979 ihre Arbeit in Veitshöchheim. Zunächst mit fünf Wochenstunden als Klavierlehrerin beschäftigt, entwickelte sich daraus eine fast 47-jährige Tätigkeit. Bereits 1981 erhielt sie eine unbefristete Anstellung.
In dieser Zeit unterrichtete sie nicht nur Klavier, sondern auch Gesang, Orgel und zeitweise Gitarre. Für Generationen von Schülern sei sie weit mehr als eine Musiklehrerin gewesen, betonte der Bürgermeister. Geduld, Herzlichkeit und die Fähigkeit, junge Menschen für Musik zu begeistern, hätten ihren Unterricht ausgezeichnet.
Weit mehr als Unterricht
Doch Jiras Wirken beschränkte sich nicht auf das Klassenzimmer. Sie leitete Ensembles, organisierte Kammermusikprojekte und wirkte bei unzähligen Konzerten und Aufführungen mit. Im Hofgarten war sie bei Liedmatineen und Wandelkonzerten als Sängerin, Pianistin oder Cembalistin zu erleben.
Auch bei besonderen Projekten brachte sie sich mit großem Engagement ein. Beim Kinderchorprojekt „Tanzbär“ übernahm sie nicht nur den Klavierpart, sondern unterstützte auch hinter den Kulissen. Bei Carl Orffs Weihnachtsgeschichte stand sie sogar selbst als Engel auf der Bühne.
Feste Größe bei Veranstaltungen
In den Mainfrankensälen gehörte Ulrike Jira über Jahrzehnte zu den prägenden Persönlichkeiten zahlreicher Veranstaltungen. Lehrerkonzerte, Abschlusskonzerte, Musicals und große Aufführungen wurden von ihr musikalisch und organisatorisch begleitet.
Besonders erinnerte Götz an ihre Mitwirkung beim ersten Auftritt des heute weit über Franken hinaus bekannten Kabarettisten Michl Müller bei „Fastnacht in Franken“. Ebenso selbstverständlich habe sie technische Aufgaben übernommen, Solisten betreut oder im Hintergrund für einen reibungslosen Ablauf gesorgt.
Engagement auch über Veitshöchheim hinaus
Auch außerhalb der Gemeinde war die Musikerin gefragt. Als Sängerin, Organistin und Instrumentalistin wirkte sie bei Kirchenkonzerten, Oratorienaufführungen und Projekten an Hochschulen mit. Ihre musikalische Kompetenz und ihr Engagement seien vielerorts geschätzt worden.
Neben ihren pädagogischen Aufgaben übernahm sie zudem wichtige organisatorische Verantwortung an der Musikschule. Als stellvertretende Leiterin betreute sie unter anderem die Bibliothek, das Instrumenten- und Noteninventar sowie das Mittelschulprojekt der Musikschule.
Dank für außergewöhnliches Wirken
Besonders hob der Bürgermeister die hohe fachliche Qualität ihrer Arbeit, ihre Motivationsfähigkeit und ihre kollegiale Art hervor. Ulrike Jira sei nicht nur eine geschätzte Lehrkraft gewesen, sondern auch eine verlässliche Kollegin, Ansprechpartnerin und ein Vorbild.
„Wir sehen unzählige Unterrichtsstunden, Konzerte, Proben, Begegnungen und Erfolgsgeschichten. Wir sehen Menschen, die durch ihre Arbeit die Musik lieben gelernt haben“, sagte Götz. Mit großer Hingabe, Fachkompetenz und Herzblut habe sie das kulturelle Leben Veitshöchheims bereichert.
Ehrennadel für 47 Jahre Engagement
Eine besondere Ehrung überbrachte Musikschulleiterin Christina Stibi im Namen des Verbandes Bayerischer Sing- und Musikschulen. Für ihre 47-jährige verdienstvolle musikpädagogische Lehrtätigkeit erhielt Ulrike Jira als Zeichen der Anerkennung die Ehrennadel des Verbandes. Stibi würdigte damit das außergewöhnliche Engagement der langjährigen Musikpädagogin, die über Jahrzehnte hinweg das musikalische Leben in Veitshöchheim maßgeblich geprägt und zahlreiche Schüler auf ihrem musikalischen Weg begleitet habe.
Persönliche Geschenke und musikalischer Abschiedsgruß
Zum Dank überreichte Bürgermeister Jürgen Götz der scheidenden Musikpädagogin einen Blumenstrauß und eine Bonboniere.
Musikschulleiterin Christina Stibi schenkte ihr eine Veitshöchheimer Rose, die künftig in Jiras Garten wachsen soll.
Für einen besonders emotionalen Moment sorgte die frühere Musikschulleiterin Dorothea Völker, die 33 Jahre lang mit Ulrike Jira zusammenarbeitete.
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Sie überreichte einen Main-Post-Artikel aus dem Jahr 1988, der an gemeinsame Jahre und musikalische Erfolge erinnerte.
Den Abschied versüßte schließlich das Lehrerensemble der Sing- und Musikschule. Mit dem eigens ausgewählten Lied „Welcome to the Music“ verabschiedeten die Kollegen ihre langjährige Weggefährtin musikalisch und sorgten für einen weiteren emotionalen Höhepunkt des Abends.
Sichtlich gerührt nahm Ulrike Jira den musikalischen Gruß entgegen, der ihre jahrzehntelange Verbundenheit mit der Musikschule und ihren Kollegen eindrucksvoll widerspiegelte.
Mit herzlichem Dank und den besten Wünschen für Gesundheit, Freude und viele weitere musikalische Momente verabschiedeten Gemeinde, Musikschule, Kollegium sowie zahlreiche ehemalige und aktuelle Schüler eine Frau, deren Wirken in Veitshöchheim noch lange nachklingen wird.
Fotos und der Zeitungsartikel von 1988: Dieter Gürz