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Am Geisberg in Veitshöchheim nahm die ENERGIE erstmals ein Kleinwindrad in Betrieb

Veröffentlicht am von Dieter Gürz

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Am Standort ihrer Veitshöchheimer Erdgastankstelle an der Zufahrt zum Lidl-Markt nahm dieser Tage die Energieversorgung Lohr-Karlstadt und Umgebung ein futuristisch anmutendes Klein-Windrad namens „Energy Ball“ in Betrieb. Über diese neueste Errungenschaft der ENERGIE, deren Gesellschafter auch die Gemeinde Veitshöchheim ist, freuen sich im Bild v.l. Veitshöchheims Bürgermeister Jürgen Götz, ENERGIE-Geschäftsführer Peter Tiefenthaler, Bauamtsleiter Gerhard Reichert und ENERGIE-Vertriebsleiter Stefan Schinagl.

Nach den Worten des Geschäftsführers Peter Tiefenthaler engagiert sich die ENERGIE, deren Gesellschafter auch die Gemeinde Veitshöchheim ist, bereits in vielerlei Hinsicht im Bereich Energieeffizienz und regenerativer Erzeugung. Neuestes Projekt ist nun die Errichtung der zwölf Meter hohen Windkraftanlage namens Energy Ball V200.

energieversorgungVH

Als geeignetsten Standort für eine solche Anlage wurde innerhalb des Netzes der ENERGIE  (siehe Karte) die Erdgastankstelle in Veitshöchheim am Geisberg identifiziert, und zwar aus zwei Gründen: Zu den guten Windverhältnissen, die hier herrschen, komme der Effekt, dass der erzeugte Strom direkt für den Verbraucher verwendet werden kann und dadurch das umweltfreundliche Fahren mit Biomethan ergänzt.

Die ENERGIE betreibt die Erdgastankstelle am Geisberg seit mittlerweile mehr als zwölf Jahren. Monatlich werden dort durchschnittlich 15.000 Kilogramm Erdgas abgegeben, das entspricht 22.500 Liter Benzin. Durch die Verwendung von Erdgas als Kraftstoff werde die Umwelt gegenüber der Verwendung von konventionellen Kraftstoffen deutlich geschont.

Seit zwei Jahren verwende die ENERGIE für die Tankstelle ausschließlich Bioerdgas aus Abfallstoffen, was die Ökobilanz weiter verbessere und zu einer Reduktion des C02-Ausstosses um mehr als 90 Prozent führe. Lediglich durch die Aufbereitung und den Transport falle C02 an.

Der zur Verdichtung verwendete Strom ist nach den Worten des Geschäftsführers, so wie der gesamte Strom für die Kunden der ENERGIE, ebenfalls Ökostrom. Die Bilanz soll nun durch die Errichtung des Windrades weiter verbessert werden. Der durch das Windrad erzeugte Strom werde größtenteils direkt in der Tankstelle verwendet.

Gleichzeitig möchte die ENERGIE Erkenntnisse darüber gewinnen, welche Wirkungsgrade mit Kleinwindkraftanlagen erreicht werden können und ob sie für die Kunden der ENERGIE eine wirtschaftliche Alternative zur Eigenstromerzeugung darstellen.

Das installierte Windrad Energy Ball V200 ist eine flügellose, kugelförmige Windturbine mit fünf Rotorblättern und einem Durchmesser von zwei Meter. Es ist auf einem zehn Meter hohen Mast montiert. Die gesamte Anlage ist damit rund zwölf Meter hoch. Bei Anlagen bis zehn Meter Gesamthöhe wäre die Errichtung genehmigungsfrei gewesen. Das Windrad selber kostete rund 5.000 Euro, für den Mast, Anschlussarbeiten und die Baugenehmigung kommen nochmals 5.000 Euro dazu.

Wie Bürgermeister Jürgen Götz und sein Bauamtsleiter Gerhard Reichert beim Pressetermin in Augenschein nehmen konnten, verursacht die schön gestaltete Turbine keinerlei Lärmbelästigung und auch keinen Schlagschatten.

Ein Windpower-Inverter wandelt erzeugte elektrische Energie in 230 Volt-Wechselstrom und liefert ihn ins Netz, soweit er nicht für die Erdgastankstelle gebraucht wird. Das Windrad kann nach den technischen Angaben der in den Niederlanden ansässigen Vertriebsfirma Home Energy bei einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von sieben Meter pro Sekunde einen Ertrag von 1750 kWh pro Jahr erzeugen.

Wie eine Recherche ergab, betragen allerdings nach den Windkarten des Deutschen Wetterdienstes, die in einem Ein-Kilometer–Raster für Deutschland vorliegen, die durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten auf zehn Meter Höhe, mit Ausnahme der Küstengebiete, weniger als 5 m/s. Das wäre dann nur eine Leistung des Windrades von weniger als 500 kWh pro Jahr.

 

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