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Grandioses Benefizkonzert des Heeresmusikkorps Veitshöchheim

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

Grandioses Benefizkonzert des Heeresmusikkorps Veitshöchheim

Im März 2007 kam Burkard Zenglein als Leiter des hier stationierten Heeresmusikkorps nach Veitshöchheim. 230 Konzerte absolvierte er mit seinen Berufsmusikern seitdem. In den Genuss eines Gastspiels des Sinfonischen Blasorchesters kamen die Veitshöchheimer vor Zengleins Abschiedsvorstellung als Dirigent am Dienstagabend in den Mainfrankensälen nur einmal im Dezember 2012 beim 18. Weihnachtskonzert der Gemeinde anlässlich des 50jährigen Bestehens des Heeresmusikkorps. Wie bereits berichtet, tauscht nun der Oberstleutnant den grauen Uniformrock des Heeres gegen den blauen der Luftwaffe und wechselt im Juli zum Musikkorps nach Erfurt.

Link auf Facebook-Album vom Konzert

Grandioses Benefizkonzert des Heeresmusikkorps Veitshöchheim
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Grandioses Benefizkonzert des Heeresmusikkorps Veitshöchheim

Die begeisterten 650 Besucher, die trotz hochsommerlicher Temperaturen zum Benefizkonzert unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Jürgen Götz zugunsten der Aktion „Sorgenkinder in Bundeswehrfamilien“ des Bundeswehrsozialwerks in die Mainfrankensäle gekommen waren, erlebten einen musikalischen Ohrenschmaus auf höchsten Niveau. Der Bogen spannte sich von der klassischen Militärmusik bis hin zur modernen Unterhaltungsmusik. Jedes Musikstück löste immer wieder Bravorufe aus.

Kurzweilig und leger führte der 41-jährige Dirigent durchs Programm und erklärte Musikstücke, Stilrichtungen und Instrumente.

Wie es sich für Heeresmusiker gehört, servierte der gebürtige Marktheidenfelder zu Beginn des zweistündigen Konzerts Militärmusik, zunächst als kleines Dankeschön an die Gemeinde Veitshöchheim den Taxis-Marsch des von hier stammenden Militärmusikmeisters Christian Anton Kolb.

Darauf folgte die hymnische "Festive Ouverture“, ein großartiges, phantastisches Werk des russischen Komponistenfürsten Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch, das dem Orchester sehr viel abverlangte.

Breiten Raum nahm dann als Hauptwerk des ersten Teils vor der Pause die brillant gespielte, hoch anspruchsvolle "Symphonic Dances from West Side Story“, dem Jahrhundertwerk von Leonard Bernstein aus dem Jahr 1950 ein. Die Musiker zogen alle Register um durch das spannungsgeladene Zusammenspiel der Instrumente von hauchzart bis dynamisch-kraftvoll diese "Romeo und Julia"-Geschichte der Neuzeit inmitten zweier rivalisierender Gangs musikalisch zu erzählen.

Nach diesen intensiven über 20 Minuten dauernden Klängen kam das uralte irische Volkslied "Molly on the Shore" von Percy Grainger zur Entspannung gerade recht, bei dem sich nach Klarinette und Fagott zu Beginn ein um das andere Instrument dazu gesellte.

Zum Abschluss des ersten Teils schickte Zenglein dem einzigen in Kiel stationierten Marine-Musikkorps Grüße mit dem wunderschönen Marsch namens "Gruß an Kiel" von Friedrich Spohr.

Im zweiten Teil nach der Pause machte dann das Orchester eine ganz andere Art von Musik mit vielen Solisten und Überraschungen. Hier entfaltete sich der hervorragende Bigbandklang bei Blues und Swing.

Zunächst interpretierte das Heeresmusikkorps den berühmten "Saint Louis Blues March" von William C. Handy. Dann schlug die Stunde der Solisten.

Grandioses Benefizkonzert des Heeresmusikkorps Veitshöchheim
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Im wunderbaren "Concertino for Clarinet", von Artie Shaw für Soloklarinette und Salonorchester als Symbol für die Ära des Swing in den 40er und 50er Jahre komponiert, verdiente sich Hauptfeldwebel Christian Klüh die Note eins für sein vorzügliches Klarinettenspiel.

Im Schritt voran mit modernerem Bigband-Sound ging es nach Spanien, wo das Orchester unterhaltsam den verrückten Stier "El Toro loco" von Ken McCoy sich nach dem fanfarenähnlichem Beginn austoben ließ.

Grandioses Benefizkonzert des Heeresmusikkorps Veitshöchheim
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Eine ganz andere Klangfarbe brachte Hauptfeldwebel Eugen Knittel nach seinem Wechsel vom Blasen des Fagotts ans Akkordeon mit seiner faszinierenden Fingerfertigkeit beim schwungvollen brasilianischen Stück "Tico Tico" von Zequinha de Abreu ins Spiel. Genauso ein tolles Hörerlebnis mit seinen Akkordeon-Solos war dann auch das von irischer Folkmusik inspirierte "Karla with a K" der amerikanischen Band "The Hooters", die sehr einem irischen Dudelsack ähnelten.

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Dass das Musikkorps mit vielen großartigen Musikern gesegnet ist, war augenscheinlich. Einen oben drauf setzte Stabsfeldwebel Markus Lenhardt als phantastischer Sänger eines Beatles-Medleys, nachdem er vorher schon durch ein Trompetensolo geglänzt hatte. Unter dem als höchst interessantes Arrangement von Zenglein in Auftrag gegebenen Titel "Beatles Anthology I" waren die Klassiker der Liverpooler Band aus den 60er Jahren wie "A Hard Days Night", “Ticket to Ride”, "Can't buy me Love", “When I’m Sixty-Four" "Yellow Submarine", "Yesterday" oder "Let it be" so ganz nach dem Geschmack des Publikums, teilweise angehaucht mit Bigband, Punk, Pop Rock oder einer Ballade und auch Jazz-Anklängen.

Grandioses Benefizkonzert des Heeresmusikkorps Veitshöchheim
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Der Marsch "Regimentkinder" von Julius Funck bildete nach dem Programm den Schlusspunkt. Aber ohne drei Zugaben kam das Orchester nicht von der Bühne. Das Publikum forderte sie mit "Standing Ovations". Zunächst erklang der Radetzky-Marsch von Johann Strauß (Vater), danach wurde das "Frankenlied" angestimmt. Mit der deutschen Nationalhymne war dann wirklich Schluss.

Grandioses Benefizkonzert des Heeresmusikkorps Veitshöchheim

In seiner Begrüßung hatte Bürgermeister Jürgen Götz an das vor kurzem gefeierte 50jährige Jubiläum der Balthasar-Neumann-Kaserne erinnert. In dieser Zeit seien einige Bundeswehrreformen nicht ganz spurlos an Veitshöchheim vorübergegangen. Viele Einheiten seien gekommen und viele gegangen. Aber die im Oktober 1965 als erste mit eingezogene Musikeinheit, die damals noch Heeresmusikkorps 12 hieß und seit kurzem nun anstelle der 12 den Namen Veitshöchheim mitträgt, sei erfreulicherweise noch immer und auch weiter noch im Standort präsent.

Neben den normalen im militärischen Dienst zu erfüllenden Aufgaben wie Gelöbnisse, Appelle, Große Zapfenstreiche und ähnliches, haben die Heeresmusiker nach den Worten des Bürgermeisters wie an diesem Abend auch sehr viele Benefizkonzerte gespielt und damit auch sehr viel für die sozialen und caritativen Einrichtungen in unserer Region getan.

Gefeiert wurde auch der Abschied von Burkard Zenglein, der nach acht Jahren als Leiter des Musikkorps leider Veitshöchheim verlasse. Er habe hier hervorragende Arbeit geleistet und den guten Ruf des Orchesters weiter ausgebaut. Für seinen weiteren Weg beim Luftwaffen-Musikkorps in Erfurt wünschte er ihm alles Gute und überreichte ihm zur Erinnerung ein kleines Präsent mit dem Veitshöchheimer Wappen.

Zenglein selbst machte der Gemeinde das Kompliment, dass der Spruch „Der Prophet gilt nichts im eigenen Land“ nicht auf Veitshöchheim zutrifft. Hier werde die Bundeswehr geschätzt und die Gemeinde sei ein guter Gastgeber. Zenglein: „Wir fühlen uns alle sehr, sehr wohl hier und nicht umsonst hat der Standort so auch alle Strukturveränderungen überstanden.“

Grandioses Benefizkonzert des Heeresmusikkorps Veitshöchheim

Vom Bereich Süd des Bundeswehrsozialwerks hatte der Bürgermeister den stellvertretenden Vorsitzenden Horst Barthel und von der Geschäftsführung Dietmar Hofmann sowie den Leiter der örtlichen Regionalstelle Hermann Dettweiler herzlich willkommen, ebenso auch den Standortältesten Oberst Wolf-Dietrich Rupp und den Präsidenten des Nordbayerischen Musikbundes MdL Manfred Ländner. Die BWSW-Vertreter übergaben im Auftrag des Bundesvorstands an Oberstleutnant Zenglein die Ehrennadel in Silber und an Bernd Kern und Bernd Sieg in Bronze für ihre Verdienste für das BWSW.

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